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6) Vereins-Vermögen.

§ 16.

Die Beschaffung der nöthigen Mittel erfolgt:

1) Durch Ausgabe von Anthellscheinen zu je fünf Mark.

Diese Antheilscheine sind in den ersten fünf Jahren nach dem Er­werb unkündbar (f. § 7).

2) Durch die jährlichen Beiträge der außerordentlichen Mitglieder des Vereins.

3) Durch Ausgabe von Loosen zum Ankäufe der zu verloosenden Zucht- thiere.

4) Durch Einnahmen aus Beiträgen des Staats, der landwirthschaMchen Vereine rc.

§ 17.

Das baare Vermögen des Vereins ist verzinslich anzulegen. Von dem durch die Ausgabe von Anthellscheinen gebildeten Kapitale dürfen nur die Zinsen zu den laufenden Ausgaben verwendet werden.

Feutschlünd.

Darmstadt, 3. September. Ein auch für Hessen in seinen voraussichtlichen Folgen wichtiges Project scheint wieder in den Vordergrund treten zu wollen. Schon vor längerer Zeit liefen Nachrichten durch die Presse, oatz die Uferstaaten des Boden­sees sich mit dem Plane beschäftigten, die Frage einer Tieferlegung des Wasserspiegels des Bodensees in Erwägung zu ziehen und zur Untersuchung der betreffenden Verhält­nisse eine Eonferenz zusammentreten zu lassen. Nachher wurde es wieder still von dieser für die Bewohner der Rheinufer äußerst wichtigen Angelegenheit. Jetzt aber ist, wie verlautet, der Plan wieder ausgenommen und es soll nach derK. Ztg." die Ab­sicht bestehen, im Monat October an einem bereits festgesetzten Tage Vertreter von Oesterreich-Ungarn, Bayern, Württemberg, Baden und der Schweiz in Constanz zusammentreten zu lassen, um darüber zu beralhen, ob und in welcher Weise das Unternehmen zur Ausführung gebracht werden soll. Der Plan ist auch im Reichstage seiner Zeit bereits zur Sprache gebracht worden. Bei den damaligen Verhandlungen über die Berichtigung des Rheinlaufs betonte der Reichstagsabgeordnete Heyl aus Worms, welchen Einfluß auf die Wasseroerhältnisse des ganzen deutschen Rheins es haben würde, wenn die Absicht, den Wasserspiegel des Bodensees zu senken, verwirklicht würde. Es wurde darauf hingewtesen, welche Wichtigkeit der Bodenfee für den Wasser­zufluß des Rheins habe, indem er das Hochwasser des Schweizer Oberrheins in seinem Bett sammelt und nach und nach in den trockenen Monaten Juni, Juli und Sep­tember an den Rhein abliefert und welche Gefahr hinsichtlich der Abführung des Hoch­wassers eintreten könnte, wenn in die bisherige regelnde Thötigkeit dieses großen Wasser­sammlers eingegriffcn würde. (SR. H. P.)

England.

London, 4. Septbr. Die Regierung beschloß, drei weitere Bataillone Infanterie und Erfatzmannschasten, im Ganzen 5000 Mann, nach Alexandrien zu senden, um die Brigade des Generals Wood in den Stand zu setzen, zu General Wolseley zu stoßen.

Dublin, 4. Septbr. Sämmtliche enllassenen hiesigen Polizisten haben nunmehr dem Vicekönig eine Petition übersandt, in welcher sie ihr Disciplinar- vergehen einräumen und um Wrederanstellung bitten. Die Unruhen, welche sich gestern Abend erneuerten, wurden gegen Mitternacht von dem Militär durch Bajonnetangriffe, wobei jedoch keine erheblichen Verletzungen vorgekommen sind, unterdrückt.

Spanien.

Madrid, 4. Septbr. Nach aus Manila eingegangenen Nachrichten von gestern waren bis dahin 347 Eingeborene und ein Europäer an der Cholera gestorben.

Türkei.

Konstantinopel, 4. Septbr. Die türkische und die griechische Regie­rung haben ihren Truppen-Besehlshabern Befehl wegen Wiederherstellung des status quo ante zugehen lassen; die türkischen und die griechischen Truppen sollen die vor dem Zusammenstöße innegehabten Stellungen wieder einnehmen. Zur Lösung des Grenzstreits wird von der Pforte die Rückabtretung von Nezeros gegen Uebergabe der anderen streitigen Grenzpunkte beantragt. Wegen der von Griechenland vorgenommenen militärischen Vorbereitungen wurden von der Pforte mündliche Vorstellungen bei der griechischen Regierung erhoben.

Konstantinopel, 4. Septbr. Zwischen der Pforte und England ist nunmehr über die Ausschiffung von türkischen Truppen in Port Said und auch bezüglich der Proklamation, welche Arabi Pascha zum Rebellen erklärt, ein Ein- verständntß erzielt worden. Die Publicirung der letzteren soll vor der Aus­schiffung der türkischen Truppen in Egypten erfolgen. Die Unterzeichnung der Militär-Convention wird noch im Laufe dieser Woche erwartet.

Aegypten.

Alexandrien, 4. Septbr. Heute früh hat das englische Panzerschiff Minotaur" die Erdbefestigungen der Araber auf der Seite von Abukir be­schossen. Hier herrscht eine gewisse Aufregung wegen der Verhaftung eines Arabischen Spions, welcher der Ueberbringer eines an Antonopulos, den griechi­schen Consularagenten, gerichteten Schreibens war. Antonopulos wurde gestern Abend in Haft genommen. Einem Gerüchte zufolge soll die Polizei eine beträchtliche Menge von Waffen entdeckt und einem Complott auf die Spur gekommen sein, demzufolge mehrere Griechen mit dem Plane umgehen, die Europäer in dem Augenblicke zu ermorden, wo die englischen Truppen durch ein ernstliches Engagement vor Ramleh beschäftigt wären.

Die Egypter wurden heute nur in geringer Anzahl vor Ramleh ge­sehen, aber die Arbeiter fahren fort, Erdbefestigungen zu errichten. Von den in der Nähe der Eisenbahn nach Kairo aufgestellten schweren Geschützen wurde Nachmittags das Lager Arabi Pascha's mit Granaten beschossen. Die Egypter erwiderten das Feuer, richteten aber keinen Schaden an. Die Aufregung unter der europäischen Bevölkerung dauert fort, Senfations-Gerüchte jeder Art circulirten am Abend in der Stadt. Die englischen Militärbehörden halten die von ihnen getroffenen Vorsichtsmaßregeln für ausreichend, um jeder Eventualität wirksam zu begegnen.

Das Eisenbahn Unglück bei Freiburg.

(Bericht derStraßburger Post".)

Hugstetten, 4. September.

_< Vergnügungszug sollte nach Münster und Colmar von Freiburg Abends 8 Uhr 10 Minuten nach badischer Zeit zurückkehren, verspätete sich aber um etwa 5 Minuten, welche der badische Zugführer einholen lassen wollte. Der Zug fuhr deß-

*1) Auflösung deS Vereins.

§ 18.

Die Auflösung des Vereins kann nur erfolgen, wenn in einer zu diesem Zwecke berufenen Generalversammlung drei Viertheile der anwesenden ordent­lichen Mitglieder dafür sind, jedoch ist in diesem Falle jedes derselben nur zu einer Stimme berechtigt.

Im Falle der beschlossenen Auflösung wird das Vermögen verwerthet.

Bleibt nach Tilgung der Schulden und Einlösung der Anthellscheine zum Nominalwerthe noch Vermögen übrig, so fällt dieser Ueberschuß an den land- wirthschaftlichen Verein der Provinz Oberhessen.

Gießen, im September 1882.

Die mit Abfassung des Statuts beauftragte Commisstvn.

halb statt Mit der für d e Rückkehr gestatteten Schnelligkeit von etwa 40 Km. in der Stunde von Frerburg über Hugstetten hinaus mit der fast doppelten Geschwindigkeit was um so gefährlicher war, als die 26 vollbesetzten Personenwagen nur von fünf Bremsern bedient waren, und als unmittelbar von Freiburg aus die Bahn ein ziem­liches Gefalle hat. Hinter dem Hugstetter Einschnitt kam die Maschine aus dem Ge­leise und riß die ersten zwölf Personenwagen mit sich, welche wie die Maschine um­schlugen und theils auf dem Geleise, theils rechts, theils links hiervon sich ineinander hinemschoben, so daß zu verwundern ist, daß nicht alle Passagiere dieser Wagen ver­unglückt sind. Diejenigen, welche sofort ihre Füße auf die Bänke stellten, kamen am besten davon; so hat em ganzes diesbezügliches Coupe keinen einzigen Verwundeten aufzuweisen, trotzdem von diesem Coupe keine Wand oder Seite unverletzt blieb, sondern alles auseinanderbarst. Andere Reisende wurden unter den Trümmern unverletzt her­vorgezogen, da das Eisendach, von einigen Haken aufgehalten, eine schützende Decke gebildet hatte. Noch heute früh 5 Uhr dauerten die angestrengtesten Rettungsversuche fort, da, trotzdem Hugstetten und die umliegenden Orte noch Abends nach 9 Uhr Sturm lauten ließen und aus Freiburg gleichfalls Wagen und Mannschaften gesandt wurde« den Trümmern noch lange nicht aufgeräumt werden konnte. Die »Zahl der Ge- tödteten wird über 50, die der leicht und schwer Verwundeten über 100 betragen. Die meisten Verwundeten mußten mindestens 1> 2-2 Stunden unter den Trümmern liegen bleiben, bevor ihnen Erlösung aus der gefahrvollen Lage gebracht werden konnte Den heimkehrenden Unglückszug umstanden an allen Bahnhöfen zahlreiche Angehörige der Reisenden, welche in ein herzzerreißendes Wehklagen bei der vermißten Wiederkehr ihrer Angehörigen ausbrachen. Ich selbst habe an beiden Füßen arge Verletzungen erlitten und auch meine Hand ist verwundet, so daß ich wohl mehrere Monate werde das Bett hüten müssen. Zahlreiche Personen, darunter eine Anzahl höherer. Beamten, werden noch vermißt. Die reichsländische Bahnverwaltung ist unschuldig.

_ Freiburg, 4. September.

Wern waren zwei Vergnügungszüge hier eingetroffen, einer von Basel mit etwa 1000 und einer von Münster-Colmar mit etwa 1200 Theilnehmern. Der letztere Zug ging nach 8 Uhr Abends von hier fort und entgleiste alsbald zwischen hier und Hugstetten an der zweiten Lichtung d.s Mooswaldcs,' die südlich vom Lehener Bergle begrenzt ist. Als Ursache der Entgleisung nimmt man einen Dammrutsch an, der in Folge des wolkenbruchartigen Regens gestern Abend entstanden ist. Die Scene, die sich m rabenschwarzer Nacht, bei strömendem Regen auf freiem Felde darbot, war eine entsetzliche; sie spottet jeher Beschreibung. Als die erste Hülfe herankam, war die Um- Unglücksplatzes nur einem mit Leichen und zahllosen Trümmern bedeckten Schlachtselde vergleichbar. Aerzte waren rasch zur Stelle; während der ganzen Nackt wurden die Verunglückten, Tode und Verwundete, in Gefährten aller Art nach der Stadt und den nächsten Dörfern, darunter namentlich nach dem nahen Hugstetten ae- bracht Das Schauspiel der Verwüstung, das sich diesen Vormittag einlm zahlreichen L°nb zur Unglücksstätte gezogen, darbot, ist schrecklich. Auf der linken Sette abseits des Bahndammes haben sich die Maschine und ein Kohlen­wagen in den welchen Boden eingewühlt. lieber diese Stelle hinaus auf dem Bahn­körper selbst stehend eröffnet em Güterwagen den Zug der mehr ober minder zerstörten Wagen, ein Zug, der einige Male durchbrochen ist von auf die Seite geworfenen und zertrümmerten, meinander gefahrenen Waggons. Den Schluß der Kette bilden sechs noch aufrecht gebliebene Wagen, von denen indeß d-e vordersten mehr oder minder stark geneigt sind. Zwei in der Mitte des Zuges sich befindende Wagen sind ganz über-' nnb ^er Voden des einen nach oen gekehrt; hier hat die Gewalt hfl« Rpfcr anc8cle? ^fordert. An dieser Stelle bietet sich jetzt noch

das entsetzliche Schauspiel von furchtbar verstümmelten Leichen dar, welche aus ihrer anthLfb.nn nicht entfernt werden konnten. Alle Hände sind ge-

schafttg, diesen Trümmerhaufen von Tod und verstümmeltem Leben zu entwirren und die wenigen, die in biefem Schutthaufen noch lebend der Befreiung harren, aus ihrer ^mosphare Zu erlösen. Der Eindruck, den das Ganze macht, ist ent-

Jahrzehnte nicht zu vermischen vermögen Betroffen sind Ent^ sonders sollen die Zollbeamten ein sehr zahlreiches Con-

tingent gestellt haben. Einzelne Beamte hatten bis gegen 5060 Billets für ihre greunbe gekauft. Auch von höheren Beamten war eine große Anzahl betheiligt Aber fitibaS furStbare^fÄirf^rm" C®s ^nse Familien, Mann, Weib unb Kinbcr aeto^en km, Seitens der Bahnverwaltung war

sich auch bsi umU^enbenÄr^k^? ^ Unglücklichen zu bringen. Ebenso zeigten reit Dem ' Ä f o tn,b,cr aufopfernden Weise zur Hülseleiftung bi-.

so machte bie Benachrichtig^ h?cäu9 feinen transportabel Apparat mit sich sührte, Xro^bra tarn am felbet'Äh^A* 0l?6en Stationen einige Schwierigkeiten. runasrath^"Ob"r-Betriebsinsn^>n^§,/,^ Sonberzug von Colmar, welcher ben Regie, mar unbeinemOTn ln,t dem Oberstabsarzt b-r Garnison Col-

schnellen Mren bes ^Me. Wenn man Anfangs bem zu

ein bn aeiäh Uch- so bürste bas boch kaum zutreffend

lurücfaelcat nrrben T&ei ^"ellem Fahren der Erfahrung nach viel glücklicher nlederstel ba? das 'r Fahrt. Der Regen, der wolkenbruchartig her-

aebabt und fn mar er! stegmde Geleis jedenfalls vollständig unterwaschen SSAIXi b«Voraussicht die Catastrophe unvermeidlich. Ueber sübre?s vrnlan^ samten, des Locomotivführers, des Feuermanns und dcs Zug- N OpferÄe" U Ht iU fürd)ti"' dl-f-lben auch bem Unglück

den 104 verwundeten" sind^ ' Gunter auch Landgenchtsrath Janton. Von

Der Führer Rub ber Ä" "»letzt, 2 von ihnen sind heute Nacht gestorbe». taasabgeorbneter T>r'i bc8 stab gerettet. Der Senatsprasibent, R-ichS- SnÄmÄ«" befand sich nebst feiner Gattin indem befcbäbigt nverlefet geblieben. Regierungsrath Geigel aus Colmar ist leicht Berid)t®r$bontben5hi?eZ»m6erc,^4 Uhr Morgens. DemFranks. Journ.- wirb ferner Angehörigen ober Rekanntln" äIbe"b. flefunbenen 57 Leichen waren erst 27 von ihren 3 Verwundete gestorben k/n ai?äc,rt worden. Wahrend der Nacht sollen weitere Menschen lieget so?ite b bl1 au* unti,r ben nl*1 Behobenen Trümmern von dem entseülicken iS b ^nen seftern telegraphisch ausgesprochene Befürchtung finden Das Gwüberwn leider nur zu bald ihre volle Bestätigung

Bericht, in toeldiem bie ör fnnbte an die hiesigen Blätter einen offtcfeUen

nicht erusitVngeaebennA?' Z°rwunbeten auf 104, bie ber Tobten aber als noch

gebrachten VerwZndekn zu verstehn/' W 8kfi0Cn Kliniken untere

ins SpTtal ^uTchen"8^ mb durchwegs sehr erhebliche, boch weigerten sich Viele, 8ugehöriaeu un?prHrh7o? r ® neP, sollten zuerst über das Schicksal ihrer vermißten Jhriaen amfl^ ' die Anderen wollten in ihre Heimath, um von dm

die Straßen nach^ dem B^^.r,??on sah hfoIc^e Verwundete wohl an Hundert durch umhergehen. oahnhof oder aber vor den Klrniken und der Anatomie

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Ich übe mit so wenig iantigen Beste Blick über dai wenigen Stur Kleidern bebe ihren Leiden ber Unglückss befdjleunigt, Leichen zu Ta sehen lassen, t

Bedeute Professor Mm Assistenten uni lobenswerthe

Berli ^er Kronprin Nachmittags vorher ini ber & Wre&itmt ; Minister v. i W<n gemacht.

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