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Nr. 200. Dienstag den 30. August 1881.
Aiclicucr Htnmger
AiM. Mi Amtsblatt für bei Kreis Gießen.
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Erscheint täglich mit Ausnahme txi Mp«tag».
Preis viertesjLhrNch 1 Wort $0 Pf. mit Vringerlohn.
Durch bü Post bezogen vierteljährlich 3 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheil.
Gießen, am 27. August 1881. Betreffend: Die Herbßübungen der Truppen in 1881, hier die Abschätzungen der dabet vorkomwenden Flurbeschädtgungen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherjvglicben Bürgermeistereien des Kreises.
Die Hebungen der 49. Infanterie-Brigade finden bis zum 31. l. M. auf den Feldern der Fluren V, VI und VII der Gemeinde Klein - Linden und Flur III der Gemeinde Allendorf a. d. Lahn patt, während die |. g. Detachemei tS. Hebungen zwischen dem 2. b s 7. September in dem Theile drS.Krrise- oorgenowmen werden sollen, welcher südlich der Linie von Gießen ncch Grünberg liegt, also wahrscheinlich in der Umgegend von Hungen und Lich. ££.^11 Die Grvßherzoglicherr Bürgermeistereien aller Gemeinden, in deren Gemarkungen hiernach Truppenübungen voraussichtlich stattfinden werden, nollen alsbald ortsüblich bekannt machen lasten, daß diejenigen Grundstücke, welche gesetzlich bet Truppenübungen nicht benutzt werden dürfen (Wtrthschafl-« und Hofräume, Gärten, Parkanlagen, Hoftschonungen, Hopfengärten rc. f. $ 11 des Gesetze- v. 13. Febr. 1875, RetchSges.-Bl. S- 56) insofern deren Eigenschaft als solche nicht ohne weiteres erkennbar ist, mit einer Stange, an welcher sich ein etwa 6 Zoll im Quadrat fastendes Stückchen rothes Zeug befindet, und daß Grundstücke, deren Bestellung nicht erkennbar ist, mit einer Stange mit darauf gestecktem Strohwisch zu bezeichnen seien.
Haben in einer Gemarkung Truppenübungen stattgesunden, so wollen die betreffenden Großberzogltchen Bürgermeistereien sofort durch ortsübliche Bekanntmachung dazu auffordern, daß etwaige Ansprüche aus Entschädigung alsbald auf der Dürgermetperei anzume'.den seien. Wir empfehlen Ihnen alSdann, ein Eoncept nach dem im Reichsgesetzblatt v. 1878. S. 241 angegebenen Muster anzulegen und darin die Schäden aufzunehmen. Den Betrag der zu leistenden Entschädigung wollen Sie vorläufig, unter Vorbehalt der Festsetzung durch die Coermisfion, nach Ihrem besten Ermesten feststellen und d.mgev äß Spalte 6—9 auSsüllen. Die Commission kann erst am 16. September mit ihren A> beiten beginnen. Wenn daher die beschädigten Früchte nicht b S zum Erscheinen der Commission auf dem Felde bleiben können, ist der Schaden unter Zuziehung zweier unparteiischer Ortseingeseffenen abzuschätzen, dieS in Spalte 10 der Liste zu bemerken und dann die Aberntung zu gestatten (s- ReichSgesrtzblaet v. 1878, S. 236) Sobald die Anmildungen der Schäden erledigt find, wollen S»e fich die etsorderliche Anzahl Formulatbogen bei uns bestellen und in dieselben den Inhalt Ihrer Concepte in R.inschrift übertragen, hierbei jedoch die Grundbesitzer so ordnen, daß die Commission nach Anleitung der Liste die Beschädigungen in ununterbrochener Reihenfolge einsehen kann. Die Spalten 1—5 sind dabei mit Dinte, bk übrigen Spalten nur mit Bleistift auSzusüllen. Die so ausgesüllten Formularbogen sind uns möglichst beschleunigt rorzulegen.
Dr. Boekmann. ____________________
Bekanntmachung.
Den Civil - Ingenieuren Gerding und Birnbaum in Berlin ist die Erlaubniß zur Vornahme eingehender Vorarbeiten für eine Secundärbahn ton Londorf über Allenrorf a. d. Lda. zur Main Weser-Bahn resp. nach Lollar von Großherzoglichem Ministerium der Finanzen im Einverständn'.ß mit Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz ertheilt worden.
Gießen, am 27. August 1881. Großherzogltches KreiSamt Gießen.
Dr. Boekmann.
(^istirt noch die Tclaverei?
In unserem civilifirten Europa ist mau tm Allgemeinen wohl der Ansicht, daß der öffentliche Sclavcnhandel und die Sclaoerei aufgehörk bat, oder koch zum mindesten nur noch in ga: z winzigem Umfange existirt. Don allen Staaten Europas werden ja die Sclavenhändler auf das Energischste verfolgt und mit ihnen nach Ergreifung kurzer Proceß gemacht. Die Sclaverei spricht cller Elvllisarton Hohn, und eS »st gewiß gerechtfertigt, wenn Alles ansgeboien wird, fie Überall aulzuheben. Daß dies noch nicht total geschehen ist, sondern daß daS unwürdige Institut noch in zwei bekannten großen Staaten existirt, werden unsere Leser aus den nachfolgenden Thatsachen, welche ton Korrespondenten der nflöln. Ztg." gemeldet werden, und die wir auszugsweise wiedergebrn, ersehen. Es handelt fich zunächst um Mexiko, von wo der Correipondent schreibt: Dor einigen Tagen erhielt ich einen Brief auS H.dalgo im Staate Chlbuahua, besten Inhalt etr em jeden denkei den Menschen in ber civilifirten Welt einen Fingerzeig für d'.e Zukunft biescS schönen La- bes geben kann. Am 15. Juli trat ein Mexikaner Ravens Anaga in daS Gehöft einer Hazienda in Hidalgo und wunderte fich nicht wenig, einen brutalen Sclaoenzüchter, der in seiner Jugend im Staate Leu siana ein SLan^gewerbe getrieben, auf etwa 20 indianische Knaben und Mädchen mit einer mächtigen Peitsche undarmherz g
lot hauen zr^ sehen. Anaga versuchte schlichtend zwischen den Aufseher und seine zum Tbril blutenden Opfer zu treten, wurde jedoch in ziemlich grober We se aus die Straße gesetzt. Zwei Tage nach dem Vorfall wurde der Aufseher OntiveroS vor das Kreisgrrich: geladen, wo er in bir Person deS Herrn Anaga seir en Ankläger sand. OntiveroS Irugrefe seine Schandlhat auch in keiner Weise, sondern entgegnete dem R'chter sehr kaltblütig, daß er nur aus Befehl seines Herrn, eines gewiffen Ward, handle, ur.b daß derglrichen Scenen täglich auf den verschiedenen Haciendas seines Herrn vorfielen. Ward ist rin eingewandrrter Amerikaner und hat große Ländereien von den beruntergekom- menen mexikanischen Brfitzern gekauft, auf bemn er etwa 400 indianische Arbeiter beschäftigt, welche contractlich mehrere Jahre lang aus seinen Befitzun- gm arbeiten müsten. Der Richter, ein grwister Diatz, sälle denn auch ben weisen Richterspruch, daß in Anbetracht der Gesetze deS Staate- Cbchuahua ttn Besitzer mit seinen Arbeitern machen könne, waS er wolle, und damit war die Sache abgethan. Herr Anaga verlor in Folge seines MenschlichkertSgefühls seine Geschäftsverbindungen mit verschiedenen in der Provinz ansässigen Awe- rnkanern, und die Sclaven des Ward erhielten in den der Gerichtssitzung scl- Atnden Tagen doppelte Rationen Prügel. Wie 'ch in Erfahrung gebracht, herrschen ähnliche Zustände auf verschiedenen HaciendaS, deren Eigenthümer Amerikaner find. Roch viel weiter ausgebildet ist die Sclaverei in Brasilien, »o sogar in den Zeitungen ganz offen Anpreisungen von ,menschlicher Waare^ zeschehen, die fich zwischen den übrigen Anroncen so verstreut finden, wie bei »S die Anzeigen von gewöhnlichen Auctionen. Eine Blüchenlese von solchen
kl'zeigen findet sich z. B. im „Journal do Commerclo" vom 14. Juli 1881, worin eS heißt:
Zu verkaufen ein kräftiger Schwarzer, zu jedem Dierste geeignet, gelernter Gärtner und Koch. Man weride sich Rua de Alfandego 180.
Zu verkaufen ein liebes und zahmeS Schaf, besonder- geeignet zum Spielen u.lt Kindern u. f. w.
Zu verkaufen ein nur wenig gebrauchtes Piano u. s. w.
Zu verkaufen eme reinlich- Schwarze mit einjährigem Freigeborenen (ingenuo) und guter Milcd, Amme, Köchin und Wäscherin.
Zu verkaufen ein 50jähriger HauSsclave, der ein krumme- Bern hat, scnst garz kräftig ist.
Zu verkcufen eine hübsche kleine Mulattin mit schöner Figur und Büste, zu allen häuslichen Dienstleistungen tauglich.
Zu verkaufen zwei Kühe mit Kälbern und ein Zuchlstier re.
Don derartigen in ähnlicher Weise durcheinander gewürfelten VnkaufS- Anzeigen enthält die betr. Zeitung- Nummer 53; vielleicht noch intereffarner aber ist die Anze ge eine- gerichtlichen Verkaufs, bei dem gleich die Preise der Sclaven mit angegeben find. Nach den einleitenden Dimerkungen werden zum Verkauf au-gesetzt:
Floriaro, Arbeiter, oerheirathet, 4000 JL (wir geben die Preise der Kürze wegen nur in deutscher Währung); Isabel, 27 Jahre alt, cerherrathet, Mit den fieigeborenen Kindern Mar»a und Ermertrada, 2600 Eßeoao, Kutscher, 40jähng, 4000 Rosa, ganz schwarz, etwa- kränklich, 54jährig, veiheirathet, 1200 JL, nebst dem Freigeborenen Licurqo; Simplicio, Zimmermann, 43jähnz, 4400 JL; Dionifio, Hausdiener, 53jährtg, 1000 \ Anselmo, 56jährla, Hausdiener, 800 \ Amador, 54jährig, oerheirathet, 1200
Marcoliva, 24jähriz, verheirathrt, nebst dem Freigeborenen Miguel, 2600 Cbrisogno, 56jähr'g, 300 Joaquim, 18jährig, ganz schwarz, Hausdiener, 3800 v*L; Amonio. Mischung, 25jährig, oerheirathet, 4200 Jt; Luiz, Mulatte, oerheirathet 70jährig, 100 JL; Jnnocenca mit der Freigeborenen Ra» mira, 27jLhrig, Amme, 2400 JL; Lucia, 50jLhrig, schwarz, gutmüthig und r«inlich, 100 JC. u. f. w. — Hier gäbe es für unsere Lulturbestreber rin Arbeitsfeld, hier sollten fie einschreiten und zu helfen versuchen. DaS ist wirkliche Roth, wirkliches Elend. Man huldigt leider zu oft Phantomen und thut alle- Mögliche, um diese zu erreichen, während man die toaste Wirklichkeit wenig berücksichtigt.
Z>m1/chland.
Darmyckdt, 27. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Obersten und Cvm- Mandanten der Refidenz Frhw. Röder v. DierSbuog; zumPgrrrgg deu StLLt-K.


