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Königreich Sachsen Großh Oldenburg Bayern . . . . der Stadt Berlin .
daß der Erfinder während des Exils der Patrizier in Straßburg das Licht der Well erblickte.
— Die Lebensversicherungsbank „Kosmos" hat es verstanden, durch einen soliden Geschäftsbetrieb eure gewissenhafte Verwaltung und durch coulante Vertragserfüllung das Vertrauen des Publikums tn hohem Grade sich zu erwerben und ihren Versicherungsstand von Jahr zu Jahr auszudehnen. Nach dem uns vorliegenden Rechenschaftsberichte pro 1881 waren am Jahresschlüsse für Lebensversicherungen, Aussteuer- und Altersoel sorgungskapitalien, einschließlich der Abtheilung für Begräbnißkasse und Renten, bereits 15,712 Policen in Kraft und erfreut sich die Bank auch während der verflossenen 5 Monate eines befriedigenden Zuganges, da ihre Prämien wesentlich niedriger sind, als diejenigen anderer Gesellschaften und ohne Zuschlag auf letztere allen auf den Lebens- und Todesfall mit mindestens 3000 JL versicherten Personen der Mitgenuß an der Hälfte des jährlichen Geschästsgewinns gemährt wird. An Sterbfällen rc. waren bis Ende 1881 4,011,012 JL verausgabt, der Garantiefonds von über 27 Procent der übernommenen Verbindlichkeiten wird nur von wenigen der vielen Compagnien erreicht. Von den übrigen Vortheilen, welche die Bank dem Publikum bietet, erwähnen wir nur die seit Kurzem eingeführtc Unanfechtbarkeit der Police, als einer der wichtigsten.
keine Verletzung davongetragen.
— Hans von Bülow veröffentlicht in der „Allg. D. Musik-Zig." einige Br'efe über seine letzte skandinavische Concertreise, in denen er einige scharfe aber nicht unzutreffende Ausfälle auf die deutschen „Konservatorien" macht. Er schreibt: „Wir verdanken dem „Wirken" der Mehrzahl der Musikconservatorien alljährlich den gemeinschädlichen Zuwachs 1) von je einem halben bis ganzen Dutzend eingebildeter und darum „verkannter" Componisten, die nicht einmal im Stande zu sein pflegen, ihre Schweißproducte, sei es auf dem Klaviere rhytmisch verständ g vorzuspielen, sei cs einen damit betrauten Orchesterkörper zu dirigiren, 2) von je einem halben bis ganzen Schock Pianisten dritten Ranges, von denen 75 Procent dem schönen Geschlechte angehören und e ne neue Klasse nicht stets verschämten Proletariats in bedenklicher Weise zu vermehren den einzigen Beruf haben. In den ersten Jahren nach >hrer Entlassung mit dem Zeugniß der Reife, pochend 'auf die ihnen eingepaukten fünf Klavierconcerte mit Orchester und etwa doppelt so vielen Solopiecen, peinigen sie die Kapellmeister und Comiteemitglieder der verschiedenen Abonnements-Concert-Directionen um Engagement; sind sie irgendwo mit einem halben Erfolg geklönt worden, erneuern sie dieses Anliegen alljährlich. Ging es dagegen mit dem öffentlichen Auftreten schief, so resigniren sie sich, falls ein günstiger Zufall sie nicht unter die Haube bringt, zum Vegetiren als Klavier- mamsellen"
— Um einen Begriff von der großartigen Ausdehnung der Anlagen der Firma Friedrich Krupp in Essen zu geben, the len wir mit, daß dieselbe 439 Dampfkessel, 450 Dampfmaschinen von zusammen 18,500 Pferdekrait, 82 Dampfhämmer von 100 bis 50,000 Kg., 21 Walzenstraßen, 1622 Werkzeugmasch nen, 1556 verschiedene Oefin, darunter 14 Hochöfen, 25 Locomotiven und 5 Schraubendampfer von zusammen 78,000 t (ä 20 Ctr.) Tragkraft besitzt. Die Jahresproduction beträgt ungefähr 130,000 t Stahl und 26,000 t Eisen. Die Kruppffche Arbeiterstadt ist bevölkert von beiläufig 15,700 Arbeitern.
— Bei der nunmehr im Freien beginnenden Biersaison sei auf den zersetzenden Einfluß der Sonnenstrahlen auf das Bier aufmerksam gemacht. Dus den Sonnenstrahlen ausgesetzte Bier bekommt nämlich einen bitteren Nachgeschmack und kann für den Magen, zumal einen schwächeren, die nachthelligsten Wirkungen hervorbringen. Um dem vorzubeugen, trinkt man in vielen Gegendeu das Bier aus steinernen Ki ügen, Pokalen rc. (z. B. in Bayern), während wir es vorziehen, dasselbe aus Hellen Flaschen refp. Gläsern zu trinken. Es wäre daher zu wünschen, wenn seitens der Brauereien oder Wrrthschasten die Bier-Consumenten auf diesen Umstand aufmerksam gemacht würden. In Westfalen haben, schon einige Brauereien damit begonnen, indem sie an jeder Flasche das Notabene anbringen: „Vor Sonnenstrahlen zu schützen."
— fEin drolliger Druckfehlers Edmund Höfer, der jüngst in Cannstatt starb, hatte während seiner Schriftsteller-Laufbahn viel unter dem Fluche der Druckfehler zu leiden. „Denken Sie", so erzählte er einem Freunde, „was mir da in einer Novelle passirt, wo ich mich darangemacht hatte, mit allen Farben und Eigenthümlichkeiten einen alten Kirchhof zu schildern. „In der Ecke — sagte ich — hatte ein Hollunder seine zahlreiche Nachkommenschaft herangezogen", und was kriege ich in dem fertigen Buche zu lesen? ... Ein alter „Holländer" grinste mir mit seiner zahlreichen Nachkommenschaft aus der Friedhofsecke entgegen. — So etwas kann blos mir passiren."
— sNachträgliches pon der Berufszählung.) Die Aufnahme hat, wie sich das voraussehen ließ, manche curiose Eintragung ergeben- So suchten rnanche Rentiers, wahrscheinlich aus Angst vor Steuererhöhung, ihre Stellung dadurch zu einer „beschäftigten" zu machen, daß sie sich als „Hausbesitzer" oder „Hauswirthe* eintrugen. Einer brachte es sogar dazu, sich als „Hausverwalter bei sich selbst" einzuzeichnen
„ Pommern
„ Westfalen .
„ Sachsen .
Rheinprovinz . .
Daß einzelne Ehemänner, deren Ehefrauen durch Waschen oder andere Arbeiten die Familie ernähren helfen, ihre Frauen in der Weise eintrugen, daß sie schrieben Hauptberuf: „Wäscherin", Nebenberufungszweig: „Ehefrau", wirft ein mteressantes L-cht auf die sociale Stellung der Frau tn einzelnen Schichten der Bevölkerung. Auch vorsorg liche Väter giebt es in Bersin; so hat ein auf die Zukunft bedachter Vater, ein Kutscher, bet seinem halbjährigen Sohne in die Rubrik Haupiberufszweig die Worte gesetzt: „Kann Schuster werden." Auch „Familienverhältnisse" lernte der Zähler kennen. In einem Bezirk des Nordens sah der Mann, der nicht auf Arbeit gegangen war, etwas übernächtig aus, wahrscheinlich lag ihm der Sonntag noch in den Glievern. Als der Zähler an die Rubrik Hauptberufszweig kam, mischte sich die Frau in das Zählergeschäft, indem sie ausrief: „Schreiben Se man Haupt-Bummler, er ist Nächtens erst wieder um Dreien anjeschliddert jekommen! Jcjen so wat müßte die Polizei inschreiten, schreiben Se's man uff!" Der Mann soll zwar etwas entrüstet ausgesehen, aber keinen Widerspruch gewagt haben.
— Der Baron mit den 83 Hosen wird seit Kurzem an der Berliner Börse ein geadelter Finanzmann genannt und Folgendes weiß das „D Migs.-Bl." als die Genesis dieser Bezeichnung zu berichten: Der Baron sah eines Tages bei seinem Schneider einen neuen, etwas eigcnthümlichen Hosenstoff, der seinen Beifall fand. „Ich möchte davon ein Beinkleid haben," sagte er zu dem Bekleidungskünstler, „aber es wäre mir nicht angenehm, wenn der Nächstbeste dasselbe Beinkleid trüge; haben Sie von dem Stoff schon eins gemacht?" — Der Schneider verneinte. „S e sind der Erste, Herr Baron!" — „Gut, ich will aber auch der Einzige bleiben " — Der Meister lächelte verlegen: „Entschuldigen Sie, Herr Baron, es ist ein ganzes Stück, ich muß sehen, es los zu werden " — „Herr, wie viel Hosen machen Sie daraus?" — Der Schneider sab in feinen Büchern nach — „Dreiundachtzig Stück, Herr Baron!" — „Gut, die nehme ich!" war die entschlossene Antwort des Mannes, der jetzt jedenfalls der Hosenreichste seines Jahrhunderts ist.
— (Die billigste Reife um die Welt.) Ein grelles Streiflicht auf unsere hadervolle Zeit wirit die folgende phantastische Notiz des „Figaro". Das Pariser Blatt schreibt: „Wer b'llig nach Amerika reisen roiQ, werde ein Jude und gehe nach Rußland. Da wird er sofort ausgewiesen und gelangt nach Lemberg, wo der Agent für die sofortige unentgeltliche Weiterreise nach Amerika sorgt. Wem es in Amerika dann nicht gefällt, der verwandelt sich dort in einen Chinesen und kommt sofort nur Kosten einer phllantropischcn Gesellschaft nach China, wo er sich nur für einen Russen auszugeben braucht, um nach Rußland zurück ausgewiesen zu werden. Von dort als Jude abermals nach Oesterreich verjagt, hat er die schönste Reise um die Erde gratis absolvirt"
— Nach einer Mittheilung des Gefängniß-Directors in Washington hat Guiteau sich dort etwa 1300 Dollar gesammelt, wovon allein 800 Dollar durch Autographen. Kürzlich nahm er on einem Sonntage 38 Dollar ein. Auch nur in Amerika möglich!
— (Gutenberg in Straßburg.) Wer kennt nicht die Geschichte vom Junker Johann Gutenberg, der wegen eines Streites der Patrizier mit den Str-aßburger Bürgern seine Vaterstadt Mainz verließ, in Straßburg einen Mainzer Stadtschreiber gefangen nahm, weil ihm die Mainzer die Auszahlung seiner Revenuen verweigerten, dann großmüthig auf das Lösegeld verzichtete und in Straßburg unter Kummer und Noch die Buchdruckerkunst erfand? Diese schöne Erzählung soll jetzt der historischen Forschung zum Opfer fallen. Professor Faulmann hat tn seiner „Jllustrirten Geschichte der Buchdruckerkunst"-dieselbe auf den kritischen Secirtisch gelegt und an der Hand der Actenftücke nachgewiesen, daß es mehr als em n Johann Gutenberg gab, daß somit nicht Alles, was einen Gutenberg betrifft, sich auch auf den Erfinder der Buchdruckerkunst bezieht. Zum besseren Verständniß wollen wir vorausschicken, daß der eigentliche Familienname Gutenberg's Johann Gensfleisch (richtiger Gänsefleisch) ist, welcher sich schon im 14. Jahrhundert in zwei Linien theilte, von denen eine später den Namen „zur Laden", die andere den Namen „Sorgenloch" annahm. Beide Linien hatten im Jahre 1411, als der erste Auszug der Patrizier erfolgte, einen Johann Gcnsfleisch, ober der „zur Laden" war 1419 tobt und dessen Neffe, der 1430 noch nicht mündig mar, weil f<me Mutter für ihn gerichtliche Verträge schloß, führte nach seiner Mutter, Else zu Gutenberg, den Namen Johann Gutenberg und bezog eine kleine Rente von 21 Gulden jährlich; der andere Johann Gensflusch war ein rett er Banquier, der mit dem Erzbischof, nach den noch vorhandenen Urkunden, große Geschäfte machte, viele, Lehen, darunter Gutenbergische, besaß und somit ebenfalls berechtigt war, den Namen Gutenberg zu führen Professor Faulmann folgert nun, daß nicht der Sohn der Else Gutenberg, sondern der reiche Banquier es war, der wegrn rückständiger Revenuen im Betrage von 300 Gulden den Mainzer Stadtschreiber gefangen nahm, während der Erfinocr der Buchdruckeikunst sich um diese Zeit in Mainz befand, wo er eine Urkünde ausstellte Dagegen dürften die Nachrichten der Zeitgenossen, wonach der Et sinder der Buchdruckerkunst tn Straßburg geboren war, richt'g sein, da es sehr wahrscheinlich ist,
Provinz Brandenburg Posen . .
gehört hatte, m einem Kellergewöloe auf ein großes eisernes Gesäß. Sie machten es von allen Seiten frei und zwei Männer waren nur mit großer Mühe im Stande, es on's Tageslicht zu befördern. Als man den Deckel vor dem Unternehmer und allen Arbeitern aushob, blinkten den neugierigen Augen goldene Münzen entgegen, die alle das Bildniß Cail's VI. tiugen. Der Inhalt wurde ausgeschüttet und gewogen; der Schatz war 80 Pfund schwer.
Von der Lahn, 5. Juni. Dieser Tage wurde ein schauerliches Verbrechen gemeldet. Als der Berliner Schnellzug den Tunnel unterhalb Laurenburg passirte, wurde aus dem Zuge die Leiche eines Kindes herausge.DO'.fen und dieselbe bald nachher aufgefunden. Eine schwarze Schürze umhüllte den jungen Körper, das Gesichtchen war mit einem Frauenkragen bedeckt, Berne und Hände auf der Brust zusammengebunden; Spuren am Halse ließen keinen Zweifel darüber, daß man das unschuldige Wesen durch Erdrosselung umgebracht hat. Die Untersuchung soll bereits ergeben haben, daß die Geburt und Ermordung nicht im Coup4, sondern ein'ge Tage vorher ftattgefunden und wäre nur die Fahrt von Berlin nach Coblenz benutzt worden, um die eingepackte Leiche hcrauszuwersen. ,
Aus dem Breisgau, 5. Juni. Nachdem vor etwa 8 Tagen in Offenburg mehrere hundert Hectoliter gemachten Weines auf Anordnung des Gerichts aus dem Keller eines Verurtheilten gepumpt wurden, schreibt beute die Großh. Amtskasse Emmendingen ein gleichfalls sehr beträchtliches Quantum Schmierwein, das in einem Keller zu Riegel lagert, zur Versteigerung aus. Der Wein muß lediglich zur Branntweinbereitung verwendet werden und darf der Käufer weder Wirth noch Weinhändler sein. Der Eigenthümer, bezw- Fabrikant dieses Weines wurde seiner Zeit zu einer Gefängniß- strafe von 4 Wochen und in eine Geldstrafe von 1000 X verurtheilt. Sein Recurs an das Reichsgericht bOeb erfolglos. Die Procedur der Emmendinger Amtskasse ist der der Offenburger jedenfalls vorzuziehen, denn nun hat das Weinschmieren wenigstens das Gute, daß der Staat, der den Wein confiscirt, zu einer unerwarteten Steuer gelangt. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens erwähnt, daß ein Bauer in Offenburg während des vorwöchigen Weinregens seinen Teich mit der Bemerkung zudecken ließ: „Ich laß' meine Fisch nit verrecken!"
Berlin, 9 Juni- 43 Schlangeneier, die von einer zweiten der Hagrnbeck'schen Riesenschlange im Berliner Aquarium gelegt waren, sind gestern Vormittag, zu Rührei zubereitet von einigen zwanzig Reichstags-Abgeordneten, die einer Einladung des Dr. Hermes gefolgt waren, verspeist worden.
— (Sind die Gewitter häufiger ober ist die Blitzgefahr eine größere geworden?) Das ist eine Frage, die besonders wieder durch das neuliche überaus heftig aufgetretene Gew-ttcr auf die Tagesordnung gebracht ist. Es tft durch eine seit Jahren genau gcfüb te Statistik erwiesen, daß in den letzten Jahren eine ganz bedeutende Zunahme der Biii;einschläge stattgefunden hat. Es wurden nämlich nach einer von Dr. Holtz in Grc>s<. walde aufgestellten Tabelle von je einer Million Gebäuden durchschnittlich jährlich durch den Blitzstrahl betroffen, und zwar in den Jahren
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Literarisches.
Nikolaus Lenaus sämmtliche Werke. Mit Biographie, Einleitungen und Anmerkungen. Leipzig, Bibliographisches Institut 2 Bände, 1882.
Bei allen bisher erschienenen Ausgaben der Werke von Nikolaus Lenau wurde es unliebsam empfunden, daß ihnen jede erklärende Anmerkung über die in den Gedichten enthaltenen Beziehungen, meist aber auch eine eingehende Biographie des Dichters fehlte. Wenn diese vorhanden war, wurden darin die Namen der wichtigsten Persönlichkeiten, welche in näherem Verkehr mit Lenau standen, vermißt Besonders unangenehm waren diese Lücken deshalb, weil bas reiche innere Leben Lenaus unb sein unglückliches Geschick beinahe ebensoviel Interesse für den Menschen rare für den Dichter erregten. Es ist überdies eine sehr naheliegende und ebenso gegründete Forderung, daß man wisse, welchen Einflüssen die deutsche Literatur Poesien von so eminentem Werth wie die „Schilflieder" und „Wild verwachsne, dunkle Fichten" zu verdanken habe.
De Lenau-Ausgabe des Bibliogiaphischcn Instituts kommt allen diesen Wünschen in ausreichender Weise entgegen. Die zwei handlichen Bande im Format der übrigen Klassiker dieses Verlags enthalten sämmtliche Werke des Dichters; voraus geht eine ausführliche Lebensbeschreibung, in welcher alle von den bisherigen Biographen sorgfältig und mit überflüssiger Ängstlichkeit geheim gehaltenen Namen gegeben und d-e traurigen Lebensschicksale des Dichters in würdiger Form dargelegt sind. Wo es nöthig, orientiren die Anmerkungen unter d m Text über die Abfassungszeit und etwaige Beziehungen der einzelnen Gedichte und (worauf wir besonders aufmerksam macken möchten) den größern Werken „Faust", „Savonarola" und „Albigenser", sind aussühr- liche Einleitungen beigefügt, welche hmsichtlich der beiden letzten Dichtungen auch über deren gsfchichtsmäßigen Inhalt in möglichster Kürze Hinweise bieten. Wird dadurch eimstheils das Verständniß der Dichtung erleichtert, so wird anderseits das Interesse daran um so mehr erhöht, als die Gewissenhaftigkeit des Dichters in der Festhaltung der historischen Thatsachen so viel deutlicher erhellt. Einen sehr werthvollen Beitrag hat die Ausgabe in einem Anhang erfahren, welcher eine Reihe geistreicher, den Briefen unb Gesprächen Lenaus entnommener Bemerkungen enthält Wir zweifeln nicht, daß b'e Werke des wortgewaltigen Dichters in dieser Gestalt sich zahlreiche neue Freunde erwerben werden.
Lenau bildet enen schätzbaren Zuwachs zu den rühmlichst bekannten Klassiker- Ausgaben des Bibliographischen Instituts in Leipzig, welche sich ebensowohl durch gediegene innere unb äußere Ausstattung als durch Billigkeit auszeichnen. Auch der sehr geschmackvolle Einband verdient hervorgehoben zu werden.
zugeben , „ ,
größer gewordenen Blitzgefahr gelten die fortgesetzte Verwüstung und Niederlegung von Wäldern und Bäumen 'n der Nähe bewohnter Orte (die zahlreichen Spitzen unb Wipfeln bewirkten eine Vertheilung der Eleciricität), ferner unser moderner Häuserbau, der ganz übermäßig unb mehr, wie das srüher geschehen ist, dlitzanzichende Stücke, wie Fahnenstangen, Wetterfahnen rc. anbringt. Es scheint dringend geboten, daß die als Gegenmittel gegen die Gefahr des Blitzschlages geltenden Anordnungen, wie gute Blitzableiter, Beschränkung der Entwaldungen, mehr Anwendung finden möchten, als das bisher, insbesondere von privater Seite, geschahen ist. Unsere Behörden lassen nickt nur sämmtliche öffentliche Gebäude m't Blitzableitern versehen, sondern lassen auch alljährlich durch hervorragende Techniker die Einrichtungen prüfen
St. Ottilien bei Lichtenau, 6.Juni. Hier 'st am letzten Sonntag ein wunderbarer Fall vorgekommen. Dem dortigen Lehrer Müller, welcher nebst emem Kinde während eines Gewitters am offenen Fenster seiner Wohnung stand, fuhr der Blitz in d.e halb offen stehende Weste, sengte etwas das Tuch derselben an der inneren Seite und gmg dann durch das Hosenbein, einen Brandstreifen am Fleisch hinterlassend, wieder in's Freie. Außer der unbebiiitenben Brandwunde und einer cuca viertelstündigen Betäubung Beider hat Herr M. merkwürdiger, aber auch glücklicher Weise
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