— [®er Erfinder der Kreis-Säge.) In dem zu Toledo, Ohio, erscheinenden „Telegram" ist folgende Geschichte erzählt: An einer einsamen abgeleg nen Stelle, in der nordwestlichen Ecke des Begräbnißplatzes des hübschen Landftädtchens Richmond in Kalamazoo Co., Mich , kann der Leser eine schneeweiße Msrmorplatte finden, die fast ganz unter Hollunderbüschen verborgen ist und welche die Inschrift trägt: .Benjamin Cummings", geboren 1772, gestorben 1843. Und wer war dieser Benjamin Cummings? Es war der Erfinder der Kreissäge, welche nunmehr in allen Ländern der cioiltsirten Welt in ausgedehntem Gebrauche steht. Vor ungefähr 60 Jahren hämmerte dieser Mann zu Burtonville und dann zu Amsterdam im Staate New-York auf seinem eigenen Schmiedeambos die erste Kreissäge aus, die je bestanden hat. Es war ein bekannter Pionier in Richmond, der Neffe eines der Präsidenten der Vereinigten Staaten, ein Skavenbesitzer im Staate New-York und ein hervorragender Maurer zu Zeiten Morgans gewesen, an dessen Tafel sich die auserlesensten Männer New-Yorks den Wein und andere starke Getränke vortrefflich schmecken ließen. Er war Schiffseigenthümer auf dem North River noch vor der Dampfschiffzeit und hatte im Kriege von 1812 als Kapitän gedient, wo ihm drei Pferde unterm Leibe erschossen worden waren. Mit einem Schwerthiebe hatte er damals seinen nächsten Vorgesetzten auf den Boden hin- gestreckt, weil derselbe ein Verräther und Feigling gewesen, und nachdem er vor dem Kriegsgerichte gestanden, wurde er, anstatt todtgeschossen zu werden, zum Obersten befördert. Und in diesem einsamen Grabe liegen nun die sterblichen Ueberrefte des Mannes, der nahezu vor siebenzig Jahren anfing, zu Albany, N- g), große ziegelsteinerne Hauser in die Höhe zu winden und von einem Orte zum anderen zu schaffen. Ja zur Verwunderung der Welt construirte er damals IV2 Meile des Eriekanals durch das härteste Felsgestein und er baute auch im Contracte die erste Brücke darüber. Er half auch bei der Construction der ersten zehn Meilen Eisenbahn, welche in den Vereinigten Staaten gebaut worden sind und begründete zwei Landstädtchen, nämlich
Verwischtes.
Mainz, 2. Oktober. Am gestrigen Tage sind die seither in Folge des Hoch- mafiers eingestellt gewesenen Brückenbauarbetten wieder ausgenommen worden.
Mosbach, 1. Oktober. Vor einiger Zeit traf in einem württembergischen Grenzdorfe Marlach (bet Krautheim) ein junger, mit Gelenkrheumatismus behafteter Landwerksbursche ein- Während seines kurzen Aufenthalts in einem dortigen Wirths- hause verschlimmerte sich sein Zustand derart, daß er absolut nicht mehr weiter gehen konnte. Der Wirth, der zugleich Gemeinderath ist, machte hiervon dem Schultheißen Mittheilung und die beiden Gemetndebeamten faßten den Beschluß, den mittellosen Kranken über die Grenze in's Badische schaffen zu lassen. Demgemäß wurde derselbe auf einen zweiräderigen Karren geladen und von einem Bürger fortgefahren. Als dieser die badische Grenze passirt hatte, ließ er, der erhaltenen Weisung gemäß, den Karren umkippen und den Handwerksburschen in den Straßengraben fallen, wo er später von einem Boten aus dem nächsten badischen Orte gefunden wurde. Am 29 v Mts. nun standen die drei Biedermänner vor der hiesigen Strafkammer und erhielten die wohlverdiente Strafe. Der Schultheiß und der Gemeinderath wurden jeder zu sechs, der Vollzieher ihrer herzlosen Anordnung zu drei Monaten Gefängntß
5. Oktober. Gestern Mittag V21 Uhr ertönte daher, während viele Leute im Felde beschäftigt waren, die Sturmglocke. In einer in der Nähe des neuen
Lokale-.
Gieken, 6. October. [15. Sitzung der Handelskammer am 2. October.) Anwesend die Herren L- Georgi, stellvertretender Vorsitzender, S. Heichelheim, 91. Katz, R. Scheel, G. H. Schirmer.
Die Eingänge Nr. 330-351, 354—357. 364—366 werden ad acta gelegt, 353-355, 358, 359 und 363 zur Circulation, 352 zum Auflegen bei Herrn Schirmer besttmiM.^ £anbel§fammer Mainz zeigt an, daß dieselbe in ihrer Eigenschaft als Vorort des hessischen Handelskammertags ersucht worden sei, von Großh. Mmrstermm des Innern und der Justiz die Veröffentlichung des den Landsländen vorgelegten Gesetzentwurfs über die Abänderung des Gewerbesteuertzesetzes zu erbitten, beziehungsweise zu veranlassen, daß die Handelskammern des Großherzogthums zur gutachtlichen Aeußerung aufgefordert würden; dieselbe nimmt Zustimmung der diesseitigen Kammer an wenn nicht innerhalb 10 Tagen gegenteilige Nachricht etnlaufe.
Die Kammer erklärt sich für stillschweigende Zustimmung.
Von Großh-Ministerium des Innern und der Juftlz wird eine Notrz der Peters- buraer Leitung, enthaltend Abänderungen im Russischen Zolltarif, zur Kenntnrßnahme eingesandt. Die Kammer beschließt Auflegung dieses Blattes bet Herrn Schirmer währen^e^ ^ffche Handelstag übersendet mehrere Berichte betr. die Revision des statistischen Waarenverzeichnisses und ersucht um gutachtliche Aeußerung der Kammer. Die betr. Berichte werden zunächst in Crrculation gesetzt.
Das Reichseisenbahnamt theilt mit, daß die österreichisch-ungarischen Eisenbahnen bei der Ausfuhr aus Oesterreich eine Vorschrift der besonders in Bezug auf den Ort der grenzzollamtlichen Behandlung nicht ohne Weiteres gestatten, sondern in solchen Fällen statt der Frachtsätze im direkten Verkehr den Frachtsatz von Bahn zu Bahn berechnen. Das Reichseisenbahnamt fragt an, ob in diesem Verfahren eine Verletzung berechtigter Interessen des Handelsstandes liege und ersucht um Rückäußerung.
Dieser Gegenstand wird dem Herrn A. Katz zum Referat überwiesen.
Gießen, 6. October. Schwurgertchtsverhandlung am 5. October 1882 gegen Johann Adam Fischer von Gonterskirchen wegen Meineids.
Fischer ist beschuldigt:
daß er in der Strafsache gegen Johannes Becht III. von Gonterskirchen wegen Körperverletzung am 25. Mat und 15. Juni l. I. vor Gr. Schöffengericht Laubach, einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, den vor seiner Vernehmung als Zeuge geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe.
Angeklagter wurde wegen Meineids und fahrlässigen Eides in eine Gesammt- Gefängnißstrafe von einem Jahre und 4 Monaten — abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft — verurtheilt.
— An der Station Neunkirchen der Deutz-Gießener Eisenbahn stürzte gestern Morgen ein Bremser während der Fahrt vom Zuge und wurde eine Strecke mit fort- ^eschleift. Die Verletzungen waren derart, daß der Verletzte in vergangener Nacht seinen Perbrechens gegen die Sittlichkeit angeschuldigte Kreisbaumeister
Adalbert Schneller von Alsfeld wurde heute Vormittag von dem Schwurgerichts- Hof f r e i g e s p r 0 ch e n. Die in diversen Zeitungen erwähnte Flucht desselben erwies sich als eine — Ente.
Schulhauses stehenden, dem Herrn Zeiß gehörigen Scheune war Feuer ausgebrochen das durch die vorhandenen Heu- und Strohvorräthe so reichlich Nahrung fand, daß trotz der allseitig von hier und der Umgegen) rasch herbeigeetlten Hülfe es nicht verhindert werden konnte, daß noch zwei weitere in der Nähe befindliche Scheunen mit ihren Vorräthen, mehreren Stallungen, sowie ein Theil des C. Lösfler'schen Hinterhauses nebst Dachstuhl eines dem Herrn Löffler gehörigen Waaren-Magazins ein Raub der Flammen wurde Der Schaden ist ein sehr bedeutender, zumal in dem so schon eingerichteten Wohnhaus des Herrn Löffler nebst Magazin durch die kolossalen Wassermassen, welche behufs Schutzes gegen dieselben geschleudert wurden, viele Decken und Wände so durchnäßt wurden, daß kaum an Austrocknen zu denken ist, somit ebenfalls neu hergestellt werden müssen. Ein Glück war es, daß der Brand, über dessen Entstehung hier die verschiedensten Gerüchte circuliren, bet Tag und nicht bei Nacht zum Ausbruche kam; bei letzterem Falle hätte derselbe durch das dichte Zusammenhängen der Häuser rc. ähnliche Dimensionen annehmen können, als der hier im Jahre 1852 stattgehabte große Brand. Die durch den Brand Geschädigten sind C- Löffler, Wittwe Tröster's Erben, Grieb, Klein und Zeiß. Außer Zeiß sind sämmtliche versichert.
Kassel, 4. Oktober. Heute Morgen sind aus dem Kreisgerichtsgefängnisse drei Gefangene entwichen, welche in letzter Zeit zu längerer Strafe verurtheilt waren, aber gegen das Urtheil die zulässigen Rechtsmittel eingelegt hatten.
Paris, 3. Oktober. Heute stürzte sich von dem Thurme der Notre-Dame eine sehr elegant gekleidete Dame herab. Sie fiel auf das Gitter, so daß ihr Körper in der Mitte durchschnitten wurde. Nur ein Theil des Körpers blieb an dem Gitter hängen, der andere fiel auf das Pflaster.
Petersburg, 29. September. [Begräbniß eines Millionärs.) Gestern wurde hier ein Holzhändler begraben, der ein schier unermeßliches Vermögen hinterlassen hatte, sein Name ist bekannt, sogar Kaiser Wilhelm hat seine Datsche am Kameno- ostrowschen Prospekte besucht, die berühmte reizende Datsche Gromow. Herr I. I. Gromow ist 63 Jahre alt geworden und war wegen seines Reichthums und wegen seines Wohlthätigkeitssinnes gleich geachtet. Zehn Orden wurden dem Verstorbenen hinter dem Sarge nachgetragen. Ein paar Tausend Menschen und über 300 Equipagen gaben ihm das letzte Geleite und bei dem Todtenamte waren zugegen der Archihierarch, zwei Archtmandriten, dreißig Ortsgeistliche hiesiger Kirchen und vier Sängerchöre und der Beerdigung wohnte sogar der Metropolit Isidor an Die Begräbnißkosten Gromow s werden aus 50,000 Rubel veranschlagt und außerdem fand nach den Trauerfeierlichkeilen um 4 Uhr Nachmittags in der Gromow'schen Villa „zum Gedächtnitz an den Verstorbenen", wie derartige sehr unpassende Schwelgereien beschönigend genannt werden, ein Diner für 800 Personen statt, wovon ein jedes Couvert ohne Wein auf 8V2 Rubel zu stehen kam. In Rußland herrscht bekanntlich die Unsitte, jeden Leichen- zug mit einem Bachanal zu beschließen.
Aus Württemberg, 3. October. Vor dem Schwurgerichtshof Tübingen fand gestern und heute die Verhandlung gegen den 35jährigen Schäftenmacher Johannes Knapp von Reutlingen statt, wegen zweier Verbrechen des Mords und eines Verbrechens des schweren Raubs. Den Gegenstand der Anklage bildet das Verbrechen, welches in der Nacht vom 25. auf 26. April d. I. in Küßnacht bei Zürich an den Oeconom Schultheß'schen Eheleuten begangen worden ist. Diese beiden bewohnten allein ein am Ende des Dorfes ziemlich isoltrt stehendes Haus, ihre zwei Söhne hatten auswärts Stellungen, Dienstboten hielten sie nicht. Am 26. April nun fiel es den Nachbarn auf, daß das Haus gegen die sonstige Regel den ganzen Vormittag über verschlossen blieb; man sah endlich nach und fand die zwei schon über 60 Jahre alten Leute tobt auf ihrem Bette liegen. Der Frau war der Schädel etngeschlagen, die linke Gesichtshälfte zertrümmert, der Mann, dem ebenfalls der Schädel zerschmettert war, hatte außerdem noch zahlreiche Wunden, die auf eine verzweifelte Gegenwehr hinwiesen. Ein Kasten in dem Zimmer und eine Cassette waren geöffnet, zwei Geldsäcke lagen geleert da. Der Unmensch, der das Verbrechen begangen, muß, wie die weiteren Nachforschungen ergaben, Tags zuvor in den Stall eingeschlichen sein und dort den Weg zur Schlafkammer der alten Leute gefunden haben. Einige Nachbarn wollen zwei Handwerksbursche am Nachmittag des 25 gesehen haben, die sich, nachdem sie im Ort gebettelt, gegen das Schultheß'sche Haus entfernten. In der That wurde schon am 29. Apr-l in Stuttgart in der Wirthschaft zur deutschen Flotte, einem von Vagabunden und Verbrechern aller Art viel besuchten Gasthaus, der nunmehrige Angeklagte Knapp, auf welchen das von Zürich aus verbreitete Signalement des einen jener Burschen paßte und der sich durch Besitz einer größeren Summe von schweizerischem Geld verdächtig gemacht hatte, von der Stuttgarter Fahndungsmannschaft feftgenommcn. Da ein Deutscher an eine ausländische Regierung nicht ausgeliefert werden darf, so wurde er nach Tübingen abgeliefert und vom dortigen Landgericht die Untersuchung gegen ihn geführt. Es wurde erhoben, daß Knapp, der im Armenhaus in Reutlingen, wo seine Mutter noch lebt, ausgewachsen und schon vom 17. Jahr an zahlreiche Strafen wegen verschiedener Vergehen und Verbrechen erlitten hat, im April d. I. in Zürich arbeitslos und von Geldmitteln entblößt, sich aufhielt, nachdem er kurz zuvor eine längere Zuchthausstrafe verbüßt gehabt. Am 24 April findet sich in Zürich sein Name zum letzten Mal in dem Nachtbuch der Wirthschaft zum goldenen Stern, wo er die Zeit über meist sein Quartier hatte. Am 27. April kaufte er in Konstanz neue Kleider, ließ sich feinen Bart wegrasiren und kam von dort nach Reutlingen, wo er Besuche machte, einen verpfändeten Anzug einlöste u. s. w Am Abend des 29. kam er sodann nach Stuttgart, wo er, wie bemerkt, alsbald verhaftet wurde. Ueber den Erwerb des bei ihm vorgefundenen Geldes konnte er sich nicht ausweisen. Eine Erzählung, die er vorbrachte, wonach ein Frauenzimmer, das er kennen gelernt, ihm ihr Geld anoertraut haben sollte und während der Fahrt auf einer Station ausgestiegen und nicht mehr in den Zug zurückgekehrt sei, stellte sich an sich schon abenteuerlich als Unwahrheit heraus, wenigstens blieben alle Nachforschungen nach der angeblich Verschwundenen erfolglos. Ebenso erfolglos waren Nachforschungen, die in der Richtung angestellt wurden, ob nicht in der fraglichen Zeit irgendwo anders in der Schweiz ein größerer Gelddiebftahl begangen worden, von dem der Geldbesitz herrühren könne. Auf der anderen Seite mißlangen die Versuche des Angeklagten, ein Alibi nachzuweisen, vollständig. Die von ihm angerufenen Zeugen erklärten wohl, daß er in der Nacht vom 24. auf 25. April noch in Zürich gewesen sei, aber nicht mehr in der folgenden; dagegen wurde er von mehreren Bewohnern Kütznachts mit Bestimmtheit als der ältere der zwei Handwerksburschen erkannt, welche an dem Nachmittag des 25. daselbst gebettelt hatten. So war, obwohl der Angeklagte selbst im Leugnen fortwährend beharrte, das Ergebntß der Beweisaufnahme, mit welcher gestern Abend geschlossen wurde, ein für ihn durchaus ungünstiges. Die Plaidoyers des Vertreters der Anklage, I. Staatsanwalt Malblanc, und des Verthetdigers, R-A. Wetzel II., fanden sodann heute statt. Der Wahrspruch ; der Geschworenen lautete auf Schuldig, worauf der Gerichtshof, wie schon telegraphisch gemeldet, das Todesuriheil über den Angeklagten aussprach.
ßanau wegen Hochverraths stattgesmiden Den Vorsitz führte der S-nalsprastd-nt Wmann d,-Anklage v-rlrat der Ober - Neichsanwalt Freiherr von S-ckendorff. Keacnstand der Anklage ist di- Verbreitung von fünf Nummern der Z-ttung „5ret= W Der Angeklagte Kiefer, welcher 19 Jahr- alt ist. gibt zu, Ex-mp nre der ^reibeit" verbreitet zu haben, bestreitet aber, Kenntniß von der Strafbarkeit seiner Wandlung g habt zu habm. Der Angeklagte Wunderlich leugnet, daß er die „Freiheit" 5-?br-N-t habe. Ms den Zeugenaussagen ergibt sich, daß Wunderlich mit den Londoner Revolutionären in Verbindung gestanden hat und daß em Most'ch-r Emissär bei Fner Reise durch Deutschland an ihn als V-rtrauensp-rson gewiesen worden war. Nach der um 2 Uhr beendigten Vernehmung von fünfzehn geladenen Zeugen trat eine
Nach Wiederaufnahme der Sitzung des Reichsgerichts hielt der Ober-Reichs- anwalt die gegen Wunderlich und Kiefer gerichteten Anklagen wegen vorbereitender Handlungen zum Hochverrath, wegen MajestStsbeletdigung, Aufforderung zu strafbaren Handlungen und Verbreitung verbotener Druckschriften ausrecht und beantragte für Wunderlich 4 Jahr-, für Ki-s-r 3 Jahre Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer. Die Vertheidigung plaidirte sür Freisprechung der beiden Angeklagten. Das Reichsgericht erkannte den Angeklagten Wunderlich der ihm zur Last gelegten Handlungen für schuldig und vnurtheilte dens^ben zu 2 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Z-ttdau-r. Der Angeklagte Kiefer wurde von der Aufforderung zum Hochv-rra h und zu anderen strafbaren Handlungen, sowie von der MajestStsbeletdigung fre'gesprochen, dagegen wegen Verbreitung verbotener Druckschriften zu 4 Monaten GefLngnitz verurthetlt. welche Strafe das Gericht als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt.
Wien, 5. Octbr. Der russische Botschafter Gras Lobanow ist hier eingetroffen. _, ,, c f
Paris, 5. Octbr. Einem Londoner Telegramm des „Temps" zufolge ainge die Ansicht der englischen Regierung, bezüglich, einer Reorganisation der egnptischen Fmanzverwaltung, dahin, die Controle auszuheben, den Umfang der Befugnisse der Kaffe für öffentliche Schuld aber zu erweitern.
Marseille, 5. Octbr. Die Gesandtschaft des Kömgretchs Madagaskar wird sich Anfangs der nächsten Woche nach Paris begeben und dort im Palais Elvsöe empfangen werden.
London, 5. Octbr. Nach einem Telegramm der „Times aus Kairo wäre die directe Mitschuld Arabi Pascha's an den Maffacres und der Plünderung in Kairo documentarifch nachgewiesen worden.
Glasgow, 5. Octbr. In einer gestern Abend stattgehabten zahlreich besuchten Versammlung der Conservativen hielt Northcote eine Rede, in welcher er den Krieg in Egypten als unnöthig und folglich ungerechtfertigt bezeichnete. Der Krieg wäre vermieden worden, wenn die Regirung bei Zeiten Festigkeit und Entschlossenheit entfaltet hätte. Die Lösung der egyptischen Frage werde große Schwierigkeiten bereiten. iry y .f
Buenos-Ayres, 5. Octbr. Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Chili und Peru sind abgebrochen, da Chili jedes Zugeständniß entschieden verweigert.


