Einzelbild herunterladen

le^, Wnfc. Wi. :tlW 10. Per )u Derm uiterh.

W t|t der 10 ÜNinern. JfJHtmaj;

m Boger. Logis zu ver- >er WechW

"ocrmiethen. Hterweg. ÄMdjön i.

^_bM3l

vermietheii. ggpgan'e Ä

1 vermieten. slüGgasse.

Eabinet, Uchc i. .

aplausgasse.

£ii mitficii Leitersweg.

3 Zimmer, hertat, zu lten^ie_13. Ahnung, gleich

Bleichstr. 5.

zu verrnietheu to Schmidt,

,' -ouoeyör ^der Nord:

rtcr vemiethct ichensand 60. meines Neben- d Zubehör ist >ige Familie zu

iraße E- 101_ zu vermietheu. hloWsse 10- ohnung zu ner: öerntzar-t«

xv it'äftigeu ,xik. Küser he­

be

0 Q

he. . , ßc^ocg

jrofrgfnrtn. mratmen nieden vou besorgt von

iikorn.

je !§____

iätWii«!

gÖOQOÖU

ftfit ^relJ

srr. 23a. Samstag den 7. Oktober 1882.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Bureau: Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Deutschland.

Berlin, 5. Octbr. DieBerl. Polit. Nachr." schreibens lieber die Eintheilung der parlamentarischen Arbeiten für diesen Herbst cursiren allerlei widersprechende Nachrichten, was eben beweist, daß bestimmte Beschlüsse noch nicht vorliegen. Thatsächlich hat sich das Staatsministerium in der Frage der Berufung des Landtags noch nicht entschieden. Sicher ist, daß der Reichstag nicht, wie verschiedentlich gemeldet worden, zu einem früheren Termine, sondern erst am 30. November zusammentreten wird. Neue Vorlagen dürsten dem­selben nur in sehr beschränkter Zahl Mehen, das Hauptgewicht seiner Arbeit liegt in Den Entwürfen des KrankeÄassen- und Unfallversicherungs-Gesetzes, mit welchem die Commission noch vollauf beschäftigt sein wird.

Der Bundesrath wird am 16. October feine erste Plenarsitzung abhalten und sich in derselben mit der Vorlage, betr. die Aufnahme einer landwirth- schaftlichen Statistik und Viehzählung, zu befassen haben. Die Ausschüsse treten, wie schon bekannt, etwas früher zusammen.

Ob die mehr als vierwöchentliche Pause, die zwischen den Landtagswahlen und dem Zusammentritt des Reichstags liegt, zur parlamentarischen Arbeit für den preußischen Landtag benutzt werden soll, ist eine Frage, die zur Zeit noch in Erwägung steht und über die das Staatsministerium sich, wie gesagt, erst schlüssig machen wird.

Gegenüber anderweitigen Nachrichten erfahren dieBerl. Polit. Nachr.", daß von Seiten der englischen Negierung zur Zeit den europäischen Cabineten noch keinerlei Vorschläge über die Reorganisation in Egypten gemacht worden sind. Man will daraus schließen, daß die englische Regierung in dieser Be­ziehung noch keine festen Entschlüsse gefaßt hat; es verlautet aber bereits soviel, daß eine ziemlich starke Strömung in Londoner Regierungskreisen sich dahin geltend macht, daß bei allem Einfluß, welchen sich die Mächte vorbehalten müssen, doch den einheimischen egyptischen Elementen in der Verwaltung Egyptens selbst mehr Spielraum zu gewähren sei, als bisher. Es würde dies eine Säuberung des in Egypten vorhandenen europäischen Beamtenheeres bedingen, was bei den vielen zweifelhaften Elementen, die in den letzten Jahren dort zu Brod und Ansehen gelangt sind, schließlich nur erwünscht sein könnte.

Woraus dieBerl. Polit. Nachr." in letzter Zeit wiederholt hinwiesen, daß nämlich in der egyptischen Frage bisher zwischen den europäischen Mächten auch nicht der geringste Mißton hervorgetrelen sei, wird nun durch ein St. Peters­burger Telegramm desWolff'schen Bureaus" ausdrücklich bestätigt. Herrn Gladstone wird das Compliment gemacht, daß man in seine Versprechungen all­gemein (also auch in Rußland) volles Vertrauen setze. Noch liebenswürdiger aber ist der Telegraph für Deutschland, dessen Verdiensten um die Erhaltung des Friedens Lobsprüche gespendet werden, mit Betonung des Umstandes, daß zwischen St. Petersburg und Berlin jederzeit volles Einverständniß ge­herrscht habe.

Letzteres Bekenntniß ist gerade im gegenwärtigen Augenblicke von mehr­seitigem Interesse. Es beweist zunächst, daß die deutsch-feindliche Tendenz des Ruffenthums, bei aller Aufdringlichkeit, mit der sie sich breit macht wir erinnern nur an die kürzliche Unterredung des russischen Generals Leer mit einem französischen Journalisten noch weit davon entfernt ist, an maßgeben­der Stelle Oberwasser zu gewinnen. Dem deutschen Bewußtsein kann diese Thatsache allein vorläufig genügen, gleichviel ob die Russen ihr, mehr der Roth gehorchend, oder dem eigenen Triebe, Rechnung tragen. Weiter aber darf man dreist annehmen, daß hinter den von St. Petersburg gegen London und Berlin gemachten Verbeugungen die Erkenntnlß lauert, daß England und Deutschland in den Fragen der internationalen Politik gemeinsame Wege wandeln und daß die Gemeinsamkeit der Anschauungen des Londoner und Berliner Cabinets den diplomatischen Kalkül um einen Faktor bereichert, welcher den Schlüssel zu den wichtigsten, derzeit zur Diskussion stehenden politischen Problemen bildet. Ruß­land befolgt somit nur eine Regel gewöhnlichster Lebensweisheit, wenn es, seinen eigenen Orient-Interessen zu Liebe, allen anderen Mächten gegenüber den Lie­benswürdigen spielt.

Von Frankreich i)t, je länger die englische Frage spielt, desto weniger die Rede. Es muß jetzt die Consequenzen der absoluten Enthaltungspolitik, die nach dem Sturze des Cabinets de Freycinet proklamirt wurde, unthätig zusehen, wie England außer den materiellen Errungenschaften seines Egypterzuges auch den moralischen Vortheil genießt, von ganz Europa stillschweigend als Vormacht im Nilland anerkannt zu werden. Die sich aus diesem Sachverhalt mit nothwen- diger Logik entwickelnden neuen Combinationen dürften den Chancen einer even­tuellen französisch-russischen Allianz zu aggressiven Zwecken den Boden gänzlich entziehen.

Berlin, 4. Octbr. In Betreff der Reform des Genossenschaftswesens soll im Reichstag eine Anfrage des Abg. Schulze-Delitzsch an die Regierung gerichtet werden, um von derselben eine bestimmte Erklärung über ihre Stellung zu der Frage zu erhalten. Nun liegt es, wie mehrseitig versichert wird, in der Absicht der Regierung, auch diesem Gegenstände näher zu treten, indeß scheinen dazu noch weitere Vorarbeiten erforderlich zu sein. Letztere sind aber noch so weit im Rückstände, daß die Regierung sich über die Frage, wann der betr. Entwurf an den Reichstag gelangen werde, jetzt noch nicht äußern kann; jeden­falls wird dies noch nicht während der bevorstehenden Session geschehen können, Da die Regierung zunächst das dringende Interesse hat, die schwebenden social-

politischen Vorlagen zunächst zum Abschluß zu bringen. Es ist aber noch nicht ausgeschlossen, daß die geplante Anfrage wenigstens das erreicht, daß die Regie­rung über den Stand der Vorarbeiten dem Reichstage Erklärungen giebt. g

Unter den Arbeitern im Vraunkohlen-Gebiete Böhmens beginnt sich's wieder zu regen. Am Montag Morgen haben, wie uns mitgetheilt wird, 170 Arbeiter des Britaniaschachtes nächst Soborten eine Lohnerhöhung verlangt. Nachdem die Direction erklärt hatte, einen sofortigen Beschluß nicht fassen zu können, fuhren die Arbeiter in den Schacht zur gewohnten ordnungsmäßigen Beschäftigung ein und wollen den bez. Befchluß abwarten.

Die Nachweise des kaiserlichen statistischen Amts im Augusthefte seiner Monatshefte über die Ergebnisse der Nekrutenprüsungen im deutschen Heere liefern für die letzten 7 Jahre das Ergebniß, daß von 1875 bis 1881 der Procentsatz der Rekruten ohne Schulbildung von 2,37 auf 1,54 herabge­gangen ist.

Es darf nunmehr als feststehend erachtet werden, daß der Plan des Kaisers, im Herbst Aufenthalt in Wiesbaden zu nehmen, aufgegeben ist. Der Kaiser kehrt von Baden-Baden direct nach Berlin zurück und wird, wie in früheren Jahren, nur in den letzten Tagen dieses Monats einer Einladung zu den Jagden des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin folgen. Im November will sich der Kaiser dann an den diesseitigen Hofjagden in den Provinzen Schle­sien, Brandenburg und Sachsen betheiligen. In Hofkreisen will man wissen, daß der Abschied der Kronprinzessin und ihrer Kinder vom Prinzen Heinrich vor dessen l^zjähriger Seereise ein besonders schwerer gewesen sei. Am ver­gangenen Samstag hatte Die ganze kronprinzliche Familie mit dem Prinzen Heinrich in der Bornstädter Kirche das Abendmahl genommen. Der Kronprinz geleitete seinen Sohn zu Wagen noch fast bis Spandau.

Berlin, 5. Octbr. Heute Abend, 5 Min. vor 6 Uhr, vor Eröffnung des Opernhauses das Publikum hatte noch keinen Einlaß gefunden stürzte der eiserne Vorhang mit großem Getöse herunter. Zweimal hatten Arbeiter versucht, den Vorhang herabzuziehen, vergeblich, beim dritten Male stürzte derselbe herunter mit furchtbarem Krach, ging tief in's Podium und zer­sprang in kleine Stücke. Menschen wurden nicht verletzt. Die Aufführung des ^annhäuser" konnte nicht stattfinden. Das Opernhaus wird auf 34 Wochen geschlossen werden müssen.

Berlin, 3. Oktober, lieber das Auftreten des Kaisers Alexander III. in Moskau wird derBad. Landcsztg." von dort berichtet: In den Zügen des Czars lag tiefer Ernst; er winkte wohl oft und dankte den lauten Grüßen der Menge, aber er dachte offenbar an andere Dinge. In dem Augenblicke, da die Abordnung der Stadt Moskau mit den goldenen Schalen auf den Czaren zuschritt und der Bürger­meister sich zur Huldigungsansprache anschickte, ward der Blick des Czars plötzlich starr, wie in tiefer Angst, wie gelähmt, kalt, eisig flog er über die Versammlung der Hono­ratioren hin, die doch nur mit so sorgsamer Auswahl hierher gelassen worden waren; das eiste Wort des Redenden brachte ihn wieder zu sich und freundlich hörte er die Begrüßung der treuen Stadt Moskau an. Anfangs leise, dann kräftig und tief klang seine Antwort, daß er an Moskaus Treue nie gezweifelt, aber einen Empfang gefunden habe, den er nie erwarten konnte. Der Czar hat für solche öffentliche Repräsentation eigentlich nicht so recht das Geschick, vielleicht macht das die lange Zurückgezogenheit, aber er sieht immer beklommen aus, und man erinnert sich der früheren häufigen Meldungen, daß er den Ministern im Staalsrathe allerlei heftige Auftritte erlaubte, ohne seine Autorität geltend zu machen. Am 21. September früh fand auf dem Chodin'schen Felde die große Parade über 45 Bataillone, 20 Batterien, 4 Regimenter Dragoner und einige Kosakentrupps statt. Der Anblick der neuen nationalen Kleidung der Truppen mag einem Stockrussen erhebend fein, dem Deutschen kommt er komisch vor; die Leute sehen wie halbe Wilde aus in der schlampigen, knopflosen Uniform und den Fellmützen und plumpen Stiefeln. Der Czar selbst sieht nicht einmal imvonirend aus in der neuen Uniform. Er war zerstreut, und unstät irrte sein Auge über die Massen seiner Krieger, die ihn mit ihrem Hurrah grüßten. Selbst die hohen Offictere zeigten keine Feststimmung, als sie sich nach dem Petrowskoi begaben zum osficiellen Frühstück; nur das Volk en mässe jubelte. Das Frühstück wurde, wie ich höre, durch die Gegenwart einiger bekannter Herren von hier panslavistisch angehaucht, wobei Fürst Nikitta den Vorwand hergeben mußte.

Hesterreich.

Buda-Pesth, 5. Octbr. Die antisemitische Stimmung hat eher zuge­nommen, als nachgelassen. In Preßburg fand thatsächlich eine Art Conflict zwischen der Comitatsbehörde und dem Minister statt, der suspeudirte Erlaß zur Verhängung des Standrechts war eigentlich schon publicirt und ist wegen des Widerstandes der genannten Behörde wieder lahmgelegt worden. Der Regie- rungscommissär Jekelfalussi entfernte sich weniger, weil die Ruhe hergestellt, als damit die Angelegenheit vom Comitat ausgetragen werde. Obergespan Graf Eszterhazy ist jetzt Commissär für Comitat und Stadt Preßburg. Er erklärte, es sei directer und specieller Befehl des Königs, daß die Ruhe und Sicherheit aller Bürger ohne Unterschied der Religion gewährleistet und gewahrt werde. Der Vicegespan Schott sucht die Aengstlichen zu beruhigen, indem er mittheilt, daß in 3 Städten und 14 Gemeinden des Comitats Ausschreitungen vorgekom­men, die Militärgewalt in 3 Städten und 3 Gemeinden einschritt, in den übri­gen durch die Behörde und die Einwohner die Ruhe hergestellt worden sei. Schott gilt als Antisemit.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Eorresponderrz-Bureair.

München, 5. Octbr. Der Director der Staatsbibliothek, Professor Dr. Karl v. Halm, ist nach längerer Krankheit gestorben.

Leivlia, 5- Oktober. Vor dem Reichsgericht hat heute die Verhandlung gegen den Zuschneider Wunderlich aus Marktschorgast und gegen den Schuhmacher Kiefer