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Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau.

Paris, 2. Februar. GambetLa wird die Leitung des Journals La Republique fran^aise" wieder übernehmen. Der Präsident der Union G^nS- rale, Bontoux, und der Director derselben, Feder, sind gestern Abend während einer Sitzung des Verwaltungsrathes verhaftet worden. Wie es heißt, wäre gegen mehrere Mitglieder des Verwaltungsrathes die gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. y

Paris, 2. Februar. Die Börse ist heute nur mit der Liquidation be­schäftigt. Die Union Gänörale dürfte heute fallit erklärt werden. Bontoux blieb verhaftet, Director Feder ist der Haft entlassen worden.

Das Handelsgericht hat heute von Amtswegen die Fallit-Erklärung der Union Generale ausgesprochen.

London, 2. Februar. Gestern wurden für den Fonds zur Unter­stützung der Juden in Rußland 15,000 Pfd. Sterl. gezeichnet, davon je 5000 Pfd. Sterl. von den Häusern Rothschlld in London und Paris.

DerTimes" wird aus Alexandrien vom heutigen Tage gemeldet: Im Falle der Delnission Scherif Pascha's dürfte der gegenwärtige Kriegs-

>nrt dem Reichskanzler zu verkehren, wird uns versichert, daß derselbe sich wieder vv lkonnnen wohl befindet, und daß er Aeußerungen gemacht hat, welche darauf schließen lassen, daß er zur Zeit eine Berufung des Reichstags zu einer Fruhjahrs-Sesiion nicht für dringend nöthig erachtet.

Die Meldungen über die Bildung eines Cabines Freycinet - San in Frankreich haben, wie dieBerl. Polit. Nachr." erfahren, allgemein eine qün- I ige Aufnahme gesunden. Freycineffs Leitung der auswärtigen Angelegenheiten steht rn den politischen Kreisen in gutem Andenken und nichts ist natürlicher als daß man die Wiederaufnahme des Portefeuilles des Aeußern durch denselben als die Erwartung rechtfertigend kommentirt, daß die auswärtige Politik Frank­reichs m ruhige Bahnen werde gelenkt werden.

Der Minister des Innern hat bezüglich der Arbeiten in den Straf- anstalten m Rücksicht auf die vielfachen Beschwerden der Handwerksmeister daß die Arbeitsunternehmer, wenn sie daselbst nach Maß und auf Bestellung arbeiten wissen , das Handwerk schädigen, neue Bestimmungen eintreten lassen. Durch ein Rescnpt vom Jahre 1810 war angeordnet, daß die Uebertragung von Arbeits­kräften^ m den Strafanstalten an Handwerksmeister zwar gestattet sein solle aber nur insofern, als dadurch der freien Handwerksarbeit keine lästige Cvncürrenz gemacht werde. Es wurde vorausgesetzt, daß Handwerksmeister am Ort rwar Zweiten en gros, aber nicht nach Maß und Bestellung arbeiten lassen Jetzt hat der Minister unterm 13. v. Mts. bestimmt, daß die Strafanstalts-Verwal- tl£n9en m dre Arbettsverträge mit den Unternehmern eine entsprechende Ver­pflichtung der Letzteren aufnehmen lassen und diese Verpflichtung durch Festsetzuna von Conventionalstrasen verschärfen sollen. Arbeiten für bestimmte Personen welche am Ort der Strafanstalt oder innerhalb eines Umkreises von 10 Kilo- metern wohnen, dürfen demnach nicht angefertigt werden. Ferner sind Hand- £to6£ei,ter der Strafanstalt, welche nicht mehr als 5 Gefangene

beschäftigen, derselben Beschränkung unterworfen worden, mit der Maßgabe daß ne sich der Gefangenen auch zu Flick- und Reparatur-Arbeiten nur in be­schranktem Maße bedienen dürfen.

Hesterreich.

c Februar. Ueber eine neue Deutschenhetze in Böhmen wird

der WienerN. Fr. Pr. Folgendes mrtgetheilt: Der Schauplatz des neuesten Excesses war die durch ihr Silberbergwerk bekannte Stadt Przibram Daselbst Glashütte, deren Arbeiter Deutsche sind, .vie überhaupt die bohmlsche Glasmacherei", welche zu den ruhmreichsten historischen Eigenthüm- llchkeiten Böhmens gehört seit jeher nur durch Deutsche betrieben worden ist. Diese deutschen Arbeiter hielten Sonntag, den 22. Januar, in einem Gasthause uuter sich eine ^anzunterhaltung ab. Während derselben sammelten sich czechische Arbeiter und Bergleute vor dem Locale, und als einer der Glas­arbeiter,, deutsch singend, zufällig heraustrat, wurde er von den Czechen zuerst beschimpft und hierauf mißhandelt, so daß er sich mit blutendem Kopse zurück in das Local fluchten mußte. Als in Folge dessen vie Thüren von Innen ab- gesperrt wurden, begannen die Excedenten Steine, die 4 bis 5 Pfund schwer raaren, durch die Fenster in den Tanz- und Speisesaal zu werfen, wobei einer der anwesenden Gäste durch Glassplitter eine nicht unbeträchtliche Verletzung an ®ani3 erlitt. In der Zwischenzeit hatte der Gastwirth um polizeilichen Schutz gebeten; erst zwei Stunden später indeß erschien ein einzelner Polizei-/ mann, der sedoch dem Exceß nicht Einhalt zu thun vermochte. Der Pöbel fuhr bis zum frühen Morgen fort, unter den drohenden Rufen:Haut die Deut­schen ! Schlagt die Preußen tobt!" das Gasthaus mit Steinen zu bombardieren Dann zerstreute er sich.

Der Pariser-Wiener Krach, der von der Union Gönörale ausging wird noch em merkwürdiges Nachspiel haben, und zwar den Sturz des chterreichischen Finanzministers Dunajewski. Hand in Hand mit der Union Genorale arbeitete nämlich die Wiener Länderbank, ebenfalls eine Schöpfung Bontoux, mit der sogar der Finanzminister in Verbindung trat. In Folge des Kraches zog der Minister schleunigst das bei der Bank lagernde Staats-Capital zuruck, aber seine frühere Fürsprache für ein so zweifelhaftes Institut ist doch nicht vergessen und kann leicht zur Demission führen. Was die Union Gönörale betrifft, die ihre Zahlungen suspendirte, so kommt aus Paris noch folgende Meldung, die wir gleich hier anfügen: Das JournalParis" glaubt zu wißen, daß das gerichtliche Verfahren gegen die Union Göndrale bereits begon- uen hak. Die Suspeudirung der Zahlungen Seitens der Union Gönerale wird mit dem Bruch zwischen der Union und der Länderbank in Wien motioirt Das Syndikat der österreichischen Bank soll sich geweigert haben, 17 Millionen zu zahlen, welche der Union hatten dazu dienen sollen, am Entscheidungs-Tage ol. «jöuuör, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Alle Beziehungen zwi­schen den beiden Banken sind sofort abgebrochen worden. Die Kassen der S^AM®e'n<trate Erden leer gefunden, das baute Capital wird nur durch 50,000 vollkommen entwerthete Aktien repräsentirt. Die von einer hohen Finanz-Persönlichkeit vorgenonuuene Verification der Bücher hat ein Deficit von 96 Millionen ergeben. Die Nachsuchungen wurden dieser Tage in dem Ge- schafts-Locale der Union Gönörale und der Privatwohnung Bontoux fortgesetzt Der gänzliche Zusammensturz der Gesellschaft ist also perfekt und die Aktionäre sind total um ihr Geld gekommen.

Minister, Mahmud Pascha Samy ihn ersetzen, Arabi Bey Kriegsminister wer-

Dht9lieber ^-VrZ?üona®artei die übrigen Ministerposten erhalten. ?ie Knsts wird voraussichtlich in ewigen Tagen ausbrechen und das Programm der revolutionären Nationalpartei alsdann zur Ausführung kommen.

«11 2' sebruar. Gestern Abend fand Hierselbst ein großes

Areetwg statt, den Sympathien mit den Leiden der russischen Juden Ausdruck

D^ßelbe war von oem Expräsidenten Grant berufen, und wohnten demlelben Vertreter verschiedener religiöser Confessionen und viele politische Nota- bilitaten bei. ^n den von dem Meeting angenommenen Resolutionen wird gegen ^stpnv^°^^s,protestirl.und die Regierung ersucht, ihren Einfluß bei Rußland geltend zu machen, um derselben ein Ende zu machen. B

h.s 3" |ebruar. Heute hat im Mausion-House unter dem Vorsitze

t bl-e Versammlung zwecks Protestes gegen die Judenverfolgungen

w Rußland itatigefunben. Unter den Anwesenden waren Baron Rothschlld Cardinal Manmng, Lord Shaftesbury, mehrere Parlamentsmitglieder, Bischöfe und höhere Geistliche Nach Verlesung der von dem Erzbischof von Canterbury, dem Herzog von Westminster, Tennyson und anderen bekannten Persönlichkeiten eingegangenen Zustimmungs-Schreiben nahm die Versammlung Resolutionen an worin die Verfolgungen und Heimsuchungen, welche die Juden in Rußland seit

?u erdulden hätten, für beklagenswerthe Versündigungen der hbUl «? .-°rn ?rt .n,e?en un? die Meinung ausgesprochen wird, daß die Ge- setze liußlasibs bezüglich der Juden dazu beitrügen, dieselben in den Augen bu christlichen Bevölkerung herabzusetzen und den Ausbrüchen fanatischer Ignoranz miszusetzen. Die Resolutionen werden dem Premier Gladstone und dem Lord Granville übermittelt werden.

... Paris, 2. ^ebiuur. Depulutenkammer. Andrieur bunat bin non ihm an- gekundlgten Antrag ein, betreffend d e Liquidation der Verluste der Agents de change in U?b zugleich den Wunsch aus, daß das Gericht einen Sequester ernenne

und daß die aufzustellenden Rcglements d.e Namen der Falltge»orbSm nW enb balten mochten. Von zahlreichen Stimmen wirb hiergegen proteftirt- Der nam-

tt^cht darauf aufmerksam, daß die Intervention des Staates eine äußerst d licate Sache se seine Action müsse materiell eine negalive fern. Der AntraaAn- brieuy wurde m ttelst der Vorfrage abgelehnt. Der Jusiizminister Humbert beüätiate hnan?wo11ui:g eine v Anfrage des Deputaten Salis, daß Bontoux und Feder ver-

^eridjt dre Falliterklärung der Union g^närale ausgesprochen auf bieWF'oge geprüft, ob die gerichtliche Verfolgung ?Cr Aussichtsrathes auszudehncn se-, die Frage werde unparteiifcb

?n^den Der Justizmmister fügte hinzu, daß man das Gesetz vom Jahre 1867 werde abandern müssen, hauptsächlich um die Creditg ftllschaflen an bem SDecuhren mit i^en eigenen Act^n zu veihindern. Der Deputirte Salis nimmt Akt von diesen Erklärungen^ und spricht die Hoffnung ans, daß die Justiz für Alle, Große wie Kleine eine gleichmatziae sein weide. Der Finanzminister Say bemerkte, das Parquet der

Maßregeür ergriffen, um alle Gläubiger zu bezahlen, ohne^daß es h^n b'sitz'', daß auch die Schuldner gleich pünktlich sein würden; man müsse

ben Anstrengungen der Agents de change Rechnung tragen

öernablt" ®mQt WUrbe fier°9er mit 168 DOn 233 Stimmen zum Präsidenten ... .. Wien, 2. Februar Officiell. Bei Kortifo fand am 30. v. M. ein andertbalb- stunhiges unbedeutendes Gefecht von 2 Compagnien gegen 140 Insurgenten statt welche uber b'e monicnegrin.iche Grenze geworfen wurden. Unsere Truppen hatten "men A^ttst. Am Nachmittag destelben Tages überfielen 200 Insurgenten den Proviantma e nes Privatunternehmers und nahm n angeblich 4 Tbiere w a Eine (ymnnrnnto .Lk eine Anzahl Gensdarm en trieben die Insurgenten gegen Dobrostira - ;Unb

V-r-ust.d>° S '(urgenten hatten einen^M°n°n tobt Mnbd VbSJT-

Mbeu Nachmittag gingen 400500 Insurgenten gegen den von einer Compaanie be-

|ruJeöcor' die Compagn'e griff on, eine zweite Compagnie wu^d?in den Rücken der Insurgenten dirig'rt, nach dreistündia rn fpimnfp finh ,,

gegen Kameno. Ern Soldat bl,ei tobt, einer wurde leicht verwundet der VeNust "dtt

zweimal in der Woche verkehrende Dampfboot blieb geftern Nachm ltaa^au^ na» Eltville begriffen, wegen Mangel an Dampf plötzlich mttttn irn Ein Mann aus Eltville, welcher sich auf dem Sch ff b-ianb kl7tterte iTÄ? lat tn' d's Schiffes, um nachzusehen, wo es fehles m dttsern Äugend"che kam die M/Ä '" wieder in Gang und wurde der Unglückliche von den Rädern erfaßt imh b5rUÄm^Ixt'ubert/ ey bewußtlos in die Wellen stürzte und ertrank^ - eines Ofstciers, welcher in Caffel wohnt, wollt-- gestern Mittag das 93ferb satteln, als dasselbe plötzlich scheu wurde und durchbrannte? unglkckUcher^ sich das eine Bem dcs Burschen mit einem Riemen des Sattelreuacs nmfrMi ^dttc mutbc in Folge dessen der Bursche von dem Pferde durch verschiedene Straßm^s^« und zwar tm rasenden Galopp gt schleift, bis endlich der Kiemen pnhm? Mastels unglückl'che Bursche jämmerlich zugerichtet und über und über mit bCr

blieb. Der arme Soldat liegt hoffnungslos darnieder ®Iut Debecfl liegen

©iefei L'' rrauenv°ll?°Mo7diha?'^Ler Hüttner'Ph'iff^p J**»®* Hüttner Dominicas Merz, m,t welchen er^ im SBirtMbSuh Meins»? bCm

kehrt hatte, nach und bohrte i^m fein IReffTr in ba§ Aer, In

Lokales.

Aufforderung bat" vom 2D Januar' und lauttt L7r' Unt-ks ünü"nk?m ®'e S,effbl>cher Bestimmung zufolge von Personen im Alter von über ^XZn ba'nh Z'? lahr.gen ununterbrochenen Aufenthalt an einem bestimmten Orte erworben ff^rnmm. nun häufig vor, daß vermögenslose Personen welche durchaus nicke in o0lri"t durch Arbeitsverdienst sich und ihren Angehörigen ben nöthigen Leb?nsunte^ott°9^ f nb' fibaffen, von auswärts in die hiesige Stadt zuziehm inbre beft mmt TX' ben Unterstützungswohnsitz zu erwerben und sich dann aus öttentlicken^»^'' 6'tr Mitteln erhalten zu lassen. Solche Perionen vettaisen sich k"

SCrteatrpoE>!tbät-preii und es gelmgt ihnen nicht selten, durch geichichte Benutzuna" selben sich zwei Jahre hier durchzubringen; nach Ablauf diesir sieit ab.-r "r Vr= Unterstützungswohnsitz hier erworben und ihre Ausweisung nicht mehr >u befürrheJ" labert nehmen sie die öffentliche Unterstützung in Anspruchs Auf biefe ffitfe^mrb^hie b-sitzlofe Elafie wie tu anderen größeren Städten, io auch bier, in bedenklicher Mette nermebrt unb e§ madtfcn bte Sl^aaben für bte öffentliche Armenpflege bis .u un­erschwinglich, r Höhe. Um diesem, sowie noch vielen anderen mit der Bettelei ver­bundenen Ueb litanben möglichst entgegenzuwirken richte ick an nrr. r x'

Stabt bie bringenbe Bitte, Bettle r n, ch t b i r e c t z u u nie? N Ütze n hier bestehenden Wohlthätigkeiisvereine zu verweisen, welch letztereren der städtischen Armenverwaltung getroffenen Vereinbarungen entsprechend das Erforderl cke veran ntt^ werden. Wiesbaden, den 27. Januar 1862 Der Obttbürgermeister: L anz

vermischte-.

. . st adt, 31. Januar. sPostpersonalnachrichten.1 Versetzt finb hi?

S Mains nach Nor'L Ostfrstsland°°ünk T a^ni7en °v7ir NoÄn nach M^ n r.nn Mamp Ober-Postkommissarius Schönfeld und der Ober-Postse^eiair Zkr-