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Är. 171. Samstag den 30. Juli 1SS1.
Kichener -UnMger
Auffige- unb Amtsblatt für iiti Kreis Gießen.
«»"»" - e<i>»lstratz« ». IH. «rftcint iLglich mit «-.nahm- bei «-n.-g». ’ Ti^Äl ’«ÄT
Amtlicher Hheil.
Betreffend: AuSbruch der Tollwuth bet einem Hunde in Obbornhofen.
Bekanntmachung.
Nachdem wettere Fälle von Hundswuth in Obbornhofen und Umgegend nicht vorzekommen sind, werden die untrem 20. April L I. (|. Mzeiger Nr. 92) verfügten Sperrmaßregel nach Ablauf der gesetzlich vorgefchrirbenen Zeit hiermit wieder aufgehoben. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien Obbornhofen, Bellersheim und Utphe wollen dies auf ortsübliche Weife bekannt machen lassen und den Vollzug anzetgen.
Gießen, am 28. Juli 1881. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann. ____ _________________________________
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D i e Fenier.
Große Aufregung verursachte das am Montag auS London eingetroffene Telegramm, wonach in einem aus Amerika kommenden Schiffe m Leu ent- Tonnen verborgen, Höllenmaschinen ä la der von Thomas, die in Dnmeihafeu so furchlbares Unglück anrichtcte, entdeckt feien. Es wird dadurch hinlänglich cor.statirt, daß Notz der scheinbaren Ruhe, welche jetzt m Irland herrscht, die Femer, die Verschwörer von Piofetsion, ihre Sache doch iivch lange nicht vcr- loien geben, uno auf eigene Faust einen Kamps weiter führe»., der lebhaft an das Treiben der rujstlchen Nihilisten erinnert. Die Höllenmaschinen würden, wenn ihre Derthellnng gelungen wäre, schrrcklicheS Unglück angerichtet haben, und es ist daher die Aufgabe der englischen Regierung, threrseiiS nun ernstlich Schutte zu thuu, um den Fei nrn ihr Mordhandwerk von Grund auS zu legen. Em großes Hinderniß in diesem Vorhaben, daS auch der Staats- jecriiär Haicourl beretiS aigeküldigt hat, bietet — Amerika, das freie Land, in dem die Iren nach Belieben schallen und wallen können, und m-manchen L lstruten, wie z. B. in New Kork ganz und gar die Oberhai d m politischen «rgelegenheüen haben. Wie bekannt, halte die englijche Regierung bereus vor längerer Zeit nach Washington eine Note wegen der Brandariikel in dem Blatte deS Feniers O'Donnovan Rosta gesandt, aber, wenn auch die Antwort darauf noch nicht osficieü enheilt ist, so ist doch ihr Inhalt bereits in die Oeffei Ilichkrit gedrungei.. UeberauS höflich klingt sie freilich, aber nichts desto weniger wird jedoch entschieden die Nothwrndigkrit jedes Einschreitens gegen den frni'chen Fcnatiker in Abrede gestellt. Inzwischen har das B: Untat auf den Präsidenten Garfield stattgefunden, allerdings ist eine Aenderung der Politik den Feniern gegenüber nicht eingrireten, waL sich daraus erkiärt, daß diese dem frerelhasten Mordversuch total fernstehen. Anders dürfte sich j<doch jetzt die Angelegenheit gepalten, nachdem die unheimliche Sendung der Höllen- Maschinen zur Genüge bewiesen hat, daß die Fenier nicht nur Hetzen und zum Morde ausre<zen, sondern auch ihre Diohungrn durch Thatsachen zu verwirk- l'chen trachten. Angesichts dieses Umstandes, der nicht so sehr die Macht des Ltaans angreift und seine Stützen untergräbt, als vielmehr das Leben fried- l.cher Bürger bedroht, dürfte sich doch wohl dir Regierung der Vereinigten Staaten verarlaßt fühlen, den Fei.iern etwa- schärfer auf die Finger zu paffen und die Ausführung von Mordmstrumerten zu untersagen Ein solches Vor- gehen würde aber auch auf Irland selbst den heilsamsten Einfluß auSüben und immer mehr dazu beitragen, dem schu er geprüften Lande dir Ruhe wie- derzugeben, die noch lange nicht vollständig cingekehrt ist. Tie Niederschußung emeS Polizei-Eonftcblers in Longhrea, wie wir belettS meldeten, beweist zur Genüge, daß unter der ttügerischen Asche gleichwohl daS heiße Feuer veS Rationalitätenhaffes weiter fortglüht. Gladstone'S Regierung hat durch d,e verhältnißmäßige rasche Fortführung der Berathung der Landblll ganz wesent- lich zur Pacification oeS unglücklichen Landes belgetragen und viel wieder gut gemacht, was sie Anfangs in Verkennung der wahien Derhältniffe verabsäumt hatte. Daß cs in Irland zu den Auftritten gekommen ist, welche die Auf- Hebung der HabeaS-CorpuSacte und die Einführung von Zwangsgesetzen nüthig machten, ist einzig und allein die Schuld des Gladstone'S CabinetS. Eine feste Hand und sofortige ReformationS-Vorschläge hätten die Unruhen im Keime erstickt und die Landbill weit schneller reifen laffen, als daS jetzt der Fall gewesen ist. Seit Anfang- Januar, also fast 7 Monate, beschäftigt sich das englische Parlament mit der Lösung der irischen Frage und erst durch ganz absonderliche Mittel war eS überhaupt nur möglich, von der Stelle zu kommen. Die erbitterten irischen Depuurten, die osfic ell noch den alten Namen „Land- ligisten" ttagen, sind insgeheim längst vcm Fenlerthum in'S Schlepptau ge- nommen, und stehen miter dessen Kommando. Die gemäßigten irischen Abgeordneten und mit ihnen »in großer Theil Irlands erkennen jedoch den -Uten Willen der Regierung, durck die Landbill eine Abhülfe der bestehenden Mißstände zu schaffen, vollkommen an, abcr auch sie werden durch den Terro- risn us der Fenier in Furcht und Angst gehalten. Di« Lösung der irischen Frage hängt also zusammen mir der Vern chtung der Fenier, die im freien Amerika ihren Sitz haben, und Sache des Cabinets in Washington ist eS jetzt, den entscheidenden Schritt zu rhun, um einem ganzen Lav.de seine Ruhe wiederzugebcn. Die Fenier können den Sturz der englischen Herrschaft in Irland nickt herbeifuhren, dazu find fie zu schwach, aber fie schaffen eine fort- loährevde Unruhe, die durch ein Polizei-Rrgiment unterdrückt werden muß, und bereiten dadurch ihren eigenen LandSleuten den größten Schaden.
Peutschlaus.
Danv-adt, 28. Juli. Seine König!. Hoheit der Großherzog habrn Allergnädigst geruht:
Am 20. Juli den provisorisch mit den Functionen eine- Fabrik-JnspectorS betrauten Dr. Karl Schmidt auS Laasphe zum Fabrik-Jnspector für daS Großberzogtbum ernennen.
Berlin, 27. Juli. Die Pariser Uebercinkunst über den Austausch von Po^pakeren ohne Wertdangabe kommt vom 1. k MtS. ab auch im Verkehr zwischen Dcuischland und Algerien, korsica, Tmnis und den franzöfischen Lolo- nien mr Ausführung. Höchstgewicht ist 3kg und die Pakete mufien franlirt werden. Was die Versendung von Pak.ten nach Italien betrifft, so dürfen sie Bvi.fe oder sonstige fckriftlicke Mittheilungen vickt enthalten. Bis aus Wriieres ist in Jtalie.. die Einfuhr nachstehender Gegenstände vevboien: Lebende Pflanzen und lebende Pflanrembrile (frische Blätter, Blüthen, Früchte. Reiser, Setzlinge, Blumenzwiebtln, Reben u. s. w.), frischer Same, Salz Kar- toffrln, lebrnde Thieie (mit AuSi ahme von Austern und andern Sckalthirrcn, Blutegeln, Bievev), ftischeS, geräucherte- oder gedörrtes Schweinefleisch, sowie Wurstwa reu aller Art, ferner Waffen, wilche sich zu einem hinterlistigen Oc- brauche eignen, al- Dolche, Siockdegen, Stockgewehre, Pistolen und Revolver, deren Läufe nicht mehr als 171 mm lang sind, endlich alle leicht ent-ündlichen, explodtrenden und üb-rbaupt solche Stoffe, die vcrmöge ihrer Beschaffenheit anderen Sendungen gefährlich wercen könnten, sowie alle einem schnellen Verderben nntirworflnen Gegenstätde. Slndungen nach der Insel Sardinien müssen an eine Mittele Person in Genua oder Savona gerichtet sein, welche die Weiterbeförderung übernimmt. Sollte dem Absender keine solche bekannt sein, so find die Postanstalten mit Namen und Wohnung einer solchen versehen. — Nach den neuesten Berichtigungen der allgemeinen Dienstanweilungen für Post und Telegraph e wnd M Post- und Telegraphenwesen des deutschen Äetdxfl „durch da- dem RUchSkanzler unterstellte Reichspostamt unter der Leitung des StaatssecrekälS deS Reichspostamts verwaltet." Demselben stehen diejenigen Befugmsse zu, „welche die Gesetze den obersten Reichsbebördeu beilegen. DaS- selbe zerfällt in drei Abheilungen: die erste für die Pop-, die zweite für die Telegraphen-, die dritte für die gemeinsamen VerwaltungS - Angelegenheiten. Dem Staatssec-etär des RelchspostamtS ist außerdem die Leitung der Reicks- druckcr-t übertragen." Im Re chspoßamte bestehen u. A. das RechnungSper- sonai, Bauverwaltungs-, technische Dau-, Verordnung--, Eurs>, statistische Bureau u. s. w.
— Der deutsche Comrniflär bei der Weltausstellung in Melbourne, Geo. Regieruvgsrach Professor Reuleau;, welcher am 20. v. Mts. die Reise in die Hk'.math über Suez ongetreten, wird demnächst in Europa landen und in spä- testens 14 Ta-en hier eintreffen. Sein AdlatuS, der Geheimsecretär von Dobro- goieki, hat die Rückreise über Amerika mittelst der Pactfic-Eifenbahn zurück- gelegt und befindet fick schon seit einigen Tagen wieder in der Restdenz.
Berlin, 24. Juli. Tie zusätzlichen Bezeichnungen der Postorte betr. hat der Staatssecretär des Reichspostamts unimn 18. Juli an die Kaiser!. Ober-Postdirectionen folgenden Erlaß gerichtet:
Mit der wachsenden Zahl der Berkehrsanftalten des RelchspongebnteS mehren sich die Fälle, in denen eS erforderlich wnd, den Namen der Postanftaiten behufs der Unterscheidung von gleich oder ähnlich lautenden Namen zusätzliche Bezeichnungen beizulegen. Die Zabl der PonoNe mit zusätzlichen Bezeichnungen beläuft sich z. Z bereits auf mehr als 1800 gegenüber einer <8esammtzahl von etwa 7200 Po anstalten; somit entfällt auf vier Ortsnamen einer, welcher eme zusätzliche Bezeichnung trägt. Da btc Verlängerung der Ortsnamen durch Zusätze für das Publikum und für den Postbetrnd gleich lästig ist, auch die Kosten an Telegrammgebühren erhöht, und da ,udem die ÄnseNigung von runden Aufgabestempeln mit langen Ortsnamen Schwierigkeiten begegnet, so muß danach gestrebt weiden, die Zahl der Ortsnamen mit zusätzlichen Bezeichnungen auf das unbedingt nöthige Maß zurückzuführen, im Falle des Bedürfnisses aber auf die Wahl kurzer und einfacher Unterscheidungsbezeichnungen Bedacht genommen werdsn. Zu diesem Behuse wird Folgendes bestimmt-
1) Die Frage, ob einem Ortsnamen zur Vermeidung von Verwechslungen mit gleich oder ähnlich lautenden Namen em Zusatz beizulegen ist, bedarf in jedem Einzcl- falle einer sorgfältigen Erwägung Zmätze, die nicht undedingt erforderlich und, muffen vermieden werden Beispielsweise ist bei dem Ortsnamen Zabern im Elsaß der Zusatz tm Elsaß entbehrlich, weil nur eine Post an st alt dieses Namens betteht und Uber deren Lage kein Zweifel herrschen kann. Ebenso sind in den Onsnam n Offenbach am Main im Großherzogtburn Helfen, Fürth im Odenwald im Großherzogtbum Hesicn die Wone „tm Großherzogthurn Hessen" für überflüssig zu erachten, da die verbleibenden kurzen »Zusätze zur Unterscheidung der Postanstalten ausreichen.
v 2) Ist eine zusätzliche Bezeichnung erforderlich, so muß m erster Reihe geprüft werden ob die geographische Lage emes Ortes durch ^e Angabe eines Flusies, eines Sees eines Gebirges oder durch den Namen der Landschaft, welcher der Ort angehö'.t, hinreichend hervorgehoben werden kann. Derartigen der phtzsischen Geograph'e tut-


