lands. — Ein weiteres Beileidsschreiben erhielt die Wittwe des Dr. Völk von dem Botschafter Fürsten Hohenlohe.
Oesterreich.
Wien, 4. Februar. Die „Presse" meldet aus Mostar: Feldmarschall- Lieutenant Baron Jovanovic wurde bei seinem Eintreffen Hierselbst von der Bevölkerung jeder Confession feierlich empfangen und erhielt nach herzlichster Begrüßung die Versicherungen der vollsten Ergebenheit und Treue für den Kaiser. Auch die Bevölkerung der auf der Reise berührten Ortschaften äußerten ihre Freude, den Baron Jovanovic wiederzusehen, betheuerten ihre unwandelbare Loyalität und wiesen jede Gemeinschaft mit den Insurgenten energisch zurück.
— Den Abendblättern zufolge wird die Anklage in dem Ringtheater- Processe gerichtet sein gegen Polizeirath Landsteiner, Exbürgermeister Dr. Rewald, Stadt-Ingenieur Wilhelm, Theaterdirecter Jauner, Beleuchtungs-Jnspector Ritsche, den städtischen Löschmeister Heer, den Hausinspector des Ringtheaters, Breithofer und den Theater-Arbeiter Gehringer.
Aranlireich.
Paris, 4. Februar. Der Comptantmarkt bleibt gut, die Zahlungsstockungen in der Clientel der Börsen-Agenten sowohl wie der Coulissiers hinterlassen aber einen Rückstand, der auf den Markt drückt. Eine Abordnung des Parquets verificirte heute mit Zuziehung Bontoux' und Feder's die Bücher und Kassen der Union Gönsrale. Die Verification nahm mehrere Stunden in Anspruch, worauf die Angeschuldigten in die Conciergerie zurückgeführt wurden. Bis jetzt ist kein anderweitiger Haftbefehl erlassen worden, aber man glaubt, daß noch weitere Verhaftungen erfolgen dürften.
Amerika.
Washington, 4. Februar. Das Gericht hat den Antrag Guiteau's auf Bewilligung eines neuen Proceßverfahrens abgelehnt und Guiteau zum Tode verurtheilt. Die Hinrichtung soll am 30. Juni stattfinden.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.
Wien, 5. Februar. Wiener Blättern zufolge haben gestern in Lemberg zahlrerche Haussuchungen bei panslavistischen Agitatoren in Gegenwart des Staatsanwalts, eines Untersuchungsrichters und eines Polizeicommissars stattgefunden, wobei viele Correspondenzen mit panslavistischen Führern in Rußland sistirt wurden. Es erfolgten zahlreiche Verhaftungen, u. A. des verabschiedeten Hofrath Adolf Jwanovic Dobrjanski mit seiner verheiratheten Tochter, des Redacteurs und Eigenthümers des Journals „Slowo", des Redacteurs Markow und mehrerer Akademiker. Der Statthalter Graf Potocki hat sich in Folge dessen nach Wien begeben.
Konstantinopel, 5. Febr. Der Sultan empfing gestern den griechischen Gesandten Conduriotis in Privataudienz. Der Empfang war ein sehr herzlicher. Der Sultan sprach die Hoffnung aus, daß nach glücklicher Lösung der griechisch-türkischen Frage zwischen Griechenland und der Türkei freundschaftliche Beziehungen herrschen ivürden. Conduriotis erwiderte, Griechenland sei von denselben Wünschen beseelt und hoffe aus eine baldige Lösung der bisher noch nicht gelösten Frage hinsichtlich der Grenzpunkte. Der Sultan sprach denselben-^ Wunsch aus und fügte hinzu, einige dieser Punkte seien bereits dem Minister- rathe vorgelegt worden. — Conduriotis erhielt den Großkordon des Medjidje- Ordens und der erste Dragoman, Dracepulo, den Medjidje-Orden 3. Klasse. — Das Gerücht von der bevorstehenden Reise des Königs von Griechenland nach Konstantinopel entbehrt, der Begründung.
Petersburg, 5. Februar. Der „Golos" bespricht die gegenwärtige politische Lage und sagt, die Erregung chauvinistischer Strömungen in der russischen Gesellschaft erscheine im gegenwärtigen Augenblicke geradezu als ein Verbrechen gegen Rußland. Ein Krieg, selbst wenn er erfolgreich wäre, was übri- äußerst zweifelhaft, könne Rußland nichts anderes, als eine noch größere Zerrüttung im Innern bringen, muffe die Regierung von der Sorge um innere Fragen ablenken und würde in der Folge deren Erledigung nicht nur nicht erleichtern, sondern sehr erschweren. Die russische Gesellschaft fürchte sich vor einen: Krieg uiib vor denjenigen, welche Rußland in einen Krieg hineintreiben möchten. Diese Furcht sei um so mehr begründet, als die Hellung der inneren Gebrechen eine unabweisbare Rothwendigkeit sei.
Paris, 5. Februar. Das „Journal des Debats" sagt, die Ereignisse in Egypten führten nicht zu eimm parlamentarischen Regiment, sondern zur M'lktärdictatur, vielleicht zum Sturze des Khedive durch Araby Bey. Diese Ereignisse, eine Folge des Panislamismus, seien nicht allein gegen Frankreich und England, sondern gegen alle Mächte gerichtet. Wenn irgend eine Macht die Pforte in ihrer Haltung ermuthigen sollte, so würde Europa bald sehen, daß dieselbe sich auf falschem Wege befinde; man könne nicht einig genug sein, um bte Gefahren zu beschwören, welche der Panislamismus Hervorrufen werde. Schon jetzt würden die europäischen Interessen in Konstantinopel weniger respectirt. Wenn nun erst die türkische Politik in Egypten an's Ziel gelangt sein werde, so werde man reißende Fortschritte des Panislamismus in der Welt sehen. Richt allein Frankreich und England würden seinen Fortschritt in Afrika bekämpfen müssen, sondern alle Mächte würden gleicher Weise unter ihm leiden.
trägt
sauer
Professor, Vorsitzender. Soldan, Realschul-Director Schnftsührer. Mieter, Buchhändler, Rechner, Batst, Rechtsanwalt' A, Bramm, Bürgermeister. Bratuscheck, Professor. L Bücking Rentner. Dr. Engelmann, Redacteur. Garets, Professor. Dr. (Sub fleisch, Rechtsanwalt nnd Retchstagsabgeordneter. I. Hanstein Land- tagsabgeordneter. A. H - ß, Stadtverordneter. OT. Hornberger Fabrikant' W- Keller, Stadtverordneter. Dr. Muhl, Rechtsanwalt und Landtaas abgeordneter. v Liszt, Professor. Oncken, Professor. A. Scheu da Redacteur. G. Wortmann, Bankdirector. v '
Lokale-.
Gießen, 6. Februar. Nachdem am 19. o. Mts. im Anschluß an den bereits bestehenden allgemeinen deutschen Schulverein zum Schutze des Deutschthums außerhalb des Reichs ein Ortsveretn für Gießen gegründet worden stt. veröffentlichen die Unterzeichneten den nachfolgenden Aufruf an die Bewohner der Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen:
An uns ere Mitbürger!
Am 15. August 1881 ist in Berlin ein allgemeiner deutscher Schul- verern gegründet worden. Die Aufgabe, die er sich gestellt bat eraibt sich nu? hm ersten Paragraphen seiner Statuten. 0 1 Ut er9lÜt tld) au§ ben
. S !■ Der "deutsche Schulverein" hat den Zweck, die Deutschen außerhalb des DpÄs^ch?^, Deutschthum zu erhalten und sie nach Kräften in ihren Bestrebungen, bleibt 1)er^eVehi Tcnrwerden, zu unterstützen. Allen Parteibeftrebungen seinen Zweck sucht der Verein zu erreichen durch Unterstützung und nach Umstanden Errichtung deutscher Schulen und Bibliotheken, Beschaffung deutscher Bücke? *5®? Schr.ften, Anstellung und Unterstützung von'deutschen Lehrern
Die Veranlassung zur Gründung des Vereins gab zunächst die seit Jahren con- sequent und systematisch betriebene Verfolgung des deutschen Stammes in Ungarn und (Siebenbürgen durch die herrschende magyarische Minorität.
Geleitet von dem Gedanken, der vor wenigen Jahren im ungarischen Reichs- tag ausgesprochen worden ist: „Die deutsche Sprache muß die Sprache der Hausknechte werden , hat man die Zahl der deutschen Volksschulen um die Hälfte vermindert die deutschen Gymnasien in Ungarn (mit Ausnahme von Siebenbürgen) aufgehoben
Hochschulen reapproeffirt, hat man in der Reichsoertretung und im Rathe der D^dte, in Schule und Kirche, auf der Bühne und im geselligen Verkehr die deutsche Sprache verhöhnt, verfolgt, beschrankt und ausgeschlossen. Bekanntlich sind in Böhmen unb im sudllchen Oesterreich die Verhältnisse nicht besser.
Es ist die Pflicht der 40 Millionen Deutschen im Reich, diese Vernichtung einer m-alten deutschen Cultur nicht mit verschränkten Armen mitanzusehen, sondern den 3&röbern außerhalb der Reichsgrenze in dem schweren entscheidenden Kampfe ,, . ,?£acri,ln6® auch der in Oesterreich gegründete deutsche Schulverein sich die Unterstützung des Deutschthums im Kampfe um seine Existenz zur Aufgabe gestellt marb'C/Je ?aber ©rünben feine Thätigkeit nicht über die Grenzen
Ctsleithaniens auszudehnen im Stande ist, wurde zur Durchführung des wüteren Programms, insbesondere zur Unterstützung der Deutschen Ungarns und Siebenbürgens der^ allgemeine „deutsche Schuloerein" in Berlin in's Leben gerufen Von den besten Mannern aller Kreise gefordert, hat er rasch eine bedeutende Anzahl von Mitgliedern
^auptltabt bc§ getunben; in Frankfurt, Jena, Kassel, Durlach Metz ^'pz-g, Dresden, Hannover, K,el. Straßburg; in allen Th-il-n des badischen Landes haben Ortsgruppen gebildet. Unser Großherzogthum, unser Gießen wird nicht zurückbleiben, wenn es sich um den Schutz für deutsches Volksthum 6anbeU. Die Unterzeichneten stnb überzeugt, baß sie bie Zustimmung unb Unterstützung bei allen ihren Mitbürgern stnben werben.
B « t m i f (j t e
Fulb a, 1. Februar. Die „Fulb. Ztg." schreibt: Der Mann meMvr in s., Nacht vom 30. auf b-n 31. Januar in Giesel burch einen Messerstich m’ä fim n. tobtet worben ist, war v-rh-irath-t unb hinterläßt eine Witwe nLt füiU K,nbe?n' Wie ich sttzt erfahre, heißt ber Erstochen- Dominikus Merz er roar fiilttnernnS Maurer; sein Geschäft pflegte er alljährlich „im Preußischen" wie man h^noch saat als Steinvolirer zu treiben. Auch ber muthmaßliche Urheber dieses Morbes oder-rÄ!' schlages ist ein verheiratheter Mann ebenfalls Hüttner. Derselbe wurde schon gesteh hier eingebracht und alsbald in Verhör genommen Ubiern
Handel und Verkehr.
Grün berg, 5. Februar. (Fruchtpreise vom 4 Februar.) Weizen M. 24.7 4 Korn X 20.28, Gerste X 17.06, Hafer X 16 40, Erbsen X 20.00, Lein X 30 00 Samen X 00.00, Kartoffeln X 00.00. ' -UU'
Die Statuten des deutschen Centralvcreins (allgemeiner deutscher Schulvereins können von dem Schriftführer Herrn Dr. Vormeng (Berlin W. Köthenerstr 31) be- jogeit werden und liegen außerdem bet sammtlichen Unterzeichneten zur Einsicht offen' ebenso^Lfften zum Einschreiben der Namen. Der jährlich- Minimalbettrag be- Gießen, am 30. Januar 1882.
Frankfurt »♦ M., 6. Februar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießm) Creditactien 270, Staatsbahnactien 262V,, Galizier 2523/4, Oesterr. Silberrente ^°,^80er Russen 73V6, 2. Orient-Anleihe 58^ 5% Rumänische Rente 88, Lombarden 111. Tendenz flau.
Gießen, 6. Februar Ein G-lbgießerg-hilf- stahl gestern einem andern seine , "sparte Baarschaft m besten Zimmer, nachbem er ben Schrank, worin das Geld N 66^01), hatte. Von der 100 X betragenden Summe eauipirte sich der
r*r^iH?mak?rtlm9'lita'U,te1cfii6 nu6er^m "°ch einen Revolver mit Munition und wollte 'rrh rnittelst der Bahn entfernen. Kurz vor Abgang des Zuges erreichte den Spitt- buben di-N-m-sis .n Gestalt eines Schutzmannes. Es fanden sich bei ihm noch 23 X roeldK dnn Beftohlcnen wieder übergeben werden konnten. Außerdem wurden die ai- kauften Kleider von den einsichtigen Verkäufern wieder zurückgenommen. 8
Allgemeiner Anzeiger.
Inslhe Schcllfisthe
eingetroffen. 846
Grg. Wiih. Weidig.
Danksagung.
Allen Denen, welche unserem einzigen unvergeßlichen Töchterchen und Enkelchen
L«ouise Kalbfleisch
die letzte Ehre erwiefen, sowie für die unerwartet zahlreichen Blumenspenden, sagen ihren herzlichsten Dank 832
Die trauernden Hinterbliebenen.
ein Metalldrucker von vntUU)V Kauffmann & Co., 833____________Lampenfabrik, Gießen.
766 Ladenmädchen gesucht für Colonial- und Kurzwaaren. Näh. bei der Exped. ds. Bl.
Hierdurch Die ergebene Mittheilung, daß sich von heute an mein Wäsche-, Weißwaaren- und Äusstattungsgeschäft m Hause von Geschwister Sauer, Lindenplatz, befindet.
Hochachtungsvoll
849 JBT- K. ann.
818 Eine Parthie
Erlen-StamMholz
auf dem Platz des Hrn. H. Keck Samstag den 11 Febr, Mittags 1 Uhr, zu verkaufen.
838 Heute treffen frische Schellßsche ein.
J. A. Busch Söhne.
Pension für Knaben.
In eine gebildete Familie wünscht man noch mehrere, dre hiesigen Lehranstalten besuchende Knaben in volle Pension auf: zunebmen.
Näh. in der Exped. ds. Bl. 819
Mine gebildete Dame sucht Stellung zur c des Hauswesens od. z. Stütze
und Gesellschaft einer Dame.
Gefl. Offerten unter R. T. 17 an die
Exped. ds. Bl. 789


