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tm Caf4 Schwtnn abzuhaltenden Generalversammlung sein. Hoffen wir, daß alle Mitglieder des Landes-Vereins zur Bildung des Zweig-Vereins ihre Zustimmung geben und daß noch viele andere, welche seither dem Thierschutz-Verein fern gestanden, nunmehr sich thatkraftig an der schönen edlen Sache betheiligen und als Mitglieder des Zweig-VereinS beitreten.
Gießen, 14. Juni. Die Sterblichkeit in unserer Stadt war während der Woche vom 4. bis 10. Juni nicht nur im Vergleiche zu der vorausgegangenen Woche, sondern auch an und für sich eine sehr niedrige. Es waren nur 2 Sterdefälle zu verzeichnen, einmal erfolgte der Tod durch Eitervergiftung, einmal durch Lungenerweiterung. Beide Fälle ereigneten sich bet Frauen. G.
— Ein junger Mensch wurde wegen Diebstahl von einem Paar Stiefel verhaftet.
— Ein Handwerksbursche, der in betrunkenem Zustande bettelte und verhaftet wurde, fühlte sich bei seiner Verhaftung gekränkt, als der betr. Schutzmann ihn fragte, wo er den Schnaps getrunken habe. „Ich habe mich nicht an Schnaps, sondern an Bier voll gesoffen*, erwiderte er.
Vermischte».
Wiesbaden, 7. Juni. Gestern früh starb nach längerer Krankheit der Prediger der hiesigen freireligiösen Gemeinde Herr Carl Hiepe. Geboren 1812 zu Hanau, studirte er in Gießen Theologie; die hiesige Stelle bekleidete der Verstorbene schon seit 30 Jahren.
Baumbach, 5. Juni. Eine Bauersfamilie aus dem Dorfe Schwarzenhasel ließ thr kleines Kind, während sie auf dem Felde arbeitete, im Haus zurück und vergaß wahrscheinlich die Stubenthür zu schließen. Letzteres Versehen sollte sich bitter rächen. Ein Schwein drang durch die Thür in das Zimmer, fraß dem armen Kind ein Ohr und die Finger ab und richtete überhaupt das Würmchen so zu, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Wie ernst mahnt dieser Fall, daß Eltern mehr (Sorgfalt für ihre Kinder haben sollen.
Mannheim, 12. Juni. Ein mit sieben jungen Leuten besetztes Ruderboot eines hiesigen Rudervereins fuhr gestern Nachmittag von hier stromaufwärts auf dem Neckar und es hatten sich die Ruderer trotz der eindringlichsten Warnungen wegen der hoch- gehenden Wellen nicht von dieser Fahrt abhalten lassen. Dieselbe sollte leider eine sehr verhängntßvolle werden. In der Nähe der Freudenheimer Ueberfahrt bekam das Boot Wasser, die Jnsaffen glaubten, dasselbe nicht mehr gegen die Strömung halten zu können und sprangen deshalb zu gleicher Zeit ins Wasser, um sich durch Schwimmen zu retten. Vier von den jungen Leuten gewannen das Ufer, ein weiterer hielt sich an dem Boot fest und wurde von dem Fährmann gerettet, während Fritz Schuppe von hier und Franz Kaser von Appenweier, beide in hiesigen Kaufmanns-Geschäften thätig, sofort ertranken, trotzdem dieselben als gute Schwimmer bekannt waren. Der Fall ist um so bedauerlicher, als beide Ertrunkene die hoffnungsvollen Söhne von Wittwen sind, deren Schmerz um den harten Verlust man sich leicht denken kann. Jedenfalls mag diese unheilvolle Catastrophe eine Warnung fein, mit schwankenden, leichtgebauten Booten bei stürmischem Wetter größere Fahrten zu unternehmen und den beliebten und gern gepflegten Sport zu leichtfertigen Wagnissen zu benützen.
Budapest, 13. Juni. In Werschetz fand ein furchtbares Gewitter statt. Die Brücke stürzte ein, 44 Personen blieben tobt, die Noch und Aufregung ist groß.
— sGesundheitsgefährliches Hutfutter.) Es ist in der letzten Zeit häufig vorgekommen, schreibt ein Berliner Blatt, daß die Träger von neuen Strohhüten von^einem friefelarttgen Ausschlag an der Stirn, soweit sie von dem Hute bedeckt wird, befallen werden, wozu sich auch bald Kopfschmerzen und ein eigenthümlrches Pochen in der Schläfegegend gesellen. Meistens werden diese Krankheits-Erscheinungen der Hitze oder anderen Umständen zugeschrieben, dieselben sind indessen thatsächlich nur daraufzurückzuführen, daß das Futter in den neuen Hüten in diesen Fällen mit Anilinfarben gefärbt war, welche Arsenik enthielten und dadurch den nachtheiligen Einfluß ausübte. Man vergewissere sich also beim Ankauf von neuen Hüten in dieser Beziehung über das Futter der Hüte
Wafferwärme der Lahn.
Am 14. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 1O%° R-, Luftwärme + 9° ft.
L. Ehr. Rübsamen.
~ tEine drollige Antwort.) In einer fashionablen Töchterschule in Detroit fragte die Lehrerin kürzlich, wie viele der Mädchen anwesend seien. Als sie keine ^rorortk erh'-lt, wiederholte sie die Frage, worauf die jüngste Schülerin antwortete: „ES sind achtzehn junge Damen anwesend, die Mädchen sind alle tn der Küche."
~ f®,ne Ordensgeschichte.) ß., ein Offizier a. D- in Twer, erhielt für frühere ftab,enftc einen Orden und sollte dafür an Sporteln 20 Rubel zahlen. L-wies
5 ih" Nicht bezahlen konnte. Der Ol den wurde nun der Äb^faudt mit der Anweisung, denselben an den Mann zu bringen und dafür
20 Rubel emzukassiren. Auch der Polizei gegenüber blieb der Offizier standhaft, ^homCOnKb0(^7 SS ?°2>CCl^rOn' sich den Orden selber kaufen werde, da er in
jebem Caben 7 bis 8 Rubel unb nicht 20, wie bei ber Krone, koste. Die Polizei hat nun höheren Orts angefragt, was mit bem Widerspenstigen zu thun sei.
Mord.) Vor dem Wiener Schwurgerichte stand kürzlich Michael aItZ r?^oIÄ verheiratet, Taglöhner, Vater von brel Kindern, holten, unter der Anklage, er habe am 8. Mai d. I. Morgens in seiner Wohnung der Magd Barbara Lachinger unb seinen ehelichen Kinbern Michael und Maria Haunold tn ber Absicht, dieselben zu tobten unb zwar ber Barbara Lachinger tm tückischen Angriffe an verschiebenen Theilen bes Körpers lebensgefährliche Ver- letzungen beigebracht, woraus bei jeher ber brei vorgenannten Personen ber Tob erfolgte und habe daburch bas Verbrechen bes Mordes begangen. Der Angeklagte ist seiner sicher er noch einen Selbstmordversuch unternommen hat, vollkommen geftänbig unb wurde nach bem Wahrspruche ber Geschworenen zum Tobe burch ben Strang verurtheilt.
~ ~ sDie Ausstellungen in Nürnberg unb in Wien.) Wiener Blätter schreiben: „Die Nürnberger Ausstellung erfreut sich eines außerorbeMlich zahlreichen Besuches. Bis zum Abenb bes 3. Junt würben 89,000 Eintrittskarten beim Eintritte abgegeben unb bte Zahl ber h erbei nicht mitgerechneten Saifonkarten ist schon über 5300. In bem irn Verkehrspavillon befinblichen, mit einer prachtvollen, aus früheren Jahr- hunderten ftammenben Holzvertäfelung geschmückten Lesezimmer liegen beretts 122 Fach- zettschnften unb politische Zeitungen auf." Daran möge sich bas Comite ber inten Z onalen Ausstellung in Wien ein Beispiel nehmen! Die Nürnberger Ausstellung tft lediglich eine Lanbes-Jnbustrie-Ausstellung unb ist erst seit dem 15. Mai eröffnet «"o die Besucherzahl ist bereits eben so groß wie jene der Wiener internationalen Kunstausstellung, die fojon am 1. April eröffnet wurde. Man muß es nur verstehen, eme Ausstellung in Scene zu setzen-
— In Straßburg erscheint eine neue Zeitung, die van Herrn Wurst gedruckt wird; ber finanzielle Direktor heißt Schmutz und die Druckerei liegt auf dem Saumarkt. t I"e tn Dingolfing erscheinende „Jsarzettung" erfährt „aus bester Quelle", der erste Treffer ber Dingolfinger Lotterie mit 60,000 Mark sei bem „Gesangslehrer am Taubstummeninstitute in Straubing", Herrn Mayer, zugefallen. Gesangslehrer am Taubstummeninstitute, bas ist nicht übel.
— Aus dem Familienleben des Khedive verdient hervorgehoben zu werden, daß derselbe auf europäische Art erzogen, nur eine einzige Frau und keine Favoritin besitzt. Seme Muße bringt derselbe ausschließlich im Kreise feiner Gattin unb feiner brei Kinder zu. Der Vicekönig ist von mittlerem Wüchse, trägt einen Hellen Vollbart unb weist eine gewisse äußere Ähnlichkeit mit bem Prinzen von Wales auf.
rr $*”**£* «. M., 14 Juni, Nachmittags' 2 Uhr - Mn. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetherlt burch bas Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Crebitactten 274%, Staatsbahnactien 278%, Galizier 269%, Lombarden 123%, Nord- westbahnactien 175%, Darmstäbter-Bankactien 159, Oberschlesische E.-B.-Act. 246%, Oesterr. Silberrente 65%, 4% Ungar. Golbrente 75, 4% 1880er Russen 69%, 5% 1877r Russen 84"%, 2. Orient-Anleihe 56, Spanier 28%, 5% Rumänische Rente —, 4% Unific. Egypter 66%. Tendenz —.
Oderhess. Eisenbahnen.
Mit dem 1. Juli gelangt der Nachtrag v zum Lokal-Perfonentaris zur Einführung. Derselbe enthält Bestimmungen wegen Beförderung von Krankenpflegern bczw. Krankenpflegerinnen zu ermäßigten Preisen, sowie wegen Fahrpreisermäßigungen bei Schülerausflugen.
Nähere Auskunft hierüber ertheilen sämmtliche Billetexpeditionen.
Gießen, den 9. Juni 1882.
4109 Großh. Direktion.
Betr.: Konkurs über das Vermögen des unbekannt wo abwesenden Krämers Gustav Köhnke von Wieseck.
R e s o 1.
Die Konkursgläubiger des Gustav Köhnke von Wieseck werden zum besonderen Prüsungstermin für die nachträglich angemeldete Forderung des G. Chr. Spruck von Gießen von </& 191.74 auf
Mittwoch den 5. Juli l. I.,
Nachmittags 3 Uhr, vorgeladen.
Gießen, den 11. Juni 1882. 4096
Großherzogliches Amtsgericht.
Langsdorfs.
F. d. A.
Neid hart, Gerichtsschreiber.
Bekanntmachung.
In dem Konkurs über das Vermögen der Auguste Trapp von Gießen ist zur Verhandlung und Beschlußfassung über einen Zwangsvergleich Termin auf den 12. Juli l Js-, Vormittags 11 Uhr, anberaumt. 4097
Gießen, den 12. Juni 1882. Großherzogliches Amtsgericht.
Gebhardt.
F. d. A.
N e i d h a r t, Genchtsschreiber.
Allgemeiner Anzeiger.
Mechanische Schuhfabrik von
K. GRfjNEBAUM
33. 73. Sonnenstrasse 33. 73.
Dem geehrten Publikum diene hierinit zur Nachricht, daß ich von heute ab meine Fabrikate, bestehend in allen Sorten
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3527 Ät Grünebaum.
Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen._______
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Vom 1. Juli ab wird der Zug 712 zwischen Friedberg und Hanau wie folgt befördert: ab Friedberg 412, Assen- heim 429, Erbstadt-Kaichen 447, Helten- bergen-Windecken 56, Bruchköbel 529, Hanau (Nord) 543, Hanau (Ost) an 557 Morgens.
Hannover, den 10. Juni 1882. 4104 König! Eisenbahn-Direktion.
Oeffeutliche Aufforderung.
Ferdinand Wellers Eheleute von Climbach haben laut Hypothek vom 20. September 1860 von Jakob Edel- muth I. von Beuern 300 st. entliehen. Diese Hypothek soll abgetragen, die Obligation aber verloren gegangen sein. Wer nun aus der gedachten Urkunde Rechte herleiten zu können glaubt, wird aufgefordert, solche binnen 6 Wochen, vom Erscheinen dieser Aufforderung an gerechnet, hier geltend zu machen, als sonst Löschung der Hypothek erfolgen wird.
Gießen, den 8. Juni 1882.
Großh. Amtsgericht Gießen. 4098 Lorenz.
Freitag den 16. ös. Mts.,
Nachmittags 2 Uhr, sollen in Flett^s Hofraum bahier
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Gießen, den 14. Juni 1882.
4102 Geißler, Gerichtsvollzieher.
Muffet Dorsch-lebetthrun, fast geruch- und geschmacklos, in Flaschen ä 60 ^, </& 1 und 1.70. 48
Derselbe eisenhaltig 1 Jü pr. Fl.
C. F. Semmler.


