Sonntag den 2. April
Grstes Blatt
Nr. 79
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Amts- und Anzeiqeblatt für den Kreis Gießen
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Gefundene Gegertstände:
1 Peitsche, 1 Rock, 1 Hose, 1 Weste, 1 Trichter, 1 Hundeblechmarke, mehrere Schlüssel.
Gießen, am 1. April 1882. Großherzogliche Polizeiverwaltnng Gießen.
Fresenius.
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mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wachenheim mit einem Geholte von 900 M; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine Lehr,erstelle an der evangelischen Schule zu Nieder-Flörsheim mit einem Gehalte von 900 Jl
Darmstadt, 1. April. (Zur Universitäts-Budget-Debatte im Hess. Landtags lieber die vom Abgeordneten Hanstein bei dieser Gelegenheit gemachten Bemerkungen wurde s. Z. in einer den Lesern etwas unverständlichen Weise m diesem Blatte beuchtet- Wir bringen zur Richtigstellung fragl. Aeußerungen den stenographischen Bericht hrerüber:
„Auch ich batte nicht vor, in dieser Frage zu sprechen, aber verschiedene Aeußerungen mehrerer Abgeordneten am Samstag und gestern über das geringe Steuer- ertlägmß Der Provinz Oberhessen und den großen Staatszuschuß zu den Oberhessischen Bahnen, veranlaßten mich, einige Bemerkungen zu machen. Ich glaube, es ist auch ganz gut, wenn die Abgeordneten aus den drei Provinzen sich einmal gründlich über Leistung und Gegenleistung ihrer Heimathprovinz oussprechen; es werden dadurch die Verhältn sse der drei Provinzen klargestellt und Jeder von uns wird am Schluß dieser Auseinandersetzungen zu der Ansicht kommen, daß die Leistungen der einen Provinz gegen die andere doch nicht so sehr weit zurück- resp. voranstehen. Zuerst wende ich mich zu den finanziellen Leistungen, die die Universität von der Stadt Greßen bis setzt empfangen hat, da dieselben als sehr minimal dargestellt worden sind. So 'st non Herrn Wasserburg vorhin bemerkt worden, daß der Beitrag der Stadt Gießen zu der Universität nur die geringe Summe von JL 822 betrage. Ich werde nachweisen, daß dies nicht richtig ist. Am vorigen Samstag habe ich mich geirrt, als ich erklärte, es seien jene M 822 der Betrog, den die Stadt Gießen für ärztliche Behandlung der Stadtarmen in der Klinik in die Klinikkasse fließen lasse. Die erwähnten M 822 sind allerdings ein ständiger Beitrag der Stadt Gießen zu der Universität; woher er rührt, weiß ich nicht. Die Stadt Gießen bezahlt für Die Behandlung ihrer Kro -ken in der Klinik in die Klinikkasse n cht blos jenen geringen Betrag von M 822, ton’- ’n 2000 Gulden. Dies zur Richtigstellung meiner früheren Äußerungen. Nun zur 'iptsache. Herr Muhl hat Ihnen aus einer amtlichen Zusammenstellung der Gr . Bürgermeisterei Gießen die vorige Woche mitgetheilt, daß die Stadt Gießen M-d&r’ Gründung der Universität an b,s jetzt M. 125000 zu Universitätszwecken aufgewendet hat; die angegebenen Zahlen sind vollkommen authentisch. Es kommt aber noch Folgendes dazu: In den Jahren 1818 und 1819 wurde in Gießen eine Kaserne gebaut, wozu die Stadt 80,000 Gulden verausgabte. Bekannt dürfte wohl sein, daß m Folge von Streitigkeiten, die zwischen Studenten und Militär ausgebrochen, das Militär im Jahre 1821 von Gießen wegverlegt wurde und daß die damalige Kaserne später als Klmik benutzt worden ist. Bemerkt muß werden, daß die Staatskasse an die Stadt Gießen später 36,000 Gulden zurückvergütet hat, so daß der Netto-Zuschuß der Gemeinde Gießen zur ehemaligen Kaserne, resp späteren Klinik, nur noch 44,000 fl. oder etwas über M 75000 betragt. Diese Summe dient, resp. hat ebenfalls zu Uni- versitätszwecken gedient. Rechnen Sie diese JL 75000 zu jenen M. 125000 hinzu, so kommt die Summe von 200000 heraus, welche Gießen seit Gründung der Uni- ve> sität bis heute zu Universitätszwecken beigesteuert hat. Es ist richtig, was Herr Metz gesagt hat, die Beiträge Gießens stammen aus idealen Zeiten, aber gerade weil dies der Fall ist, so kann man — da der Geldwerth in jenen idealen Zeiten ein viel höherer, mitunter ein drei-, vier-, ja fünffach höherer war, als jetzt die angegebenen M 200000, ohne zu übertreiben, auf ca. JL 500,000 veranschlagen, von welcher Surn^ie die jährlichen Zinsen, zu 4% gerechnet, 20000 beitragen. Nun erlaube ich mir, aus einer Schrift, die im Jahre 1865 bei Gelegenheit der Feier der 600jährigen Vereinigung der Stadt Gießen mit Hessen abgesaßt wurde, einige Notizen mitzutheilen, um klarzulegen, daß es doch nicht so leicht sein (wird, die Universität, will man historisches Recht nicht geradezu mit Füßen treten, von Gießen zu verlegen. Es heißt in fragl. Schrift: Arn 25. August 1607 wurde der Grundstein zum Universitätsgebäude (fammt der Sternwarte) gelegt, die in einem Jahr gebaut wurde. Der Universität Gießen wurden die Güter und Gefälle des Antoniterklosters zu Grünberg, nebst dem Kloster Wirberg, des Augustinerklosters zu Alsfeld und des Antonsterhauses in Gießen die durch drei Vogteien verwaltet wurden, Überwiesen. Die erwähnten Gefälle waren demnach nur der Universität Gteßen, nicht aber einer Universität, die etwa an einem andern Orte errichtet werden sollte, zugewiesen. Weiter heißt es auf Seite 19 der bezügl. Festschrift: Die Universität Marburg löst die Vogteien Kalbern, Kugel- und Predighaus ab, worüber em langer Streit entsteht. Die Universität Gießen erhält zuletzt fl. 80000 dafür. Ebenso hat, wie Herr Muhl schon bei der ersten Berathung über das Budget der Universität ausgeführt hat, die bedeutende Senkenberg'sche Stiftung nur Gültigkeit für Gießen. Ich erwähne weiter, daß eine ganze Reihe oberhessischer Städte, GrÜnberg, Alsfeld, Lauteibach, J21bba ?c., Stipendien gestiftet haben, aber nur unter der Bedingung daß diese St,pendlen nur so lange Gültigkeit behalten sollen, als die Universität in Gießen verbleibt. Aus all den angeführten Tbatsachen werden Sie entnehmen können, daß die Universität trotz der entgegenstehenden Ansicht des Herrn Osann möglichst fest an ^'^en angenagelt fein dürfte. Uns Abgeordneten aus Oberhessen ist schon so oft und leider auch wieder bei der Budget-Debatt: der Universität von Collegen aus Starkenburg und Rbeinheßen vo^gehalten worden, der Staatsbe,trag zu den Oberhesfi Bahnen betrage über eine Million, also mehr als der Steuerertrag (ca. 900,000M) der Provinz ^berhessen aus- "arfegen^b^S S ÄS
iommen 91,986 M. 90 3,. fit (ml °Is° m-d, st-b^ommtn h-1 1A,,W M
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Iro«?m St«rtrnbu^a Vat'fleteiftet an Beiträgen 331.320 (10 3, und empfangen an
EX!«*“ X 16 -51' DU st- mehr ,-I-isttt als empfangen
Deutschland.
Darmstadt, 31. März. Am 29. März wurde der Hülsgerichtsschreiber bei dem Großherzoglichen Amtsgerichte Vilbel, Wilhelm Stein, zum Gehülsen des Staatsanwalts bei Großherzoglichem Landgericht der Provinz Oberhessen bestellt.
Darmstadt, 28. März. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 5) enthält:
1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Johann Fcy II. zu Nackenheim, im Kreise Oppenheim, in Aneikennung der von demselben nvt Muth und Entschlossenheit vollbrachien Rettung des 10 Jahre alten Georg Bender daselbst vom Tode des Ertrinkens, eine Geldprämie zu verleihen.
2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen legaltfrten Grundbücher betreffend.
3. Bekanntmachung Großh. Ober-Rechnungskammer, die Vergütung für die im btatsjahr 1882/83 in Geld zu berichtigenden Pensionsnaturalien betreffend.
4. Bekanntmachung Großh. Provinzial Direction Starkenburg, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaftskasse zu Darmstadt für 1882/83 betreffend
5. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisfe für die israelitische Religionsgemeinde Crainfeld, im Kreise Lauterbach, für 1882/83 betreffend.
6. Ucbersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1882 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Rellgionsgemeinden des Kreises Bensheim.
7. Ueberstcht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1882 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgememden des Kreises Alsfeld.
8. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Alzey, den Gehalt des Rabbinen zu Alzey betreffend.
9. Abwesenheitserklärung.
10. Ordensverleihungen.
11. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
12- Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.
Am 11. März wurde der Gerichtsaccessist Otto Brentano zu Friedberg zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgerichte Friedberg zugelassen.
13-’ Dienstnachrichten.
„Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 7. März dem evangelischen Pfarrer Ernst Rullmann zu Essenheim Die evangelische Pfarrstelle zu Lengfeld zu übertragen; am 11. März dem Kreisbauauffeher-Afp'ranten Heinrich Eichler von Dorheim zum Kreisbauauffeher bei Dem Kreisbauamte Gießen, cn demselben Tage die M tglieder des Verwaltungsgerichlshoss Oberlandesgerichtsrath \ r. Müller, Oberlandesgerichtsrath Eckstein und Oberfinanzraty Emmerling für die ^inanzperrvde 1882/85 zu Mitgliedern der nach Artikel 14, Absatz 2, des Gesetzes vom 2um 1879, die Einrichtung und die Befugnisse der Oberrechnungskammer betreffend, verstärkten Oberrechnungskammer zu ernennen.
Am 25. Februar wurde dem Schullehrer Georg Zilch zu Hainstadt eine Lehrer- *e?eJ>Lr.?ber 2' Knaben Schulstelle) und der Schulamtsafpirantin Josepbine Rossi aus Thustsi in der Schweiz eine Lehrerinnenstelle (VI. oder 2. Mädchen-Schulstelle) an Der katholischen Schule zu Seligenstadt übertragen; am 27. Februar wurde der von dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels und dem Herrn Grafen zu Solms-Laubach a2*I , erledigte Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Trais-Münzenberg präscntirte (Lchulamtsasvirant Karl Morell aus Schotten für diese Stelle bestätigt; am 3. März würbe bem Schullehrer Adam Michel zu Lorsch unter Enthebung desselben von der ihm übertragenen Lehrerstelle an der Gerne,udeschule zu Astheim die erledigte Lehrerstelle an bet Gemeindeschule zu Bodstabt, am 4. März wurde dem Schulamtsaspiranten Hermann Becker aus Ober Seemen eine Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Nidba übertragen; an demselben Tage wurden die Schaffner bei der Main-Neckar-Eisenbahn Georg Huber und Conrad Schneider zu Zugmeistern bet dieser Eisenbahn ernannt
14. Dienstentbindung.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 10. Januar den evangelischen Ober-Pfarrer Georg Adam Wagner nt Michelstadt auf Rachsuchen von der Uebernahme der ihm übertragenen evangelischen Pfarrstelle zu Nieder-Ramstadt zu entbinden und auf feiner bisherigen Stelle zu belassen.
15. Ruhestandsoersetzmtgen.
r, Am 25. Januar wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Ober-Mock- Mdt Karl Kayser auf sein Nachsuchen, am 1. März wurde der Schullehrer an der ™an.9el,f*en Schule zu Birkenau Johannes Ackermann auf flirr Nachsuchen mit -rpirkung vom 1. Mai d. I an, am 9. März wurde der Schullehrer an der Gemeinde- ’ (bule zu Klein - Welzheim Anton Hesse auf fein Nacpsuchen unter Anerkennung ner langiahrigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai d. I. an, in den Ruhestand versetzt.
16. Concurrenzeröffnungen.
. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen mit einem nach »em Dienstalter des betreffenden Lehrers sich bemessenden Gehalte von 1200—2400 M nA,”1le,nen1 .eDan0eIif^en Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule einem Gehalte von 900 <X; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau neyt das Prasentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine (die 1.) mit einem evangelischen Ubrer ju besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Mossau mit einem te v?1? ^00 dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentations- recyt zu dieser Stelle zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an her Gemeindeschule zu Hassenroth mit einem Gehalte von 900 M.; dem Herrn durften zu Lowenstein-Wertheim-Rosenberg steht das Pi äsentationsrecht zu derselben zv. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- qule zu Leihgestern mit einem Gehalte von 900 M. Erne .mit einem evangelischen v-ebrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Jugenheim mit einem Gehalte ö on 900 mit der Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden. Eine
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httwilligt ner zu vermiethn Brück MM ittl. Stock. 217’ immer ist zu ver
Rarftftr. D. 205,: . Zimmer zu util ett, Markt B. 1 rtiwilligt. er mit und oh« taserne.
>, Lindenplah. iöblirte' Parime ige per 1. Mflu
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.


