Ausgabe 
6.7.1882
 
Einzelbild herunterladen

der Zeuginnen, welche einen Verlust von 36,000 Mark mit ihren Differcnzgeschäften zu verzeichnen Hal, blieb nach der Katastrophe dennoch nicht von der Börse fort, denn kaum waren die Sachs verschwunden, so ging sie zu Homberger's Börsen-Comptotr und kam aus dem Regen in die Masse mit etwas über 5000 Mark.

- lieber einen modernen Däumling berichtet man aus Brooklyn. New-York. Eine Frau Mc. Lyman hat dort ein Kind zur Welt gebracht, das bei der Geburt kaum 17 Unzen wog. Seitdem hat sich das Gewicht des noch nicht einen Fuß langen Ge­schöpfes auf beinahe l/3 Pfund gesteigert. Es nimmt fortwährend Nahrung zu sich und zeigt sich vollständig lebensfähig, Um den Leib herum ist es nicht dicker, als seine Mutter am Handgelenk und einen gewöhnlichen Fmgerring kann man bequem an einem der Aermchen bis zur Schulter streifen. Sonderbarer Weise ist das puppengroße Köpfchen mit starkem Haarwuchs bedeckt. Der Vater des Kindes ist ein sechs Fuß hoher kräftiger Mann, während die Mutter die durchschnittliche Stärke von Frauen hat. Sie gebar m ihrer Ehe zehn oder mehr Kinder, welche alle gesund und stark zur Welt kamen und ein Gewicht von sieben Pfund hatten.

V ctor von Scheffel hatte, wie wir vor Kurzem mlltheilten, in witziger, wenn auch wenig galanter Weise dem Ersuchen einer Dame um ein Autograph auszuweichen verstanden Besser ist es in voriger Woche einer jungen Dame m Bielefeld ergangen, welche den Dichter um einige Worte für eine Freundin ersuchte. Sie erhielt bereits nach wenigen Tagen einen Brief, welcher nicht nur einen Gedenkspruch für die Freundm, sondern auch einen poetischen Gruß für die Dame selbst enthielt- Wir theilen die beiden humoristischen Ged'chte hier mit. Sie lauten:

Gruß nach Bielefeld.

Ein freundliches Wort- Findet seinen Ort, Drum wünsch' ich als Probe Meiner Schrift und Gesinnung Dem Fräulein Lina ......

Recht bald einen artigen Freier.

Gedenkspruch.

Uebe früh Dich, Haus zu halten Und tüchtig in der Küche zu schalten: Ein gut Gericht Ist auch ein Gedicht-

Den vielen Verehrern und Verehrerinnen Scheffel's dürfen wir wohl verrathen, daß der Dichter eine Handschrift besitzt, die vermöge ihrer Deutlichkeit und ihres Schwunges vor dem Richterstuhle des strengsten Kalligraphen bestehen kann.

[@ine neue Erfindung auf dem Gebiete der Beleuchtung.^ Aus London kommt eine Nachricht, welche geeignet ist, Aufsehen hervorzurufen. Schon vor einigen Tagen cursirte m dortigenGaskreisen" ein Gerücht, welchem zufolge eine wichtige Erfindung auf dem Gebiete der Beleuchtung gemacht worden sei und daß man nur die eben im Zuge befindlichen practlschen Probeversuche abwartet, um damit vor die Oeffentltchkut zu treten Nun ist das Geheimniß enthüllt. Wie nämlich eine Londoner Depesche meldet, hat em Engländer eine neuartige Gaslampe erfunden, in welcher das Licht durch Verbrennung von Gas und überhitzter Lust von 800 bis 1000 Grad Celsius erzeugt wird. Die mit dieser Erfindung in Gegenwart eines Fach-Auditoriums ange- stellten practischen Versuche sollen festgestellt haben, daß das neue Licht an Reinheit und Leuchtkraft (Lichtstärke) mit dem elektrischen vollkommen concurnren kann und daß die Entstehungskoften sich verhältnißmäßig billiger stellen gegen jene des electrischen Lichtes.

(Erne gut bezahlte Halbes Großfürst Wladimir von Rußland besuchte vor einigen Tagen die Nürnberger Ausstellung und bezeugte namentlich für die kunst­gewerblichen Ausstellungsartikel großes Interesse. Bei seinem Rundgange credenste idm b*eSchützenlisl" vom bürgerlichen Brauhaus eine frische Halbe und erhielt als Douceur drei 20-Markstücke.

* Bist»

77^4« ' "ne8to6e ft

E^rkehrz

= die

rAbrannt 'Eldeh find in *\htt $on wubunn öon Ntfeiu" e*eni über ntereffe baran, ,e jeder Mach!

yificiren, ne Gefahr fßr enMchen Re- bQB fein emo- bcr Monieren) onoention mit Die von au§= eines höheren ^en non dem inM-eir baß beichafilgi sii, geknüpften Le­von der Auf- des Ministers icht hinlänglich

liebene Clemens idlers Friedrich Amalie Lasaulx nineifitäts- und rer, obwohl er : feiner Collegen s unser Perthes, i für Studenten jungen Leuten )anbwerfer unb Kreisen gewisse funst vermilteln inb auss Fechten haben es schwer, katt, die Schlaf' Darauf hin zog libwerksburschen, -d)ten Herbei gm qrünbtt,

jnliche Häuser Zesitzthum von

.n wanderndeu Mches Volks- , vonPersiehl mten begegnete, c bekannte,kein diese Herbergen Ordere man auch iegnet, mährend tffleintrmten mgeht, darüber .geben und Mr it zuzutrauen ist.

/lsrein- hielten für 20 ft

lWS-lb«». ®n ä

Prf

(II tifl, OiCD

<> S-i

_ So ntag den 9. Juli findet das 12. Gauturnfest in Herborn statt. Die Turner des Gaues Hessen sammeln sich in Gießen und fahren von hier mit Extrazug Maraens 10 Uhr nach Herborn.

_ Einem Unterofficier des hies. Regiments, welchem heute Vormittag ein Gläschen Branntwein offerirt wurde, bekam anstatt dessen unglücklicherweise aus einer Flasche, ffinrin Schwefelsäure enthalten, den Trunk eingeschenkt. Er verbrannte sich infolge dessen Mundhöhle und Schlund derart, daß er der Sprache beraubt, in das Lazareth oer; bi acht ^rd^wußt ^geHeilt wird, soll sich der, vergangene Woche in Wieseck er­tappte, Einbrecher als ein dem Gefängniß in Marburg entsprungener Sträfl-ng ent­puppt haben.^ einigen Tagen hier aus dem alten Arresthaus entsprungene Sträfling wurde in Frankfurt wieder dingfest gemacht.

-- ß er misch tti

Darmstadt 1. Juli. sPostpersonalnachrichten.^ 1. Angestellt find der Post- praktikant Fricke in Mainz als Postsecretair und der Postassistent Klein in Mombach als P ost Verwalter. Postsecretair Horstmann in Mainz zur Ober-Postdirection

in Hamburg behufs Uebernahme einer Bureaubeamtenstelle Klasse und der Tele- graphrnsecretair Könnecke in Darmstadt nach Mannheim behufs Uebernahme einer DbCT:^Cl(^ Decher in Darmstadt-

Offenbach, 30- Juni- Der vor etwa acht Tagen wegen Verdachts der Ent- w mdung des s- Z dem Briefträger Haas angebl ch abhanden gekommenen Geldpacktts im Werthe von 5100 Mark in Untersuchungshaft genommene junge Mann wurde, nachdem gestern von dem aus Darmstadt hierher gekommenen Untersuchungsrichter eine große Anzahl Zeugen vernommen worden war, wieder in Freiheit gesetzt, da sich dessen volle Unschuld herausgestellt hat- _ .

Iserlohn, 26 Juni. Das hiesige Schöffengericht hat am vorigen Freitag em empfindliches Uttheil gefällt. Dem Wirth A. V-, sowie den Frauen vieler seiner Gäste waren zu Neujahr Karten beleidigender Art anonym durch die Poit zugegangen und der Steuerbeamte St. Hierselbst wurde als der Absender der Karten entlarvt, über den daraufhin das Schöffengericht eine Gefängnißstrafe von fünf Monaten au§fprQcb.$n fcem eines Tuchhändlers in Brünn war großes Herzeleid. Der Vater hatte Bankerott gemacht, war gestorben und hatte nichts hinterlassen als seine Wittwe und 8 Kinder. Die Noth war groß; da fand der älteste Sohn unter alten Papieren ein Creditloos Er nahm es und ging schweren Herzens zum Bankier, um 150 Gulden darauf zu borgen. Borgen wollen Sie? fragte Der Bankier nach einem Blick auf das Loos, Ihr Loos hat ja am 2. Januar d. I. 150 000 Gulden gewonnen! Und so war es- , , c

Eine glückliche Idee, welche weitere Verbreitung verdient, hat der Ober­bürgermeister von Gera gehabt- In Gera, einer Industriestadt von dreißigtausend Einwohnern, flieht es Hunderte von armen Schulkindern, denen die Eltern, Fabrik^ Arbeiter, nur eine dürftige Kost gewähren können. Um diesen armen Kmdern nur Einigermaßen dafür Ersatz zu bieten , hat der Oberbürgermeister einen für wohlthäiige Zwecke ihm zur Disposition gestellten Fonds, der durch Private zusammengebracht wurde, zum Ankauf von Milchmarken verwendet, die den armen Kindern gegeben werden. Dafür erhalten sie während der Freistunden in einem großen, dicht neben Len Bürgerschulen gelegenen Milchgeschäft ein Liter guter Milch täglich- Die Ein­richtung hat lebhaften Anklang gefunden und es ist zu erwarten, daß sie eine dauernde »erben wirb. Ihre Vorzüge sind bie, baß die nahrhafte Milch sofort ohne Umw g den Kmdern zukommt, daß die Eltern bas Geld wed-r zu anderen Zwecken verwenden rönnen, noch bas Schwierigkeiten in ber Verwaltung Vorkommen. D'e Lehrer geben Len Kinbern bie Marken unb diese erhalten bie Milch, bie sie in ber Molkerei-Anstalt -sofort trinken.

lieber Pikantes zum Proceß Sachs in Frankfurt schreibt basFr. Journ.": Vielfach mürbe bie Frage schon aufgeworfen, warum Personen hiesiger etabt, welche bekanntermaßen auch bei ben Gebr. Sachs ganz bebeutenbe Summen verloren, nicht auch als Zeugen vernommen werden. Es kommt dies vielfach daher, weil bie Be- treffenben sich nicht mit ihrer Forderung anmelbeten. So z. B. verkehrten bie beiben Sachs mit einer--Dame, die sie glänzend ausstatteten. Die auch hier unzertrenn

lichen Brüder wußten aber schlauer Weise die Person zu bestimmen, die ihr von den beiden Amateurs übergebenen Summen wieder bei ber Firma Sacks anzulegen. Sie verlor Alles, erklärt sich jedoch für nicht beschäbigt. Für bie Frauenwelt muß jeboch bas Börsenspiel mit seinen Aufregungen in ber That viel Anziehenbes haben. Eine

Frankfurt a. M., 5. Juli, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt burch bas Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Crebitactien 271, Staatsbahnactien 277V4, Galizier 2693/4, Lombarben U3V4, Norb- westbahnactien 1763/4, Darmstäbter-Bankactien 159, Oberschlesische E.-B.-Act. 2483/4, Oesterr. Silberrente 657/8, 4% Ungar. Golbrente 75Vg, 4% 1880er Russen 69Ve, 5% 1877r Russen, 2. Orient-Anleihe 56V8, Spanier 28716/ 5% Rumänische Rente, 4°/0 Unisic. Egypter 543/4. Tenbenz fest.

Wäfferwärme der Lahn.

Am 5. Juli, Mittags zwischen 11 unb 12 Uhr: + 16V4° R, Luftwärme + 19° R.

L. Chr. Rübsamen.

Allgemeiner Anzeiger.

Kaffee Kaffee

stets frisch und ohne jeden fremden Zusatz gebrannt, per Pfd. M. 1.20, 1.30, 1.40, 1.50, 1.60, 1.70, 1.80;

ferner TO^C Kaffee s,

per Pfund von 90 H an bis «M. 1.60, empfiehlt unter Garantte als kräftige und reinschmeckende Qualitäten 2729________C. Roth, Nmenbäukn.

Lebensversichermigsbank für Deutschland in Gotha.

Stand am L Juni 1882.

Versichert 58510 Personen mit.......402,683,500 Mark

Bankfonds............ 104,525,000

Ausgezahlte Versicherungssummen seit Eröffnung . . 136,000,000

Aus jede Normalprämic nach 5 Jahren Dividende. Keine Auf­nahmegebühren. - Gewährung von Kautionsdarlehen an Beamte. Sofortige Auszahlung der Versicherungssumme nach Beibringung der Sterbesallnachweisnngcn

Dividende in diesem Jahre 42 Prozent, im Jahre 1883: 43 Prozent.

Nettoprämie für 1000 Mark nach Abzug von 42 Prozent Dividende beim Beitritt im Alter von

25 Jahren: 13 70 H

45 Jahren: 23

30 15 30

50 27

35 » 17 20

55 33

40 " 19 70

60 41

Vertreter: F. Gros, Lu'wigsplatz

B. 1455.

vft. H 40 30 50

4248

Die Unterhaltung sämmtlicher Dächer der Bahnstrecke WabernGießen der Main-Weser-Bahn soll in öffentlicher Submission vergeben werden.

Offerten sind verschlossen und franko bis zum 15. Juli 1882 auf dem Bureau Königlicher Eisenbahn-Bau-Jnspection zu Marburg einzureichen. Auswahl unter den drei Mindestfordernden bleibt Vorbehalten.

Massenverzeichniß und Bedingungen sind auf dem vorgenannten Bureau und bei den Bahnmeistern Pfaue zu Treysa und Gerhard zu Gießen ein­zusehen und können auch gegen Ein­sendung von 75 bezogen werden.

Marburg, den 28. Juni 1882. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. 4462______Philippi.__________

Frritog den 7. Juli l. I.,

Nachmittags 2 Uhr,

werden in ber Flett'schen Hofraithe Wallthorstraße gegen Baarzahlung ver­steigert :

7 Sophas, 6 Kleiberschränke, 3 Kom­moden, 3 ovale Tische, 1 viereckiger Tisch, 3 Wirthstische, 3 Lehnbänke. 1 Secretär, 1 Consolschränkchen, 1 Küchenschrank m. Glasausfatz, 2 Stühle, 1 ovaler Spiegel mit Goldrahme, 1 Nähmaschine, 1 Nähchatulle, 1 Hand­wagen, 1 Ls-Horn, 1 Taschenuhr und 1 Lexikon (Brockhaus i.

Gießen, ben 5. Juli 1882.

. Geißler,

4569 Gerichtsvollzieher.

Freitag den 7. Inti, Mchmittags 2 Uhr, Haffen Unterzeichnete auf bem Marktplatz eine größere Parthie altes Bauholz gegen gleich baare Zahlung versteigern. fe572 B. Kahenftein. G. Plank.

Neuc holl. «« Vollhäringe treffen heute ein. 4567

H. F. M'assauer.

Wieder frisch cingetroffene Mui.je» -Wringe empfehlen 4544

J. A. Basch Söhne.

Vergebung von Straßenbau- Arbeiten.

Die Ausführung eines Umbaues an der Kreisstraße von Allendorf nach Treis a. d. Lda. soll in mündlichem Abstreich an einen Unternehmer ver­geben werden.

Die vorkommenden Arbeiten sind wie folgt veranschlagt:

1. Erdarbeit . . 900. Jt

2. Maurerarbeit . 62.50

3. Chaussirarbeit 63640

1598.60

Plan, Kostenvoranschlag und Be­dingungen sind auf dem Rathhause zu Allendorf a. d. Lda. aufgelegt, wo­selbst auch

Dienstag den 11. d. M^S.,

Vormittags 11 Uhr, die Vergebung der Arbeiten erfolgt.

Gießen, am 4. Juli 1882.

Der Kreisingenieur: 4551 Gnauth.

IeUgeöotenes.

3446 Mehrere Oleander sinb preis­würdig zu verkaufen.

Georg Hoß, Nahrungsberg.

4549 Außer dem so beliebten Guß- kuchcn bringe meine vomüglichen O b st- k u ch e n in empfehlende, Erinnerung; empfehle gegenwärtig Hcidclbeer- und Kirschkuchen in bester Quali­tät, täglich frisch.

Zwieback in bekannter Güte.

4549 August Guhr, Lindenplatz.