errungen! , r
— Aus Metz schreibt man der „Straßb. Poft": Von dem massenhaften Vor kommen der Kreuzottern in diesem Jahre, kann man sich eine ungefähre Vorstellung machen, wenn man vernimmt, datz der hiesigen Kreisdirection seit dem 26. August nicht weniger als 374 dieser Thiere abgeliefert worden sind. Wie sehr lohnend der Otternfang übrigens sein kann, geht daraus hervor, daß ein Einwohner in Gorze an demselben Tage 140 und am folgenden bereits wiederum 174 getodtete Schlangen nach Metz brachte und von dem Kreisdirector die ausgesetzte Belohnung von 3 «X für jedes Thier, im Ganzen also 942 JL Belohnung erhielt
— Mit Beginn der längeren Abende tritt nunmehr dir Petroleumlampe, die in den meisten Haushaltungen während der Sommermonate außer Gebrauch gesetzt wird, wieder in Thätigkeit- In Veranlassung des Umstandes nun, daß die meisten Petroleumlampenexplosionen bet der Wiederbenutzung längere Zeit außer Gebrauch gesetzter Lampen entstehen, unterlassen wir nicht, die Hausfrauen darauf aufmerkam zu machen, vor der Wiederbenutzung der Lampen das in denselben befindliche alte Petroleum wegzugießen, auch den alten, inzwischen filzig gewordenen Docht durch neuen zu ersetzen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, eine Explosion herbeizuführen-
— Fräulein Bertha v. Rothschild aus Frankfurt, welche sich am 7. ds. in Parts mit dem Fürsten Alexander von Wagram vermählte (eine ihrer Schwestern hatte den Herzog von Gramont, den Sohn des Ministers Napoleon's HL, geheirathet), hat am 2. September in der Kirche Saint Pierre der Vorstadt Chatllot die Taufe empfangen; als Pathen dienten ihr der Herzog und die Herzogin von Gramont. Bevor der Pfarrer ihr die Taufe erthetlte, ließ er sie eine Erklärung unterzeichnen, in welcher sie ausdrücklich und in aller Form den jüdischen Glauben abschwört, was sie unter Thränen that- Am 4- September hat Fräulein von Rothschild, die in der Taufe die Namen Bertha und Marie empfing, in der erzbischöflichen Capelle das Abendmahl genommen und von dem Cardinal-Erzbischof von Paris d>e Confirmation empfangen. Der Fürst von Wagram ist schon ein Fünfziger; er hat nie eine öffentliche Rolle gespielt, sondern sich nur mit der Verwaltung seines sehr bedeutenden Vermögens beschäftigt.
Salzbergen, 31. August. Salzbergen in Hannover wird seit einiger Zeit durch einen Spuk in Aufregung versetzt. Eine junge Bauernmagd sieht sich nämlich von einem vor acht Jahren verstorbenen Besitzer des Gutes begleitet- Er klagt ihr, daß er nicht zur Ruhe kommen könne, weil er bei Lebzeiten eine Schuld unbezahlt gelassen und seine Dienstboten um Leinen betrogen habe. Andere Bewohner sahen den Spuk nicht und verlachten deshalb die Magd- Eines Abends erschien ihr der Geist wieder auf dem Hofe. Sie sagte ihm, daß man ihr keinen Glauben schenke und an seinem Vorhandensein zweifle, so lange er nicht ein Zeichen gebe. Da gebot er ihr, ihm ein Tuch entgegenzuhalten. Sie hielt ihm ihr Halstuch ausgebreitet hin und — brach ohnmächtig zusammen. Die herbeieilenden Hausbewohner fanden sie in Krämpfen liegend. Das Tuch, welches neben ihr lag, zeigte in einer ausgesengten Stelle die Umrisse einer großen Menschenhand. Entsetzen ergriff die Umstehenden, zähneklappernd trugen sie die Magd ins Haus zurück, wo sie sich erst nach längerer Zeit erholte. Das Tuch aber liegt zur Ansicht Aller auf dem Bauernhöfe aus und schaarenweise ziehen die biederen Landleule hinaus, um das Wunder zu sehen. Nur wenige zweifeln an der Wahrheit der Historie und diese wenige werden durch die Zahl der Gläubigen mundtodt gemacht und müssen wohl oder Übel angesichts des ausgebreiteten Tuches und der thatiächlich leidenden Magd an den Spuk glauben. Es ist so weit gekommen, daß die Frauen und Kinder im Orte bei eintretender Dunkelheit vom Gruseln befallen werden. — Nachdem die Behörde den Geist und seine Motive entlarvt haben wird, werden wir darauf zurückkommen.
— sDes Guten zu viel.j Ein Pariser Feuilletonist erzählt: Als ich gestern im Restaurant eben im Begriffe stand, ein Stück Roquefortkäse abzuschneiden, welches vortrefflich schien und schon ziemlich belebt war, stürzte plötzlich mein Tischnachbar auf mich los, reißt mir den Teller aus der Hand und ruft im indignirtesten Tone: Halt, mein Herr! Diesen Käse werden Sie nicht in meiner Gegenwart verzehren!" 1 „Ja, warum denn nicht?" „Ich bin Mitglied des Thierschutzvereins!"
Weinsheim, Mitglied der Tabaks-Enquete-Commission. Ferner haben die..Herren Direclor Göthe, Geisenheim und Generalsecretair Müller, Hof Geisberg Beiträge von
uom rsrotzoerzogl. zcreisryierarzr L-r. ty- vi<. awuuiuui; uhu uuu< uu
ihre rationelle Cultur von Professor Dr. Eisbein, der Tabakbau nebst einer objektiven „Halt, mein Herr! Darstellung der gegenwärtigen Besteuerung des Tabaks von Hch. Förster sen. in 1 „I" warum denn
Vermischtes.
— Wie wir von befreundeter Seite erfahren, bat sich der Ausschuß des land- wirthschaftlichen Versicherungs Verbandes „Mittelrhein" in Anbetracht der freundlichen und engen Beziehungen zur hessischen Landwtrthschaft und des dem Verbände von derselben in so reichem Maße entgegengebrachten Vertrauens veranlaßt gesehen, der Allgemeinen landwirthschastlichen Landesausstellung in Darmstadt zur Stiftung eines Ehrenpreises den Betrag von 500 JL zur Verfügung zu stellen. _
Gleichzeitig hat der Ausschuß, wie wir hören, die Jahrgange 1878-1882 des in seinem Auftrage herausgegebenen Mittelrhetnischen Perbandskalenders zur Ausstellung
allgemeinem Interesse zugesagt.
Mainz, 3. September. Wie bereits gemeldet, hat sich hier gestern Abend um 6 Uhr in der Schusterstraße in dem Hause des Herrn Säcklermeifter Stein ein sehr bedauernswerther Unglücksfall zugetragen. Um diese Zeii erfolgte plötzlich in dem Hause eine furchtbare Detonation und aus der halb geöffneten Hausthüre schlug einen Augenblick eine mächtige Flamme, die sich über die ganze Breite der Straße hinwälzte, gleich darauf stürzten aber auch schon zwei vollständig in Flammen gehüllte Menschen — eine Frau und ein Mann — jammernd und weinend auf die Straße. Ein Schutzmann, der in der Räbe stand, eilte sofort aus die brennende Frau zu und mit dieser Hilfe und durch das Beispringen anderer Leute gelang es rasch, das Feuer an der Frau zu ersticken; auch dem Mann, der auf das Stadthaus zugeeilt war, wurde schleunigst die nöthige Hülfe zu Theil. Der Zustand der beiden unglücklichen Menschen war aber ein schrecklicher; von dem Gesicht, den Armen und Beinen hing die verbrannte Haut in Fetzen herunter, dem Mann waren die Haare vollständig abgebrannt und an einzelnen Stellen des Körpers waren die Knochen bloßgelegt; es war ein schrecklicher, dejammernswerther Anblick und wurden die beiden bedenklich verbrannten Personen sofort in das Hospital ausgenommen. Die aus dem Hause hervorschlagende Flamme war so heftig, daß ein während der Katastrophe an dem Hause vorübergehendes Pferd auf der einen Seite vollständig angebrannt wurde. Durch die Erschütterung wurde sowohl in diesem, als in dem nebenan gelegenen Hause eine Anzahl Scheiben zertrümmert, auch wurde noch sonstiger Schaden angerichtet. Heber idte Ursache der Explosion ist durch die Untersuchungsbehörde und durch Fachleute Bestimmtes noch nicht ermittelt worden. Zuerst wurde die Mitlheilung verbreitet, es sei ein in dem Keller befindlicher kleiner Vorrath von Benzin explodirt; die Untersuchung hat indessen constatirt, daß das in dem Keller befindliche Benzin von dem Vorfall gar nicht berührt wurde, dasselbe fand sich ca. 30-40 Fuß von der Stelle, wo die Explosion erfolgte, in einem Lattenverschlag des Kellers unversehrt vor. Constatirt wurde bis jcht, daß die zwei Personen, welche beauftragt worden waren, eine Anzahl Weine in Flaschen in den Keller zu tragen, ein brennendes Licht bet sich hatten- Auf der Treppe schon, noch ehe die Leute vollständig im Keller waren, erfolgte plötzlich die Entzündung und die Detonation, und brennend stürzten die zwei Personen auf die Straße. Noch gestern Abend wurden durch die Gasgesellschaft und unter polizeilicher Aufsicht Nachforschungen gehalten, da die Explosion möglicherweise durch ausgeströmtes Leuchtgas entstanden sein konnte; doch wurden, soweit die Nachforschungen gehalten wurden, keine befecten Gasrohre vorgefunden. Bet den weiter heute in dem Keller vorgenommenen Untersuchungen stießen die Arbeitsleute unter der Kellertreppe auf einen Brunnenschacht, von dessen Existenz bis jetzt Niemand etwas gewußt hatte; nun glaubt man, daß aus diesem Brunnen entzündbare Gase aufgestiegen, welche die Katastrophe veranlaßt hätten- Gewißheit darüb r ist indessen noch nicht erlangt worden. Die Untersuchung ist eifrig bemüht, der wahren Ursache auf den Grund zu kommen-
Paris, 6. September. (Privattelegramm der „Franks. Ztg." von Edison's elektrischer Beleuchtungs-Gesellschaft.) Eine eben eingetroffene Depesche aus Newyork von heute meldet: Edison's Centralstation hat Nachts auf 6 Meilen Leitung die elektrische Beleuchtung begonnen und zwar in 100 Gebäuden, mit je drei bis hundert Lampen, welche rund um die Centralstation auf Entfernung bis zu 1000 Meter liegen- Täglich werden 10—20 Gebäude neu hinzugefügt. Alle Abonnenten können ihr Licht Tag und Nacht ohne Unterbrechung haben und zahlen den gleichen Preis wie für Gas. Die Newyorker Morgenblätter berichten überaus anerkennend. Der „Herald" schreibt: „In den Läden und Geschäftshäusern wurde gestern mit einer ungewohnten Beleuchtung begonnen- Edison's Glühlampen functionlrten zum ersten Male zur Beleuchtung des ersten Districts. Das Resultat war ein eminent befriedigendes- Der leuchtende Kohlenfaden that seine Schuldigkeit in glänzender Weise." Die „Times" sagt: „Edison's Riesendynamos haben gestern Nachmittag um drei Uhr angefangen zu arbeiten unb werben fortfahren in alle Ewigkeit, wenn sie nicht ein Erbbeben zerstört. Das Licht ist glänzender als Gas und hundertfach beständiger. 27 Lampen in unseren Rebactions- fälen und 25 in den Übrigen Lokalitäten beleuchteten die Räume taghell ohne jeben unangenehmen Reflex. Wir haben 4 Stunden unter dem Licht gearbeitet, ohne zu bemerken, daß es künstliches war. Es ist sanft, dem Auge angenehm, flackert nicht und entwickelt keine Hitze. Es wurde von Leuten erprobt, deren Augen durch Jahre lange Nachtarbeiten angegriffen sind und welche die guten und schlechten Seiten des Lichtes beurteilen können, und alle lobten einstimmig das Ebison'sche Licht, besonders im Vergleich zum Gas." Alle anderen Blätter sprechen von dem Ereigniß in ähnlichem Ton- Edison hat jedenfalls mit dieser Centralstation einen glänzenden Triumph
angemeldet.
Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht versäumen, darauf aufmerksam zu machen, daß der Jahrgang 1883 dieses von den Landwirthen stets mit Spannung erwarteten Kalenders etwa bis Mitte October zur Ausgabe gelangen dürfte und u A. folgende interessante Aufsätze aus bewährten Federn bringen wirb: Die Entschadigungsfrage im Viehseuchengesetz vom Großberzogl. Kreisthierarzt Dr. G. Schäfer, bie Zuckerrübe unb
t nfener Erträum ausschließlich mit Schafen beloben. Vom Zugspersonal fvnbtobt: c 11 L;nmhrlr%nainaer Bremser Jahn, beibe aus Nürnberg, Bremser Röst von
’ ÄJ»Sift' sSittinb!« Fntsch aus Manügay. fcerfelbe wurde ?'£ SuSltal verbracht. 500 Schase sind getödtet, 15 Wagen jerttümmert. V°n hier ging svsvrt ein Rettungszug mit Bahnarzt und V-rbandsmat-rtal ab. Außerdem finb einige ^""'u^^oK^Bahnhose Jphos-n wirb amtlich mitgetheilt, kn6 Sn8 Unaiüd IN sfolae falscher Weichenstellung herdetgesührt wurde. Der verunglückte Zug war ein reiner Güterzug mit großen Schastransporten. Ueber 300 Schafe wurden sofort getödtet, während 200 Stück in den Wagen eingekeilt verletzt liegen und getobtet^werden "r^een^eronla(fun8 ber Entgleisung war die unbefugt- O-ffnung des »um Auslad-gel-is- führenden Wechsels durch einen Bahnarb-it-r. Der Extrazug, welcher Mit vollem Dampfe die Station passiren wollte, fuhr in Folge dessen auf die V Hausladerampe. Von den 24 Wagen sind 15 total zertrümmert, zu dreien und vieren üb-r-inavdergethürmt. ein furchtbares Chaos. Die G-tobteten waren nur noch formlose Massen. Der Schafhänbler Fritsch würbe hier einer doppelten Amputation unterzogen. Heber 800 Schafe finb getöbtet. „ . , . ,
Würilmra, 7. September. Nach weiterer Melbung sind bei ber Entgleisung bes Güterzugs auf ber Station Iphofen nicht 5, sonbern 9 Personen verwnnbet worben, 17 Wagen sind gänzlich zertrümmert, gegen 600 Stück Schafe wurden gelobtet ober verlebt
London, 7. Septbr. Der „Times" wird aus Paris vom 6. ds. gemeldet: Gerüchtweise verlautet, England und die Türkei hätten gleichzeitig mit der Militär-Convention einen geheimen Vertrag über die Neorganisation der Verwaltung Egyptens nach der völligen Niederwerfung Arabi Paschas unterzeichnet. „, . ... „ .
— Ein Telegramm des Generals Wolseley aus Jsmacka vom 6. ds. meldet: Die feindliche Kavallerie unternahm heute eine Recognoscirung gegen die Stellung der Engländer in Kaffassin. Es kam zu einem Gewehrseuer, bei welchem Capitän Holland an der Schulter leicht verwundet wurde.
Konstantinopel, 7. September. Wie verlautet, hat Lorb Dufferin die Militar- convention zunächst paraphirt unb ad referendum genommen, weil er von bem gestern veröffentlichten Wortlaute ber Proclamation. welcher von bem ursprünglich ihm mit: geteilten abweicht, nicht früher Kenntniß erhalten hatte Saib Pascha ßwg in Folge besten nach Therapia, um Aufklärungen zu geben. Die Vorbehalte der türkischen Bevollmächtigten, welche die Convention gleichfalls paraphirten und ad referendum nahmen, betreffen den Art. 2 ber Convention, welcher Bestimmungen bezüglich bes Ortes trifft, an welchen sich bie türkischen Truppen begeben sollen._____________________
Die antideutschen Demonstrationen in Paris.
Die beutsche und die französische Presse waren einige Tage in großer gegen- feiliger Erbitterung wegen der gegen den deutschen Turnverein in Parts gerichteten Demonstrationen ber sogenannten „Ligue Patriotique". Die unliebsamen Vorfälle sinb im Einzelnen von allen Blättern berichtet worben. Die Quintessenz bes Ganzen ist, baß bie Franzosen burch ben Verlauf ber egyptischen Krisis außerorbentlich erregt sinb unb baß biefe Erregung sich hauptsächlich gegen Deutschland wendet. Viele sind der Meinung, daß die mehr ober weniger passive Rolle, bie Frankreich tn ber egyptischen Frage spielt, ihm burch ben beutschen Reichskanzler auferlegt sei, einerlei, ob berfelbe birect ober mbtrect ein actives Eingreifen Frankreichs in Egypten verhindert ober ob nur bie allgemeine Besorgniß ber Franzosen vor einer beutschen Invasion, es denselben nahe gelegt habe, auf jedes auswärtige Abenteuer zu verzichten. Die sogenannte „Liane Patriotique", welche aus Leuten besteht, bie bewußt ober unbewußt aus die Revanchc-Jbeen ber Franzosen fpecultren, benutzte einen ihr günstig scheinenden Anlaß, um bie herrschenbe Verstimmung auf bie friedlichen Deutschen abzulenken, welche tn Paris unter theilweise schwierigen Verhältnissen ihr Brot zu oerbtenen suchen. Es ist tbr geglückt, ben harmlosen beutschen Turnverein aus seinem Locale zu oertretben unb barin selbst bas chauvinistische Banner aufzupflanzen. Eine Reihe ber weniger einflußreichen Pariser Blätter hat diese Gelegenheit zu einer Art von Deutschenhetze ausgenutzt.Deufschland man auf diese Hetzereien die Antwort nicht schuldig geblieben, bat jedoch im Großen und Ganzen eine Diel nüchterne Haltung bewahrt, als in ähnlichen früheren Fällen. Man hat sich erinnert, daß es nicht das erste Mal H daß derartige Dinge in Frankreich Vorkommen. So wurde z. B. ganz kurz nach dem Kriege, als die Deutschen noch Dijon occupirt hielten, in Lyon eine ähnliche Deutschenhetze in Scene gesetzt. Es wurde dort ein eigens diesem Zwecke gewidmetes Blatt herausgegeben, „l'Anti-Prussien", der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, alle Deutschen aus Frankreich zu verdrängen, die deutschen Industriellen, welche in Frankreich für ihre Erzeugnisse Absatz fanden, und die Franzosen, welche bei ihnen kauften, zu benunctren. Damals gelang es bem Einflüsse einiger Deutschen und Franzosen, die Herausgeber des Hetzblattes zu veranlassen, ihr sauberes Preßerzeugniß eingehen zu lassen, und bald war bie ganze Geschichte vergessen. Aehnlich wirb es hoffentlich ben jetzigen Hetzereien ber sogenannten Patriotenliga ergehen Die Hauptsache ist, baß ber deutsche Turnverein unb überhaupt die Deutschen tn Paris in der ganzen Angelegenheit durchaus correct gehandelt .haben. Nicht ber kleinste Vorwurf der Provocation konnte ihnen gemacht werben. Dies ist von den größten einflußreichsten Pariser Blättern ausdrücklich anerkannt worden.
Hns Deutschen ziemt es jetzt, im Gefühle unserer Stärke die ganze Angelegenheit recht kühl zu behandeln unb unsererseits keinen Anlaß zur Schürung ber Zwietracht zwischen Franzosen unb Deutschen zu geben. Mögen bie Herren Deroulddes unb Genossen, welche aus bem Deutschenhaß Capital schlagen wollen, fortfahren, sich lächerlich zu machen, inbem sie anstatt eines Eroberungszuges am Nil einen solchen gegen bie Bibliothek eines deutschen Turnvereins unternehmen. Dieses Häuflein extremer Chauvinisten ist nicht Paris und Paris ist nicht Frankreich. Sowohl die französische Regierung, als die Volksvertretung haben durch ihre Haltung in der letzten Zeit gezeigt, daß sie großen Werth darauf legen, die guten Beziehungen zu Deutschland zu erhalten und auch seitens der Reichsregierung ist nichts geschehen, woraus gedeutet werden könnte, daß man sich durch das nahezu kindische Gebühren der Helden der Rue St. Marc irgendwie hätte beeinflussen lassen- Wenn auch bei uns einzelne Chauvinisten geglaubt haben, durch diese Affaire irgend eine Gegendemonstration hervor- zurufen. so haben sie sich gründlich getäuscht. Die zahlreichen Franzosen, die sich in Deutschland zu ähnlichen Zwecken oder zu ihrer Ausbildung aufhalten, wie die Deutschen in Paris werden auch fernerhin ebenso unbehelligt bleiben, als bisher. Deutschland wird niemals den einzelnen friedlichen Bürger entgelten lassen, was es etwa mit einer fremden Nation auszufechten haben sollte. In Frankreich wird man ebenso sehr bald einsehen daß die in Paris lebenden Deutschen sehr unschuldig sind an bem, was auf ber Con'ferenz ber Großmächte in Theravia passirt oder nicht passirt ist. Vielleicht werden die Franzosen sich sogar eines Tages überzeugen, daß sie gut daran gethan haben, nicht an den Lorbeeren eines egyptischen Feldmgs theilzunehmen. Dann wird auch die wahre Hrsache deS gegenwärtigen Lärms beseitigt sein.(F. Z.)
Es ist auffi F.Mrifl zur Fei ben mit ber Verd! Nvrdeck zur Rabei
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