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Die Erhel geschieht an den

Staatsverbrecher die fortgesetzten Nachforschungen, unabhängig von den in Kiew und Odessa erfolgten Verhaftungen, noch zur Verhaftung einiger aus den früheren Pro­cessen bekannter wichtiger Staatsverbrecher geführt haben. Sodann ergab die ange­ordnete Ueberwachung einiger der Zugehörigkeit zu dem Geheimbunde verdächtiger Personen, daß die Petersburger Gruvpe desselben energische Vorbereitungen zur Aus- ührung neuer Verbrechen betrieb. Nachdem man den gesammten Personalbestand der genannten Gruppe und ihr Vorbereitungsquartier eruirt hatte, wurden am 17. Juni :.8 Personen verhaftet, von denen sieben im Besitze falscher Pässe sich befanden und der Reichspolizet von früher her als hervorragend thätige Mitglieder einer revolutionären Gesellschaft bekannt waren. Die Besichtigung des oben genannten Quartiers führte zur Entdeckung einer Werkstätte zur Fabrikation von Dynamit und anderen Spreng- toffen. Die in Folge dessen mit der Moskauer Geheimpolizei angeknüpften Beziehungen ührten auch dort zur Verhaftung einiger Personen. Während dessen verschwanden aus Moskau drei Personen, welche falsche Pässe führten, unter Zurücklassung von Druckeretutensilien in ihrer Wohnung, in welcher offenbar revolutionäre Schriften gedruckt worden waren. __

Nach einer Meldung desGolos" aus Balta hat daselbst am 27. ds. Mts. vor einer Abtheilung des Kamenetz'schen Bezirksgerichts die Prozeßoerhandlung wegen der in Balta gegen die Juden begangenen Excesse ftattgefunden. Von den Angeklagten ind sechs verurtheilt worden, darunter einer wegen tödtlicher Verwundung zu 33monat- tcher Einstellung in eine Arrestantenkompagnie, ein zweiter wegen Nothzucht zu vier- ähriger Zwangsarbeit.

Alexandrien, 29. Juni. Neuerdings sind wieder viele Läden und Restaurants von Europäern geschlossen, sowie Geld und Werthsachen an Bord der Handelsschiffe geschafft worden.

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Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenr-Brrrearr.

Berlin, 29. Juni. Die allgemeine Heeresdienstpflicht einschließlich der Reserve- und Landwehrpflicht, welche bisher in Preußen 14 Jahre betrug, ist laut einer Cabinetsordre in Uebereinstimmung mit der Reichsverfassung vom Herbst 1882 ab auch für Preußen auf 12 Jahre reducirt worden.

München, 29. Juni. Heute ist hier unter Theilnahme der Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, des diplomatischen Corps, der Mini­ster, Generale und der Hof- und Staatsbeamten, das 200jährige Jubiläum des 7. Infanterie-Regiments durch einen Feldgottesdienst beider Confessionen und eine Galaparade feierlich begangen worden. Die dem Regimente vom König verliehenen Fahnenbänder wurden von der Prinzessin Ludwig an die Fahnen gehestet, der Regiments-Commandeur dankte Namens des Regiments in einer Ansprache. Die Feier schloß mit einem enthusiastischen Hoch der Mannschaften des Regiments und des zahlreichen Publikums auf den König.

Bonbon, 29. Juni. Die Regierung hat zwei große Privatdampser zum Truppentransport gemiethet.

Nach hier eingegangenen Nachrichten sind der Agent und der Guts­verwalter Lord Clanricarde's, Blake und Keane, als sie heute früh von Naas (Irland) nach ihrem Wohnsitze zurückkehrten, ermordet worden.

Nom, 29. Juni. Der Municipalrath genehmigte den Antrag des Co- nntös auf Bewilliguug von 3 Mill. Lire für die Weltausstellung in Ronr.

Petersburg, 29. Juni. DasJournal de St. Pötersbourg" schreibt, die Cabinete könnten nicht zugeben, daß die Beilegung der Schwierigkeiten in Egypten vollendet sei, wie die Pforte behaupte. Es gäbe noch reelle Interessen zu wahren und Fragen zu regeln. Die türkische Diplomatie stelle das Einver­nehmen der Mächte auf die Probe und versuche dasselbe zu erschüttern. Dies werde nicht gelingen, man könne sich dessen versichert halten. Wenn eine Action nothwendig würde, so würde sie sich durch eine Delegation der Mächte voll­ziehen. Wenn der Pforte kein Zweifel in dieser Hinsicht gelassen werde, würde sie sich dem accomodiren. Man darf hoffen, daß auch England und Frankreich nicht anders als im Mandate Europas vorgehen wurden.

Petersburg, 29. Juni. DerRegierungsanzeiger" lheilt mit, daß nach der Verhaftung der im Februar d. I. in einer außerordentlichen Senatssession abgeurtheilten

Lokales.

Gießen, 30. Juni. Schwurgerichtssitzung am 29 Juni 1. gegen Karl Hepper's Ehesrau von Ober-Mörlen und

2. Johann Philipp Rack II. von Dorn-Assenheim wegen betrüglichen Bankerutts. Dieselben sind beschuldigt und zwar:

1. Karl Hepper's Ehefrau:

daß sie als Schuldnerin, welche ihre Zahlungen eingestellt bezw. über deren Vermögen das Concursverfahren eröffnet worden, in der Absicht, ihre Gläubiger zu benachtheiligen, Vermögensstücke verheimlicht bezw. bei Seite geschafft, auch Schulden oder Rechtsgeschäfte anerkannt bezw. aufgestellt habe, welche ganz oder theilweise erdichtet sind,

2. Johann Philipp Rack II.:

daß er im Interesse eines Schuldners, welcher seine Zahlungen eingestellt bezw. über dessen Vermögen das Concursverfahren eröffnet worden, nämlich der Katharine Margarethe Hepper Ehefrau, Vermögensstücke derselben ver­heimlicht bezw. bei Seite geschafft, auch im Interesse der Genannten oder um sich Vermogensvortheil zu verschaffen, in dem Verfahren erdichtete Forde­rungen gellend gemacht habe.

Die Geschworenen verneinten die Schuldfragen, in Folge dessen beide Ange­schuldigten von Strafen und Kosten freigefprochen wurden.

Gießen, 30. Juni. Ein Handwerksbursche bettelte gestern in einem Hause dahier und erhielt em Geschenk. Nachdem derselbe sich entfernt hatte, bemerkte man, daß er sich mit dem Geschenk nicht begnügt, sondern auch eine goldne Damenuhr aus einer unverschlossenen Stube mitgenommen hatte Die Bemühungen der Polizei, den Dieb noch hier anzutreffen, waren ohne Erfolg, derselbe hatte gleich das Weite gesucht.

Am 1.3 rn Hungen o bereit Verwalt morden ist.

Der Post Bellersheim ven

Darmsta

Türkei.

Konstantinopel, 28. Juni. (Meldung derAgence Havas"). Die Pforte hat ihren Vertretern im Auslande telegraphisch mitgetheilt, die egypti- schen Truppen hätten in Folge der Verleihung des Großkreuzes des Medjidie- Ordens an Arabi Pascha auf's Neue ihre Ergebenheit und Treue für den Sultan betheuert und sei diese Thatsache als eine erneute Bürgschaft für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Egypten anzusehen. Die Nachricht, daß Derwisch Pascha beauftragt worden sei, Arabi Pascha darüber zu sondiren, wie er eine eventuelle Absendung türkischer Truppen ausnehmen würde, wird als unrichtig bezeichnet.

Circularnote vor der Uebergabe des Conferenz-Memorandums, worin der Pforte der Eintritt in die Conferenz gewahrt wird, versendet worden, so daß diese Kundgebung bisher von der Pforte nicht beantwortet ist. Die Vertreter Deutsch­lands Rußlands, Oesterreichs und Italiens sind von ihren Negierungen instruirt morden der Pforte eindringlich die Berücksichtigung des Conferenz-Memorandums zu empfehlen. Es ist die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß die Pforte durch diese übereinstimmenden wohlwollenden Kundgebungen stch zu einer Modrflcation ihrer Haltung der Conferenz gegenüber bestimmen lassen werde

__ Aus Rom wird derPolit. Corresp." mitgetheilt, daß der neue öster­reichische Botschafter, Graf Ludolf, am 1. Juli daselbst eintreffen und am 2. Juli dem Könige Humbert seine Creditive überreichen wird.

Arankreich.

Paris, 29. Juni. (Havas"-Meldung). Nachrichten aus Konstan­tinopel besagen, der Wunsch der Pforte, sich der Conferenz zu nähern, sei

Marseille, 28. Juni. Die mit den DampfernLabourdonnais" und Junon" hier eingetroffenen 103 arabischen Flüchtlinge christlicher Confesston wurden auf Befehl des französischen Admirals unentgeltlich hierher transportirt und werden hier auf Kosten der öffentlichen Wohlthätigkeit untergebracht und verpflegt.

Rußland.

Petersburg, 28. Juni. DasJournal de St. Pötersbourg" schreibt, die Verleihung des Medjidie-Ordens an Arabi Pascha müsse einen ganz beson­deren Zweck haben, dessen Gründe man noch nicht zu durchschauen vermöge. Sicherlich habe der Sultan damit nicht zu der militärischen Insubordination und zu der Ermordung von Ausländern noch crmuthigen wollen. Jedenfalls hätten Schicklichkeitsrücksichten erforderlich erscheinen lassen, zu einer solchen Gunstbezeigung nicht den gegenwärtigen Moment zu wählen.

Die Einführung des Art. 10 der im Jahre 1880 bestätigten Schiffs­ordnung zur Verhütung von Schiffszusammenstößen auf See ist nach einer mit England getroffenen Uebereinkunft bis zum 1. September er. verschoben worden. _ Für die Stadt Cherson ist die Errichtung eines Zollamtes 1. Klasse ange­ordnet, die bisherigen Zollämter Scpliany und Njemzensk sollen Transit-Zoll­ämter werden.

Amerika.

Washington, 26. Juni. Mr. John Guiteau hat an den Präsiden­ten Arthur einen Brief gerichtet, dein er einige Schriftstücke für dessen Durch­sicht beifügt und worin er den Präsidenten um eine Unterredung bittet, um seines Bruders Irrsinn zu beweisen. Als dem Präsidentenmörder Guiteau von seinem geistlichen Beistände Mr. Hicks die einstimmige Entscheidung des Cabinets mitgetheilt wurde, daß dem Gesetze freier Lauf gestattet werden solle, seine Hin­richtung somit beschlossene Thatsache sei, sagte er:Gehen Sie und besuchen Sie General Arthur. Ballen Sie Ihre Faust vor seinen Augen und sagen Sie ihm, daß ich ihn durch meine Inspiration zum Präsidenten inachte. Er muß mir einen bedingungslosen Pardon gewähren; wenn nicht, so verdanmie ihn Gott der Allmächtige für die Ewigkeit. Ich sage Ihnen, Bruder Hicks, ich bin Gottes Mann. Gott nimmt sich der ©einigen an. Die Zeit bis zu seiner Hin­richtung am nächsten Freitag wird Guiteau in einer Jsolirzelle zubringen.

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Vermischtes.

Offenbach, 26. Juni. Wir theilten vor circa sechs Monaten mit, daß einem Postboten auf feinem Rundgange eine Brieftasche mit 6000 Mark Inhalt in Verlust nerietb. Der beklaaenswerthe Beamte, welcher annahm, daß er das Geld verloren, war längere Zeit in Untersuchung, aus der er jedoch wieder in seinen Dienst zurück- kebrte da man an der Ehrlichkeit des Mannes zu zweifeln keine Ursache fand. Schwer lasteten aber auf ihm die Abzahlungen, die er als Verlustträger zu machen hatte. Heute nun endlich hat sich der Vorfall aufgeklärt. Die Summe ist dem Postboten entwende! worden Als derselbe in einem hiesigen Geschäfte mit der Auszahlung einer Geld­anweisung beschäftigt war, benutzte dies ein dortselbst angestellter Commis und nahm ungesehen die neben hingelegte Geldtasche mit Inhalt an sich- Durch in keinem Ver- bältniß zu seinem Gehalte stehende Ausgaben verrieth sich der Dieb, der heute verhaftet wmde Man fand von dem gestohlenen Gelde noch 4000 Mark- Als der Postbeamte von dem Geschehenen erfuhr, weinte er vor Freude.

Mainz, 25. Juni. Heute kamen hier am frühen Morgen schon zwei Selbst­morde vor, um 4 Uhr sprang eine hiesige Frau von der Brücke in den Rhein und wenige Stunden später sand man einen Mann aus Mainz im nahen Müllerwaldchen er^angt^ , 26. Juni. Wegen Münzoerbrechen standen heute der Bergmann Phil pp Mocks aus Weinbach und der Taglöhner Franz Albrecht aus Kastel vor dm Geschwornen hier Im Januar d. I. verkehrten in Mosbach, Biebrich und Wiesbaden zwei Leute, die Personen, von welchen sie wußten, daß dieselben in ungünstigen Verhältnissen sich befanden, zum Eintauschen falschen Papiergeldes gegen billiges Geld zu bewegen suchten. Bei einer ziemlichen Anzahl von Personen ist es gelungen, solche ungeschickt ange ertigte auf 100 Mark lautende Falsificate an den Mann zu bringen, bis die Polizei auf dieses Treiben aufmerksam wurde und in den Verkäufern dieser falschen Scheine die beiben Angeklagten ermittelte. Bei einer Haussuchung fand man in der Wohnung des Albrecht 8 falsche Scheine k 100 Mark, welche allerdings dem Anschein nach mehr zum Scherze als zur ernsthaften Verwerthung bienen konnten Wie aus der Verhandlung hervor- geht, haben die beiden Angeklagten die Scheine nicht selbst angefertrgt, sondern Mocks hat dieselben in dem Zuchthaus in Diez von einem dort befindlichen, wegen Münz- vergehen zu einer längeren Freiheitsstrafe verurtheilten Lithographen erhalten. Mocks wird heute eine Strafe von iy, Jahren Zuchthaus und Albrecht wegen Beihülfe eine solche von 6 Monat Gesängniß zudictirt. . z

Hanau, 22. Juni. In das hiesige Landkrankenhaus wurde vor einigen Tagen der Fuhrmann Brückner aus Somborn verbracht, welcher das Unglück hatte, in der Nähe von Meerholz mit dem Fuß unter einen mit Steinen beladenen Wagen zu kommen- Die Verletzung ist sehr eigenthumlichcr Art und soll ein zur.Konsultation berufener auswärtiger Professor der Anatomie erklärt haben, daß ihm ein solcher Fall ms letzt nur zweimal vorgekommen sei. Der Fuhrmann ging nämlich neben feinem 21$agen her, stolperte über einen Stein und fiel, infolge dessen das Nab einen Fuß fußt . A s Zuruf standen zwar die Pferde sofort, aber während des Falles drehte sich nur der Körper des Mannes, während das Bein durch den sestgehaftenen Futzam Um^ehm gehindert wurde, so daß nun Bein sammt Fuß verkehrt steht, ohne datzi ein ^nogen. bruch vorhanden ist. Bei einem vor einigen Tagen über die Ostheimer Gemarkung ziehenden Gewitter wurde eine Frau, die sich unter einen von einem Blitzstrahl getroffen und so schwer verbrannt, daß an ihrem Aufkommen ^^Fra^nNurt, 26. Juni. Vor 20 Jahren verließ ein

mit ihrem Kinde. 17 Jahre horten sie. nichts von chm.bls ^rbJahrenauSAmmr ein Brief von ihm mit einer kleinen Einlage hier eintraf. Er thellte seiner^Frau m daß er noch lebe, es ihm gut gehe und er ihr noch weitere Mittel zum besseren Lev senden wolle. Die Tochter faßte hierauf den Entschluß, zu gehen, dM

eine Stellung anzunehmen und im Stillen zu beobachten, was ihr Vater mach. ® fand Stellung und erfuhr, daß ihr Vater eine glanzendWwtbschastmit «tner Haus hälterm betreibe. Eine Stelle in dem Hause des Vaters ward frei und ste «ar I glücklich, dieselbe zu erhallen. Ohne sich Im Geringsten zu -erralhen lag sie ihren Pflichten ob Der .fierr war ihr sehr zugethan und nachdem vor einigen Monaten oi Haushälterin Morken" w°rl>7r U d^Hand des Mädchens, wobei er hm-llerdMgs wtttbeüuna machte daß er sich vorerst von seiner in Frankfurt l

wall?"'DEbrach das Mädchen in Weinen aus leg't mlrte^sich mt

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gestellt, welche dem Abgeordneten Windthorft von den deutschen Ultramomancn z Geschenk gemacht wird.