russischen Botschafterposten in Wien, London und Konstantinopel wird aus die persönliche Initiative Herrn v. Giers, des Leiters der auswärtigen Politik Rußlands beim Czaren zurückgefühvt; was die Veränderungen in den höheren Ver- waltungsposten, namentlich den Stellentausch der Oberpolizeimeister von Moskau und Petersburg, anbelangt, so hat hierzu anscheinend die sich wieder regende nihilistische Agitation mit den Anstoß gegeben.
Der Zusammentritt der Botschaster-Conserenz in Konstantinopel wird einstweilen an der gespannten Lage in Egypten nicht das Geringste zu ändern vermögen, namentlich, so lange sich die Psorte nicht bethei- ligt. Die Mächte geben sich zwar alle Mühe, der Psorte zu beweisen, wie schön, wie gut und nützlich es wäre, wenn sie der Conserenz beitreten würde, doch trotz aller Bitten will die türkische Regierung sich noch nicht dazu verstehen, ihre Vertreter zu- den Verathungen der Botschafter zu entsenden. Während dieser diplomatischen Hin- uno Herreden gährt es in Egypten weiter. So wird der „Times" unter dem 28. Juni aus Alexandrien gemeldet, daß sich am Dienstag unter der dortigen Bevölkerung drohende Symptome, sowie neue, besonders gegen die Engländer gerichtete Bewegungen bemerklich gemacht hätten, die Soldaten hätten jedoch die Angesammelten zerstreut und seien die Posten verdoppelt morden. Da ferner den englischen Einwohnern Alexandriens von dem Stellvertreter des englischen Consuls der Rath ertheilt worden ist, sie mochten ihre Wohnung in den verhültnißmäßig geschützt liegenden Bureaux der „Eastern-Telegraph- Company" nehmen, so scheint die Bewegung in Alexandrien gegen die Europäer wieder im Wachsen begriffen zu sein.
Falls bezüglich der Hinrichtung des Präsidentenmörders Guiteau nicht noch in letzter Stunde die Dispositionen umgeändert worden sind, so hat derselbe am Freitag, den 30. Juni, am Galgen sein elendes Dasein geendet. Da indessen das Washingtoner Cabinet beschlossen hatte, dem Gesetze freien Lauf zu lassen, so dürste die Execution wohl ohne Ausschub vor sich gegangen fein.
Aus dem Tagebuche einer Aame.
Unter diesem Titel veröffentlicht von Zeit zu Zeit die „Köln. Ztg." Nachrichten aus Aegypten. Wir entnehmen derselben nachstehende Correspondenzen:
Alexandrien, 13. Juni.
Einzelne Ladenthüren waren geöffnet, doch im Ganzen herrschte noch eine drückende Atmosphäre in den von Wachen besetzten Straßen. Man sah Hundeite von Wagen, mit Menschen und Koffern beladen, nach dem Hasen fahren. Die abgehenden Dampfer genügen nicht, die Zahl der Flüchtenden aufzunehmen; Segelschiffe werden gemietyet und bis zu den Mastkörben besetzt. Die Panik ist aber grenzenlos und man entdeckt mit Staunen, wie wenig muthige Menschen es eigentlich hier gibt. Gegen Mittag wurden von allen Straßeneingängen aus dem Wege von Schloß Ras-el-Tm nach dem Bahnhof von Kairo, der am Moharem Thor liegt, berittene Wachen ausgestellt, und sofort verbreitete sich das Gerücht, daß der Khediv mit Derwisch Pascha in Alexandrien eintreffen werde. Ich hatte gerade gegen 3 Uhr einen Gang durch die Schenf-Pascha- Straße, die belebteste der Stadt, zu machen und fand auf der Schattenseite derselben eine zahllose Menschenmenge ausgestellt. Araber und Franken standen und gingen durcheinander, Polizei bildete zwischen Trottoir und Fahrdamm eine Schranke. Man vermuthetc nämlich, daß die Ankunft Tewfik Pascha's Gelegenheit zu einer europäer- feindlichen Kundgebung geben würde; eben wollte ich um eine Ecke biegen, als ich den langen Zug vom Bahnhofe heraneilen sah. Boran stürmte die berittene Escorte, dann zwei in weiß und gold gekleidete Läufer, hier Sms genannt, welche mit den schnellsten Pserden Tritt halten. Wie Wolken flatterten ihre weiten langen Aerrnel, die nackten braunen Nubierfüße stampften den Boden, in den Händen schwangen sie den Nabut (Stab), die verhängnißvolle Waffe, der am Sonntag so viele Opfer gefallen. Dicht hinter ihnen kam der vierspännige, prachtvolle, halb offene Wagen des Vicekvnigs; Tewflk in grauem Ueberrock das Fez auf dem männlich schönen Kopfe, saß darin neben dem groubärtigen, ernsten Derwisch Pascha und grüßte anmuthig mit der Hand nach rechts und links, doch kein Ruf des Willkommens drang aus den Menfchenreihen zu ihm; die Araber zeigten ihm ohne Scheu ihren Widerwillen, die Europäer fürchteten, durch laute Begrüßung eine Gegenkundgebung he vorzurufen. Als die zahlreichen Wagen des Gefolgrs heraneilten, flüsterten rings um mich die braunen Aegypter einander erwartungsvoll, sehnsüchtig zu: „Arabi? Arabi?" Wäre der Kriegsmmister dem Khedive hierher gefolgt, fein Zweifel, daß ihm ein begeisterter Empfang bereitet worden wäre. Nach allem, was ich bisher hi r gesehen und gehört, gibt es unter den Aegyptern eigentlich nur eine Partei, die Arabisten; selbst die Hosbeamten, ja, die Prinzessinnen begeisterten sich für den Helden der nationalen Unabhäng'gkeit.
Unbeirrt durch den eisigen Empfang der Bewohner feiner zweiten Hauptstadt, fuhr der Khedio, nachdem er nur eben in Ras-el-Tin unter schwächlichem Kanonendonner eingerückt, die Consuln empfangen und sein Gebet verricht!. wieder aus und zwar an den Canal Mahmudieh, wo sonst die elegante W lt spazieren zu gehen pflegt, heute aber alles leer war. Eigenthümlicherweise verbreitete das Kommen des Landesvaters, welches gewiß in bester Absicht geschehen war, hier nur neue Unruhe; Abends verbarricadirte man sich in den Häusern, und da die Boabs (Tborwächter) verdächtige Verbindungen mit dem draußen aufgestellten Militär zu unterhalten schienen, wachten an manchen Orten bewaffnete Hausbewohner neben ihnen. Die gefürchtete Truppenkundgebung fand übrigens nicht statt, ebensowenig die Ausschiffung der fremden Soldaten, der man halb begierig, halb furchtsam entgegensi ht.
Durch die ganze Stadt geht ein Schrei der Entrüstung gegen Said Bey, den Polizeichef, roi* gegen den Cvmmandanten der Besatzung Alexandriens, welcher trotz Omar Lutfis, des Stadtgouveiueurs, Befehl seine Truppen nicht einschreiten ließ, sondern erst Befehl von Arabi Pascha abwartete.
14. Juni.
Wie man hört, hat der Khediv dem Polizeichef Said Bey in seiner Gegenwart die Bastonnade geben lassen und zwar mit Ketten. Auch sind auf höchsten Befehl die verhafteten Nubier und Berberiner auf eine große Barke geladen worden, die den Weg in's offene Meer einschlug, von wo diese Wütheriche schwerlich lebendig zurückkehren werden Ueberall macht die Polizei die Runde, um die Schäden an Häusern und Läden abzuschützen. An den Straßenecken lieft man eine Bekanntmachung des Gouverneurs, worin er den Wunsch des Khedivs mittheilt, daß die Handelsgeschäfte wieder ruhig ihren Fotgang nehmen möchten. Als jedoch z. B. einige Araber den Versuch machten, ein paar ©oralen (Geldwechsler) zu berauben unb es dabei ju £arm tarn flüdjtete blindlinas alles nach den Gonfulaten. Fama behauptet sogar, auch die Soldaten seien baoongelaufen. Von diesen haben wir zwei Sorten hier: solche in weißer Sommer- uniforw die sich ruhig benehmen, Niemand prob behandeln, und andere in blaues Tuch aeMeibet'e welche einem der Arabi am meisten ergebenen Regimeute angeboren. Sie haben barsche Manieren und werfen häßsiche Blicke aus uns oerbaßte Franken
-Ich muß erwähnen daß erst am Dr-nstag der „Phare d'Al xandne" in halbem 9eormat aani schüchtern wieder erschien, am Mittwoch die „Egyptton Gazette". Alle öffentlichen Vergnügungen sind aufgehoben, die Geschäfte feiern Keine Ban! nimmt mehr Cfinlaaen an die Kassen der Peninsular Company wurden auf Umwegen an Boro des fetzten Brindisi-Dampfers gebracht. Schiffseigeitthumer, Baikeiifuhrer, Kutscher, Kärrner, Lastträger und Kofferfabrikanten verdienen ungeheuer foult siegen alle Handwerke brach. Die Arader indessen, wenn man ihnen vorha t, wie viel sie durch den Fortgang der Europäer verlieren, fagen nur Ma alesch (Einerlei) unb freuen sich, daß sie später „unter sich" sein werben- Einzelne haben freilich am Sonntag großen Edelmuth bewiesen; so lud ein arabisches Weib, das am Oabari wohnt, die dort z-rstreut lebenden Franken in ihr Haus und als dieses bald darau, von ib_en Landsleuten belagert wurde, eilte sie aufs Dach und warf Steine auf die Angreifer, drobt: auch brennendes Petroleum hinabzugießen, worauf sie sich entfernten. Im All, meinen sind Frauen und Kinder verschont worden; em kleines Mädchen, das in der Straße der Schwester verloren ging, ist sogar vorn Kampfplatze unversehrt der
Polizei zugesührt worden t ,
Die Prinzessinnen sind bald nach dem Khediv in Alexandrien eingetroffen; aber der übl'che Empfang europäischer Damen bet der Vicekönigin wird Nicht stattfinden,
da die Schwarzen im Palast sich gegen die Europäer erklärt haben. Tewfiks Gemahlin, eine sehr liebenswürdige gebildete Dame, sieht sich also gezwungen, auf den Verkehr mit den von ihr bevorzugten Damen fränkischen Ursprungs zu verzichten.
16. Juni.
Zahlreiche Sendlinge des Vicekönigs bearbeiten die hiesigen Truppen. Man hat bereits bemeikt, daß Infanterie und Kavallerie der gesetzlichen Macht weniger abgeneigt sind als früher; jetzt bereiten sich auch in der Infanterie Uebergänge zu versöhnlichen Gesinnungen zu. Viele sollen sich nach der Feldarbeit zurücksehnen, weil die Zeit der Ernte naht.
Eine interessante Nachricht brachten heute zwei englische Ingenieure aus Kairo mit hierher. Als sie gestern Abend in der Muski an einer Ecke standen, fuhr Arabi mit iwei Officieren vorbei, ließ bei ihrem Anblick halten und näherte sich ihnen Durch Vermittelung des einen seiner Begleiter, der englisch sprach, wandte er sich dann an die Herren und sagte wörtlich: „Warum entfliehen die Europäer? Sie ruiniren ja durch ihre Flucht das Land. Sagen Sie überall, meine Herren, daß ich fest entschlossen bin, sie zu beschützen, daß ihnen kein Leid geschehen soll." Die Herren, ein wenig verblüfft über die Anrede des Dictators, erwiderten nur allgemeine Redensarten und er verließ sie darauf. Aber ihr Bericht zeigt, daß auch Arabi die Augen aufzugehen an- fangen- Man glaubt, daß Aegypten Jahre brauchen wird, um sich von den augenblicklichen Unglücksschlägen zu erholen.
Wie es scheint, ist die Landbevölkerung noch ruh g, weil sehr unwissend. Ein griechischer Herr, der vier Stunden hinter Mansurah ein Gut hat, erhielt im Augenblick, als er einen Araber blutrünstig schlug und 24 Arbeiter mit heftigen Worten schalt, ein Telegramm, welches ihn zur Flucht aufforderte. Gleichmüihig sagte er zu seinen Leuten, er reise nach Alexandrien, um Geld zu holen, packte seine Koffer und begab sich unbehelligt nach der Station Mansurah. Von dort bis Panta war aber alles in wilder Flucht. Halbnackte Weiber und Kinder von Europäern drängten sich in die Züge.
Ich hatte heute Gelegenheit, mit einem der osficiellen Vertreter Europas zu sprechen, der sich sehr beruhigend äußerle. Er tadelte die Fliehenden, weil sie den Arabern Furcht zeigten.
17. Juni.
Tewfik Pascha lebt zurückgezogen in Ras-el-Tin. wo auch Derwisch Pascha ab- gestiegen ist, gibt zuweilen Diners, fährt regelmäßig aus und empfängt Besuche von seinen europäischen Freunden. Vielleicht dürfte es Ihre Leser inttressiren, etwas über sein Familienleben zu erfahren. Er ist verheirathet mit der Tochter von El Hamid Pascha, Enkelin des berüchtigten Abbas Pascha, einer schönen und gebildeten Frau, die ihren Mann und ihre vier Kinder zärtlich liebt. Der älteste Knabe, Abbas, und fein Bruder werden von einem Schweizer Pädagogen erzogen, die kleinen Mädchen von englischen Bonnen gepflegt. Die Vicekönigin wird leider nicht von häßlichen Nadelstichen verschont, welche sie oft tief verletzen. So empfing sie neulich den Besuch zweier türkischen Damen, denen, wie gebräuchlich, Cigarretten mit der Chiffre des Khedivs angeboten wurden. Kaum waren die Besucherinnen fort, so fanden die Schwarzen im Vorzimmer einige Cigarretten mit Arabis Chiffre liegen, welche diese Damen dort gelassen hatten. Während der Unruhen in Kairo war die arme Prinzessin in großer Angst um ihren Gemahl, der ihre zärtlichen Fragen zu beantworten verweigerte, weil, wie er sagte, die Angelegenheiten, die ihm Sorgen einflößten, von Frauen nicht beur- iheilt werden könnten- Man versichert, daß die schönen Arme der jungen Frau ganz blutrünstig feien von dem Auflehnen an die mit Gittern umgebenen Haremfenster, aus denen sie beobachtete, was sich in der Nähe des Palastes zutrug. Sie kann nicht auf alle ihre Bedienten zählen, hat aber vier hübsche circassische Sclavinnen um sich, denen sie volles Vertrauen schenkt- Letzthin soll sie traurig geäußert haben, ihr Sinn stände nicht nach Glanz und Größe; sie würde glücklich sein, wenn sie mit Mann und Kindern ein stilles Privatleben führte, lieber die Vorgänge in Alexandrien am 11. d. M- ist sie so empört, daß sie beschlossen hat, mit ihren Wohlthaten gegen hiesige Araber, die sie sonst freigebig spendet, jetzt karg zu sein.
Nach und nach bricht sich hier die Ueberzeugung Bahn, daß Bismarck's Wille allein die ägyptische Frage regln wird. Das Zusammenhalten der drei Kaiserreiche und Italiens, der Druck, welchen deren Vertreter in der Frage des Zufammentritts eines Ministeriums auf den Khediv und Derwisch Pascha ausüben, wird lebhaft besprochen. Sehr geheimnißvoll erscheint die Ankunft des türkischen Avisos Stambul, dsr eine Persönlichkeit an Bord hatte, welche nach kurzem Gespräch mit Derwisch Pascha sofort wieder abreifte. _ _ .
19. Juni.
Am Morgen hatte Derwisch Pascha die Runde bei den europäischen Consuln gemacht, sich am längsten bei Herrn v. Lex, dem gewandten, klugen Vertreter Rußlands, aufgehalten. Er soll tief verstimmt gewesen sein und die bezeichnende Aeußerung haben allen lassen: „Ich bin zu alt "
Der Khediv, von einem Unwohlsein zu Hause sestgehalten, zeigte sich der Bevölkerung nicht. Wie verlautet, macht Arabi die Bildung des Ministeriums Raschid unmöglich, indem er für seinen Freund Mahmud Sami die Präsidentschaft verlangt. Daraufhin haben die Gencral-Consuln Englands und Frankreichs heute erklärt, daß das Land nicht länger ohne Regierung bleiben dürfe und eine kurze Frist zur Anbahnung geregelter Verhältnisse gegeben; nach Ablauf dieser werden sie handelnd einschrenen. Auch von der Commission, welche mit der Untersuchung der blutigen Vorgänge beauftragt ist, wollen die Vertreter Europas nichts wissen; heute findet im Hotel de l'Europe ein großes Diner statt, wozu der englische General - Consul Einladungen ergehen lassen und dem eine Berathung der zu treffenden Maßregeln folgen soll.
Lokale-.
Gießen, 1. Juli. (Sitzung der Stadtverordneten vom 29. Juni ) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Bai st, Grüneberg, Han st ein, Hornberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Psannmükler, Scheel, Schop- bach, Vogt, Wenzel und Wortmann. — Nach Eröffnung der Sitzung theilt Herr Bürgermeister Bramm der Versammlung zunächst den Inhalt eines Schreibens mit, aus welchem das Jnsledentreten einer forstlichen Versuchsanstalt neben der forstlichen Lehranstalt in hiesiger Stadt ersichtlich ist; dasselbe nebst den betr. Statuten und Programmen wird unter den Herren Stadtverordneten in Circulation gesetzt? ~~ Zur Vernichtung der 41/2Drocentigen Schuldverschreibungen aus dem Jahre 187b, welche Anleihe bekanntlich in eine 4procentige umgewandelt wurde, wird eine Immission, bestehend aus den Herren Baist und Pfannmüller gewählt. —* JDern Gesuche des Central-Comitös für die Jubiläumsfeier des 50jährigen Bestehens der drei landwirthschastlichen Prooinzialvereine des Großherzogthums Hessen um Stiftung eines Ehrenpreises für in Aussicht genommene Prämiirungen wird willfahrt und zu diesem Zwecke 150 JL bewilligt — Das vorgelegte Project für den Abfluß des Wassers aus der Actienbrauerei Gießen in den Bruchgraben, d. h die Herstellung einer offenen Rinne aus Cementschalen in gerader Richtung nach dem Graben wird genehmigt. — Auf desfallsiges Gesuch des Carl Stohr wird demselben die Belastung eines Zuganges auf früher ihm, jetzt der Stadt gehörigen Gelände nach der Wieseck gegen Entrichtung der üblichen Abgabe bewilligt. - Metalldreher Wilhelm Kinzenbach hat um käufliche Ueberlaffung eines Bauplatzes links der Grünberger Straße neben dem Postsecretär Mittler'schen Hause nachgesucht. Die Baudeputation hat jedoch beschlossen, Bauplätze an dieser Stelle nicht abzugeben, sondern dem Gesuchsteller einen solchen an der Licherstraße und an der Wolfstraße offerht. Die Versammlung tritt dem Beschlüsse der Baudeputation bei. — Dem Caspar Becker III. von Ali-Buseck wird die Aneignung von Tagsteinen im Hangelstein gegen Entrichtung des festgesetzten Preises zugestanden. — Das Gesuch des Kaufmann Baruch Katzen st ein und Metzgers Eduard Plank um Erlaubniß zur Anlegung erhöhter Trottoirs in Cement- platten oder ßungftein wird genehmigt, das von denselben gestellte Ansinnen, die Stadt möge die Hälfte der Kosten tragen, wird abgeschlagen. — Zudem von der Baudepution gestellten Antrag, die s. Z. erteilte Genehmigung zur Herstellung eines Stegs über den Schoorgraben nach dem Wode'schen (Sorten zurückzuziehen, beschließt die Versammlung, diese Angelegenheit bis 1. Juli nächsten Jahres zu vertagen. — Zur Fortsetzung des Miethvertrags wegen der Kellerräume in der neuen Mädchenschule auf em weiteres Jahr wird Genehmigung ertheilt. — Die zur Herstellung des Gäßchens an Wenzel's Garten nötigen Kosten und Materialien werden bewilligt und sollen die für die Reinhaltung desselben erforderlichen Anordnungen getroffen werden-


