Nr. 278. Dienstag den 29. November 1881.
Kichmer Wnzeiger
Aiskigk- nnb Amtsblatt fir btn Kreis Gießen.
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Amtlich-r Hyeil.
®ctreffenb: Drainirung der Grundstücke in Flur XXXLX ter Gemarkung Gießen.
B c k a n n t in a ch » ii g.
In Folge Antrag« b.lbeillgter Diunibesitzei wird aus Grund des Gesetze« vom 2. Januar 1858, di- SntwLsserung der Grundtzücke betreffend (siebe Regierungsblatt von 1858, g. 33), em Plan über d e G lwäffe-u g von Giundstücken, welche in Gießener Gemarkung Flur 39 zwischen der Siamsstraße Gießen- Marburg und dem Vicinalwege Gießen. Wieseck gelegen sind, sammt dazu gehörigen Anlagen (nähere Darlegung des Unternehmens, Verzeichnch der Detheillgten und Kosten-Ueberfchlag) vier Wochen lang, näml'ch vom 15. December l. I. bis 12. Januar t Z. auf dem Bureau der Großherzogltcheu Bürgermeisterei Girßin (alte Realschule) mit dem Anfügeu offen gelegt, daß die Abstimmung über die Ausführung diese» Planes
Samstag den 14. Januar k. J. von 9—12 Uhr vormittags auf dem Durrau der Grohhrrzoglichrn ♦ Dürgrrmeisterri Girßrn (alte Realschule)
f atttinbeii wird. Stimmberechtigt sind diejenigen, welche im Grundbuche als E genthümer der in Betracht kommenden Grundstücke eingetragen sind, oder V „ Eiben, und welche in dem offen gelegten Namensverzelchniffe der Betheiligten eingetragen sind. Etwaige Berichtigungen des Grundbuchs und der I .timmberechtigten Liste müssen daher noch vor dem genannten Termine bewirkt werden. „ .
Alle d ejenigtn, welche glauben, daß ihnen durch die Ausführung des Unternehmens ein Nachthell entstehe, oder welche eS vorzögen, baß ihre Gnind- '^stücke ganz oder zu dem zur Ausführung der Entwäffe ungSanstalt erforderlichen Theile derselben abgetreten werden,^oder welche, ohne im Plane und m der der Stimmberechtigten ausgeführt zu sein, sich dem Unternehmen noch anschließen möchten, kurz alle, welche zur Sache etwas vorzvbrtngen Haben, können ihre Eiklärunaen wählend der angegebenen vierwöchigen Frist durch schriftlichen Vortrag bet uns cinreichwi, muffen solche aber spätestens in dem festgesetzten Termine bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung schriftlich oder mündlich abgeben. , . . . ™ n ,, , n ,
Pon L[(tn denjenigen, welche spätesten- in diesem Termine weder in Selbstperson, i och durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte abgestimmr Haven wird angenommen, daß sie mit der Aussü rung deS Unternehmens einve-standen sind und keine Ansprüche zu bilden haben. (?S muffen daher nur diejenigen in dem Termine erscheinen, welche flehen daS Unternehmen stimmen, oder noch sonst etwas zur >^ache vor- brinaen wollen und ihr Anliegen nicht vorher schon schriftlich vorgebracht haben.
Besonders hervorgeboben wird noch, daß die Kosten t-urch Aufnahme eines Kapitales von 3000 JL. bet der Grogherzoglichen Landescultur-Rntenkaffe gedeckt werden sollen, welches Kap tal sich dadurch wieder abträgt, daß 41 Jahre lang für den Normalmorgen jährlich i JL 58 gezahlt werden, welcher aeiirge Betrag durch d,e großen Bortheile. welche die Trockenlegung der Grundstücke mit sich bringt, reichlich überwogen wird.
Schl'eßlich bemerken wr noch, daß in Zukunft in ticser Sache keine spectellen Benachrichtigungen an jeden einzelnen Betdeiugten mehr stattsinden, sondern daß das Erforderliche nur r ock im Gi ßei er Anzeiger, forie in G eßen und Wieseck mit der Schelle bekannt gemacht werden wird. Den Uusw^rt gen wird daher empfohlen, sich einen Bevollmächtigten in Gießen oder Wi-.seck zu bestellen.
Gießen, am 25. November 1881. Großberzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann. __________
Betreffend: Den Frühjahrsmarkt zu Allendorf a. d. Lumda und Antrag auf eine damit zu verbindende Berloosung von Rindvieh.
B e k a tt ll t m a ch u ll g.
Großberzogliches Ministerium deS Innern und der Justiz hat dem Oitsvorstand zu Allendorf a. d. Lumda die Veranstaltung einer Berloosung von Vieh und landwirthschaftlichtu Gegenständen in Verbindung mit dem im Jahr 1882 in Allendorf a. d. Lumda stattfindenden Fruhjahrsmarkt unter den B'd'ngungen g'stanet, daß bei dieser Berloosung höchstens 5000 Loose ü 1 zur Ausgabe gelangen und wenigstens 72% des Brutto Erlöses der Loose zur Anschaffung von Gewinngegenständen verwendet werden müffen.
Gießen, am 26. November 18vl. Großherzogliches Kreisamt Grcßen.
Dr. Boekmann. . . ..
Deutschland.
Berlin, 26. Novbr. Der Ka scr hatte in der Nacht ununterbrochen erquickenden Schlaf, stand kurz n^ch 8 Uhr auf und nahm tm Laufe des Dor- mittags wieder die regelmäßigen Vorträge entgegen, erthellte dann einige Audienzen und arbeitet- daraus mit dem Kriegsminister und dem Ehef des Mil'tär-EabinetS.
— Die Budzet'Commisfion erledigte mehrere kleinere Etatskheile. Beim Etat der Heeresverwaltung wurden von dem für die Ergänzung des Abgangs von Handfeuerwaffen eingestellte!! Pcsten von 1,490,600 C4L aus Antrag deS Abg. v. Maltzaht..Gültz 490,600 JL gestrichen.
— Der ^Reichs-Anz." veröffentlicht einen Erlaß deS Re chskanzlerS vom 23. ds. an die Handelskammer In Grünberg, in welchem constatirc wird, daß nach deren Jahresbericht über 1880 der Eisenbahn Güter- und Personen- Verkehr, der Brief-, Telegramm- und Dank Verkehr zugenommcn, taß die Lohnverhältn'ffe sich gebeffert und die Spareirlagen sich wesentlich erhöht hätten. Gleichwohl führe ter Jahresbericht über völlige und aussichtslose GeschäsrSstockul g Klage und bleibe jeden Beweis dafür schuldig. Der Reichs- kanzler fordert die Handelskammer auf, die ihr durch das Gesetz auferlegte Pflicht der Berichterstattung und der Vertretung der Jntereffen des Bezirks mit größerer Sorgfalt und GewifferHastigkeit zu erfüllen.
Berlin, 26. November. Em klares B'.id von den stattgehabten Wahl- Umtrieben flieht u. A. auch eine Notiz des Abg. Küfer. Rach derselben haben sich in Baden gegen die Anklage ungesetzlicher Wahlbeeirfluffungen nicht wcm- ger als 16 katholische Geistliche vor dem Richter zu verantworten.
Karlsruhe, 23. November. Die von der ersten Kammer in ihrer gestrig, n Sitzung beschloffene Adreffe an Se. Kömgl. Hoheit den Großherzog hat folgenden Wortlaut:
Durchlauchtigster Großherzog! Gnädigster Fürst und Herr!
Die Kunde von der ernsten und gefahrdrohenden Erkrankung Ew. König!. Hoheit hat in allen Kreisen unseres Landes die tiefste Bestürzung verbreitet. Voll banger Sorge weilten die Gedanken aller Badener an dem Krankenlager des innig geliebten Landkssürsten, deffen Leben allezeit erfüllt war von fegens-
reichem Wirken für das geistige ui.d inaterielle Wohl se,neS Volkes. Was in angstvollen Tagen das badische Volk empfand, war begleitet von der wärmsten Theilnahme der deutschen Nation für den edlen Fürsten, den Förd.rrr der Einheit und Größr Deutschland-.
Gottes gt ädiger Schutz hat über dem Leben Ew. Köntgl. Hoheit gewaltet ; an die Stelle banger Sorge ist freudige Hoffnung getreten. Wollen Ew. Kömgl Hoheit in düfem Auge, blick auch der versa. mellen ersten Kammer Hulk oll gestatten, der tiefen Dankbarkeit Ausdruck zu geben, mit welcher sie die Erbailvnz dcs theuren Lebens gegen Gott erfüllt und damit die innigsten Wünscte zu verbinden, daß der Allmächtige Ew. Köntgl. Hoheit recht bald volle Wiedergenesung schenken möge zur Freude des Großherzoglichen Hauses, zum Heil und Segen unsere- 'Vaterlandes-
Straßburg, 26. November. Wie die ^Slsaß-Lothr. Ztg." vernimmt, ist nach dem Vorgänge der preußischvn Regierung auch für Elsaß-Lothringen die Verbreitung der kaiserlichen Botschaft an den Reichstag mittelst öffentlichen Aushanges für olle Gemeinden des Landes angeordnet worden.
Krankreich.
Paris, 25. November. Der ehemalige Präfekt Tirman ist zum Cioil» Gouverneur von Algier ernannt worden. — Die Unterzeichnung des französisch-holländischen Handelsvertrags hat heute Vormittag stattgefunden.
PariS, 26. November. Beim Empfang des Personals deS Cultus- depattements prach sich der Minister Bert dahin aus, baß nicht die religiösen Doctriner. die Argelegenhett des Ministeriums seien, Ion.ein die Überwachung der Befolgung ter Gesetze, welche die Beziehungen zwischen Kirche und Staat regeln. Die Regieru."g wolle die strikte Ausführung drs Concotdats.
— Gerüchtweise verlautet, daß General Chanzy Botschafter in Peters- bürg bleiben werde. — Die Ern-nnung Tirmar/s zum Cioil-Gouverneur in Algerien bestätigt sich. General Sausster bleibt im Besitze der militärischen ©eroalt. — Nachrichten aus Kreider erwähnen eines Gerüchts, wonach Bou- Amena sich zwischen Fhellala und Arba befinde, um den treu gebliebenen Stamm der Harrar heimzusuchen ober das französische Lager bei Medjetia anzugreisen. , ----------
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