Ausgabe 
11.6.1882 Erstes Blatt
 
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Den 2- Juni.

Den 8 Juni.

13 Mai.

Den 9. Juni.

29. März.

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Wasserwärme der Lahn.

Am 10. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4-14° R-, Luftwärme + 110,0 R.

L. Chr. Rübsamen.

Dem Agenten Wilhelm Mosler ein Sohn, Wilhelm, geboren Dem Schneider Karl Handrich ein Sohn, Karl Christian, geboren Beerdigte.

Den 8. Juni. Margarethe ßemp, geb. Jakob, Ehefrau des Schäfers Georg Lemp, alt 42 Jahre 11 Monate 17 Tage, gestorben den 6. Juni.

Auszug aus den Standesamtsrcgistern des Standesamts Gießen.

Stufgebote.

~ Juni. 3. Steinhauermeister Heinrich Wchner von Geilshausen mit Marie Schäfer, Tochter des veistorbenen Steinhauerme sters Heinrich Schäfer von 'Alt-Buseck. 8. Hülfs- bremser Emil Günther in Gießen mit Luise Hermann, Tochter des Schneiders Wilhelm Hermann von Niederohmen. 9. Metzger Georg Aoolf Emil Karl Schmidt mit Pauline

Sidon:e Elvirc Auguste Schöner, geb. Weber, Ehefrau des Pfarrers Otto Schöner in Katchen, alt 21 Jahre 5 Monate 21 Tage, gestorben den 31. Mai.

Was den zweiten Antrag der reichsländischen Abgeordneten auf Beseitigung des Dictaturparagraphen anbelangt, so ist es sehr fraglich, ob jetzt schon der Zeitpunkt hierzu gekommen ist. Dieser Paragraph ermächtigt bekanntlich den Statthalter, bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit alle zur Abwendung einer solchen Gefahr erforder­lichen Maßregeln zu treffen; die dem Anträge beigegebenen Motive behaupten nun, daß die Elsaß-Lothringer sich während der Zeit ihrer Zugehörigkeit zu Deutschland stets ruhig und friedliebend gezeigt hatten und deßhalb ein Ausnahmegesetz gegen sie unnöthig sei. Wenn man auch ersteres zugeben kann, so ist hiermit doch noch nicht bewiesen, daß der Dictaturparagraph überflüssig erscheint. Niemand, der mit den Verhältnissen und der Stimmung in gewissen elsässischen Kreisen nur einigermaßen vertraut ist, wird leugnen, daß das einstweilige Wciterbestehen des Dictaturparagraphen in den Reichslanden als ein Gebot der Nothwendigkeit erscheint und die Regierung würde sicherlich ein gefährliches Experiment bcaehen, wenn sie in die Aufhebung dieses Ausnahmegesetzes willigen wollte, das gerade dazu beigetragen hat, die Ordnung und Ruhe in den Reichslanden aufrecht zu erhalten. Es kann indessen schon jetzt als gewiß gelten, daß man an leitender Stelle in Berlin weder diesem noch dem ersterwähnten Anträge Folge zu geben geneigt ist und auch im Reichstage wird sich hierfür keine Majorität finden. Die einzigen Parteien, bei denen die elsaß-lothringischen Abge­ordneten auf volle Sympathie für ihre Anträge rechnen können, die polnische Fraction und die Solialdemokraten, sind viel zu schwach, als daß sie ihren Einfluß zu Gunsten dieser Anträge in bemerkenswerther Weise geltend machen könnten und wenn einzelne Centrumsmitglieder den beiden Anträgen durch ihre Unterschrift ihre Unterstützung verliehen haben, so ist hiermit noch nicht gesagt, daß auch das Gros dieser Partei für die reichsländischen Forderungen stimmen würde. Jedenfalls werden sich aber die con- servativen, wie die liberalen Parteien diesen Anträgen gegenüber ablehnend verhalten, womit das Schicksal derselben besiegelt erscheint.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 3. Juni. Friedrich August Wilhelm Julius Klingelhöffer, Secondelieutenant und Regiments-Adrutant im II. Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 116 in Gießen ®teuS &eÄat,n Sd,Ufter' tW)t lcbi8e Achter des verstorbenen w Den 4. Juni. Christian Karl Reinhardt, Gelbgießer zu Gießen und Ernstine Auguste Fricke des verstorbenen Schreinermeisters Johann Ernst Heinrich August Fi icke in Gießen eheliche ledige Tochter. u

Getaufte.

o c Den 4. Juni. Dem Großh. Staatsanwalt Ludwig Friedrich Jöckel eine Tochter, Luise Caroline Victoria, geboren den 9. April.

Denselben. Dem Lackirer Christoph Schmidt ein Sohn, Wilhelm Christoph geboren den 19. Mai. v 1

Denselben. Dem Pumpenmacher Jakob Puth eine Tochter, Emilie Antonie, geboren den 24. April. *

Noll, Tochter des verstorbenen Oeconomen Konrad Noll von Gießen. 9. Schmied Johannes Kohler von Heidelbach mit Anna Marte Bücking, Tochter des Arbeiters Johannes Bücking VII. von Alsfeld. 1

cv . o _ c Eheschließungen.

c D" Seconde-Lieutenant uno Regiments-Avjutant im II. Großh. ^E^?^°"^neMeg ment Nr. 116 Friedrich August Wilhelm Julius Klingel- mit Emma Hielte Kathanne Schuster, Tochter des verstorbenen Steuerraths Auvull^^ G'eßen. 4. Gelbgießer Christian Karl Reinhardt mit Ernstine ÄS! Ä* ' verstorbenen Schreinermeisters Johann Ernst Heinrich

ÄlLuf rfe D£no®Ä J ^^Eh-erarzt Ludwig Johann Heinrich Emil Kroll von Eb°rh°rdP,p7'v°n be8 »«ftorbenen Wirths Karl Theodor

Geborene.

; Nicolaus Keßler von Oberursel eine Tochter. 28. Dem

NbL°'better Friedrich Paul eine Tochter, Elisabethe Katharine Bertha Wilhelmine. 29. Dem Dreher Ernst Moos ein Sohn, Emil Heinrich. 31. Dem Bremser Heinrich Ti, D^odor. Juni. 1. Em Sohn von auswärts. 2. Dem Kaufmann Heinrich Wilhelm Lang eine Tochter. 2. Ein Sohn von auswärts, Leo. 2. Eine ßhHfttnnD0G QUgAävtß3 2)601 Taglöhner Christian Eckhardt ein Sohn, dn SnBn^r?' Ine Tochter von auswärts. 6. Dem Heizer Johannes Schaum ein Sohn, Georg. 7. Ein Sohn von hier.

- Gestorbene.

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gestellt werden, ob sie sich auch fernerhin durch Abgeordnete vertreten lasst die bei ihrer Uickenntniß der deutschen Sprache zu stetem Schweigen bei d. ausschuß-Verhandlungen verurtheilt wären.

Handel und Verkehr.

Gießen, 10. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X 0.800.90, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 H, Enteneier per Stück b7 Gänseeier per Stück 0 H, Käse per St. 510 Kasematte per Stück 3

Crbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 7090 H, Hühner per Stück .al 1.201.50, Hahnen per Stück X 1.301.70, Enten per Stück X 2.002.50, Ochsenfleisch per Pfund 646v H, Kuh- und Rindfleisch 5456 Kalbfleisch 44 bis

50 4/ Schweinefleisch 6264 Hammelfleisch 6070 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.001.50, Zwiebeln per Gentner X 1518, Milch per Liter 1618 H, Kirschen per Pfund 50

Frankfurt a. M., 10. Juni, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Miigethrilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2795/«, Staatsbabnactien 282^ g, Galizier 271 >/r, Lombarden, Nord- westbahnactien 1773/4, Darmstädter-Bankactien 160, &, Oberschlesische E.-B.-Act. 2483/g, Oesterr. Silberrente 65 4% Ungar. Gotdrente, 4% 1880er Russen 683/4,

5°,'o 1877r Russen, 2. Orient-Anleibe 559/1fi, Spanier 29, 5% Rumänische Rente, 4% Unific. Egypter 70tl/<6» Tendenz besser.

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r Anzeiger.

Arbettsnergebung.

Die zur Erbauung einer Festhalle rc. für das am 6., 7. und 8. August stattfindende Schützenfest nöthigen Zimmerarbeiten sind zu vergeben. Plan, Kostenvoranschlag und Bedingungen können bei Bautechniker Huhn vom 12* bis 15. Juni eingesehen werden.

4017____________________________Das Bau- und Decorations-Comite.

Laute Anfrage.

Wie ist es möglich, daß in der heißen Sommerzeit das Wasser im Schoorgraben so. verringert wird, daß der darin befindliche Schlamm zu Tag tritt und durch seine Verdunstung und den folgeweise eintretenden pestilenzialischen Gestank den von der Kommune Gießen so hoch besteuerten Einwohnern nicht blos die Annehmlichkeit des Spazier-Ganges um die Schoor resp. Anlage, son­dern mit der guten Luft geradezu die Gesundheit entzieht? Welche Behörden sind zur Abstellung dieses für eine Stadt von der Bedeutung Gießens unwür­digen Mißstandes, der kaum in einem Dorf vorkommen dürste, berufen?

Ist es richtig, daß es zur Beseitigung genügen würde, die Schleuße an dem das Lahnwasser in die Stadt einführenden Graben etwas mehr auf­zuziehen ?_______________________________________________________4023

Zur gefl. Beachtung.

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Arbeitsversteigerung.

Donnerstag den 15 d M, Nach- rnittags 2 Uhr, sollen in dem Rath­haussaale zu Hausen nachstehende Arbeiten wenigstfordernd in Accord ge­geben werden:

Weißbinderarbeiten an den Pfarrge­bäuden, veranschl. zu . x. 33

Maurerarbeit an der Schulscheuer, veranschl. zu . ... X 49.72

Zimmerarbeit, veranschl. zu X 43.05 Pflasterarbeitslohn in Ortsstraßen, ver­

anschlagt zu . ... X. 35. Hausen, den 10. Juni 1882. 4034

Großh. Bürgermeisterei Hausen.

I. A.:

Seuling, Bezirksbauaufseher.

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Lit. E. II3.