Nr. 150. Samstag den I. Juli 1882
ichmer Anzeiger
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Amtlicher Hheil.
Betreffend: Die Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden. Gießen, am 28. Juni 1882.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Büvgermeistereien des Kreises.
Nachdem sich in verschiedenen Fällen bezüglich des bei Einquartierung von Pferden von den Quartierträgern zu liefernden Streustrohes Anstände ergeben haben, bringen wir nachstehende Verfügung'des Kriegsministeriums zu Berlin zur öffentlichen Kenntniß, mit der Empfehlung, die Quartierträger hiernach zu verständigen.
Dr. Boekmann.
§ 10 der Beilage Lit. A. des Qnartierleistungsgesetzes vom 10. Juni 1868.
Für die Stallungen ist an Streustroh, Stalllicht, Stall-Einrichtung und Stallgeräth nur das Nothwendigste und Hausübliche zu beanspruchen.
Der Dünger verbleibt dem Quartiergeber.
Kriegsministerium. Berlin, den 18. Februar 1880.
Nach § 10 der Beilage Lit A. des Quartierleistungsgesetzes vom 12. Juni 1868 ist bei der vorübergehenden Inanspruchnahme von Stallungen für Dienstpferde voll den Quartiertrügern an Streustroh das Nothwendigste und Hausübliche zu beanspruchen. Wenn es nun auch keinem Zweifel unterliegt, daß mit dein „Hausüblichen" lediglich die Art des Streustrohes gemeint ist, mithin nicht Stroh einer bestimmten Getreidegattung bezw. Richtstroh verlangt, sondern eben jedes in dem Haushalte des Quartiergebers bezw. am Orte der Quartieruug als Streu gerade übliche Stroh geliefert werden kann, so hat sich doch in Folge eines durch den Herrn Minister des Innern "zur Sprache gebrachten Befchwerdefalles, als erforderlich erwiesen, der Frage näher zu treten, welches Quantum der an betreffender Stelle gewählten Bezeichnung, d. h. dem „Nothwendigsten" zu verstehen und von den Quartierträgern zu leisten ist.
Um den Pferden die dürftigste Gelegenheit zur nothwendigen Nachtruhe zu verschaffen, muß erfahrungsgemäß für Ställe, welche vorher unbenutzt gewesen und ohne jede Streulage zur Benutzung überwiesen werden, für den ersten Tag der Einquartierung die Darreichung von Va Bund Stroh (5 Kg.) prp Pferd als die mindeste Forderung gelten. Für die spätere Zeit, oder wenn der überwiesene Stallraum bisher mit Streu versehen gewesen ist, genügt bei tägliche Satz von 1750 Gr. Stroh, als Differenz des Strohtheiles der Garnison- und Marschration.
Das Königliche General-Commando wird ergebenst ersucht, die vorstehend dargelegten Grundsätze zur Kenntniß der unterstellten Truppen-Commandos re. zu bringen, die solche in vorkommenden Fällen zu beachten haben werden.
Auch der Corps-Intendantur wolle das Königliche General-Commando hiervon gefälligst Mittheilung machen.
Kriegs-Ministerium, gez.: von Kameke.
An das Königliche General-Commando des Garde- 1., bis 11.,
14. und 15. Armee-Corps.
Bekanntmachung.
Philipp Müller V. von Beuern, seither Dienstmann mit der Nummer 17 dahier, beabsichtigt das Gewerbe als Dienstmann niederzulegen und werben daher alle Diejenigen, welche etwa Ansprüche an die von demselben bei uns hinterlegte Caution aus ihm ertheilten Aufträgen geltend machen zu können Dauben, aufgefordert, solche binnen 3 Tagen bei uns anzumelden.
Gießen, am 29. Juni 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Freseniu s.
Renaissancebau, reich und energisch gegliedert und ohne jede Ueberladung, doch einer kostbaren und geschmackvollen Decoration Raum gewährend. Der zweite mit einem ersten Preise gekrönte Entwurf von Fr. Thiersch in München, ebenfalls im Style der Hochrenaissance, imponirt vor Allem durch die in herrlichen Verhältnissen ausstergende prachtvolle Kuppel. Auch unter den mit zweiten und dritten Preisen bedachten Arbeiten findet sich ganz Ausgezeichnetes und die Zahl der wirklich als verfehlt zu bezeichnenden Leistungen ist eine verhältnißmäßig geringe, so daß die Ausstellung ein höchst erfreuliches Zeichen von dem Können der Gegenwart auf dem Gebiete der Architectur liefert.
— Der Kaiser hat einen neuen, schönen Beweis seines edlen Herzens und seines merkwürdigen Gedächtnisses gegeben. Ein früherer Gensd'armerie-Wacht- meister, der jetzt als Vollziehungsbeamter in Münster lebt, sollte in Folge eines Monitums der Potsdamer Oberrechnungskammer 500 JL zurückerstatten, die er angeblich zu viel an Pension erhalten haben sollte. Vergeblich wandte sich der Betreffende bis an die höchsten Instanzen und zuletzt in einer Jmmediat-Eingabe an den Kaiser. Der Kaiser aber erinnerte sich bei dieser Gelegenheit sofort des ehemaligen Wachtmeisters, der sich in den Kriegen von 1866 und 1870 besonders als ein ebenso geschickter wie kühner Uebermittier von Depeschen ausgezeichnet hatte, und verfügte sodann, daß die von der Ober-Rechnungskammer reklamirten 500 nicht zurückgefordert werden sollten.
Berlin, 28. Juni. Die „Tribüne" schreibt: „Die Symptome von dem unerwartet schnellen Absterben der Straßburger Manufaktur mehren stch in den letzten Tagen in geradezu erschreckendem Maße. Heute erhalten wir die Nachricht, daß der kaufmännische Director der kaiserlichen Tabakmanufaktur, Herr Dr. Hagmaier, seinen Vertrag gekündigt hat und ichon am 1. August aus der Verwaltung der staatlichen Tabakfabrik an der 3ü auö)Reiben wird
Berlin, 29. Juni Drygalski Pascha unb Riazim Bey |mb heute Vormittag nach Ems abgereift.
Hesterreich.
Wien 28 Juni Die „Wiener Ztg." veröffentlicht ein vom 26. bs. datirtes kaiserlicher Handschreiben an die Minister Gras Falkenhayn, Dr Prazak und Konrad v Eybesfeld, mittelst dessen einem Jeden derselben der Orden der Eisernen Krone 1 Klasse, und zwar dem Grasen Falkenhayn mit der Kriegs- decoration der 3. Klasse dieses Ordens verliehen wird.
— Der Poüt. Correjp." wirb aus Konstantinopel gemelbet: In diplo- malischen Kreisen legt man Werth auf die Thatsache, daß die jüngste türkische
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Deutschland.
Berlin, 28. Juni. Die „Berl. Polit. Nachr." melben: Neber ber internationalen Politik schwebt ber Geist absoluter Zurückhaltung. Aus ben kompetenten Regionen verlautbart auch nicht bas Geringste, was ben bie Lust, refp. 16 Tagesblätter durchschwirrenden Vermuthungen einen positiven Anhalt geben könnte, und bie Telegramme ber Telegraphen-Bureaus lauten so mchts- jagenb wie möglich. Rur bas Eine scheint sestzustehen, baß bas englische Säbel- gerassel hier nirgenbs ernsthaft genommen worben ist. Trotzbem mag es in manches diplomatische Gehörorgan nicht unwillkommen geklungen haben. Im Haushalt der Diplomatie geht es ähnlich rote im Haushalt der Natur: nichts geht verloren, sondern wirb irgenb einem Zwecke bienftbar gemacht. Unb wenn England zu nichts anberem mehr zu brauchen wäre, — als Vogelscheuche, in Den egyptischen Kohl gestellt, dürfte Mr. Glabstone vielleicht gar keinen so Übeln Effect machen. Das wäre natürlich nicht so zu verstehen, als könnten sich bie Kothröcke unb Blaujacken nun ohne weiteres, je nach ihrem Gutbünken, beliebig am Suezkanal nieberlaffen. Englischer Comfort und europäische Behaglichkeit smd keineswegs identische Begriffe. _ Aber ein Keil treibt bekanntlich den andern, mb die obstinate Indolenz ber Pforte hat nachgerabe lange genug gewährt. Eine Aenberung ber türkischen Taktik unb zwar im Sinne einer ben Conferenz- Seftrebungen mehr parallel lausenden Richtung läge zunächst im Interesse ber Pforte selbst, unb würbe von allen jenen mit Genugthuung begrüßt werben, bie einer Regenerirung bes Orients den Vorzug geben vor einer Exploitirung,. wie fie vordem geübt wurde, ehe Deutschland in die Lage kam, den Begriff der Jmteressen-Solidarität ber europäischen Mächte aus ber Theorie in bie Praxis zu überführen unb bamit ber sog. hohen Politik ganz neue Bahnen ihrer Ent- widelung anzuweisen.
— Unter bebeutenber Theilnahme bes Publikums würbe heute bie Ausstellung ber Concurrenz-Entwürfe für bas Reichstagsgebäube eröffnet. Selbst- verchänblich waren es hauptsächlich bie preisgekrönten Entwürfe, welche bas allge- mennfte Interesse erregten, unb es erscheint nicht zu bezweifeln, baß bas Urtheil ber- Jury burch die öffentliche Meinung gut geheißen werden wirb. In erster Limie bürste bies bei bem Entwurf von Paul Wallot in Frankfurt a. M., dem mitt bem ersten Preise gekrönten, ber Fall sein, ein Werk, bas von hoher Genia- Htcut unb utnfaffenbem Können Zeugniß giebt, und wenn es, wenigstens in seiner Ujsmtlichen Gestalt zur Ausfthrung gelangen sollte, eine hohe Zierde der Reichs- ^mptstadt werden dürste. Es ist ein in edelsten Verhältnissen gehaltener
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