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2.3.1882 Erstes Blatt
 
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Lokales.

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Reiches der Hülfe bedarf, nach Kräften zu unterstützen. Daß ihm Ungarn em ßg^, 40/0 Ungar. Goldrente 72»/,°, 4«/0 1880er Rus,en besonders reiches Feld pflichtvoller Thätigkeit darbietet, wird von Niemand mehr I 5»/° Rumänische Rente 881-, Lombarden. Tendenz fest.

den Betrieb des Pfandleih- ------------------. .. - .

12 und 18 Prozent, pro Monat und Mark also 1 und l',a Pfennig an.

Handel und Berkehr.

Frankfurt a. M., 1. März, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann m Gießen.) Creditactien 261 , Staatsbahnactien 247-/,, Galizier 257, Oesterr. Silberrentc 4«/o Ungar. Goldrente 72>-/,°, 4»/0 1880er Russen 70, 2. Orient-Anleihe 57%

tragspflicht der Städte zu den Kosten der Realschulen unter Anwendung gleichmäßiger Grundsätze und unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der betreffenden Städte einer Stcauliruna zu unterziehen und an den Landtag eine dahin zielende Vorlage gelangen lasse. - Abg. H-inzerling b-anttagt Verweisung dieser Antrag- an den Ausschuß, was die Kammer jedoch gegen 8 Stimmen adlehnt. - G-h. Staatsrath Knorr glaubt, die Antragsteller könnten sich füglich mit seiner uoi hm abgegebenen Erklärung zufrieden geben. Abg. Lautz betont die gegenwärtige ungerechte Belastung der Gemeinden für Anstalten, weiche Zwecken des Staats dienen, unter tpeicellem Hin­weis auf Groß-Umstadt. - Abg Freiherr v. Jung en selb wiedei holt bei den Real­schulen seinen voihrn bet den Gymnasien gestellten ersten Antrag bezüglich der Real­schule zu Mainz und wird dieser Antrag ebenfalls dem Finanzausschuß überwiesen. __ Ma. Pennrich befürwortet die Herbeiführung einer größeren Gleichheit bezüglich des Schulgeldes an den Vorschulen der oersch,eden-n Realschulen. Abg. Maurer stimmt mit Scriba überein, indem er glaubt, daß sämmtliche Realschulen des Landes doch Bedürfnisse befriedigen, die west über diejenigen der Gemeinden, in welchen sich die Anstalten befinden, hinausgehen. Nack einem Schlußworte des Berichterstatters Ellenberger wird die Generaldebatte geschlossen und IN die Discussion der einzelnen Titel eingetreten. Für die Realschule zu Darmstadt, sowie für die Anstalten zu Offenbach und Groß-Umstadt werden di- Ankorderung-n von 28,240, resp. 17,255 und 7760 X ohne Debatte bewilligt. Abg. Osann lenkt bei der letzteren Schule die Aufmerksamkeit der Regierung auf die nach ihm gewordener Mittheilung dort in allzu starkem Maße zur Anwendung kommende Straf- der körperlichen Züch­tigung, worauf G-h. Staatsrath Knorr eine Untersuchung und eventuell ernstliches Einschreiten zusagt. Bei den Realschulen zu Michelstadt, Alsfeld , Friedberg, Alzey und Bingen hatte der Ausschuß Abstriche beantragt, für die Anstalten zu Gießen und Oppenheim dagegen Verwilligung brr vollen Regierungsanforderungen. Die Kammer beschließt jedoch, nachdem Geh. Staatsrath Knorr zu ,edem einzelnen Posten die erforderlichen Erläuterungen gegeben, sämmtliche Anforderungen der Re­gierung unverkürzt zu bewilligen. Schließlich wird der primäre Antrag des Abg. Schröder und Genossen gegen 12 Stimmen abgelehnt, der eventuelle dagegen mit

als den Unterzeichnern bedauert, ivelche sich wohl bewußt sind, daß Friede und Gesittung unseres Erdtheils zu erheblichem Th-il auf dem redlichen Zusammen­wirken des deutschen Reiches und der österreichisch-ungarischen Monarchie beruhen, daß aber auch der Bestand von Ungarn am besten gesichert ist, wenn der herr­schende Stamm gegen die Mitbürger anderer Nationalität die schwer vermißte Gerechtigkeit übt." Zu wünschen wär^s wirklich, denn zu Herrn Tisza's schönen Worten fehlt der Glaube.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's tclcgr. Corrcspottdcnz-Bureau.

Berlin, 28. Februar. DerReichs-Anz." veröffentlicht die Ansprache des Fürsten Radziwill an den Sultan bei Ueberretchung des Schwarzen Adler­ordens und die Antwort des Sultans darauf. In ersterer heißt es, er sei beauftragt, dem Sultan die Gefühle der beständigen Freundschaft des Kaisers auszudrückeu. Der Sultan sprach das aufrichtigste Verlangen aus, die zwischen beiden Reichen bereits bestehenden Freundschaftsbeziehungen zu erhalten und zu befestigen, er werde nicht ermangeln, Alles aufzufuchen und auszuführen, was dieses Ziel im höchsten Maße verwirklichen könnte.

Der Bolkswirthschaftsrath ist heute durch Minister Bötticher eröffnet worden. r

Dresden, 28. Februar. Die Session des Landtages ist heute ge-

scblosseu worden.

Pari», 28. Februar. Der Ministerrath hat beschlossen, das Gesetz vom Jahre 1849 über die Ausweisung von Ausländern ivie folgt zu inodifiei- ren: Jeder Ausländer, welcher bereits eine Bestrafung erlitten hat, soll ohne weitere Förmlichkeit sofort ausgewiefen werden; ist eine Bestrafung noch nicht erfolgt, so soll die Frage wegen der Ausweisung vor den Ministerrath gebracht werden. Das Gerücht, daß Andrieux zum Botschafter m Madrid ernannt werden soll, bestätigt sich.

Petersburg, 28. Februar. In dem Proeesse Trigonja wurde in der vergangenen Nacht das Unheil gesprochen; von den Angeklagten wurden 10, darunter eine Frau, zum Tode, die übrigen zu Zwangsarbeit veruriheili.

Schtffsbcricht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 25. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr Neckar, Capt. R. Bussius, vom Norddeütsch-n Lloyd in Bremen, welcher am 12. Fe­bruar von Southampton abgegangen war, ist hmte 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. _.____

27 Stimmen angenommen.

Fortsetzung der Budpetberathung morgen.

Berlin, 27. Februar. Der Gesetzentwurf, betr. die^ Einführung des Tabaksmonopols in Deutschland, hat bereits dem preußischen Staatsministerium zur Berathung vorgelegen und wird mit zu den ersten Gegenständen gehören, welche den morgen zufammentretenden Volkswirthschaftsrath beschästigen werden. Der Entwurf enthält 70 Paragraphen und zerfällt in 8 Abschnitte. Der erste Abschnitt handelt zunächst von den begrifflichen Grundlagen des Tabaksmonopols, nach denen dasselbe nur als wirkliches Vollmonopol in Aussicht genommen ist. Der folgende Abschnitt betrifft den Tabaksbau und reprodueirt im Wesentlichen die int letzten Tabakssteuergesetz bereits enthaltenen für das Monopol ebenfalls ausreichenden Bestimmungen. Der folgende Abschnitt betrifft den für das Aus­land beizubehaltenden Privat-Rohtabaks-Handel, ein weiterer Abschnitt handelt von der Tabaksfabrikation und dem Verkaufe der Tabaksfabrikate und ist um deshalb gerade von allgemeinem Interesse, weil er sich über die genaue Preis­bestimmung der von der Monopolverwaltung zu liefernden Fabrikate auslätzt Wir erfahren davon, daß der Rauchtabak schon zu 1 -* zu haben fein soll und daß Cigarren schon von 3 an geliefert werden sollen. Ein fernerer Abschnitt handelt von der Einführung von Tabaksfabrikaten Seitens der Rei­senden, ein anderer Abschnitt betrifft die Controlvorschriften, wahrend der nächste die Strafbestimmungen in's Auge faßt. Es kommt fodanu der für Viele höchst interessante Abschnitt der Schluß- und Uebergangsbestiinmungen, m denen hauptsächlich die Lösung der Entschädigungsfrage enthalten ist.

München, 27. Febr. König Ludwig von Bayern hat sich über die Bestrebungen der ultramontanen Majorität des Abgeordnetenhauses in fernem letzten Handschreiben an den Ministerprästdenten v. Lutz in einem Sinne aus­gesprochen , der derselben schwerlich gefallen wird. Der König denkt gar nicht darin, Herrn v. Lutz, wie es die Ultramontanen fordern, den Abschied zu geben, er spricht sich im Gegentheil vollkommen für die von jenem durchgeführte Kirchenpolitik aus. In dem Handschreiben wird betont, daß der König stets die Kirche geschützt habe und beschützen werde; er erblicke in der Pflege des religiösen Sinnes des Volkes die Grundlage für die Ordnung, und btefc sei die Hauptaufgabe für die Regierung. Die Regierung müsse aber die Bestrebungen, dem Rechte der Krone entgegenzutreten, zurückdrängen. Zum Schluß spricht der König Lutz und sämmtlichen Räthen der Krone seine Anerkennung für ihr bis­heriges Verhalten aus, foroie das Vertrauen, daß sie unter allen Schwierig­keiten fest ausharren werden. Vielleicht legt sich nun der Eifer m der Kammer etwas, da die letztere einsehen muß, daß ihre Arbeit zum Sturze des Minisie- riums vergeblich ist. Jeden Deutschen aber muß es mit gerechter Freude erfüllen, daß König Ludwig fo energisch den Römlingen Trotz bietet und nicht die Unterdrückung einer Confession durch eine andere zuläßt.

Augsburg, 28. Februar. Das Handschreiben des Königs au den Minister v. Lutz hat derAllg. Ztg." zufolge folgenden Wortlaut: Ich habe mit Bedauern die Schwierigkeiten verfolgt, welche in den letzten Monaten dem, wie Ich weiß, nur auf das Wohl des Landes gerichteten Wirken Meiner Min0 ster in den Weg gelegt wurden und finde Mich bewogen, die bestimmte Erwar­tung auszusprechen, daß Sie ausharren und mit aller Kraft für die Rechte Meiner Regierung eintreten werden, wie das bisher geschah. Was insbesondere das Verhältniß der Kirche zum Staate betrifft, so habe Ich der Kirche stets und aus innigster Ueberzeugung Meinen vollen Schutz gewährt und werde nie auf hören, den religiösen Sinn kleines Volkes, in welchem Ich die Grundlage oer Ordnung erkenne, zu schirmen. Es ist Ntein Wille, daß den religiösen Be­dürfnissen des Landes die sorgsamste Pflege und Beachtung zu Theil werde. Ich will aber ebenso fest, daß kleine Regierung jetzt und in Zukunft allen Be­strebungen entgegentritt, welche darauf abzielen, die unzweifelhaften und noth- wendigen Rechte des Staates zurückzudrängen und welche den Staat und die Kirche in eine unheilvolle, feindliche Stellung bringen würden. Indem Ich diesem Meinem Willen hier zur Bekräftigung wiederholten Ausdruck gebe, spreche Ich Ihnen und Ihren Amtsgenoffen für das treue Ausharren unter so großen Schwierigkeiten gerne Meine wanne Anerkennung aus und verfichere Sie Meines vollsten Vertrauens.

Oesterreich.

Pesth, 27 Februar. Im ungarischen Abgeordnetenhause fand bekannt­lich jüngst eine Interpellation bezüglich der Wirksamkeit des deutschen Schnl- vereins statt. Tisza, der Ministerpräsident, setzte sich damals ans das hohe Pferd und erklärte jede Agitation zu Gunsten der Deutschen für uberflusstg, denn in Ungarn genössen alle Nationen vollkommene Gleichberechtigung. Darauf hat der Schulverein jetzt in ernster und würdiger Weife geantwortet und beson­ders Folgendes betont:Der allgemeine deutsche Schulverein hat es sich zur Aufgabe gestellt, die deutsche Schule, wo immer sie außerhalb des deutschen

Gictzen, 1. Mürz. jSterblichkeit in Gießen.) Während der 8. Jahreswoche (vom 19. bis 25. Februar) kamen in Gießen im Ganzen 6 Todesfälle vor, die sich in gleicher Zabl auf Kinder imd Erwachsene verthcilten. Die Kinder, unter denen sich ein auswärtiges befand, waren sämmtlich über 2 Jahre alt, eins derselben starb an Scharlach, die beiden andern an Diphtherie. Von den erwachsenen Personen starb -in­an Krebs, eine an Brustfellentzündung, eine an Nierenentzündung. G.

Gietzc«, 1. März. In der Nacht von Montag zum Dienstag wurden vom Seltersthor anfangend, durch die neue Anlage, Göthestraße, Ludwigsstraße und Lud- wigsplatz nicht weniger denn 13 Laternen mit 30 Scheiben, sowie außerdem 2 Fenster­scheiben in der neuen Anlage zertrümmert.

Ein Frauenzimmer von hier wurde gestern wegen Diebstahls verhaftet.

Die soeben im Großh. Regieruiigsblatt publicirte Verordnung, betreffend den Betrieb des Psandlcih- und Trödlergewerbs, ordnet den Zinsfuß für Darlehen auf

B « r ra i f <b t t »

Harheim. Am 5. Dezember v. Js. kehrte der 46jährige lebige Sohn einer hier wohnenden Wittwe nach langjähriger Abwesenheit aus Amerika unverhofft zurück. Man hatte ihn längst für tobt gehalten, unb das Wiedersehen mit seinen zu HauS sich btftnbenben 3 Geschwistern war kein freudiges, al? der verloren geglaubte Bruder fern ihm zustehendes Vermögen verlangte. Die zärtlichen Verwandten sperrten den Unglück­lichen vom 5. Dezember v. Js. bis zum 8. Februar d. I. in einem Kellerraum und später in einer bimfelen Kammer ein, in welch letzterer das Fenster mit Bretter zn- gcnagelt war, und setzten ihm schlechte und mangelhafte Nahrung vor. An Schlagen hat es ihm auch nicht gefehlt und ist es ein wahres Wunder, daß die Nachbarschaft Jctd)« gemerkt hat. Am 8. Februar gelang es dem Unglücklichen nun zu entkommen. Er lief sofort zur Bürgermeisterei, machte die Anzeige, und ist bereits die Staatsanwalt­schaft aus Gießen hier gewesen und hat die Untersuchung eingeleitet. Der eingesperrt Gewesene ist bei einer anderen Familie in Pflege gegeben worben. Auf den Ausgang der Sache ist man natürlich hier sehr gespannt. (O- A.)

(Eine einträgliche Patientin.) Em sehr gesuchter Pariser Arzt, ben besonbers Les Petites begünstigen, wünschte neulich in seinem Club em wenig auszuruhen, als ihm gemelbet wurde, daß ihn Jemand sehen wolle. Der Jemand war das Kammer­mädchen vonLulu" einer jungen Dame, die viel bekannt ist.Eilen Sie, Doktor", sagte das Mädchen, Madame stirbt, sie hat sich vergiftet." Der Doktor kam hastig unb fand Madame in einem leichten Anfalle von Hysterie, und ein besänftigender Trank hatte sofort eine wunderbare Wirkung. Den nächsten Morgen besuchte ein alter Herr den Arzt.Doktor, Sie haben Lulu das Leben gerettet. Das Kind nahm Gift, weil man ihr sagte, ich sei daran mich zu verheiraten. Ich kann Ihnen niemals genug danken", unb die ehrwürdige Persönlichkeit legte ein Tausendfraucs-Blllet auf den Tisch unb verabschiebete sich sehr aufgeregt. Kaum war er fort, als ein junger Mann ein« trat.Ah, Doktor, ©ie haben-----man sagte ihr, daß ich eine Frau nehme,

unb sie wollte sterben. Ich kann niemals---" Unb in Thränen ausbrechend,

schob er zwei Tausendfrancs-Billete in bie Hänbe des Doktors und stürzte hinaus. Der Doktor, erstaunt über sein gutes Glück, ging zu Lulu, um es ihr zu sagen.Was", sagte das liebe Mädchen,nur Zwei! Gehen Sie zurück, schnell. Es sind noch drei Andere zu erwarten. Dann kommen Sie wieder."

Eingesandt.

Die angekündigte Schlangenfütierrmg in der auf dem Oswalb's Garten aus­gestellten Zobel'schen Menagerie hatte gestern Abend eine Anzahl von Zuschauern dahm gezogen, die alle mit Interesse dem seltenen Schauspiel zusahen. Interessant war es rn der Thai, zu sehen, wie das wirklich schöne Reptil seine Nahrung zu sich nimmt. Bei der gestrigen Fütterung bestand das eigenartige Souper aus 8 Stuck Tauben. Die erste derselben muß der Schlange unbedingt lebend geboten werden, da sic tobt dieselbe nicht annimmt, die folgenben aber können vorher gctöbtct, müssen rirdeß tmmer, ehe noch die eine ganz verschlungen ist, unb, wohl gemerkt, mit den Febern, den Kops voran, nachgestopft werden. Es ist interessant, die Aufregung zu beobachten, tu welcher die Schlange während des Verspeisungsprocesfes sich befindet. Die erste Taube verschwand nur langsam in den Schlund des Ungestüms, bei der folgenden aber hatte sich per Kiefer schou so erweitert, daß bie übrigen sehr rasch verschlungen würben und der ganze von allen Zuschauern mit Spannung beobachtete Vorgang kaum eine Vteriel- stmide in Anspruch nahm. In 8 ober 14 Tagen wird wahrscheinlich Fütterung stattfinden, die wir Freunden von Naturseltenheiten zum Besuche pfehlen können. ____