Ausgabe 
30.4.1881
 
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1881

Samstag den 30. April

Nr. »»

Erscheint täglich mit «u-nahme de-> Montag».

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Italien und Ungarn Theil. Am 3. April 1849 wurde er Generalmajor und veer Jahre darauf Feldmarschall »Lieutenant. 1859 commandirte er da» 8 Armee-Lorp» in Italien und nahm an der Schlacht bei Solserino Ther. Er leitete den Rückzug der Oesterreicher. Al» Feldzeugmetper und General» gouverneur von Ungarn, sowie al» Oberbefehlshaber in Venetien hatte er sich daS Vertrauen der Regierenden in fo hohem Maße crroorfcen, daß er, obgleich bürgerlicher He.kunft, beim Aukdruch de» Krieges von 1866 zum Oberbefehl», hader der Nordarmee ernannt wurde. Die Enttäuschung war freilich groß und wenn ou* die Unferttgkeit der Armee, sowie der passive Widerstand de» hochsürstlichen EorpScommandanten gegen die Anordnungen de» Emporkömm. lingS manche Fehler ei klären mögen so erkannte man doch bald, daß Benedek kein genialer Siratege, sondern nur ein guter EorpSsührer und tapferer Soldat war. Er ließ die Preußen in Böhmen eindringen, zersplitterte seine Streit­kräfte und wählte zur Entscheidungsschlacht ein Terrain, welche- im Falle der Niederlage für die österreichische Armee verhängnißvoll werden mußte. So erfolgte die schwere Niederlage bet Sömggrätz am 3. Juli 1866. Man erhob lebhafte Klagen und Beschuldigungen, Benedek wurde durch den Erzherzog Albrecht im Obercommando ersetzt und nebst einigen anderen Generalen vor ein Kriegsgericht gestellt, doch scheint man al-bald auch in Wien »griffen zu haben, daß die Untersuchung noch viel schlimmere Dinge, als die UnfLhtgkeit der Obe-befehlshaber zu Tage fördern würde, und so erfolgte auf kaiserlichen Befehl die Einstellung der Untersuchung. Benedek lebte seil seiner Penstoni. rung im October 1866 in Graz, wo er auch heute früh am Schlage ge-

27. April. Der Bürgermeister und die beiden Vtcebürgermeißer überreichten dem Kronprinzen Rudolf in einer heute Mittag stattgehabten Audienz ein Pracht-Exemplar deS FestzugwerkeS. Der Kronprinz nahm daS- selbe dankend entgegen und sicherte seine und der Prinzessin Stephanie Tyeil- nahme an dem projectirten Volksfeste zu.

Frankreich.

Pari-, 27. April. Eine Deprschr deS General Logerot au» Sef von heute Morgen meldet, daß der Gouverneur von Kef diesen Platz gestern im letzten Augenblick, alS von den französischen Truppen bereu» alle Vorbereitungen zu einem Angriff getroffen waren übergeben hat. G'neral Lozerot beabsichtigt morgen nach dem Thale deS Medjerea abzumarschiren und ein Besatzung»- Eorps in Kef zu ückzulaffen- Die in Sef Vorgefundenen Geschütze der Tunesen waren geladen, aber nicht abgefeuert gewesen. Die telegraphische Verbin­dung zwischen TuniS und Algerien ist wieder hergestellt und befürchtet man nicht mehr, daß die öffentliche Ordnung in TuniS gestört werden wurde. DaS Fort Tabarka ist zerstört und unbewohnbar. Der die französische Trup- penabiheilung in Tabarka commandirende Oberst hat mit 1500 Mann die Ruinen besetzt und wird die Pofilwn gegen jeden Angriff befestigen. Da» gejammte Be' tzungsEorps ist ohne Kampf auSgeschifft worden; die Araber wurden durch die französische Artillerie von dem Landungsplätze serngehaltea. DaS AuSschiffen von Lebensrnitteln und Munition dauert noch fort.

Sus TuniS vom 26. ds. wird gemeldet, daß der Bey, durch den Gouverneur von Deja von dem Einrücken französischer Truppen in das Gebiet von Tunis in Kenntniß gesetzt, d-m französischen Generalconsul Roustan eine neue Protestschrift habe zustellen laffe.i, in welcher er daS Vorgehen Frantteichs als gegen das Völkerrecht verstoßend bezeichnet habe. Diese Protestschrift habe der Bey auch den anderen europäischen Eonsuln mitgetheilt unter Bei- süguna einer Note, n welcher er sich bereit erkläre, die Angelegenheit der Entscheidung der Mächte zu unteibre ten und an den Ebelmuth und die Un- i | Parteilichkeit der Großmächte app-.llire.

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Deutschland.

Mainz, 27. April. An unseren Oberbürgermeister, Herrn Dr. Dumont, 1 »st Seitens eine» engeren EomilsS der demokratischen und Fortschrittspartei in WormS die Anfrage gerichtet worden, ob er gewillt fei, bei der bevor» Sehenden ReichStagSwahl in dem dortigen Wahlkreise eine Sandidatur anzu- nehmen. Wie ich hörte, hat Herr Dr. Dumont bis jetzt weder eine bejahende noch ablehnende Antwort gegeben, sondern sich vorbrhalten, Vie Frage mit ' |einen hiesigen Parteigenoffen zu besprechen. (Frkf. Ztg.)

Berlin, 26. April. In Siel ist soeben für die kaiserliche Werft rin Sradn riesigsten UnfangS fertiggestellt worden. Dieses Hebewerkzeug hat den '^weck Ausrüstung und Armirung der großen Panzerschiffe zu beschleunigen, indem'e» in kürzester Frist die schwersten Maschinen. Geschütze, Anker u. s. w. an Bord schafft oder abladet, und zwar Lasten bis zu einem Gewichte von 1200 6ha.; e» hat formt eine Tragkraft ebe» bürtig derjenigen welche die mächtigsten Krähne in den Werften Frankreichs, Englands und Italiens be- sigen. Seine Anfertigung hat einen Softenaufwand von beinahe 130 000 JL eifoefctrt, der aber in Anbetracht der Dienste, welche dlejes Hebewerkzeug bei einer etwaigen Mobilmachung le sten wird, keineswegs als zu hoch ersche,. t.

Berlin 27. April. Eine Eingabe an den Reichskanzler zur Gründung einer deutschen Rationalbiblioth.k al» eineS Eentra.pu.kieS für die Erzeugmffe der deutschen Nat.onalliteratur ist soeben von dem Allgemeinen deutschen Schrifistelleroerband" auSgearbeitet worden. Ss heißt ta dieser Eingabe

dsndere Rationen haben die unserige in der musterhaften Organisation und im rechten Verständn'.ß deS BibliothekwesenS längst übertroffen. Die Nationalbibliotheken in Pari» und Washington und selbst Petersburg, vor Wem aber die englischen Bibliotheken, find von unS unerreichte Muster. Was auch der Er.gländer innerhalb der verschiedensten Literaturzweige seines Vater­landes für Studien machen will, er darf hoffen, das größte und daS Einste literarische Document, da» in seinem Vaterland? gedruckt wurde »vorzu find en. ür brauche ein großartige» Prachtwerk, er brauche die klei'ste Wochenschrift deS unbedeutendsten englischen One» er brmtche den Wahlaufruf einer politi- zchen Partei, oder er schreibe Theatergeschich'e und suche ^wen T^ea'nzettel, __ eT finbet Alles vor und zwar nicht nur in der neuen Bibliothek^ des British Museum, nein, in den fünf Hauptbibliothek u semeS Lande-. Da ist keine wiffenschaftliche, keine sociale, keine merkanttlische k. ^ung m dem Geistesleben seineS Volkes, der er nicht, sobald fie fich m irgend welcher Form durch die Typographie manifestirt hat, bi» in S kleinste Detail fo^en könnte- lES kann deml-a* in Deutschland an die Errichtung -mer Rti*Sbiblwth.k wohl nur dann gedacht werden, wenn die in Eiland ac. bestehenden Emrich- tun gen acceptirt werden. Es muß also im deutschen Preßgesetze die Emliefe. nmg eines Frei-E;.mplareS von jeder beliebigen, auch der mcht im Buchhandel etfdliinenben Druckschrift voischriebrn

Str.e solch« R.ichsbiilwlbkk M gesrtzmLßifl« Lammrlstrll« aller i,v°grr. Mschen Srzeugriffe in Deutschland würde un,w-isel?-ft bei der g-genwait^zen Diiwickeluna dir Publiiistil eine wichlize Förderung der SeschichlSschreibung bilden.

Hcsterreich.

Wien. 26. April. Der österreichische Feldzeugmeister Ludw. v. Benedei beficn Tod ein Telegramm meldet, war zu Oedenburg in Ungarn 1804 ge- 6or.n Im Alter von 18 Jahren trat er in die österreichische Armee und brachte es bis 1843 zum Obersten. Als solcher nahm er an der Expedition zur Unterdrückung des Aufstandes in Westgalizien, sowie an den Feldzugen in

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nur dirseiigen fpiter jur Abstimmung berechtigt sind, welche In den »bcheilungölisten etn9etiaflen strhen. ' Ließen am 26. April 1881. Sroßher,ogliche« »reiSami Siehm.

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Kießemr Anzeiger

Amtige- ililii Amtsblatt für bru Steig (Gicficn.