Telegraphische Depeschen.
Wotff's telegr. Correspondrnz-Bureau.
.^"lin, 15. Mai. Wie die „Korbb. Allg. Ztg." melbet, haben bie neuralglschen Schmerzen des Reichskanzlers so zugenoniinen, Laß berselbe nicht im Stanbe ist, weber zu gehen noch auch nur zu stehen. Derselbe müsse 8 Tage minbestens bas Bett hüten.
— Ein Aufsichtsbeamter ber Hygieine-Ausstellung würbe bem Taaelff" zufolge gestern verhaftet. " a '
„,. Berna«, 15. Mai. Das Hussitenfest wurde beute früh nach der Reveillc van s,„ Tburmen aller Kirchen emgelautet. Die Stadt prangt im schönsten Festschmuck, der Rcacn ist einer günstigen Witterung gewichen. Aus den Straßen ziehen zwischen dein Menschcnaiw übl ' bl'®*tn ihren alterckhumlichen Kostümen auf und nieder. Zahlreiche Vereine mit Musik und fliegenden Fahnen marschiren durch die Stadt nach dein Bahnhof Zum '
Staatssecretär o. Bötticher leitet die Diskuision ein. Er hält es für seine Ausgabe, die verbreitelen Jrrthümer und Mlßoerständnisse über die Ziele und Zwecke dieses Entwurfes zu berichtigen. Das Gesetz von 1868 Laer die eingeschriebenen Hilfs- kaffen habe den Erwartungen, welche man an dasselbe geknüpft, in keiner Weise entsprochen. In Preußen haben bis zum Jahre 1880 256 Krankenkassen für Arbeiter mit 122.864 Mitgliedern die Rechte eingeschriebener Hilfskaffen erlangt. Davon sind nur 112 Kassen errichtet, die Übrigen 144 sind in eingeschriebene Kassen verwandelt. In dem übrigen Reiche sind im Ganzen 321 Hilsskaffen eingeschrieben, davon nur 160 neu errichtet und die übrigen 161 sind umgewandelt. In Preußen sind die Krankenkassen wesentlich zurückgegangen und es könne nicht Wunder nehmen, daß das Armenbudget in den Kommunen erheblich belastet worden. Redner gibt hieraus eine Skizze über den Aufbau der Organisation der Krankenkasse nach den Vorschriften des vorliegenden Gesetzes, indem er weiter ausführt, daß die Einführung des Zwanges IN das Kranken- verircherungswesen durch die Verhältnisse bedingt sei. In Bezug aus das Unfall- oersicherungsgesetz haben sich zwar die Regierungen entschlossen, bie Reichscentralanstalt sollen zu lassen wegen der Schwersälligkeit der Institution, aber sie haben auch das Prinrip des von den liberalen Parteien eingebrachten Entwurfes, betreffend die Ausdehnung der Haftpflicht, nicht aceeptircn können, weil damit den Arbeitern nicht die geeignete Sicherheit geboten werde. In Bezug auf den Staatszuschuß von 25 pCt. der Entfchad gung sei die Auffassung der verbifndeten Regierungen heute noch dieselbe wie früher. Sie hielten dafür, daß die Industrie nicht im Stande sei, die volle Entschädigung zu leisten. Die Regierungen seien keineswegs der Meinung, daß sie mit der gegenwärtigen Vorlage etwas Vollständiges geschaffen und sie würden gerne alle diefenigen Wünsch- und Anträge, welche vielleicht eine Verbesserung enthalten berücksichtigen. Wir bitten, nur nicht müde zu werden, um in dieser Session ein Werk zu Stande zu bringen, das dem Vaterlande hoffentlich zum Segen gereichen wird.
Abg. Dr. Hirsch erkennt die Wichtigkeit der Vorlage an, aber nicht den Werth derselben Hinsichtlich des Rückganges der Krankenversicherungskassen sei nicht zu vergessen, daß eine große Zahl, zum Theil sehr lebensfähige Hilfskassen, in Folge des Soci. listcngesetzes aufgelöst worden seien. Bis jetzt sei noch keine irgendwie beweisende Thatsache für die Ohnmacht freiwilliger Hilsskaffen angeführt worden. Er halte es für wünschensiverth, daß die Unternehmer sich zu Genossenschasten vereinigen- die Genossenschaften dieses Gesetzes seien keine wahren Genossenschaften und undurch- führbar. Wie komme man dazu, 750 Jü als den Durchsetzmttslohn der Arbeiter ^.Deutschland h,nzustellen. Er (Redner) habe sich auch mit Lohnstatistik beschäftigt und er müsse erklären, daß er Niemand für fähig halte, hierüber etwas Genaues sefizustellen. Aber auch abgesehen von dieser unsicheren Grundlage kann man die Unfälle schon wegen ihrer Veränderlichkeit nicht als Princip für das Genossenschaftswesen hinstellen. Wenn man nur .inen Schrift weiter geht etwa bis zur Invalidität, bann sei die vorhandene Grundlage nicht mehr zu gebrauchen- denn offenbar können in einem Industriezweige sich sehr viele Unfälle ereignen, ohne daß dstfer Industriezweig auf Invalidität der Arbeiter von Einfluß wäre. Das Schlimmste sei, daß die Arbeiter bei der Entschädigungssrage nichts mftzuieden haben, überall entscheide die Polizei als letzte Instanz. Was die Vertheilung und Aufbringung der Lasten anlange, so bekämpft Redner den Hauptpunkt der Vertheilung, daß nämlich das Reich 25 pCt. der Lasten übernehmen solle; er halte es für richtiger, den Unternehmer als Trager der Vei sicherung hinzustellen. Ebenso halte er die Belastung der Kronkafsen sür ungerechtfertigt, sowie daß in den ersten 13 Wochen eine geringere Entschädigung an die Verunglückten gezahlt werden soll, als in der späteren Zeit. Ferner erklärt sich Redn r entschieden gegen jede Beschränkung der freien Thätigkeit der Arbeiter auf dem Gebiete des Krankenwefens und gegen die Verquickung der Unfallveistcherung mit den Krankenkassen. Aus jeder Zeile dieser Vorlage trete ein Mißtrauen gegen das «olt und insbesondere gegen die Arbeiter entgegen. Es sei Ausgabe der Gesetzgebung, d e freie Selbstbethatigung der Arbeiter Nicht zu hemmen, sondern zu fördern. Er bitte beizutragen zu einem möglichst baldigen Zustandekommen einer wirksamen Unsall- Derfi(beruiig; aber alle Bestimmungen abzulehiicn, welche nicht In dem Wesen der Sache begründet sind oder die Selbsttbätigkeit der Arbeiter beeirfträchtigen.
Abg. Sonnemann steht der Vorlage nicht so seindlich gegenüber, als der Vvr- rebner; wenn er auch anerkennen müsse, daß die Vorlage noch nicht so reif ist, um zur Berathung des Hauses gestellt zu werden, wenn auch die Form, in welcher die Frage an das Haus herantritt. einen Fortschritt enthält. Es sei ein durchaus richtiger Gedanke, daß man einen Theil der Lasten auf die Krankenkassen überträgt; aber er rooHe damit nicht ausfprechen, daß dies in dem Umfange geschehen müsse, wie es der Entwurf beabsichtigt. Ebenso seien die Beiträge der Arbeiter zu der Krankenkasfe zu hoch gegriffen. Es scheine ihm, als ob man sich von dem Gedanken ber Reichsanstalt no« immer nicht trennen könne. Als absolut unannehmbar bezeichnet er den schon früher vorn Reichstage verworfenen Reichszuschuß. Redner glaubt, daß das Zustandekommen des Gesitzentwurss in dieser Session -ine Unmöglichkeit sei, zweifelt aber nicht daß, wenn das Material genügend vorbereitet werde, in der nächsten Session etwas Be- friedigendes zu Stande kommen könne. Er beantragt die Einsetzung einer besonderen Commission von 28 Mitgliedern zur Vorberathung der beiden Vorlagen
Abg. Kräcker (Socialdemokrat) spricht für eine Ausdehnung des Kassenzwanges auch auf den ländlichen Arbeiter. Gerade auf dem Lande befänden sich keine Kranken- kasstn Er steh- auf dem Standpunkt, daß bie Arbeitgeber voll unb ganz für die Unfall- ihrer Arbeiter eintreten müssen. Mit der Verweisung der Vorlage an eine Commission sei er einverstanden, aber es dürfe diese nicht zu dem Zwecke eingesetzt werden, um ber Vorlage ein anftänbtge§ Begräbniß zu bereiten, sondern er meine, daß Ar ^'W011 mlt wahrhaftem Ernst an bie Sache Jerantrete unb sie endlich zum Av^cymtz Dringe. 0 ' ।
Staatssecretär v. Bötticher erklärt, daß ber Wunsch ber verbündeten Reaie- ul' sei, daß die Vorlagen hintereinander beraihen und möglichst bald fertig gestellt werden. Er müsse daher widersprechen, wenn nach der Ansicht des Abg. roe°rbenmfoate ®ommffflon ber Ch--racter einer Beerdigungscommission beigelegt
Ein Vertagungsantrag wird angenommen.
Es erhebt sich eine längere Discussion über die Erledigung der Vorlaaen Abgeordneter Sonnemanii hält daran fest, daß ein Abschluß der Arbeiten^ n dieser Session unmöglich fei. Abgeordneter 0r. W i n d t h o r st verlanat eine aründliwe ObSJ baU. aber beäbalb einm Abschluß ber Arbeiten für aussichtslos. Abgevrdnettr R “ebt tt
EN b°n Gedanken einer Permanenzcommission, wie ihn Windthorst angeregt haben soll, es fei bas eine anormale Einrichtung. Außerbcm handle es sich nicht um Vorlagen , die man fpater dem Hanfe zur en dloe-Annahme empfehlen könnte. Das Land bat ein Recht darauf, bei dem Tabakmonopol von ber Unruhe befreit zu werden unter welcher es schon so lange leidet. Abgeordneter Dr Lasker erklärt lick ebeni ms entschieden gegen die Absicht des Abgeordneten Sffiinbtborft bie ZabatmnnnMlnorr^ auf künstlichem Wege ,n die nächste Session hinüberzuführen und denun"che^ aus diesem Gebiete noch weiter künstlich zu erhalten. Abgeordneter m i n h h nVn • Auch er wünsche die Sache möglichst bald zu erledigen, damit diese Frage bei den näftftt-n Wahle,, aussche-de. Aber ein Majestätsoerbrechen sei es nicht,Äbie D N- Frage gründlich erwögt unb in ber nächsten Session darüber Bericht Erstattet Abgeordneter Schroder verlangt ebenfalls eine gründliche Durchberatbuna ber’jlnr- lage und bezeichnet sich als Anhänger des Tabakmonopols. 8 6er ®ot'
Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr. Tagesordnung; Kleinere Vorlagen und =tnrt- setzung der heute abgebrochenen Berathung. Schluß 5*/2 Uhr 8 unh 5°rt'
S.P^»8 -ber Emprinzlichen Herrschaften sind der Oberpräsident, Staatsminister Achenbach, Regleruiigsprafident von Necfe und Landrath Scharnweber eingetroffen Um 8 Uhr leiben des Georgen-Hospitals die Hussiten-Festpredigt gehalten und zur
I. d- 3. L V.er katholifchen Kirche ein Hochamt mit Tedeum celcbrirt. Um 9‘ 4 Uhr und ?Ä’anm*‘” b£r ®Cdiner ^btischm Behörden in Amtstracht . . Bernan, 15. Mai. Ihre K. K. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin c£aI£< Wit der Pnnzeffin Victoria mittelst Extrazuges um 10</s Uhr unter endlosem Jubel der Bevölkerung und den Klangen der Nationalhnmne auf dem festlich geschmückten Bahnhofe em und wurden von den Spitzen der Behörden empfangen Der Biirgcr- meister Patzowt begrüßte die Herrschaften mit folgender Ansprache: Der heutige abnntSKure’t -^e“ ®f’re?ta8 für ®ernau gcftaltet, denn es ist uns ver- gonnt. Eure K. K Hoheiten in unserer Stadt ehrfurchtsvoll begrüßen zu können Wie eins vor 4d0 Jahren unsere Vorsahren bei Euer kaiscrl. Hoheit Erlauchten Ahnherrn Hilfe luchten, so blicken auch wir vertrauensvoll auf zum Herrscherhause und erneuern Seiner Maiestat unserem Allergnädigsten König und Herrn und dem Hohen- zollernhause die Gelübde wahrer Treue". Sc. K. K. Hoheit der Kronprinz, begleitet ooit bem Oüergtamtnercr Grafen Rhedern und dem Oberbürgermeister v. Forckenbeck hielt nach der Vorstellung der Behörden seinen Einzug in die Stadt in einer prächtigen
ritt-",Plcilpannigen Eqiiipage Nach dem Passiren des Königsthors nahmen die höchsten Heiischaften die Begrußimg von den in historischen Trachten gekleideten Jung- frauen entgegen, verließen die Hofequipage und bestiegen den Thurm, in welchem sie ber neuen Rüstkammer Hurch Eintragung ihrer Namen in das Fremdenbuch die Weihe zuzuschauen"" ut,ren btc Herrschaften nach dem Rathhause, um dort dem Festzuge
Ä- HKiten dcrKronprinz und die Kronprinzessin mit der Prinzessin Mona find mit 1 /4 Uhr nach Berlin zuruckgefahren. Der Kronprinz brachte bei dem Dchenner den Toast auf Sc. Maj. den Kaiser und die Stadt Bernau aus Der Festzug verlief äußerst glanzend. ° 1
Nürnberg 15. Mai. Die bayerische Landes-Industrie-, Gewerbe- uiid Kunstausstellung ist heule Vormittag durch den Prinzen Luitpold in dem Repräsentaiions-Raume des Hauptgebäudes eröffnet morden. Nach einer Ansprache des Bürgermeisters von Stromer hielt der Regierungspräsident Pfeuffer eine Rede, in welcher er, die Geschichte der Ausstellungen in Bayern berührte. Hlerauf wurde die Ausstellung sür eröffnet erklärt. Der Prinz unternahm unter Führung des Directors Stegmann einen Ruudgang durch die Ausstellung welche von über 3000 Ausstellern beschickt ist. Der Totaleindruck ist vortrefflich. Das Wetter, welches im Anfänge regnerisch war, heiterte sich gegen Mittag auf.
Karlsruhe, 15. Mai. Der schweizerische Bundesrath hat durch Vermittlung des Staatsnnmsteriums auch die Präsidenten und Vicepräsidenten der Smnnirai zu der Feier der Eröffnung der St. Gotthardtbahn eingeladen.
. k5. Mai. Das von Pyräus kommende französische Geschwader
wird sich bei Kreta mit dem von Korfu kommenden englischen Geschwader vereinigen ; beide Geschwader werden dann gemeinschastlich nach Egypten abgehen. Frankreich und England haben ihren Botschaftern bei den Mächten identische Depeschen gesandt, in welchen die betreffs Egyptens getroffenen Maßregeln auseinandergesetzt werden.
Athen, 15. Mai. Das französische Geschwader im Piräus ist nach Alexandrien abgegangen.
fi’otrv, 15. Mai. Die Generalconsuln von Frankreich und England haben Arabi Pascha für die öffentliche Sicherheit verantwortlich gemacht, gleichviel, ob er Minister sei oder nicht, und haben gleichzeitig erklärt, daß sie die Garantie für sein Leben übernehmen, wenn er Ruhe und Ordnung aufrecht erhalte.
— Von der „Ageuce Havas" wird bestätigt, daß die Notabeln dem Khe- dive nachdrücklich eine Combination angerathen haben, in Folge deren Mustapha Pascha an Stelle des zurücktretenden Mahmud Pascha das Conseil-Präsidium übernehmen und die übrigen Minister verbleiben sollen. Die Entscheidung des Khedive iverde heute Abend erwartet.
Konstantinopel, 15. Mai. Der Transport-Dampfer „Moukademei Nusrct" hat int Schivarzen Meere Schiffbruch gelitten und sind dabei 55 Personen, darunter der Commandant des Schiffes, ertrunken. Von den 50 geret- teten Personen haben mehrere schwere Verletzungen erlitten.
Bermis chte s.
. — (Deutscher Schmiebetag.j Der an ben Tagen beS 19. unb 20. Mai b I
in Mainz abzuhaltenbe Schmiebetag ber felbftftänbtgen Schmiebemeister Deutschlands wirb voraussichtlich unb nach ben bis jetzt hierher gelangten Anmeldungen zu schließen überaus zahlreich besucht werben. Besonbers aus Süd- unb Mittelbeutschland sind Kundgebungen laut geworben, aus welchen zu entnehmen, baß auch bort bas Bestreben der Schmiebemeister kräftig Wurzel zu fassen beginnt. Die Tagesordnung für den b-^8 "unmehr feftgefteüt unb werben folgende, für das Schmiedegewerbe höchst wichtige Gegenstände zur Berathung gelangen: 1) Berathung des einzuführenden ^i-?^Lbrief^.i. B Besprechung über die letzte Aenderung des Reichsgewerbeorbnungs- m D01I? ^c,*8amt des Innern herausgegebenen Entwurf zu einem 3nnungj|tatut; 3) Berathung über einige eingeführte Bestimmungen des Central- Veretns; 4) Besprechung über das Unfall-Versicherungsgesetz refp. über die in Aussicht genommenen Abänderungen desselben; 5) Berathung über bas Vereins-Statut; 6) Mit- th-»ungen unb Entgegennahme von Beschwerben über bie Privatarbeiten in den 77 17) Wahl des Vorortes, Ersatzwahl des Vorstandes, Wahl eines Ortes
inr lldhaltung des nächsten deutschen Schmiebetages unb Besprechung darüber, ob es wünschenSwerth erscheine, mit dem Schmiedetag gleichzeitig eine Ausstellung zu verbinden. Am Abend des 20. Mai findet in den Räumen des »Casino zum Guten-
-m Festessen ftatt. Von Seiten verschiedener Eisenbahnverwaltungen wurden den Theilnehmern an bem Schmiedetag besondere Vergünstigungen gewährt; so hat bie Generaldirection ber fgl. bayerischen Verkehrsanstalten ben Theilnehmern nach Vorzeigung ihrer Legittmatonskarten Retourbillets mit 8 Tage Gült-gkeitsbauer bewilligt; Sa mICi Zpecialdirection ber Hessischen Lubwigsbahn hat für bie Dauer vom 16. bis 23. Mai Retourbilletts gewährt; selbst die Retourbillets anderer Bahnen haben auf der Lubwigsbahn Gültigkeit, wenn sich der Rückreisende durch eine Mitgliedkarte des Schmiedetages legitimirt.
_ ~ Die diesjährige 12. Generalversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von
Volksbildung, welche sich in einzelnen Verbänden von Lokalvereineu über ganz Deutsch- lanb erstreckt, wird vom 3. bis 5. Juni in Gotha tagen. Unter den Verhanbiungs- gegenftanben befinben sich außer den administrativ, n ein Referat des Herrn Professor Dr. I. B. Meyer-Bonn über Grenzen unb Ziele ber Volksbilbung, eines der Herren: Redacteur A. Lammers-Bremen unb Dr. A. Emminghaus-Gotha über die Verbindung gemeinnütziger Thätigke t mit ben Bilbungsdestrebungen ber genannten Gesellschaft UeberbaS Programm biefer Gesellschaft und bie ©ewerbeorbnungSreform wirb Herr Stabtrath E. Eberty-Berlin und über die Mittel, die lokalen Bildungsvereine zur Blüthc zu bringen, Herr Dr. Wislicenus-Wiesbaden durch ein Referat die Verhandlungen ein-
Die Generalversammlung beginnt am 3. Juni Abends mit einer Ausschußsitzung und schließt am 5. Nachmittags mit einem gemeinsamen Ausfluge nach Eisenach und der Wartburg. Alle Verhandlungen sind öffentlich.
. ~ Earl Ries el's 25. Gesellschaftsreise nach Ober-Italien (Wien, Adels-
berg, Triest, Venedig, oberital. Seen) und Schweiz wird unter persönlicher Leitung des Herrn Earl Riesel bestimmt am 26. Mai angetreten und nach Benutzung und eingehender Besichtigung ber neuen Wunderstraße ber Gvtthardbahn, wobei bie Direction ber Unternehmung das freundlichste Entgegenkommen zugesichert hat, nach dem Besuch des Tunnels, der Teufelsbrücke unb einem Abstecher nach der Furka und dem Rhonegletscher, werden die beiden Reisetage an den Ufern des Vierwaldstättersees ohne jede Kraft- anftrengung verbracht.
Auch die Abreise nach Paris erfolgt programmmäßig am 26. Mai er. Reise- programme werben gratis in Carl Riesel's Reisecotttor Berlin, Centralhotel, verabfolgt.


