Maraarethe Fürnkranz beschrieben, ist ziemlich klein, mager, tragt dunkelblonde Tltus- srisur bat schlechte Zähne, ovales, blasses Gesiebt und ein Grübchen im Kinn, Ivricht aut Deutsch mtt einem fremdländischen Accent, hat feine Manieren und einen biDinben Gcsicktsau^druck; sie mürbe zuletzt Ende Juni d. I in Wien gesehen, gab sich als Studirende der Medicin aus und hat sich im W'.nter 1878 und 1879 rm Cm orte Geres bei Bozen aufgehalten. Einzuliefern." , ... .,
Man muß gestehen, Wjera Ttchestulm, alias Margarethe Fürnkranz, i|t ihres Ideals, des „Chevalier" de Hofmann, würdig.
Vermischtes.
- [ein Locomotivführer im Frack ] Ein Locomotivführer, der mit einem Fracke mit weißen Pantalons, weißem Gilet und gleichfarbigen Glacäs angethan, seine Fahrt macht, ist jedenfalls eine Erscheinung, die wohl noch nicht dem auf alles mit Aufmerksamkeit blickenden Menschenkmde begegnet sein dürfte. — Der eims der Dampfroste der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn birignenbe Locomotivführer K- K. — durch den Lolksmund „Baron" genannt — hatte sich, als er sich die beseligenden Fesseln der Ehe anlegen liefe, dadurch zugleich zum „gemachten Manne gemacht, denn d.e Mitgift seiner Frau, emer Tochter des Brünner Scharfrichters, war eme bedeistende, bafe er sick wenn er <s a wollt, auf bie Bärenhaut hätte legen können. K. dachte aber über die Menschen, welche nicht arbeiten und deshalb auch der Menschheit nichts nützen, zu wegwerfend, als daß er sich selbst in seinen Augen durch ewiges äoleo far EM« hatte verächtlich machen sollen, und desyalb wirkte er weiter im „Schweiße seines Angesichts. Der Bibel altes Wort: „Seid fruchtbar und mehret Euch" ging auch an ihm m Erfüllung, denn nach einem Jahre war er „Vater". An dem Tage, wo an seinem Erstgeborenen bie Saufe vollzogen wurde, fuhr er mit der äußerlichen Würde eines Seigneur" und in der oben beschriebenen salonmaßigen Kleidung, auf seiner Rampe stehend, im Dienste der Bahn seine Route. Da er nun in der Stadt, die fast immer >a§ Endziel seiner beinahe täglichen Dienstverrichtungen ist, verschiedene Bekannte^und Freunde besitzt, in deren Häusern oder mit denen er hausig Feten mitmacht, fo fahrt er jedesmal, wenn er derartigen geselligen Gelagen obliegen will, „fix und fertig für den Salon", seine Tour; lächelnd schaut er dann auch wohl auf die Personen, deren Verwunderung über den Anblick eines befrackten weiß bebanbf4u^ten eocomotlD^ü^rer§ auf den Gesichtern nur zu deutlich geschrieben sieht. — Die Wirklichkeit übertrifft eben immer noch die von der Phantasie gebildeten Erscheinungen
— (Die Veröffentlichung von Familiennachrichten.j Die „Norbh.Ztg. schreibt: Die jetzt allgemeine Sitte, Familienereignisse, sowohl trauriger als auch freudiger Natur, durch die Zeitung bekannt zu machen, ist keineswegs alt, sie kann wenigstens noch nicht ihr hundertjähriges Entstehungsjubiläum feiern, ©ianbtg ^nen; nachrichten die Spalten und Jnseratentheile unserer Zeitungen erst seit 1848, in welchem Jabre bekanntlich das Zeitungswesen in Deutschland einen großen Aufschwung nahm und in jeder größeren Stadt an die Stelle des Wochenblattes eine täglich erscheinende Leitung trat Sicher die originellste aller bis heute erschienenen Heiraths-Annoncen steht im (Gothaer) „Reichs-Anzeiger der Deutschen" vom Jahre 182c> und rührt von einem Schlotheimer Bürger her. Es heißt darin: „Em unbeweibter, kinderloser Mann, der sein Gewerbe als Bäcker betreibt, sucht eine ganz reme, gebildete ledige Haushälterin und getreue Wirtschafterin doch nicht über 28 Jahre alt und die auch von ganz reiner evangelischer Religion sein muß. Dann muß sie sein: von gesundem, wohlgebildetem Körper, von ungetrübter Heiterkeit und tugendlichem Frohsum, ooi- t efff'chem Character und unverdrossener Thatigkett m jeder Arbeit, selbst die mühsamste n'chi ausgeschlossen, geübt und wohlerfahren und dann auch aus einer guten und unbescholtenen Familie, worüber sie die besten Zeugnisse beibringen musi Da nun bei meinem Gewerbe keine Thaler, sondern Zweier, Dreier, ©ed)fer
und Thaler wieder ausgegeben werden müssen, so muß man solche zu Rathe halten, b ife d e Ausgabe die Einnahme nzcht übersteigt. Kann sie dieses m Erfüllung bringen (mit Gott) und hält sie das Noviziat (Noviziat also wird das Probejahr genannt so diejenigen zu genießen haben, welche das Klosterleben erwählen und in bi dem Jahre ift es Ihnen erlaubt, ein solches hinwiederum zu verlassen und werden biejmigen, fo im Probejahre stehen, Novicii genannt), 1) als rechte Haushälterin unb getreue Wirth- schaflerin aus; - so gebe ich ihr auf mein Ehrenwort als Gattin meine Hand und inein Herz und hat sie treue Liede zu mir, so werde ich ihr Führer, ihr Letter, ihr Gatte und sie wird meine Gattin und Gefährtin memes Lebens sein so lange, rote Q3ott will. Hat sie nun noch etwas an Reichthum, Gut und Gold (Tauseiidc werden nicht verlangt, wenn's nur Hunderte seien), so wünsche ich, daß za von unechtem Gute nichts untermengt sei. 2) Bcte unb arbeit, so hilft Gott allezeit. Wer sich nun aus obiges Geschriebene berufen fühlt ober Rücksicht barauf nimmt, beliebe sich "Uvanfirten Briefen zu melden ober in Person zu stellen, weil die Sache keinen Aufschub leidet. Aber Reisekosten werben n'cht gut gethan. Schlotheim in Thüringen, 4 Metten von Gotha, 2 Meilen von Langensalza, 9 September 1825. Wilhelm George Christian Lauer, Schwarz-, Weiß- unb Kuchenbäcker."
— Es ist boch richtig: Wjera Tschestulin, von deren „Roman/ bezw. deren Beziehungen zu dem „Cbevattcr be Hofmann" alle Blätter voll waren, ist keine Gräfin unb feine Russin und überhaupt keine Wjera Tschestulin, sondern eine ganz gewöhnliche Schwindlerin, Namens Margarethe Fürnkranz, hinter der das "Wiener Landesgericht wegen verschiedener Diebstähle einen Steckbrief erläßt. Die Wiener Blätter sind m der Lage, das kostbare Actenstück mitzutheilen und wir halten es für interessant genug, um es im Wortlaut wiederzugeben. Es lautet:
Tschestelin Wjera oder Tschestulin, alias Margarethe Fürnkranz. unter letzterem Namen'als JnduNrie-Lehrerin aus Krems gebürtig, 25 Jahre alt, ledig, bei Anton Schlür VII., Burggasse 86, seit Anfang Mai l I. nach Entwendung von 5 Leintüchern, 2 Tuchetziech'en und zwei Polsier-Ueberzügen, 10 fl. werih, unb mit einer Kostschulb ..nn o fi 72 fr. zum Nachtheile ihre? Unterstandgebers entwichen. Dieselbe ist ferner brinaenb verdächtig, am 28. und 29. Mai I. I. gelegentlich eines Besuches in der Roßauer Kirche einem f. t Oder-Lieutenant einen Orden, Tyroler Matrikelzeichen von Gold darstellend einen rothen Adler mit weißem Mittelschilbe und schwarzem Rttterhelm m Email am grünen Bande mit goldener Einfassung, 52 fl. werlb, entwendet zu haben. Wj«° TschchuliN oder Tsch-st-lin im „Pollz-i-Anz-ig-r" d. I. Artikel NÜ73 als
über 700 000 «A wären nämlich bis auf etwa 22,000 JU an das Reich abzu- Mren gewesen als Ersatz für die dem Reichsetat ivegen des Reservatrechts ent- aebende^Summe. Die besagten verbleibenden Einnahmen vvn 22,000 ivur- sen aber sich in ein erhebliches Deficit verwandeln, wenn man tue Zinsen für baS Anlage? und Betriebskapital der Post- und Telegraphen-Verwaltung m Anschlag brächte Es würde sich bei dieser Gelegenheit entschieden empfehlen, dass von zuständiger Seite diese finanzielle Seite der Sache klar gelegt würde damit das Publikum erfährt, welche materiellen Vortheile mit dem Reservatrecht verbunden sind, bezw. wie viel es dasür zu bezahlen hat. Im Interesse der Objectivität dürfte nicht verschwiegen werden, datz die wurttembergische Post dem Publikum einige Vorthelle bietet, welche die Reichspost nicht aufweist, z. B. einen erneuerten Geltungsbereich für Fünfpfennig-Briefe, Nichterhebung einer Zustellungsaebühr bei Paketen u. s. w. Dagegen werden aber die württember- gischen Postbeamten etwas niedriger bezahlt als die der Reichspost. (Straßb. Post).
Literarisches.
Das vom Major a. D. I. Schmi bt herausgegebene Handbuch „Der Emjährig- Freiwilligll" hat bet der jetzt nothwendig gwordenen neuen Auflage desselben eine vollständige Umarbeitung erfahren unb ist soeben in britter Auflage unter dem Titel „Der Einjährig-Freiwillige, der Reserve- unb Landwehrofficier" in ber Buchhanblung von G A. v. Halem erschienen. Unter Berücksichtigung ber neuesten hier fraglichen Beftimmungen gibt bas Buch in seiner jetzigen Fassung dem Wehrpflichtigen, welcher seiner Dienstpflicht burch einjährig-freiwilligen Dienst zu genügen wünscht, in Betreff ber Vorbedingungen, ber Anmelbung, ber Abweisung bet zett-ger ober bauernber Untauglichfeit, des Eintritts, des Dienstverhältnisses in der Ersatzreserve, sowie des Uebertrttis in den Beurlaubtenstand nach erfolgter Ableistung ber achten Dienstpflicht jede nur irgend wünschenswerte Ausfunft. Besondere Verhältnisse, als Reclamationen, Zurückstellungen, Em- und Auswanderung, zeitiger ober bauernber Aufenthalt tm Auslande rc re. haben an betreffender Stelle Berücksichtigung gefunden. - Die weiteren Abschnitte des Buches enthalten b'e Bestimmungen über die Verhältnisse im Beurlaubten- ftanbe, wobei diejenigen der Offiziere unb Militärärzte derartige eingehende Berücksichtigung gefunden haben, daß sich ber Verfaffer veranlaßt gefühlt hat ben T-tel bes Buches, wie oben angegeben, zu vervollständigen. Ein Handbuch ist dem Einjahrig- Freiwilligen unentbehrlich- Datz hier vorliegende Buch wird demselben in allen Lagen, unb zwar vom Eintritt in das wehrpflichtige Alter an bis zum Austritt aus allen Militärverhaltnissen gewiß ein treuer unb habet auch ein bequemer Begleiter lern, weil burch eine sehr übersichtliche Orbnung bes Stoffs, sowie durch ein detisches Sachregister jede Bestimmung leicht gefunden werden fann. Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Preis 1,50 JL
- Das wohl in den meisten deutschen Comptotren und Bnreaux feit vielen Jahren emgeführte
Tägliche Notizbuch
Verlag von Sam. Lucas in Elberfeld, ist soeben für bas Jahr 1883 erschienen.
Diese Ausgabe enthält: Kalendarium mtt Bezeichnung der Festtage, Buß- unb Bettage tm deutschen Reich — Messen, Jahrmärfte rc., für jeden Tag Raum zu Notizen, im Anhänge alle diejenigen Mittheilungen aus dem gefammten Verfehrswesen, welche für das Geschäft unentbehrlich sind. .
Wohl fönnte man fragen, was mit einem Notizbuch für nächstes Jahr schon
jetzt anzufangen sei; diese Frage beantwortet sich aber von selbst, wenn wir den Anhang des Buches näher betrachten. Wir finden da eine Menge nützlicher für den Geschäftsmann sogar unentbehrlicher Aufschlüsse über ben Post- unb Telegraphenverf hr, Porto- unb Depeschentarife, Angabe ber deutschen Amtsgerichte zugleich mtt Nennung der habet fungirenben Rechtsanwälte, Verzeichniß ber deutschen und fremden Consulate, Adreßbuch deutscher Banf- und Speditionsgeschäfte, Verzeichniß ausländischer Advocaten, Banf- häuser und Spediteure, Berliner Straßenverzeichinß und eine neueste Elsenbahnkarte. Das Buch ist, wie man sieht, nicht ausschließlich für 1883 verwendbar, nem, es teiltet ber Inhalt sofort seine Dienste unb deshalb fei es gerechtfertigt, dasselbe schon j-fet zu empfehlen. __ _ ___
—" Mit dem"171Mi d. I. sind bei der LebensverNcherungs- und Ersparniß-Banf tu Stuttgart bie von ben Verroaltungs Organen beschlossenen unb von ben bett. Staatsregierungen genehmigten Statuten-Aenbeiungen in Kraft getreten; bie wichtigsten Aenberungen sinb folgenbe:
Es wirb den Versicherten von jetzt ab Gelegenheit geboten, bte Dividenbe auch nach Verhältniß ihrer jeweiligen GJammtprämienleistung unb baher in fortgesetzt steigendem Matze zu beziehen. c .
Rach ben bisher erzielten Uebeischössen ist zu erroaiten, daß sich bie Dwweube im 6. Jahre mit 15pCt. beginnend alljährlich um ca. 3pEt. heben wird unb baß bemgemätz ber Versicherte z B. nach 20 Jahren 60p6t., nach 33 Jahren 99pCt- unb von seinem 34. Versicherungsjahr ab alljährlich eine fteigenbe Rente erhalten wirb.
Diese Einrichtung berührt finanziell die Interessen ber Banf und ber Versicherten, welche feinen Gebrauch von ber neuen Divibenbenveitheilung machen wollen, in ferner Weise. Es soll bannt nur den Wünschen derjenigen Versicherten entsprochen werden, welche auf die so'.tfchrettenbe Verminbeiung der Prämien Werth legen und dafür anfänglich mit einer geringeren Dividende sich begnügen wollen.
Während bie bisherigen Statuten bet ber Künbigung ber Versicherung ober Umwandlung bei selben in eine prämienfi <ie Police eine Vergütung aus bem Deckungs- kapital erst bann zuließen, wenn brei volle Jahresprämien einbezahlt waren, wiib von jetzt ab auch schon nach einem Jahre, außer ber Divibe' be bie gewöhnliche Rückvergütung aus bem Deckungsfapital geleistet; von der Letzteren wird nur, insolange bie Versicherung noch nicht 3 Jahre bestauben bat, als Aequivattnt für bie bei ber Aufnahme ei wachsenden UnfIfteu lV2vCt. ber Versicherungtzsumme abgezogen.
Bei brr Umivanblung alternativer in lebrnslängl'che Versicherungen wurden nach den btsh rigen Bestimmungen in allen Fällen nur bOpCt- des aus der alternativen Zusatzpränue angefammeltcn Deckungsfapttals zurückerstattet. In Zufunft wird diese Rückvergütung wie bet den Kündigungen lebenslänglicher Versicherungen in steigendem Maße erfolgen. .
Arn tiefsten greift die weitere Aenderrmg ein, wonach fernerhin auch rm Falle ber Versäumung ber Prämienzahlung bem Versicherten eine Vergütung im gleichen Maß? wie bet ber Künbigung gewährt wird, wenn bie Zurückgabe ber Police innerhalb drei Monat n vom Verfalltag btr unbezahlten Prämie an erfolgt; bisher hatte bie versäumte Zahlung ben Verlust des ganzen Deckungsfapttals zur Folge, nur ber Werth der rückständigen Dividende wurde vergütet.
Die bisherige Versicherungtzwetse gegen ermäßigte Prämie mit redrrcirttm Gewinn- antheil in den ersten 5 Jahren ist aufgehoben- .
Die Bedingungen, welche die Bank bei den zu gewährenden Cautions-Darlehen stellt, sinb äußerst liberal unb bieten solche bem Schuldner jede mögliche Erleichterung.
Wir können alle diese Aenberungen und Einführungen nur freudig begrüßen und wir zweifeln nicht, bafe sie bas Vertrauen zu der Lebensoersicherungs- und Er- sparniß-Banf in Stuttgart noch mehr befestigen werden, einer Anstalt, bie lediglich durch die Solidität ihrer Geschäfte und durch ihre guten Grundsätze sich m dem ver- hältnchmäßig furzen Zeitraum von 28 Jahren einen der hervorragendsten Platze unter allen ähnlichen Instituten errungen hat.
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