Die Anzeichen einer socialen Revolution in Frankreich.
Die französische Republik befindet sich gegenwärtig in einer sehr schlimmen Lage, denn die Unruhen in Montceau-les-Mmes, die Bombenattentate in Lyon und die anarchischen Drohungen, die aus vielen Städten bet den Behörden einlaufen, legen ^eugmß davon ab, daß Arbeiterbewegungen ganz Frankreich durchzittern und dort die fetale Revolution an tue Thüren Hopft. So s-hr man es auch zu g-wi sen Zeiten verleugnen wollte, daß in Frankreich der Socialismus und sein Zwilltngsbruder Anarchismus festen Boden gefaßt habe, so wenig kann diese Thatsache doch heute in Zweifel gezogen werden, da es feststeht, daß in ganz Frankreich focaliOxfc^e Geheimbünde mit zahlreichen offenen und geheimen Anhängern bestehen und daß diese französischen Soc-altsten und Anarchisten gerade gegenwärtig zu Kundgebungen gegriffen haben welche denen der Nihilisten in Rußland nicht viel nachgeden und nod) für Frankreich das Beschämende haben, daß jene Kundgebungen mit emem unerhörten Zynismus öffentlich geübt werden. So forderte ein Pariser Communistenblatt bei dem Bekanntwerden der Mord- und Vernichiungspläne der Sociallsten oder „Schwarzen Bande" von Montceau-les-Mines alle ehrlichen Leute zur Vernichtung der Bourgeoisie, der die Herrschaft in Frankreich übenden Bevölkerungsklasse auf, und in einer Communistenversammlung in Lyon erbot sich ein Communist, den Prastdcnten der Republik, Herrn Grevy, zu erdolchen und ein anderes Mitglied war bereit, Gambetta zu ermorden^ nun allerdings geneigt sein, derartige Drohungen als die Ausbrüche kranker Gehirne und verrückter Menschen zu erklären. Dies mag auch bis zu einem gewissen Grade seine Berechtigung haben, doch verändert dies an der kritischen Lage in Frankreich nichts, denn dort sind immer die schlimmsten Revolutionen aus den Ausgeburten wahnwitziger Köpfe hcrvorgegangen, auch ist gar nicht zu verkennen, daß jede französische Revolution stets einen starken soctaltstischen Zug beftffen, hat, wobei es ja gleichgültig war, welche Klasse der Bevölkerung von den Revolutionären als die Blutsauger und Unterdrücker des Volkes behandelt wurde.
Das Bedenkliche für die gegenwärtige Lage in Frankreich besteht nun offenbar darin, daß ein großer Theil der Franzosen der Meinung sein wird daß die freien Gesetze und Institutionen der französischen Republik den soctalistischen Revolutionären einen großen Vorschub geleistet haben, daß also bei allen nicht charakterstarken Repu- bltkanern in Frankreich der Eindruck sich feststen wird, daß tn Hinblick auf die drohende sociale Revolution die einfache republikanische Staatsform ein nicht ö^nug Sicherheit bietendes Werkzeug fei und daß vielleicht ein Dictator oder Imperator besser mit einer solchen Calamität fertig werden könne. Alle ehrgeizigen Streber in Fran^ reich, die Gambettisten, die Bonapartisten und Legitimisten sind daher auch sehr rasch bei der Hand gewesen, anläßlich der social-revolutionären Kundgebungen das bestehende parlamentarisch-republikanische Negiment in Frankreich herunterzureißen und unter Anpreisung ihrer eigenen angeblich unfehlbaren Heilmittel sich dem Volke als Führer anzubieten. So kann es wirklich dahin kommen, daß Frankreich abermals von einem politischen Wirbelsturme gepackt wird, wenn die gegenwärtige Regierung nicht genug rasche Energie und ruhige Kaltblütigkeit zeigt.
neuerdings Unheil angerichtet hat. Auch das Trientinische wird stark gelitten haben- Es hat in den Westalpen während der letzten Tage ebenso heftig geregnet wie damals, die Niederschläge waren ebenso bedeutend- Dazu kommt aber noch, daß dem Regen starke Schneefälle vorangegangen waren und der vorgerückten Jahreszeit entsprechend diesmal der Schnee viel tiefer in's Thal herabreichte als Mitte September. In diesen Neuschnee kamen nun warme Regen, welche, unterstützt von den Siroccostürmen, die Schneemassen sehr rasch zum Schmelzen brachten und so die Wassermassen, die urplötzlich in's Thal gingen, gewaltig vermehrten Daß dadurch die G-fahr bedeutend vergrößert worden, erhellt aus den Mitteilungen vom Brenner, wo jetzt sogar am Nordabhange bei Gries Murbrüche die Bahn überschüttet haben, während im September diese Gegend völlig unberührt geblieben war- Damals war beinahe ausschließlich nur die Gegend cm rechten Drau-, am linken Rienz- und Eisackufer, sowie der Landstrich, welcher südlich der Mendel gelegen, verheert worden; der Centralzug der Alpen war damals verschont geblieben. Diesmal sind jedoch auch die Centralalpen in Mitleidenschaft gezogen und hat das Unglück mithin auch an räumlicher Ausdehnung zugenommen. ,
Aus Bozen wird vom 29. Oktober, 9 Uhr Vormittags, gemeldet: Die Gefahr ist vorüber. Seit gestern Abend sinkt das Wasser des Eisack und der Talfer. Infolge des Sirocco war der Neuschnee geschmolzen. Dazu kam Samstag Nacht ein furchtbares Gewitter. Daher waren die Bäche angeschwollen, die vor 6 Wochen ungefährlich gewesen. Bis jetzt sind folgende Zerstörungen durch das Hochwasser bekannt: Die Abbau-Arbeiten an den Einbrüchen, welche der Etsack und die Etsch beim ersten Hochwasser verursacht haben, sind zum größten Theile zerstört und die mehrere Wochen lang fortgesetzte mühevolle Arbeit vieler Tausend Hände war vergebens. Bei Sigmunds- kron ist der Abbau vielfach durchbrochen, bei Leifers wurde der untere Theil des Bock- wei ks sammt den Piloten fortgerissen; der Damm ist angegriffen und in fortschreitendem Abbruch; bet Neumarkt wurde der Damm am oberen Einbruch überronnen, am unteren Einbruch zur Halste zerstört. Bei Salurn ist der Abbau äußerst bedroht. Der Eisenbahnverkehr ist von Bozen aus wieder nach allen Seiten unterbrochen. Die Post gehl über Ritten mit 10 Stunden Verspätung Aus dem Eisackthal brachte das Wasser eine ungeheure Menge Bauholz; wahrscheinlich wurden an der Eisenbahn Neubauten weggerissen. Am Calvarienberge droht ein Bergsturz. Zufällig waren 200 Mann vom Regiment Maroicie auf dem Durchmarsch nach Klagenfurt hier eingetroffen, welche vereint mit den Kaiserjägern unter dem Commando des Lieutenant Paukert und Grafen Wickenburg ihr Möglichstes zum Schutze der Grätzner Säge und der Wasserleitung in St- Anton, wo die Talfer drohte, lelsteten. Der Regen hat aufgehört und es weht ein frischer Nordostwind.
Lokale-.
Gießen, 2. November. Der gestrige Vortrag des Herrn Hofrath Gerhard Rohlfs »über seine Reise nach Abessinien" rechtfertigte die Erwartungen, welche die zahlreich erschienenen Zuhörer von dem berühmten Reisenden hegten. In klarer fesselnder Sprache schilderte er das Land und die Bevölkerung, die Flora und Fauna rc. des dunkeln Erdtheils, er schilderte die Beschwerlichkeit der Reise in diesem Lande, sowie die fast unnahbare Erreichung dieses von Gebirgszügen zerrissenen Theils von Afrika. Ferner fesselten die Hörer die Mckthetlungen, welche Redner über seinen Empfang bei dem Negos von Abessinien, dem Kaiser Johannes, machte, ebenso über die Geschenke, welche Redner diesem Fürsten überreichte.
Verwischte-.
— Während der letzten paar Tage der vorigen Woche haben in Folge anhaltenden Regens Ueberschwemmungen auch in vielen Theilen Englands große Verheerungen angerichtet. Die Flüsse Wyn, Severn und Trent sind alle ausgetreten und haben die angrenzenden Thäler überfluthet. Sehr ernst ist bie Fluth in der Themse gewesen, tn welcher Freitag Nacht und Samstag das Wasser plötzlich so hoch stieg, daß die große schwimmende Landungsbrücke bei Charing Cross von ihrer Kettenbefestigung losaerissen und den Fluß hinab getrieben wurde, ohne jedoch wesentlichen Schaden an- zurichten. Seit der großen verderblichen Fluth am 18. Januar 1881, durch welche ein Schaden von über % Mill. Psd. St. angerichtet wurde, hat ein so hoher Wasserstand in der Themse bei London nicht stattgefunden. Die niedrig gelegenen Stadtrheile stehen alle unter Wasser. Der verursachte Schaden ist bis jetzt noch gar nicht zu übersetzen. Viel Unheil hat die Fluth auch in der ganzen Gegend von Richmond und Windsor, sowie an vielen anderen Octen nah und fern bis nach Oxford, Northampton und weiter gestiftet. u
Edinburg, 30. Oktober. Als der Nacht-Expreßzug von der Statio n St. Prankras in London auf der Fahrt nach Schottland gestern gegen halb 3 Uhr in der Frühe an der Hunsbet Station bei Leeds ankam, stand ein Pullman'scher Salonwagen tu Uchter- loheck Flammen. Es befanden sich tn demselben vier Passagiere, von denen drei n ihren Nachthemden glücklich gerettet wurden, der vierte aber, ein Dr. Arthur, ein Militärarzt, wie sich herausstellte und Sohn des Geistlichen von Bunchory bei Aberdeen, war zu Tode verbrannt. Derselbe war eben nach lOjähriger Abwesenheit von C ylon zurückgekehrt und auf dem Wege, feine Eltern zu besuchen. Wie später ermittelt wurde, hatte der Wagen in der Nähe von Leeds Feuer gefangen. Man sand das Dach des Wagens gänzlich abgebrannt und die Seitenwände sehr stark beschädigt. Der Wagen wurde sofort abgehängt, während der übrige Theil des Zuges weiter nach Norden fuhr. Die Polizei nahm die Leiche des Dr. Arthur in Beschlag und brachte dieselbe nach dem Todtenhause. Dr. Arthur war erst 33 Jahre alt.
Liegnitz, 27. Oktober. In der gestrigen Wahlversammlung im Schießhause erregte das Erscheinen eines Gerichtsvollziehers einiges Aussehen, welcher für einige liberale Wahlmänner die Einberufungsschreiben überbrachte, welche sie zum sofortigen Antritt ihrer Stellung als Ersatzgeschworene ausforderte. Die Einberufenen verweigerten mit vollem Recht, der Einberufung Folge zu leisten, da sie zunächst die Verpflichtung hatten, als Wahlmänner ihre Stimme abzugeben. Damals war es noch nicht sicher, daß die Mehrheit für die liberalen Kandidaten 60 und darüber betragen würde. Der Gerichtshof hat die Weigerung der Wahlmänner correct gefunden. denn er hat ohne sie die Bildung des Schwurgerichts vorgenommen. Dabei ist es nicht ohne ein seltsames Vorkommniß abgegangen. Das „Liegn. Stadtbl." berichtet darüber in seinem Schwurgerichtsberichte unter dem 26. Oktober: „Die für heute anberaumte Landtagswahl war auch auf das Schwurgericht von Einfluß. Da nämlich mit Rücksicht auf jene Wahl verschiedene der von vorn herein einberufenen Herren Geschworenen beurlaubt worden waren, mußten heute, behufs Herstellung der erforderlichen Geschworenenzahl, elf Hülfs- geschworene einberufen werden. Zu diesem Zwecke wurde die Sitzung schon 8% Uhr eröffnet und alsbald, nach der vorliegenden HÜlfsgeschworeneu-Liste, die Auslassung der nöthigen elf Namen vorgenommen, worauf der Herr Vorsitzende die Sitzung bis 11 Uhr vertagte, um inzwischen die Einberufung dieser ausgelooften elf Herren ver- anlaffen zu können. Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde zunächst fe|tge|teut, daß von den ausgelooften elf Hülfsgeschworenen neun hatten erscheinen können. Als nun darauf zur Bildung der Geschworenenbank geschritten war, fand ffch wahrend per Ausloosung der Namen plötzlich in der Urne der durch einen unaufgeklärten Zufall hineingekommene Name eines gar nicht auf die diesmalige Geschworenenliste gebrachten Herrn vor. Dies hatte zur Folge, daß unter Aufnahme eines Protokolls über den ganzen Vorgang die Urne zunächst völlig entleert und, nachdem die Namen der Geschworenen, mit Einschluß der anwesenden Hülfsgeschworenen, von Neuem hinetn- gelegt worden waren, die Bildung der Geschworenenbank nochmals begonnen wurde.
Die Ueberschwemmungen im südlichen Oesterreich.
r ' Wien, 29. Oktober.
Die Befürchtung, Tirol und Kärnthen könnten von einer neuen Katastrophe tzeimgesucht werden, ist leibtr zu einer erschreckenden Thatsache geworden. Das zweite Unglück ist noch größer als die Katastrophe vom September. Die Wasserfluthtti find bei Bruneck zu einer bisher nicht erreichten Höhe angeschwollen und alle Ortschaften, welche im September d. I. der Hochfluth entgangen find, ringen und kämpfen wieder um ihr Dasein. Im Norden wie im Süden des Landes sind die Verkehrsstraßen zum Theil bereits durchbrochen, zum Theil bedroht, die Dämme überfluthet, die Brücken gefährdet und erschüttert- Wenn kein sofortiger Umschlag des Wetters cintritt, kann die Katastrophe einen Umfang annehmen, der sich gar nicht absehen laßt. Heute, unter dem unmittelbaren Eindruck des Unglücks — bemerkt das „W. Fremdenbl. — rann man nur den Wunsch hegen, daß alles gethan werde, um die bedrohten Menschenleben zu retten und den unglücklichen Bewohnern beizuftehen. Gewiß werden die Behörden wieder an die militärischen Kräfte appelliren und die Soldaten neuerlich zum Rettungswerke herbeiziehen. Man theilt uns mit, daß die neuesten großen Wasserschaden tn Tirol den Gegenstand eingehender Erwägungen in dem heute abgehaltenen Minister- rath gebildet haben. An den bezüglichen Berathungen nahm auch der heute von Pefth hier angekommene Statthalter von Tirol, Frhr. v. Widmann, Theil.
Die „Presse" weist darauf hin, daß, als tn den Septembertagen die Wstddache auszutreten anfingen, die Rienz, bte Eisack, die Etsch unb ihre zahllosen Nebenlaufe ihr Verheerungswerk anfingen, noch Überall auf starke Uferschutzbauten stießen; wenn auch biefe nicht erfolgreich vertheibigt werben konnten unb zuletzt von den Anwohnern geräumt werden mußten, so war es doch wenigstens gelungen, den F^ub mit Hulse derselben aufzuhalten und die Wuth des Elements theilweise zu brechen. Jetzt fehlen diese alten Wehren und Dämme, die improoisirten Uierschutzbauten halten keinen großen Anprall aus und das Hochwasser kann sein Zerstörungswerk dort fortsetzen, wo es im September mit demselben aufgehört hat. Den Beweis bietet Bruneck; dort ttromt das Wasser wieder über das alte Uedeischwemmungsbckt am linken Nienz-Ufer siUwarts von der Schießstätte zum Friedhöfe herein und unterwühlt dessen.südöstliche Ecke, wo die Grust der Kapuziner hegt. Wohl ist der Gottesacker ziemlich hoch gelegen, fein Untergrund besteht aber aus jener wenig btnbmben Erd- und Grasmasse, welche für die pusterthalischen Erdbrüche so typisch ist. Die Wellen unterspülen den Steilrand aus solchem Material so letcht, als hätten sie feuchten Schnee vor sich unb bte über- hängenben Bodenstücke rollen alsbald in die Tiefe. Man fürchtete in den iLchreckens- tagen des Septembers zu Bruneck, daß der ganze Friedhof und die daran grenzende Pfarrkirche gefährdet werden könnten unb hielt deßhalb den Einbruch des Wassers in die innere Stadt, in jene Hauptstraße, wo der bekannte Gasthof „Zur Sonne Hegt, nicht für unmöglich. Wenn Bruneck in Gefahr ist, so ist es Niederndorf tn noch viel höherem Grade aus dem gleichen Grunde. Dort kann die Rienz jetzt, wenn sie wirklich wieder so ungeheure Wassermassen aus den Dolomitbergen herausbringt, wie vor 5 Wochen, nun am rechten steilen, angefressenen Ufer vollenden, was sie damals begonnen hat; sie kann den dort stehen gebliebenen Rest der Hauser, die Schule, den Friedhof und das Pfarrhaus tn den Abgrund reißen. Die ^ut L>eptember „angebrochenen" Oitschaften sind jetzt dem Wasser gegenüber wehrlos. Wir sehen dies aus den knappen telegraphischen Berichten, welche durchwegs von Ort zu Ort die Wieder- tzolung des Zerstörungswerkcs melden, das die Bäche tm September ungerichtet haben. Insbesondere gilt dies von der Eisackstrecke zwischen Brixen und Bozew „ Alle Ußaffers gerinne, welche daselbst vor 5 Wochen für Eisenbahn und Straßen verhangnißooll geworden sind, haben jetzt abermals Verheerungen, noch arger als damals, angerichtet. Die notdürftig hergestellte Straße bet Blumau ist wieder zerstört unb bte Berbinbung zwischen Waldbruck unb Bozen, die Straße bet Attwang abermals unterbrochen. Auch tm Etschthal finb bie Ueberschwemrnungswasser in Folge ber Zuflüsse bedeutend gestiegen; die Bahnstrecke zwischen Trient und Lavis ist wieder abgeschnitten, was darauf zu deuten scheint, daß der Aviso, welcher die Gewässer aus dem Centralstock ber Dolomiten herausbringt unb am 20. September für bie Bahn verhängnißooll geworben war
Dufferm wurde in Folge dessen ersucht, sich aus die Pforte zu begeben, wo derselbe mit dem Premierminister und dem Minister des Auswärtigen längere Zeit Journal „Hakikat" hofft, die Pforte werde ungeachtet
der möglichen Einwendungen Frankreichs verlangen, daß die Ernennung des neuen Ley von Tunis in Gemäßheil des Gebrauches ab anbquo ihrer Sanc- tion unterbreitet werde, denn dieser Rechtsausübung entsagen, käme einem em- *ÜCt)lU .Bctct66itrg^'l. Dftober. Die vom Kasan'schen Kriegsgerichte in Saratoff aeaen die Angektaglen PiiUwcmoff und Nowitzky wegen politischer Verbrechen erkannte Todesstraie ist vom Kaiser im Gnadenwege in Zwangsarbeit ,n Bergwerken aus un- bestimmte Zeck für ben Ersteren unb tn zwölfjährige Zwangsarbeit in Bergwerken für ben Letzteren umgewandclt worben. „ v r.
- Das „Journal de St. Petersbourg" erklärt bte Blattermelbtmg, daß ber König von Serbien anläßlich bes Attentats ber Markowic ruffifcberfeit§ feinen Glückwunsch zu seiner Errettung erhalten habe, für eine Erfindung. Der russische Hof unb in erster Linie ber Kaiser hätten sofort nach betn Eintreffen ber Attentatsnachrtcht ihre Glückwünsche telegraphisch übermittelt.
Kandel und Verkehr.
Frankfurt, 1. Nov. Auf bem heutigen Markt kostete ber Centner Heu 3.50—4-20, Stroh 2.20, Eier bas Hundert X 6—7.50, Stück 6V2—8 H, Butter
1. Qualität 1.30, 2. Qualität 3L 1.20, Kartoffeln per Centner JL 3.00—3.50, Kopfsalat per Stück 5 Wirsing 6—8 H, Rothkraut 20—30 bas Stuck, Gans JL 4.00—6.00, Huhn JL 0.00, 1 Ente 2.20—2.80, 1 Taube 50 H, Hahn X 1.09—1.50.
Frankfurt a. M., 2. November, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegrcwhischer Coursbericht. Mitgetheilt burch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 260V4, Staatsbahnactien 293^4, Galizier 264, Lombarben 117%, Norb- westbcchnactien 173%, Darmstädter-Bankactten 156%, Oberschlesische E.-B.-Act. 257%, Oesterr. Silberrente 66%6, 4% Ungar. Goldrente 74, 4% 1880er Ruflen 69%, 50/n 1877r Russen 87%, 2. Orient-Anleihe 55%, Spanier 62%, 5% Rumänische Rente 9213/i6, 4% Unific. Egypter 71%, Disconto Comm. 203%, Gotthardbahnactten 98%. Tendenz —


