Eingesandt.
Stube bfeib?nunbf?3 bie Schuljugend in ihrer freien Zeit in der
^e Knaben ttunnmri// UIx!?k!bcrcn harten überall zu steuern. Daß aber
dock öffentlich mü hem“f ^u<fttfdbern und Wiesen herumspringen, das verdient denn Söbnen dieBed7ü!nn. k.^erken gerügt zu werden, daß Seitens der Eltern den Sohn n o Bedeutung fremden Eigenthums gehörig eingeschärft werden möchte.
in eine für ihn gefährliche Täuschung zu versetzen. Das Inserat spricht von „Freiburger Loosen , und unter diesem Namen sind in Deutschland einzig die durch den Santon Freiburg im Jahre 1880 emittnten Loose von je 15 Frcs. Nominalbetrag bekanr t. Diese Looft haben aber einen wesentlich höheren Börsenwerth; die gestempelten Stücke notrren etwa 28 Mark. Herr Vollmers kann alio unmöglich die mit deutschem Stempel versehenen Freiburger 15 Frcs -Loose für 20 Mark liefern und doch sind dirft allem
Deutschland zugelassen. Das Inserat meint aber auch nicht einmal ungestempelte Frcs-Loo,e denn die darin angegebenen Ziehungstermine und Prämien stimmen nicht mit dem Ziehungsplane der 1860er Loose des Cantons Freckura - bie Offerte bezieht sich vielmehr auf die 1878er Loos-Anleihe der Stadt Freiburg, von der nock sehr wenig ausgelost ist und bei welcher die einzelnen Loose auf nur 10 Frcs. Nommal lauten. .überdies geholt diese Prämien-Anleihe zu denjenigen, welche durch das Reichsgesetz vom 8 Juni 18/1 vom Verkehr in Deutschland ausgeschlossen sind Kür ^b"S^0es 10 Frcs. Loos ist der Preis vom 20 Mark selbstverständlich viel zu "ns bekannt gewordene Genfer Cours ist 11V< Frcs., d. h. wenig über 9 Mark! Es muß somit nachdrücklich davor gewarnt werden, auf das Anerbieten des Inserates einzugehen. (--tv n t
— [Sine schlaue Bäuerin.) Ein Händler, so berichtet die „Z. f. H." aus Stolv welcher vor wenig Jahren mit elegantem Doppelgespann auf dem Lande einherfuhr' betrat dieser Tage muoe und matt, keinen Nickel in der Tasche, in dem Dorfe R. einen hm wohlbekannten Bauernhof in der Absicht, daselbst eine Anleihe zu machen Der Be,itzer oes Hofes war nicht anwesend, wohl aber dessen Frau, der der Handier als solventer Mann aus früheren Handelsgeschäften bekannt war. Er ersuchte die Frau um ein Darlehen von 50 Thaler, nur auf einige Stunden. Bis dahin würde sein Wagen nut einem Geschäftsfreunde eintreffen Auf dem Wagen befände sich auch sein Ueberzieher sammt Geldtasche. Die gewünschten 50 Thaler bedürfe er um einige Käufe im Dorfe abzuschließen und vorläufige Anzahlungen zu leisten! Die wohlhabende Frau nahm keinen Anstand, diesem Ersuchen zu willfahren. Darauf entfernte sich der Händler, vorgebend, Geschäfte im Dorfe obmachen zu wollen. Kurze Zett darauf erschien der Hofbesitzer und erfuhr durch seine Frau das Geschehene, i! rn21nrb sprachlos vernahm er die Schreckensnachricht. Endlich brach er los: ^Unglücffelige ’ Von diesem Gelbe bekommen wir auch nicht einen Pfennig wieder.
Locb£!} » us dem Kruge, wo der Lump von unserem Gelbe lustig lebt,' frühstückt, Wein trinkt, Karten spielt rc" Die resolute Bäuerin steckte, ohne ein Wort ZU. ^et harte Thaler zu sich und eilte nach dem Kruge. Hier fand sie alles wie ihr Mann berichtet- Mit der unbefangensten, freundlichsten Miene von der Welt wandte sie sich an den Händler und sagte: .Unter der geliehenen Summe befinden sich zwei Segensthaftr die ich ungern m-ssen möchte. Ich bitte um deren Rückgabe" und N^?^r als Ersatz zwei andere Thaler her. Monsieur Urian ging in die Falle.
zottelte er den Inhalt seines Geldbeutels zur Auswahl auf den Tisch. Die schlaue Bäuerin hielt schon fürsorglich ihren linken Arm unter der Schürze ""borgen und mit ber rechten Hanb strich sie blitzschnell den geliebten Mammon in gehaltene Schürze. Dem verblüfften geprellten Händler bessere Geschäfte und eine glückliche Reise wünschend, empfahl sich die Glückliche leichteren Herzens, als sie gekommen war. Die beiden als Lockspeise dienenden Thaler waren obendrein wieder mit eingeheimst worden. Mit der M'ene eines traurigen Hundes trat der Armselige feinen Rückzug an und seufzte: „We-berlift geht über Schlangmlist!"
,, — Mißverständnis Erst nachträglich wird ein kleines Abenteuer bekannt, welches dem an der Spitze einer Deputation zu den Garibaldi-Leichenfeierlichkeiten nach Rom gekommenen Munizipalroths-Präsidentcn Songeon in ber ewigen Stadt zuge> stoßen ist. Der Vorfall ist so drolliger Natur, daß er auch jetzt noch erzählt zu werden verdient. Unterwegs hatte Herr Songeon mit einem Italiener Bekanntschaft gemacht, der gleichfalls nach Nom will, um den Manen des greisen Freiheitskämpfers seine Huldigung darzubringen. Auf dem Bahnhöfe in Rom angekommen, verabschiedet sich der ttalien sche Reisegefährte von Songeon. Wenige Augenblicke darauf bemerkt dieser, an Wollener feiueu Regenschirm im Waggon zurückgelassen. Schnell entschlossen greift Monsieur Songeon nach bicsem nützlichen Möbel und versucht, den Eigenthümer desse den wieder etnzuholen. In diesem Augenblick sieht sich Songeon von einer Gruppe Italiener umgeben, die ihn Mit lauten Evviva Parigi, evriva la municipalita empsanaen — es ist eine Gesellschaft römischer Socialiften, die sich eingefunden, um den Repräsen- tonten der rabicalen Pariser Sladtväter zu bewillkommnen. Der Führer seht sich m Positur und hält an Herrn Songcon eine fulminante Ansprache, von der der Präsid-nt aber absolut nichts versteht, da seine italienischen Kenntnisse nicht über di- Worte andante, pmnounb tutti frutti hinausrcichen. In aller Hast sagt Herr Song-on auf französisch natürlich, seinen Dank und wendet sich bann an bie Versammelten mit ben Worten: „Cttoyens, einer Eurer Landsleute ha, biefen Regenschirm vergessen.« Rum UnBlfld oer,te6en bie Citovens nicht mehr vom Französischen, als Herr Songeon vom Italienischen, bas Haupt ber Pariser Muniiipalität nimmt also zur Pantomimik seine Zuflucht unb schwingt mit ausdrucksvollen Gesten ben Regenschirm Fetzt zuckt vlöhlich c,n Lichib itz in bem schwarzen Krauskops bes italienischen Arbeiterführers au Er ergreift feierlich ben Schirm schüttelt Herrn Songeon herzlich die Hanb unb bankt mit rührungerstickter tstimme für bas „eccellente presente", welches ber römische Arbeiterverein mit warmem Dank von bem Munizipalpräsibenten entgegennehme unb stets als eme kostbare Erinnerung bewahren werbe. Monsieur Songeon war sprachlos, die Socialiiien aber nehmen ben Regenschirni und den Präsidenten in ihre Mitt- und bee ten dm unsre'willigen Geschenk,pender mit donnernden Evvivas bis zu seiner Carozza, die thn ms Hotel führte.
Dvmpfschifffahrtd-Gefellschaft gehörige Personcndampfer 70 °^rinn^>n hrirfat tuvj nack 10 Uhr, von Grünau kommend, mit
^^bNonen besetzt die Oberspree passirte und bei der Brücke ber alten Verbindungs- sQ!n.ibUrA b C rc,d)t§fe,t,$c Durchsahrtsoffnung durchfahren wollte, bemerkte der Capitän, haß e n entgegenkommender Lastkahn dieselbe Durchfahrt benutzte. Die Dampfmaschine wurde sofort gestoppt und rückwärts gearbeitet, so daß ein Zusammenstoß glücklich vermieden wurde doch konnte nicht verhindert werden, daß das Dampfschiff n,tt dem rfhpr^10^ ^.Brücke gerieth, deren niedriger Oberbau den Abbruch des Dampfrohrs über dem Sicherheitsventil bewirkte. Infolge dessen wurden die Dampf mit großlr G?wal? aus dem Kessel entströmte. Die Fuhrgaste wurden durch das starke Geräusch und den sich über das FeTunb b*6 ed>rtffreÜn,tebrnn h?am£f- m be" ®,auben bah ber Kessel explobirt
Mebrer?P-rwne5 erklommen “nb Aufregung war unbeschreiblich.
2/ttyrere Berumen crriommen die Brücke, eine Frau fiel dabei ins Master wurde Eaiüten bestndlicken iRnfinniprp .b, ^2chiff gezogen. Die in den
imh r*19er£ zertrümmerten die Fenster, um eventuell hinauszu-
J p<5 mehrere durch Glassplitter die Hände. Nachdem das Ventil
m Ordnung gebracht worden war, setzte der Dampfer die Fahrt fort.
Vermischtes.
Darmstadt, 3. August. Ueber die bevorstehenden größeren Ucbungen der 49. Jnf.-Brigade erfahren wir Folgendes: Das 2. Großh. Jnf.-Reg. Nr. 116 wird am 23. August pr. Bahn von feiner Garnison Gießen nach Darmstadt befördert und hier, sowie in der Umgegend etnquartirt werden. Vom 24. bis 29. haben die Regimenter 115 und 116 Regimentsexerciren. Vom 1. bis 4. September Brigadeexerciren bei Darmstadt. Am 5. September Marschtag, am 6. Ruhetag. Vom 7. bis 12. (inel.) September Detail-Uebungen in Starkenburg mit drei Bivaks der Vorposten. Am 13. Marschtag, 14. September Ruhetag. Am 15. beginnen sodann bie Divisions- manöver in Rheinhessen, woselbst die 50. Inf -Brigade bereits vorher Regiments- Exerciren und Brigadeübungen abgehalten. Am 21. kehren sämnttltche Truppen der Infanterie pr. Bahn in ihre Garnisonen zurück.
Für die Ucbungen ber Cavallerie bestehen folgende Dispositionen: Das Regimentsexerciren des Drag.-Regts. Nr. 23. beginnt am 7. August bet Darmstadt. An demselben Tage marschiren Stab, Lcib-, 2. und 5. Escadron des Drag.-Regts. Nr. 24 nach Oberhessm zum Regimentsererciren bei Butzbach. Am 19. August marfdjirt auch das Drag.-Reg. Nr. 23 nach Oberhessen, wo vom 24. August an zwischen Friedberg und Marburg in Gemeinschaft mit preußischer Cavallerie unb Artillerie die Brigade- und Divisisnsübungen ftattfinden. Am 1. September marfdjirt die hessische Drag.. Brigade wieder nach Süden und nimmt das Drag.-Reg. Nr. 23 an den Del. Uebungen ber 49. Jnf -Brigade in Starkenburg, das Drag.-Regt. Nr. 24 an den Det.-Uebungen der 50. Jnf -Brigade in Rheinhessen Theil. Die Artillerie verläßt am 5. September bie hiesige Garnison, um an den Det. Ucbungen Theil zu nehmen. Nach Beenbigung der, wie oben bemerkt, vom 15. bis 21. Sept, in Rheinhessen stattfindenden Manöver der gefammten Großh. Division kehren Cavallerie und Artillerie in kleineren Tag- märschen in ihre Garnisonen zurück. (Darmst. Ztg)
Offenbach, 3. August. Gestern Abend mit dem letzten Zuge von Frankfurt traf Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich hier ein, bestieg einen für ihn am Bahnhof bereit gehaltenen Wagen und fuhr, indem er durch einen eigens hierzu mitgebrachten . Trompeter Alarm blasen ließ, zur Caserne, wo der Wagen um lV/2 Uhr anhielt. Auf den Straßen war es infolge des Signals, was die meisten Bewohner wohl im ersten Augenblick für ein Feuersignal gehalten haben mögen, bald recht lebhaft geworden, auf allen Seiten sah man eilende Militärs und Civilisten und in wenigen Minuten hatte sich eine ansehnliche Menschenmenge vor ber Caserne aufgestellt. Nach nicht go»z 10 Minuten marschirten bie Truppen ausgerüstet, mit vollständigem Gepäck, Prinz Heinrich an ber Spitze, durch bie Carls- unb Obermainstraße am Main entlang zum Schloßvlatz, wo Aufstellung genommen würbe. Inzwischen hatte eine Abthe-lung Soldaten in ber Wohnung des Bataillons-Commandanten die Fabne geholt, so daß die Truppen beim Eintreffen ans genanntem Platz vollständig kriegsbereit waren. Nach weiteren 10 Minuten zogen bie Solbatcn burch bie Schloßgasse wieder zur Caserne -urück unb Se. Großh. Hoheit begab sich in Begleitung des Platzcommandanten Herrn Oberfilieutenant v. Radecke per Wagen zum Hotel „Zur Stadt Cassel", woselbst er Absteigequartier nahm. Heute Morgen mit dem Zug 7” reifte Se. Großh. Hoheit wieder von hier ab.
, ® <JnTP2^ü $ • 1- Sluguft. Mit welcher Beharrlichkeit unsere HauSthiere ihre ge- wohnten Plätze behaupten davon liefert folgender Vorfall ein Beispiel: In ber Hoff raitlje ^s hiesigen Ortsbürgns M. hatte eine Katze ihre Jungen in einem momentan leeren Hühnerneft untergebracht. Das eigenthumsberechtigte Huhn ließ sich jedoch da- ^urr5 niAt beirren, legte vielmehr nach und nach 4 Eier zwischen bie Kätzchen, in welcher Situation es denn gestern die Hausfrau unter großem Staunen antraf
*- LBur 2Barnung] Wie kürzlich in Hannover, so ist jetzt auch in Berlin eine >Um M°«Cn ar^rn-?l8 Schabens v rurtheitt worden, den ein von ihr wegen Unehrlichkeit ^^ssenes Mädchen, welchem sie trotzdem im Dienstbucke das Attest „treu unb ehrlich" gegeben, bei der neuen Herrschaft angerichtet hat. Das diebücke Mädcken hatte sich während ber Abwesenheit ihrer neuen Herrschaft Sachen im Wertb von 950 *41 ungeeignet. *
~ Vor ben Wiener Gerichten fanb am Sonnabend ein Verbrecher seine verdiente Strafe, welcher bisher wohl einzig in der Geschichte ber Strafjustiz bafteben dürfte. Ein wohlhabenber Mann, Besitzer dreier Häuser, Kuhn, roar angcVaat feit Schn Jahren in dreizehn verschiedenen Tabakötrafiken nahezu täglich Cigarrendiebstahle ausgeführt zu haben. Er machte kleine Einkäufe, bet denen er in geschickt berbet- geführten unbewachten Momenten seine Taschen mit gestohlenem Gute füllte Wo er sich als Stammgast einfnnb, gingen alsbald bis dahin blühende Geschäfte rückwärts Manche Trafikanten hatten monatlich ein unerklärtes Deficit bis zu 50 und mebr Gulden: manche Verschleißerinnen wurden unter dem Verdachte der Unredlichkeit entlassen. Trotzdem fuhr Kuhn Jahre lang fort, unentdeckt fein schändliches Handwerk zu treiben, bis er üblich so dringenden Verdacht erregte, daß auf bie Anzeige eines Trafikanten bie Polizei in besten Geschäft einen Beamten hinter Kisten verbarg und es diesem gelang, ihn auf der That abzufassen. Nach zweitägigen Verhandlungen sprachen ihn die Geschworenen im vollen Umpfang der Anklage schuldig unb wurde derselbe in Folge dessen zu fünsjährigem schweren, durch monatlich einen Fasttag geschärften Kerker und zum Ersatz des seither festgestellten Schadens im Betraae von über 7000 Gulden verurtheilt.
— [2luf dem Kirchhofes Ein Kind las die Grabinschriften, welche des Lobes ber Verstorbenen Übervoll waren. Es schüttelte ben Kops. Der Vater fragte: , Weswegen wunberst Du Dich?" — „Weil hier so viele gute unb geliebte Menschen begraben sind. Zeige mir boch, wo bie Bösen liegen "
— sMaritimer Kalauer.) „Haben Sie schon gehört, her Kapitän Wolm ist plötzlich zur Disposition gestellt worben?" — „Ja, aber warum benn?" — „Es hat sich auf bie eclatantefte Weise bei ihm Farbenblindheit gezeigt." — „Wie so denn?" — „Er ist statt ins schwarze Meer ins rothe gefahren."
— [Freiburger Loose.) Im Jnserateittheil deutscher Blatter offerirt ein Herr L- Vollmers in Antwerpen „Freiburger Loose" zum Preise von 20 Mark per Stück. Dieses Anerbieten macht auf ben ersten Blick einen unverfänglichen Einbruck, als ob e$ sich ganz einfach um eine ber Anpreisungen handelt, wie sie zu Gunsten dieses ober jenes Looses durch Zusammenstellung aller Chancen sehr häufig in öffentlichen Blättern insenrt werden. Daraus erklärt sich auch, daß das Inserat allenthalben unbeanstandet Aufnahme fanb. Bei näherer Prüfung erscheint indeß bas Inserat geeignet, ben Leser
Handel und Verkehr.
u i m - ^"llust. Alls dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd
^äse ner St 5 Hühnereier per Stück 5-6 Enteneier per Stück 6-7 \ i Oitrr per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen
1 A ßn 5 l\b^ P""r 70—90 H, Hühner per Stück 1.00-1.30, Hahnen M|SunVffitnhfr7?M,10<1®n«nn ?er Stück M 2.00-2.50, Ochscnflcisch per Pfund 66^70^, finmn FfleifÄ 60 fifi A' Kalbfleisch 50 bis 54 Schweinefleisch 62-64 X, ^7^8 mUAnsr ,??rt.8c*n Per 100 Kilo M 4.00—4.50, Zwiebeln per Gentner
-*** 1 8- a,hlt’ Liter 14-18^, Kirschen per Pfund 20-25 H. Gänse M 0.00-00, Goursb^ickü^Mit^^?'?' August, Nachtnittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Grebitacticn 2693 Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.)
westbabnactien 1812/d^^bahnaetien 293'/,, GalUier 275>/s, Lombarden 120, Nord- Defterr e i6erretde/H'65®/atn^/bt:,r''$antaJ:licn 15Oberfchlesische E.-B.-Aet. 249, R/?1877r Nuffen 86^ 9 ^/o- Utn(!,ar; Goldrente 75>/s, 4»/0 1880er Russen 69</l6, KfflXÄa. S16S8*-. ”•
Engländern, gegen Arabi Pascha kehrten, benn ein Bünbniß ihres geistlichen Oberhauptes mit den verhaßten Gtaurs (Ungläubigen) würden bie fanatisirttn Moslems demselben nie verzeihen Schon haben die Gelehrten ber Moschee El Azhar in Kairo, der berühmtesten Hochschule ber Mohamedaner, unb bie Ulemas von Mekka, ber religiösen Hauptstadt ber ganzen rnohamebanifchen Bevölkerung, sich mit dem Gebanken vertraut gemacht, Sultan Abdul Hamib, falls er seine Truppen gegen Arabi marschiren ließe ferner Würde als geistliches Oberhaupt ber Mohamedaner zu entsetzen und diese dem Gioßscherif von Mekka zu übertragen. Der gegenwärtige Großscherif von Mekka strebt schon lange nach jener höchsten Rangstellung innerhalb ber mohamedanischen Welt, wie er denn auch beabsichtigt, Arabien unb Syrien unabhängig von der türkischen Herrschaft zu machen unb die Gerüchte, daß der Großscherif von Mekka in geheimen Unterhandlungen mit dem Hauptführer der egypttschen Bewegung stehe, scheinen demnach nicht unbegründet zu sein. — Allerdings hat der Sultan dem Drängen Englands, Araöi Pascha als einen Rebellen zu erklären, noch nicht nachgegeben, benn Abdul Hamid weiß sehr wohl, was hierbei für ihn auf dem Spiele steht, aber die Umstände können ben türkischen Herrscher doch zu diesem verhängnißvollen Schritte drängen und dann kommt Alles darauf an. ob feine Truppen rasch und erfolgreich gegen ben egyp- tischen Rebellengeneral vorgehen. Gelingt aber nicht sogleich ein entscheidenber Schlag gegen Arabi, bann wird die von ben Ulemas von Kairo unb Mekka gegen ben Sultan eingeleitete Bewegung sicher zum Ausbruche kommen unb wir werden im Gebiete des Mohamebanisrnus Umwälzungen entstehen sehen, von denen auch bie christliche Welt überall ba, wo sich Kreuz unb Halbmond berühren, mehr ober minder in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Noch hat sich Arabi Pascha nicht gegen ben Sultan erklärt, er beteuert vielmehr noch immer, daß er in Abdul Hamib seinen eigentlichen Souverain erblicke, aber an dem Tage, wo die türkischen Truppcn egyptischen Boden betreten, dürfte ber Dictator Egyptens oic bisher zur Schau getragene Maske ber Ergebenheit gegen den Sultan abftreifen unb sich zum Führer der islamitischen Bewegung proflamiren, bie sich zwar zunächst gegen bie „Ungläubigen", speciell die Engländer, richtet, deren Wellen aber auch den Thron des Sultans zu erschüttern drohen. —


