Januar 17.
Sonntag den 30. Januar.
673)
Außer Säuret tritt der Hornvlrtuose Herr Friedrich Sander aus Homburg auf, bisher Lehrer des genannten Instruments am Conservatoriurn in Prag, der schon Manchem unserer Concertbesucher als beveutender Künstler persönlich bekannt ist. Das von ihm vor- zutragende „Concert für Waldhorn" ist ein Werk des königl. Kammermusikus Franz Strauß ersten Hornisten an dem königl Hoftheater in München.
Die beiden Ouvertüren von Weber und Eherubint, namentlich auch die Beethoven |ci)e Symphonie Nr. 8 (F-dur) in Verbindung mit den Vorträgen der beiden Solisten, stellt uns ein Concert in Aussicht, das ebenso sehr durch seine edle Musik als durch die Monnichfaltigkelt seines Programms als ein bedeutendes zu verzeichnen sein wird.
Sängerkranz.
Abendunt er hüt tun g
in Weryel'g Garten.
Gesellschaft „Heiterkeit“.
693) Sonntag den 13. Februar:
Abendunterhaltung in Wenzel's Garten.
Anfang *1 Uhr. Der Vorstand.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Itsdt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
.n 22‘ 3anuar- Julius Wilhelm LSbcrmann, Eisenbabnarbeiter dahier und Katharine Christ, ledige Tochter des verstorbenen Ackermanns Johannes Christ zu Elpenrod.
SDcn^l^t}; Philipp Friedrich Hoffmann, Oberst und Kommandant von Sonderburg- , «n Wittwer, und Emilie Karoline Philippine Susanne Wilhelmine Labroiffe, ledige Tochter des verstorbenen Kaufmanns Louis Labroisse dahier.
Getaufte.
Den 23. Januar. Dem Musikalienhändler Wilhelm Rudolpb ein Sohn, Wilhelm Hermann Florcns, geb. den 30. November. y }
Denselben. Dem Arbeiter JustuS Wagner ein Sohn, Heinrich, geb. 2. Januar
Denselben. Dem Schneider Konrad Ohlcr em Sohn Emil Albert, geb. 13. Januar. ,, . *^n'dbfn;, De"! Lokomotivführer Georg Frulig eine Tocher, Mmna Emilie Lina Katharine Margarethe Eleonore, geboren 24. Deccmver.
Denselben. Dem Schutzmann Andreas Göbel eine Tochter, Louis- Emilie Katharine, geboren 15. Deccmber.
Beerdigte.
m Den 27 Januar. Elis- Margarethe Lesch, geb. Drescher, Ebefrau deS Gepäck-rägers
Georg Lesch, alt ol I, starb den 25. Januar. H
Es würbe zu weit führen, wollten wir noch auf die verschiedenen Arten der KöaeU ^ehen; auf das Umherirren der noch nicht völlig reifen Männchen in der Fremde unb die Ursachen, welche schon verschiedene Male riesige Schaaren nie gesehener nordischer Vögel zu uns führten. Es war nur unsere Absicht, in kurzen Strichen eiLen Umriß des ebenso ?n
Setstvollen, von Humor durchwürzten Vortrages, dec dem Redner den lebhaftesten Beifall der Versammelten emtrug, zu geben. (2B 8 )
Das Museum des historischen Vereins (im Ra hhaus) ist jeden Montag von 11—12 Uhr den Mitgl edern des Vereins geöffnet.
Auszug aus den Stsndesamtsrrgiflern des Standesamts Girtzev
Vom 23. bis 30. Januar 1881.
Aufgebote.
h>r Weißbinder Wilhelm Alt von Effolderbach mit Juliane Kaufmann, Toch
ter desl Landwirths Georg Kaufmann von Effolderbach. 2 t. Schuhmacher H.inrich Ludwig Luter Atzenhauscn mit Marie Henriette Katharine Karoline Wagner, Tochter des verstorbenen Schmieds Karl Emil Wagner von Gießen. 26. Fuhrmann Friedrich Hermann volbcth tion Obcrwetmar. 26. Schauspieler Ludwig Tancred toLn Pforzheim m,t Schauspielerin Emilie Johanna Eliiabeth Wiese
Tochter des verstorbenen Buchhalters Adalbert W.eie von Altona. 28. Mekgermeist-r Jy- banneg Eberhard Georg Tobias Boller von Gambach mit Margarethe Magdalene Köhler, Tochter des Bürgermeisters Justus Köhler von Roßbach. 28. Fabrikarbeiter Johann Jost Loa von Mornshausen mit Margarethe Schmidt von Dautphe. 28 Musikus Carl Frievrich Fischer »on OHenbotf mit Katharine Wagner, Tochter des Balthasar Wagner VI von G oß-Bu^ck. o : Uhrmacher Otto Bernhard Koppe von Lützen mit Elise Stirbelmg, Tochter des Gastwirtb Ludwig Sticbeling von G-vrrn. 1 y
Eheschließungen.
i ®‘^nba^natbcitcr Julius Wilhelm Löbermann von Neukirchen mit Ka- thartne Christ, Tochter des verstorbenen Ackermanns Johannes Christ von Elpenrod. 22. Der Friedrich Hoffmann zu Sonderburg mit Susanne Wilhelmine Lavroisse, Tochter des verstorbenen Rentners Louis Labroisse von Gießen.
Gepo^eur«
Vermischte s.
— Musch enheim, 28. Jan. Die hiesige Bürgermetsterfrage, welche seiner tytt so biel Staub aufwtrbelte und zu manchem traurigen Nachspiele Veranlaffung gab. hat nunmehr ihre Erledigung gefunden. Da gegen die Entscheidung des Kreisausschuffes ein Rekurs nicht verfolgt wurde, so wurde die Wahl vom 4. November v. J„ bet welcher Herr Beigeordneter Roth gewählt worden war, bestätigt und fand am 24. d. Mts. dessen Verpflichtung statt. Aus Anlaß dieses Ereignisses wurde ihm am Abend dieses Täges von dem hiesigen Gesang! verein ein Ständchen gebracht. Hoffen wir nunmehr, daß unser neuer Bürgermeister dos ihm von Seiten seiner Wähler entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigt und daß es ihm gelingen möge, den gestörten Frieden in der Gemeinde wieder herzustellen.
Wetzlar, 26. Januar Unter einer außerordentlich starken Bethetligung fand gestern Abend der angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Ed. Brehm über „unsere Zugvögel unterwegs und in der Fremde" statt. Ob es nun das gewiß an und für sich schon interessante Thema war, welches die vielen Zuhörer versammelt hatte, ober ob die berühmte Persönlichkeit des Vortragenden die Ursache hiervon war — wir vermuthen, Beides hat Veranlaffung zu dem zahlreichen Besuche gegeben — genug, der Saal des „römischen Kaisers" war fast bis auf den letzten Platz gefüllt.
Wie im Leben der Menschen — hob der Redner an — so werde in der Thierwelt und mithin auch bei den Vögeln, Thun und Lasten, kurz alle Handlungen durch zwei mächtige unbezwingbare Gewalten bestimmt: nämlich durch den Hunger und die Liebe. Ihrem Drange folgt der Vogel, wenn er die Stätte, wo er dem Ei entschlüpft, wo er ein eigenes Haus gegründet und seine Nahrung gefunden habe, verläßt. Nur die unerbittliche Nothwendigkcit ver. möge es, die gefiederten Gesellen, welche, obwohl zu den leichtbeweglichsten Geschöpfen gel örend fester als wir an die Scholle gebunden sind, von ihrem Heim zu vertreiben. Denn Wander-' lust in dem Sinne, wie wir dieselbe verstehen, ist dem Vogkl fremd. Wenn wir im Herbst die uevlichen Sanger von uns scheiden sehen, so erfüllt uns eine tiefe Bctrübniß, nicht nur ob ihres Verlassens. sondern auch, weil wir wisten, daß nunmehr bald der rauhe Winter an die Stelle der milden, langen Sommertage treten wird. Freudig dagegen wird die erste aus dem fernen Süden nach der Heimath zurückkehrende Schwalbe von uns willkommen geheißen als oer ersehnte Bote des Frühlings. Haben wir aus dem Verhalten der Zugvögel, aus vcren ■H rT ,°?rer spätem Wegzug mit Recht auf einen strengen oder milden Winter geschloffen so schon die Frage in uns aufgestanden: was ist es, das den kleinen Gesellen kündet daß ihr Federkleid bald nicht mehr zum Schutze ihrer Körperchen sich genügend erweisen wird? < JÜ9K e8 ^ncn- daß des Winters Schnee den Tisch in der Heimath auf lang.! «eit verdeckt ? Kein Mensch weiß es. Mit derselben Pünktlichkeit, mit der sie von hier fortzieben mit derselben Sicherheit, mit welcher sie der Unbill des nordischen Winters zu entfliehen wis en' kehren sie aber, sobald es bet uns zu lenzen beginnt, zurück. Sie sind sichere Wetterpropheten' — Vor Jahrtausenden schon suchten Druiden und Auguren den Zug der Vögel zu erforschen und noch heute steht die Wiffenschaft vor der Thatsache der Wanderung als vor einem erst zur Hälfte gelosten Räthsel. Und wie viel ist hierüber schon fabultrt worden und welch haarsträubender Widersinn wird noch heute gläubigen Seelen aufgeiischt und von diesen für baare Münze genommen! _(Sin bekanntes Familienblatt brachte vor Kurzem, wie der Redner mit- Aufsatz über die Wanderung der Vögel, in welchem gesagt wurde, daß Die kleinen !.i ^beschwingten Reisenoen auf dem Rücken der größeren sitzend, die Reise zu-ücklegten. lieber Me Weisheit, wie sie der Verfasser des - etreffenden Artikels, welcher so viele Unrichtigkeiten als Satze enthalten habe, offenbart, sei die heutige Wiffenschaft denn doch etwas hinaus. Es ist bestimmt, daß die Vögel zum weitaus größten Thctl in der Art, wie sie sich in Der Heimath bewegen, ihre Wanderung vollziehen. Daß die guten Flieger den Weg durch die Lüfte zurück, ^en, wiffen wir ebenso sicher, als festgestellt ist daß die Schwimmvögel meistens schwimmend onb £aUfCr' «edle Wachtel, laufend dem Ziele zustreben. - Es ist ein Leichtes, sogar in
• oDIn ^ff^uch bcT Vogclschaaren zu beobachten. Man lenke r. B. in den Tagen
1 rJ?e6 6;T?- September in der Morgenfrühe seine Aufmerksamkeit einem hohen Dache ju. Unschwer ist da zu bemerken, wie ein paar Tage lang eine große Schwalbcnschaar auf demsewen sich sammelt und, von lebhafter Unruhe erfüllt, offenbar mit den Zurüstungen zu der großen Reise, welche jetzt angetreten werden soll, beschäftigt scheint. Eines Tages endlich stiebt
. unter Führung eines durch besondere Schönheit sich auszeichnenden Männchens in die Luft, noch etliche Minuten sind die Abziehenden als ein dunkler Punkt am Horizont wahrnehmbar und nun sind sie unseren Augen entschwunden. Dieselbe Stelle, welche soeben verlassen worden, wird von den nachrückenden Schaaren aus anderen Landesibeilen ^lederum besetzt. Sie dient als eine Herberge am Wege, als willkommener Ruhcpunkt Immer m C ™9lieber ^ner, oft auch verschiedener verwandter Gattungen zusammen von hinnen Bereits vorhin wurde der Art und Weise, in welcher die Vögel reisen, geoacht und gesagt daß die Bewegung, welche während des Aufenthaltes in der Heimath d-e vorherrschende ist,'auch auf der Reise zur Erreichung des gesteckten Zieles dient. Die Richtung, welche gewöhnlich dabei eingehalten wird, geht von Nordost nach Sübwest Gern wird der Lauf bedeutender Ströme und großer Thäler verfolgt; an Gebirgseinschnitten, Wäldern, Pässen wird Halt gemacht und fast stets werden dieselben Wege auch von derselben Vogelgattung bcnutzt, fiT bilden so zu sagen dre Heerstraßen bei dem großen Wanderzuge. An bekannten Stellen in Ungarn eDonautieflandern geben sich Hunderttausende der geflügelten Reisenden ein Rendezvous fwtltö) sehr oft zum großen Schaden der Kleinen unter ihnen, die dann der Beutelust der großen Räuber willkommene Opfer bieten. '
Sind die Vögel auf ihrem Zuge zum Mittelländischen Meere gelangt, so fragt es sich b 6 280 Seemeilen, welche da vor ihnen liegen, hinüberkommen. Für die ” Schwingen versehenen, wie z. B. den Würgfalken, ist es eine Kleinigkeit diese ® c raflfnT bU Me schwächeren Flieger, die Läufer und Schwimmvögel.
5 mQttCSnQ,tf ß?nfti9en Wind, der sie an die gegenüberliegende Küste tragen soll Manch- 8Ü^? fie ?,nb e?' "heben sie sich, um den weiten Raum zu durchfliegen' sie von dem langen Fluge ermattet sind, auf dem Meere treibend aus, um f iS-Ktrü ti9 ito Cbei di- Luft zu erheben. Tritt während dieses Fluges was Än ' wn3m[d'?9f n bcr Strömung des Windes ein, so finden tausende in Den
W inJtSt 5? btm heiligen Ufer angelangt sind sie todtmüde, daß es oft möglich En? $ frln’ s?" toon einem Wachtelschwarm, Der sich in unserer Nähe nieber- entrinnen * Ä q'V V Gesellschaft sich anschickt, dem ibr drobenoen Verderben "c^n- Das Leben in den fremden Landern ist für die Zugvögel nichts weniger als fr udig, sondern vielmehr sebr traurig. Ist dort auch Nahrung in Fülle für sie vorbanden ^?<E^^n^ pon ihnen findet sich daselbst heimisch. Sie bauen kein Haus, nicht ein froher Ton die Rede^R^M ?°n "nem Liebesleben, wie es in der Heimath stattfindet, ist nicht
^rchwandern viele von ihnen, wie die Wachtel, weite Länderstrecken, bis zutraaen^ bcm Sachen des Frühlings in der fernen Heimath
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Gestorbene.
Januar 23. Elisabethe Klein, geb. Deibel, 70 I. alt, Wittwe Des Johannes Klein von Klemlinden. 25. Elise Margarethe Lescv geb. Dreicher, 51 I alt, Ehefiau des G.päck- tragerß Georg Lesch. 27. Heinrich, 2 I. alt, Sohn dcs Bremsers bei Der Main W.ser Bahn JnDreaS Heinrich Bauer. 27. Hutmacher Franz Teichert, 27 I. alt, von Wormditt. 27 alt, Sohn des Schlossers Georg Köhler. 28. Karoline Margarethe, 5 Mon' alt, Tochter des Bahnarbeiters Justus Walther.
Handel und Verkehr.
M 29 ^U' Dcm ^uUgen Wochenmarlte kytzer. Butter per Pfp. u 80
l ^•iWTei<X / 2 U° Gänseeier 1 Sc. 00-00 KäseperSL-
«71 wnfS o «n StUd 1 «"er 22 ,v- dw-en Liter 26 Tauben oas
p. St. 1.50—2 00, Hahnen p. St. JC. 1.50-1^80, Gän,e pr.
Pfd. 60-06^, Enten per Stuck JL 1 50-2.00, Os'.enf-eilw 66—lO ner Vfv
45-50 Kalbfleisch 43—50 Hammetflersch 54 66^ Schweinefleisch 68-00 Karroffeln per 100 Kilo 4.00-0.00 Zwirbeln x. Ltr 16-0 Milch Liter 16 und 1» Weißkraut 100 Stück JL 0.00-5) 00 '
Gießen 29. Januar. Auf dem am 25. d. M. abgehaltenen Markte waren auf- getrieben:, 900 Stück Rindvieh. (Preise gedrückt.) 8 9 e to4TCn aU''
Nächste: Markt Dienstag, den 15. Februar 1881.
< Dcm Fuhrmann Heinrich Pfeil eine Tochter, Katyarme. 18. Dem Maurer ^^l)ia Staubach eine Tochter, Marte. 2 . Dcm Lacktrec Kail Neuling ein Sohn, Friedrich Wühelm Heinrich. 14. Eme Tochter von auswärts, Mane. 21. Dem Fabrikanten Georg Tncht7. ^gust. 19. Dcm Fruchthändler Moses Rosenthal eine
m2?;.3)601 aibe]ter P^Upp Otto ein Sohn, Philipp Albert. 23. Dem Ta- pc8 20’ 5)101 SchnciDer Christoph Liedmann eine Toch tcr.
l \ ® ®i;,rtan8cr cin Sohn. 25. Dem Hauptmann im 2. Großh Hess.
Jns-Regi. Nr. 116 Karl Cnllmann eine Tochter. 25. Dem Friseur Gustav Gerhardt ein 1n< Sohn von auswärts, Wilhelm Martin. 15. Ein Sohn von auswärts Mipp , 21. Dem Maschinenschlosser Johann Daniel Oechsle ein Sohn, Karl Friedrich Christoph Hermann. 24. Dem Stattonsassistenten Georg Hahn ein Sohn, Franz Robert Her £a”n- 22. Dem Schreiner Reinhard Wagner eine Tochter. 22. Ein Sobn von auswärts, Johannes Peter. 21. Eme Tochter von auswärts, Dttui: Emma
Wörther Feuerzünder
zu haben bei:
Gtbr. Adami, @mil Fischbach, Carl Hensel, F. C. Henjerling, Emil P-stor, Carl Schwaab, Pbii. Strack, iNg. Wilb. Weidig. (325
Suppenanstalt
in der Herberge ?*r Heimath, Bshnhofstraße.
Ausgabe der Suppe täglich von lV/2 bis 1 Uhr Mittags.
Preis der Portion ('/. Liter) 10 H. Der Vorstand.


