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Nr. 137. Zweites Blatt. Sonntag den 9. Juli 1882.
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Wochenschau.
Gießen, 8. Juli.
Die Kur unseres Kaisers in Ems neigt sich ihrem Ende zu, da er am 13. Juli auf der Insel Mainau erwartet wird, wo der Aufenthalt etwa acht Tage dauern wird. Der Kaiser gedenkt sich sodann, wie bereits bekannt, nach Bad Gastein zu begeben, womit seine üblichen Badereisen für dieses Jahr ihr Ende erreicht haben würden. Ueber die geplante Begegnung mit dem Kaiser von Oesterreich in Gastein verlautet noch nichts Positiveres, doch wird versichert, daß, falls die Zusammenkunft noch stattfinden sollte, die Politik den Bestrebungen zwischen beiden Herrschern fern bleiben würde.
Der Waffenstillstand zwischen der preußischen Regierung und dem Centrum resp. der Kurie scheint wieder abgelaufen zu sein. In einer ihrer letzten Nummern veröffentlicht die officiöse „Nordd. Allg. Ztg." einen scharfen Artikel gegen das Centrum und die Kurie. In dem Artikel ist gesagt, es sei jetzt an der Kurie, entgegenzukommen, zumal sie nach Eröffnungen der preußischen Regierung wisse, daß niemals die Begnadigung der abgesetzten Bischöfe Ledochowski und Melchers erfolgen werde. Gerade aber die Zurückberufung der abgesetzten preußischen Bischöfe bildet eine der Hauptforderungen im Lager der Ultramontanen und eine der wesentlichsten Vorbedingungen, welche die Negierung erfüllen soll, ehe man sich im Centrum geneigt zeigt, die Negierung weiter zu „unterstützen." Der erwähnte Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." kommt aber einem Absagebrief an Centrum und Kurie gleich, welcher das fernere Zusammengehen zwischen Regierung und Centrum, vorläufig wenigstens, aufhebt und auch die Fortsetzung der Unterhandlungen zwischen Preußen und der römischen Kurie in unabsehbare Ferne schiebt.
Die Rede, welche Herr v. Bennigsen auf dem nationalliberalen Parteitage in Köln gehalten hat, wird von den auf gemäßigt liberalem oder gemäßigt conservativem Standpunkte stehenden Blättern im Allgemeinen mit Zustimmung ausgenommen. Man betont hierbei, daß ein Zusammengehen der gemäßigten Elemente auf liberaler wie auf conservativer Seite nur natürlich sei, da nur hierdurch die Abwehr gegen das Anstürmen der radikalen Elemente von rechts und links Aussicht auf Erfolge habe. Indessen zeigt man sich auf sreiconservativer Seite noch nicht frei von Mißtrauen gegen die Nationalliberalen , man will hier erst „Thaten" sehen, ehe man an die Aufrichtigkeit der gemäßigt Liberalen bezüglich eines Zusammengehens mit den Freiconserva- tiven glaubt. Als Beweis dieser Aufrichtigkeit fordert die „Weimar'sche Ztg.", daß sich die Nationalliberalen überall da, wo sich entschieden Liberale und Frei- conservative gegenüberstehen, aus die Seite der letzteren stellen. Die Wahlen zum preußischen Landtage werden zeigen, ob diese Aufforderung bei den Nationalliberalen auf guten Boden gefallen ist.
Der Oberbürgermeister Berlins, Herr v. Forckenbeck, hat die an ihn ergangene Einladung zur Theilnahme an der Einweihung des neuen Pariser Stadthauses unter Hinweis auf seinen Gesundheitszustand abgelehnt. Da bei der erwähnten Feier sicher Worte gesprochen werden, welche das Oberhaupt der deutschen Reichshauptstadt unmöglich hören darf und will, so ist der ablehnende Bescheid des Herrn v. Forckenbeck nur mit Genugthuung zu begrüßen.
In Oesterreich beschäftigt man sich eifrigst mit der vom Reichskriegsminister geplanten durchgreifenden Reorganisation des österreichisch-ungarischen Heeres. Das Geheimniß der Erfolge der preußisch-deutschen Waffen in den Kriegen 1864, 1866 und 1870 glaubt man österreichischerseits zum guten Theile auf die in Preußen nun schon seit einem halben Jahrhundert bestehenden Ter- ritorial-Armee-Corps-Bezirke zurückführen zu müssen und es soll deshalb auch in Oesterreich eine gleiche Einrichtung geschaffen werden. Es ist gewiß, daß eine Territorial-Mntheilung eine schnelle Mobilisirung entschieden begünstigt, ganz abgesehen von den andern Vortheilen ,. welche diese Einrichtung noch bietet. Ob aber dieselbe sich in Oesterreich so ohne Weiteres wird durchführen lassen, erscheint sehr fraglich, denn gerade hier erscheint das Heer als der letzte Pfeller der Reichseinheit. Jedenfalls wird die österreichische Regierung bei Einführung der Territorial-Armee-Corps-Bezirke noch besondere Vorsichtsmaßregeln treffen müssen, wenn sie nicht will, daß die nationalen Leidenschaften und Streitigkeiten nun auch in das Heer Eingang finden.
Der kriegerische Eifer der Franzosen lodert hell empor. Ihre Rüstungen zur See sind geradezu großartig zu nennen. Das in Toulon liegende Transportgeschwader ist bereit, binnen 24 Stunden 12,000 Mann an Bord zu nehmen. Die Effectivstärke der in Toulon mittelst Schnellzügen eingetroffenen Matrosen der Marine-Reserve ist ganz bedeutend; so sind allein aus den nordfranzösischen Quartieren Boulogne, Dieppe und Dünkirchen je 1000 Matrosen in Toulon angelangt. Das aus sechs Panzerschiffen 1. Klasse bestehende französische Geschwader, welches Toulon bereits vor einigen Tagen verließ, dürfte gegenwärtig an der tunesischen Küste angekommen sein, ein weiteres Geschwader von fünf Panzerschiffen liegt im Touloner Hafen zur Abfahrt bereit und ein Reservegeschwader ist an der französischen Westküste in Bildung begriffen. Die bereits abgegangene Flotte hat 5000 Mann an Bord, während das vor Alexandrien befindliche französische Geschwader 4000 Mann an Bord hat. Frankreich ist demnach gleich England zum Losschlagen in Egypten bereit und es bedarf nur noch der Zustimmung der Conferenz, um die Lösung der egypti- schen Wirren mit dem Schwert herbeizuführen.
Das englische Unterhaus hat in der letzten Zeit mit Hochdruck ge
arbeitet, um die Vorlagen, betr. die Zwangsbill und die Pachtrückstände für Irland, zu erledigen. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch beendigte das Haus die Einzelberathung der Zwangsbill-Vorlage und auch die Pachtrückstandsbill soll nunmehr zur Specialberathung gelangen. Da die irischen Abgeordneten den Beschluß gefaßt haben, sich an den ferneren Berathungen über die Zwangsbill nicht mehr zu betheiligen, so darf man annehmen, daß dieselben nunmehr bald zum Ende gelangen. Während der Dienstags-Sitzung der beiden Häuser des Parlaments fand ein Cabinetsrath statt, welcher wichtig gewesen sein muß, denn Lord Granville, der Minister des Auswärtigen, verließ die Oberhaus-Sitzung, um dem Cabinetsrathe beizuwohnen. Auch die Truppen-Oberbefehlshaber und die Minister conferirten mit einander.
Die Session der serbischen Skupschtina ist am Dienstag durch eine Thronrede des Königs feierlich geschlossen ivorden. Die Thronrede gedenkt der freundschaftlichen Beziehungen Serbiens zu ganz Europa, erwähnt die abgeschlossenen Handelsverträge und spricht die Hoffnung aus, daß die votirten Gesetze, namentlich diejenigen zur Lömng der Agrarfrage, dem Lande zum Heile gereichen werden.
Die leidige egyptische Frage hat in den letzten Tagen ein recht kriegerisches Aussehen gewonnen. Ganz abgesehen von den Rüstungen Englands und Frankreichs, so haben sich die Dinge in und-vor Alexandrien selbst bedeutend zugespitzt. Drohend blicken einander die Mündungen der Geschütze in den Forts und des englisch-französischen Geschwaders entgegen, die Besatzung Alexandriens ist abermals um 2000 Mann vermehrt worden, Munitions- und sonstige Kriegsvorräthe werden von den Egyptern nach den Forts geschafft, auch soll es bereits zu Mißhelligkeiten zwischen dem englischen Admiral Seymour und den egyptischen Behörden gekommen sein. Admiral Seymour hat in Folge empfangener Instructionen der egyptischen Regierung formell eröffnet, daß die Errichtung von Forts, Auspflanzung von Geschützen oder andere die Flotte bedrohende Operationen nicht länger gestattet sein könnten. Er müsse deshalb die unverzügliche Anstellung solcher Arbeiten fordern, im Weigerungsfälle aber werde er olM Verzug das Bombardement der Werke Alexandriens eröffnen. Es könnte also leicht geschehen, daß die Ereignisse in Egypten die Beschlüsse der Conferenz überholen. Wie übrigens die „Times" wissen will, hätte die Conferenz am Mittwoch beschlossen, dem Sultan die Intervention in Egypten unter den von den Botschaften vereinbarten Bedingungen anzubieten. i'1
Die heutige Türkei.
Nahezu seit einem Menschenaller ist man bereits gewöhnt, den türkischen Staat mit dem Spottnamen „des kranken Mannes" zu bezeichnen, an dem ganz Europa herumkurirte, um ihn nun bald zum Sterben zu bringen. Wäre der gute Wille der europäischen Staatsmänner hier allein maßgebend gewesen, das Ziel würde längst erreicht sein, aber da nachdem Ableben des „kranken Mannes" die Thetlung der Erbschaft in Aussicht stand, von der jede Großmacht möglichst viel haben wollte, so fanden sich immer wieder gute Freunde, welche versuchten, den Patienten künstlich am Leben zu erhalten, um dadurch die Frage der Erbschaftstheilung bis auf eine gelegenere Zeit hinauszuschieben. So war es zu den Zeiten Kaiser Nikolaus von Rußland, der das Woit vom „kranken Mann" zuerst gebrauchte und ist es geblieben bis zum letzten großen Kriege, der das osmanische Reich dem Ruin nahe brachte und aus dem es nur als ein krafiloser, in sich zerfallener Staat hervorging. Der Berliner Congreß rettete nochmals das schwer gefährdete Dasein der Türket und erhielt sie als wirkliche Macht, im Gegensatz zu den Absichten Rußlands, welches die Pforte zu einem Schattenbilde erniedrigen wollte.
Es scheint in der Thal, als ob diejenigen, welche der Türket damals noch innere Lebenskraft zugetraut Hutten, und zu diesen gehörte auch Fürst Bismarck, Recht behalten werd.n, denn es läßt sich nicht verkennen, daß seitdem Vieles geschehen ist, den Staat zu heben und existenzfähig zu machen. Sultan Abdul Hamid hat sich, wenn auch nicht gerade als ein Genie, doch einsichtsvoll für die bestehenden Schaden des Reiches gezeigt und die Initiative ergriffen, um Reformen herbeizuführen, indem er durch abendländische Verwaltungsbeamte dem Schlendrian und der Corruptton unter den eigenen Staatsbehörden entgegentrat. Es sind vor Allem Angehörige des Deutsch-n Reiches, welche als Reformatoren in der Türkei wirken und soweit ihre Ansichten bekannt geworden sind, läßt sich ersehen, daß sie für die Zukunft desLandes noch alles Gute hoffen, wenn es eben gelingt, die bekannte türkische Wirthschaft abzuschaffen. Diese, nicht die Finanznoth, ist das Grundübel, an dem derStaat^ krankt, denn nach den Mitteilungen des zum Unterstaatssecretar im Manzministermm ernannten preußischen Regierungsrathes Wettendorf besitzt die Türkei recyr gure finanzielle Hilfsquellen; aber so wie das Geld einkommt, verschwindet es a ch Es herrscht eben keine Ordnung in der Staatsmaschinerie. - - horfl
Ist in der inneren Verwaltung so noch kein überaus großer aberdoch mtt Rücksicht auf di- früheren Verhältnisse wesentlicher Fortschritt °-rz-'chne^ so hat die Türkei dafür aus-dem Gebiete der äußeren Pol,Nk f-tt b=m S«'S'eruIn6Saent" Abdul Hamid's sich ein Ansehen zu erringen verstanden, w>- st- -s schon lange^M hindurch nicht mehr besessen hat. Das tritt besonders in der t-tzigen egyptilch n ocrnc hervor, in welcher der Sultan mit Erfolk> d-n- W'stm^t - ^ed)ttn ni$
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»um ersten Male-in- Politik, an welch man M 's ^kre.ch, England und gar nicht zu denken wagte. Wahrend h«" Abdul Hamid jetzt mit
Rußland sich gegenseitig ihren. 6»# f aue Deutschland, wenn man sonst die allen Dr-t-n gebrochen und W fi* ^r Deutschland ist von allen
Beziehungen zwischenr b-td-n Staaten ,° w Qn c(ner Th-ilung der Türket kein europäischen Großmächten- d,- -mr-S-, g,^», Frankreich, Oesterreich, Rußland und
unmittelbares Interest- hat, währ-nd ^ng , r würden, wenn eben
M-suS^ch VX »U Freunden" ho. sich der Sultan, der im


