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Lokale».

Gießen, 4. October. ^Sterblichkeit in Gießens Der verflossene September war, was die Sterblichkeit dahier betrifft, ein so günstiger Monat, wie wir lange keinen gehabt. Es starben im Ganzen nämlich nur 22 Personen, 11 Kinder und ebensoviel Erwachsene. Von den Kindern befanden sich 5 noch im ersten Lebensjahre, 3 von diesen starben bald nach der Geburt an allgemeiner Schwäche, eins, ebenfalls nur einige Tage alt, in Folge eines angeborenen Bildungsfehlers, eins an Keuchhusten. Von den 6 älteren Kindern erlagen der Diphtherie 4 (darunter 2 Geschwister), eins dem Scharlach, eins einer Eiteransammlung in der Brusthöhle. Bei den verstorbenen erwachsenen Personen war Todesursache - Lungenschwindsucht dreimal, Lungenemphysem. Bronchien­erweiterung, Schlagfluß, Epilepsie, Eitervergiftung, Herzkrankheit, Vergrößerung der Brostatadrüse, Altersschwäche je einmal. g.

Seiten? des Schriftführers der Buchbinder-Innung wird uns die Mitthctlung, daß von durchreisenden Gehilfen, die hierauf der Schram m'schen Herberge verweilten gefälschte Arbeitsbücher geführt und behufs Erhebung des Geschenkes vorgezeigt werden Dieselben sind in einem blauen, innen roth gefütterten Umschlag geheftet und haben nur ein Arbeits-Attest und zwar von Jordan, Buchbinder, Bierbrauer rc. ausgestellt und mit einem gefälschten Stempel der Stadt Guben beglaubigt. Bei der Buchbinder-Innung sind bereits drei solcher Arbeitsbücher angehalten worden und dürften noch mehrere in Umlauf sein, was wir den hiesigen Handwerkern mitthetlen.

Gießen, 4. October. Schwurgerichtsverhandlung am 3. October 1882 Vormittags 8i/r Uhr beginnend, gegen Johannes Bellos IV. von Rödgen wegen Ver­suchs der Nothzucht. °

.... Es liegen den Geschworenen zwei Fragen vor, welche wir aus allgemeinen Rück­sichten nicht gut öffentlich wtedergeben können.

Di- G-schwor-nen verneinten die erste Schuldige, bejahten aber die zweite v-mtthE* U"b mUtbe bcmßema& Bellas in eine GesSngnMrafe von 5 Monaten

ist des Volkes Freudenfeuer, zu Ehren der ungläubigen Freunde des Khedives!" Gerüchtweise verlautet, daß an verschiedenen Stellen des Bahnhofs Dynamit gefunden ward, selbst in einem Heuballen; indessen rührt es wohl von der arabischen Munition her, die man in Zagazig ununterschiedlich in die Waggons lud und nach Kairo schaffte. Von den Heuballen werden einige wohl noch die ganze Woche fortfahren zu schmauchen.

Der Proceß Arabi Paschas wird binnen Kurzem beginnen. Er selbst gibt sich die größte Mühe, einen englischen Rechtsanwalt zu seiner Vertheidigung zu erhalten, und zwar aus dem für die heimische Rechtspflege sehr wenig schmeichelhaften Grunde, daß die egyptischen Juristen nicht zuverlässig sind und sich zu Augendienern der eigenen Obrigkeit abgeben. Von diesen Obrigkeiten sind aber sehr viele in die Sache Arobis selbst verwickelt und werden daher Letzteren durch ihre Helfershelfer möglichst ffoliren lassen. Außerdem sitzen sm Kriegsrathe selbst verschiedene Leute, die bester neben Arobi aus der Anklagebank säßen, so ein gewisser Osman Bey, der in Damiette unter Ab- dellal die Artillerie befehligte und dessen Freund und Rathgeber war. Die Egypter selbst sind über dessen Wahl böchst betroffen. Hier in England legt unterdessen Arabi's Bewunderer, Sir W- Gregory, schon dem Verthetdtger desselben den Stoff mundgerecht zurecht, indem er in derTimes" heute die Anklagen gegen Arabi zu- -sammenstellt und widerlegt. Es gibt ihrer drei, sie beziehen sich auf die Meuteret, das Blutbad vom 11. Juni und den Brand Alexandriens. Die Anklage der Meuteret fällt nach Gregory einfach deßhalb zusammen, weil Arabi den Wünschen seines höchsten Herrn, des Sultans, gemäß handelte. Sein Anthetl am Blutbade ist undenkbar, denn kann man sich vorstellen, daß ein Mann wie Arabt einen so großen Fehler begehen würde, der ihm alle europäischen Sympathieen sicherlich entfremdet hätte?" Wenn aber der Brand und btt Plünderung Alexandriens auf seinen Befehl zurückgeführt werden kann, so möge man die Strafe dem Vergehen gleich machen; aber es seien eng­lische Zeugnisse dafür vorhanden, daß er nichts von der Catastrophe, welche von ent­lassenen Soldaten und Sträflingen herbeigeführt wurde, wußte. Was aber die andern Geschickten, die in englischen Blattern erschienen, beträfe so die Veruntreuung von 25,000 L. aus den Zollgefällen, seine Gegenwart bet dem Martern der Tscherkessen u. s w. so ist Gregory überzeugt, daß dasLügen sind, groß wie ein Berg".

London, 3. Oktober. In der Nähe von Boyle (Irland) ist in der vergangenen Nacht ein Farmer ermordet worden.

Aegypten.

Kairo, 3. Octbr. Das als Mobilienkammer bekannte Gebäude wird tur Aufnahme aller durch das Kriegsgericht abzuurtheilenden Gefangenen, unter denen sich auch Arabi Pascha und Tulba Pascha befinden, hergerichtet. In dem nämlichen Gebäude wird auch das Kriegsgericht seine Sitzungen abhalten.

Verzeichnis

der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine O'ler mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAAS ENSTE IN * VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

be§ Bräutigams des bekannten jungen Grafen Wielopolski, die Gräfin Plater aus .^nbe,rt jSWtt vom Ufer im Beisein des Schwimmmeisters. Der Leichnam f5.UrLo8r unb wurde erst heute Abend bei Malawocco angeschwemmt. Heute sollte die Hochzeit sein. v

A^sbaden, 27. September. Wie leichtsinnig heutzutage geheirathet wird, davon erhiett Ihr Correspondent gestern Hierselbst eine Probe. Sie ist krank, schwächlick L'? Erwachsen sie nennt nichts ihr Eigen als sich selbst. So sah sie ein ebenfalls stcy nicht der besten Gesundheit erfreuender, an Reichthum ihr ebenbürtiger Taglöhner, r 10 ?d6cr L'ebe zu ihr und führte sie in größter Eile, trotz aller Abmahnungen mS? tinnsen' rum Traualtar. Nun soll die Liebe zwar vieles Unmögliche möglich Eines aber kann sie aus die Dauer nicht: einen knurrenden Magen zum Schweigen bringen. Einige Tage schienen die Neuvermählten ein Herz und eine Seele, bem, was sie Hatten, oder vielmehr von dem, was andere hatten und aus Mitleid ihnen borgten, bis gestern Abend nach 8 Uhr plötzlich ihrePumpe" die Fu"ctwnen einstellte und ihr Hunger in bekannter rückhaltloser Art sich Geltung ver- {,0 Er ist in Folge des Hungers ermattet, daß alles Jammern

seiner besseren Halste ihn nicht aus dem Hause zu bringen vermag. Auch ihr kollerts zwar tm Magen, aber Einer muß doch etwas thun und wenn Er nicht will, so wird sie wohl müssen. Und wirklich, sie weiß Rath. Der Bürgermeister ist so eine Art von Vater aller Bürger er muß auch für sie sorgen; er muß ihm Arbeit verschaffen und vorläufig sie wenigstens am Leben erhalten. Leider war es nun inzwischen etwa -c!."-.sdeworden und leider pflegen auch ferner so hohe Herren zu so später Stunde ge chaftlich nicht mehr zu sprechen zu sein. So hatte denn auch unsere junge Ehefrau aUUei? ".Ob es ihr später besser ergangen oder was überhaupt lr geworden ist, hat Ihr Correspondent leider nicht in Erfahrung bringen können. Das E cke vom Liede wird eben das Alte sein, daß jeder Theil wieder seinen eigenen

0^. (Mzr. Azgr.)

An einem der letzten Sonntag passirte in dem Orte Wersau einem jungen Ehemann eine recht fatale Geschichte Weder hatte ihm der Storch einen neuen Sproßling gebracht und wollte er denselben nach altem Vaierbrauch zur Taufe bringen. hIi"' oaa\ Un? 6,n8en keterlichem Zuge, auf dem Arme der Letzteren 8a«.. n, elnem^lff=Cn/. bJn W-» rur Kirche. In der Nähe derselben hob die in mütterltcfier Sorgfalt die Decke, welche über das eingcbogene Kissen geschlagen, 'N die Hohe, um sich nach dem Befinden des kleinen Weltbürgers zu erkundigen Aber o Schrecken man hatte in der Eile den Kleinen vergessen und bis dahin blos das leere Kissen in feierlicher Weise getragen. Was war zu thun, ein Umkehren des ganzen Taufzuges würde allzu großes Aufsehen im Ort erregt haben, der Vater schnell ent­schlossen wandte allein um, kehrte nach Hause zurück, barg den kleinen Hoffnungsvollen nicht allzu kurzen Rockschößen, um dann in eiligem Laufe die an einem für Spötter etwas geschützten Ort zurück gebliebenen Festgenossen wieder zu erreichen. Schnell legte man den Säugling in die weichen Pflaumen und die Feierlichkeit erlitt von jetzt ab weiter kejne Störung.

SchiffSberichl. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen.

- c=c$renVn' October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Capt. F. Himbeck, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. September von Bremen und am 20. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

t Telegraphische Dampfernachrichten. Mitgetheilt von den General-Agenten Gebr. Gosewisch und Max Jos. Schröder, Mainz.

. ^Baltimore, 29. September. Angekommen von Bremen (Abfahrt 16. Septbr.) der Nordd. Lloyd-DampferKöln".

New-York, 30. September. Angekommen von Rotterdam (Abfahrt 16. Septbr.) DampferLeerdam" der Niederl.-Americ. Dampfsch.-Ges.

. New-York, 1. October. Angekommen von Bremen (Abfahrt 17. Septbr.) der Nordd. Lloyd-DampferHabsburg".

^.^brtchtigung. In der Donnerstag den 28. September l.J. vor dem Schwur- gerichtshof dahier gegen Peter Grünewald von Brauerschwend und Heinrich Glenzer von Reimenrod wegen detrüglichen Bankerutts stattgefundenen Hauptverhandlung wurde k!e arn-c[djiilbfrö0e bejügldes Glenzer von den Geschworenen verneint, dagegen

6 rQ9K ber^St^salinraltschaft j Glenzer seinem Schwager Grünwald bei Aufstellung oder Anerkennung einer erdichteten Forderung durch Ratb Jfer Tbat 'Beihülfe geleistet, bejaht und Glenzer demgemäß in ene Gefängnißstrafe von 5 Monaten verunyent.

vermischte«.

Weilburg, 1. October Ein schreckliches Unglück sucht- gestern ein- arme Bergmannsfamilie in dem nahen Niedershausen heim. Drei Kinder im Alter n^n gingen in den Wald, um sich BroLb^ren zu pflücken un'? L n°b°i ii-ser Gelegenheit einen Strauch mit Tollkirschen, In ihrer Unfenntnt6 n.nnffen hie Kinder biervon reichlich und kamen jammernd und chr-iend nach zhaus^ " Trab angewandter ärztlicher Mittel waren dieselben nicht mehr zu retten uick »arb-/all^ LZ ÄM @d,mtr3,n' Morgen" find-sdie genchtliche Section ber

Frankfurt. Wie verlautet, ist derDtrector" der soaenannten

Garant-bank", die sich hier ms Handelsregister eintragen liefen SBrraen® erMtet

Ein Zug ber Hanauer Bahn wurde gestern durch einen Ochs-n ber nickt -°m G-leife gebracht werben konnte, g-sährb-t unb mußte langsam fahren' Erst als einige Metzger sich bes in Hanau burchgegangenen Thieres bemächtigt hatten.^konnte bet Zug wetterfahren. B y 11

Venedig, 29 September. Gestern Nachmittag ertrank, wie dem Berl Tabl" gemeldet wird, bei stürmischer See ln dem Lidobade angesichts der ganzen Familie und

vom Monat September 1882

Je 50 Kilogramm kosten:

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Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde Gießen.

Donnerstag den 5. Oktober, Abends 6 Uhr, im Gymnasium: Bibel­stunde, Brief Paul: an die Galater: Pfarrer Dr. Naumann-

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Allgemeiner Anzeiger.

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