Berlin, 26- ’Äpril. Reichstag. Zunächst wird em Schreiben dcs lusfischen Botschafters v Sabur off verlesen, worin derselbe Namens des russischen .^a f rs dem Reichstage für die von demselben anläßlich des Todes Kaisers Alexander bewiesene Therlnahnre se-nen Dank ausspricht. Auf die Interpellat.on des 2lbg. Heyl über den Zuständiges Rhcinstioms antwortet Minister o. Bötticher, der frühere Plan, nur dmch Baggerung die Regulirung des Rheinstroms oorzunehmen, sei aufgegeben worden und es fei zu: nächst für die Strecke Mainz-Bingen ein neues Proj.ct ausgearbeitet, welches per vreußischen und hessischen Regierung gegenwärtig noch oorliege und voraussichtlich deren Billigung finden werde. Die mit der Prüfung des Proiectes betraute Com. Mission warte mit ihrer Weiterarbeit noch auf die Ergebnisse der nemn preußischen Sch-fffahrts.Commlssion, welche zu den besten Hoffnungen berechtige. Der Minister Bötticher erkläite schließlich, die Regierung hoffe tn kürzester Zeit Abhilfe schaffen zu köi nen. Bet der Besprechung der Interpellation betonten die Abgg. Schroder (Frred- berp) v. Rordcck zur Rabenau die einheitliche Regulirung des ganzen Strornlaüfs, zu welchem Behufe man mit der holländischen Regierung Zusammengehen solle. — Es folgt die elfte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Oeffentl'chkeit der Verhandlungen und die Geschäftssprache des Landesausschusses für l lsaß-Lothrinaen. jlbfl. Guerber beklagt die Einführung der deutschen als Geschäftssprache auf'S Lebhafteste Sie werde die Beteiligung und das Interesse an diesen Verhandlungen empfindlich schädigen. Der gegenwärtige Statthalter verdanke ferne Popularität nicht »um wenigsten seiner Fertigkeit in der Muttersprache der Reich lande. Zu Klagen über den Landesausschuß sei kein Grund vorhanden, die Opposition d.sselben sei gleich Rull gewesen. Auch die französische Regierung habe bis vor zwanzig Jahren die deutsche Sprache in den Reichslanden geschont. Selbst unter der Republik des vorigen Jahrhunderts sei der Gebrauch derselben nicht geschmälert worden. Was btc Republik g.than, müsse man erst recht von einer Monarchie erwarten. Das Vorgehen der Regierung sei!unritterlich. Fürst Hohenlobe-Langenburg erwidert, daß die Opposition keineswegs geringfügig gewesen sei, die deutschen Beamten seren oft in heftigster Weise angegriffen worden. Das Reich müsse dahin wirken, einer gefährlichen Opposition, die leicht unerfüllbare Wünsche in der Bevölkerung Hervorrufen könnte, Schranken zu sehen. Gerade wenn die Unkenntniß der deutschen Sprache in dem von dem Vorredner a..gedeuteten Umfange vorhanden sei, so daß es also unmöglich sein würde, in einem ur- deutschen Lande Verhandlungen deutsch zu führen, müsse man für die Verbreitung der Nationalsprache auf diese Weise wirken. (Beifall rechts.) Wenn tn dem Landes- Ausschuß mehrere Herren nie ein Wort deutsch sprächen, so liege das lediglich au deren bösem Willen. Andere Staaten seien vül „unritterlicher" gegen deutsche Sprache und Sitte vorgegangen, so Frankreich und Ungarn. Die deutsche Regierung habe sich gewiß gegen die Wünsche der Bevölkerung entgegenkommend verhalten. Der •Statthalter habe bewiesen, daß Deutschlands Herz warm für die Reichslande schlage. W'e wenig aber die dortige Presse auf diese Sympathien Rücksicht nehme, habe em Artikel m einem Elsässer Blatt bewiesen, welches gelegentlich der Tunrs-Angclegei'beit schrieb: „Wir begleiten sympathisch unsere Fahnen auf afrikanisches Gebiet." (Hott! Hört!) Die Reichslande könnten davon überzeugt sein, daß die Regie,ung auch mit diesem Entwürfe das Beste gewollt habe. (Beifall rechts.» Abgeordneter Dr. Reichensperger (Crefeld) hält es noch nicht an der Zeit für die beai sichtigten Einführungen. Man möge in dem Erwerben der Sympathien der Bevölkerung auf dem beschrittenen Wege fortfahren, dann werde sich nach einiger Zeit der Gebrauch der deutschen Sprache viel leichter einführen lassen. Die Geschäftsführung im Landesausschuß würde ungeheuer erschwert werden, der Unmuth der Abgeordneten würde sich dann draußen Lust machen, wenn man sich im Hause höchstens durch Zwischenrufe verständlich machen könne. Für die sog. Ultromontanen des Reichslandes feien die Maßregeln der französischen Republik gegen die Orden eine viel bessere Lektion tn der Germanisirung als alle Maßregeln, wie dre durch den Gesetzentwurf beabsichtigte. Unters staatssecretär o. Mayr betont, in dem Entwurf liege keineswegs eine feindselige Tendenz gegm den Landesausschuß. Ein fernerer Schritt zur Germanisirung sei durchaus nothwendig. Die Nichtkenntniß der deutschen Sprache sei in dem Landesaus'chuß keineswegs in dem vom Abg Guerber angegebenen Umfange vorhanden, der jetzige Zustand sei unhaltbar, die französischen Reden feien nicht immer am Regierungstisch ganz verstanden worden und hätten bann, da man ihnen nicht sofort habe entgegen: treten können, Mißstimmungen in den älteren Landestheilen veranlaßt. Auf religiösem Gebiete sei auch heute noch die deutsche Sprache die gebräuchliche. Auch der Beharrungs- standpunkt des Abg. Reichensperger sei für die Regierung nicht annehmbar, denn die natürliche Fortentwicklung wie sie der Abg. Reicheusperger erwarte, habe sich bis jetzt nicht gezeigt.
Die Berathung wird darauf auf morgen vertagt.
München, 26. April. General von der Tann, welcher vor einigen Tagen zur Kur nach Meran gereist war, ist heute früh um 6 Uhr dastlbst gestorben.
London, 26. April. Der heute stattgehabten feierlichen Beisetzung der Leiche Lord BeaconSfield's tn Hughenden wohnten bei: Der Prinz von WaleS, als Vertreter der Königin, ferner Prinz Arthur, Prinz Leopold, der Geheimfecretär der Königin Ponfonby, zahlreiche Mitglieder deS diplomatischen Corps, alle Rotabilttäten der conservattven und viele der liberalen Partei. Die Königin hatte prachtvolle Blumen für den Sarg Lord Beaconsfields gesendet.
Paris, 26. April. Aus Bona vom 26. ds. wird gemeldet, daß die „Surveillante" gestern durch ein Bombardement das Fort der Insel Tabarka zerstört hat und daß die Landung der Truppen wahrscheinlich im Laufe des Vormittags bewerkstelligt sein dürste. Die Colonne des Generals Logervt ist gestern 8 Kilometer von Kef angelangt und sollte heute Kef blokiren.
— Nach hier vorliegenden Nachrichten aus Bona ist die telegraphische Verbindung gestern zwischen Tunis und der algerischen Grenze zerstört morden. Nachrichten aus Tunis werden täglich mittelst eines Avisos nach La Calle gebracht werden.
— Die „Times" veröffentlicht eine Depesche auS Tunis vom 25. ds. in welcher ihr Correspondent Mittbeilungen über seine Unterredung mit dem Bey macht. Der Bey habe ihm sein Erstaunen darüber ausgesprochen, daß seine Stellung alS Vasall der Pforte jemals in Europa bestritten werden konnte; er habe stets auf daS Gewiffenhafteste alle Forderungen des L-ultans, als seines SouzeränS, erfüllt und dieser habe ihm telegraphisch zweimal seine Zustimmung ausgesprochen. Der Bey erinnerte sodann an die Verträge mit den Mächten, welche allen Europäern in Tunis gleiche Rechte gewährleisten. Er habe indeffen die Jntereffen Frankreichs wohl gekannt; die Regentschaft habe Frankreich niemals etwas verweigert, was fie ibm gerechter Weise hätte bewilligen können. Der französische (SeneralconfuI Roustan Hobe hem Bey während der letzten 13 Monate unaufhörlich das französische Protectorat vor- geschlagen, deffen Annahme die bestehenden Verträge auf die Beziehungen zu dem Sultan dem Bey niemals gestatten würden. Der Bey habe sich daher geweigert, die Besetzung seines Gebietes durch französische Truppen zu sanctio- niren und würde einer solchen niemals zupimmen. Er fö. ne keinen militari» schen Widerstand leisten, aber er werde protestiren und auf seinem Posten bleiben, um die öffertl'che Ruhe und Sicherheit aufrecht zu erhalten. Der Bey appellirte schließlich besonders an die Sympathie und das Wohlwollen Englands und Italien und erklärte, er überlaste sein Schicksal der Gerechtig» feit Europas.
WilhelmShafen, 27. April. Auf dem Schulschiff „Mars" crepirte heute Morgen beim Liden eine 21cm..Granate im Rohr. Zwei Cadetten und vier Mann wurden getödtet, neun Mann schwer verwundet, zwei Offi- ciere und sieben Mann leicht verwundet.
Lokaleö.
Gießcn, 27. April. sSterblichkett in G.eßen.j Die Zahl der Todesfälle während dir Woche vom 17. bis 24. April belief sich im Ganzen auf 11 Es lvu.om beitoff<n 3 jtmea und 8 Erwachsene. Ein Kind ,m dritten Lebenijahre starb an Diphther.tis, em anderes, nur wenige Tage al.es, starb an Eitervergiftung, bei dem dritten, das nicht ärzrl.ch behänder worden war, liefe sich die Todesursache nicht mit Bestimmtheit angebrn. Von den erwachsenen Personen starben 2 an Altersschwäche, 2 an Lungenentzündui.g, je eine an r!ung«mchwlnd,ucht und Schlagfluß vts Gehirns. Em Jiann entleib:e sich leibst und bei einem plötzlich Leiflorbeneti war die Todesursache nicht anzugeben. Ü.
— Nach der eben aufliegrndtn Bilanz des „Wohlthatigkeits Eomite^ö" e,zielten tic Vorstellungen eine Einnahme von 2887 JL 61 H. D>e Unkosten belaufen sich auf 1484 JL 68 H, sodaß em Ueberschuß von 1402 JL 93 vorhanden ist. Hiervon erh'rlt Herr Seh. Baurath Prof. v. Ritgen 700 zur Rtstaunrung der Rume Gleiberg unb 700 wurden bei Herrn Ä. Heichelheim als Fono zu Erbauung einer Tonhalle verzmSlich angelegt.
Vermischtes.
Offenbach, 22. April. Wie wir vernehmen, ift die an der hiesigen Handelsschule heute beendigte Enjährigen-Prüfung von sämmtlichen 15 Examinanden beftan* oen worden.
— In seinem Berichte über den Petersburger HinrichtungS - Äet behauptet der Eorre- jpondcnt der „Gazeta Rarovowa", daß die Tortur n Rußland noch fortbesteht, und erzählt: „Das gegenwäirig gegenüber den Angeklagten angewendete System der Tortur warb auch gegen Goldenberg gebraucht, welcher durch Feuer und Eisen zum Verräther an leinen Genoßen gemacht wurde. Die Angeklagten in dem Prozesse Weimar s und Kwiatkowski S Haden verlang', man möge ihnen Die Leiche Goldenberg'S zeigen. Das geschah nicht. Der jüdischen Gemeinde, welche die Herausgabe der Leiche verlangte, wurde geantwortet, dieselbe sei irgendwo verschwunden und man könne sie nicht finden. Zwei Versionen coursiren darüber; nach der einen wäre Goldenberg zur Belohnung für seine Enthüllungen in Freiheit gesetzt worden, nach der anderen wäre derselbe der Tortur erlegen und veßhalb habe man seine Leiche nicht zeigen wollen. Tl atjache ist auch, daß Karakaiow, der im Jahre 1864 auf Alexander 11 ichoß, unker b.r Qual der Tortur Geständnisse machte, welche zur Entdeckung der unter dem Namen „Ad* (Die Hölle) bekannten Verschwörung fübrie. Alexander 11. wollte Europa imponiren und befahl, Karakasow einen Vertheidiger bcizustcllen. Es wurde dem Zaren bedeutet, fein Avvorar würde es wagen, die Bertheidigunz zu übernehmen. Da ließ der Zar den polnischen Asvocaten Herrn Spasowicz zu sich bescheiden und befahl ihm, die Dertheioigung zu übernehmen. Spasowicz konnte jedoch von seinem ßlunten fein Sterbenswörtchen über Umgänoe, welche zur Vetthei digung geeignet wären, herausbringen, und als er trotzdem in benidben drang, sprach Äara- kasow: „Ick hätte nur Eine« zu sagen" und entbößte dabei seine Brust, die furchtbar zugerichtet war durch brennendes Siegellack unb geschmolzenes Blei. Spasowicz kehrte zum Zaren zurück, berichtete über ieinen Aufenthalt in der Zelle Karakasow's und fügte hinzu: „ifflo Tortur angewendet wurde, erscheint eine Berthe,digung überflüssig." Der Zar entließ den »vvoeatcn und sprach über die Sache kein Wort mehr."
— Aus dem Kreise Alsfeld, 21. April. In dem Dorfe O. ist dieser Tage em „O'tsarmcr" gestorben, der sich seit Jahren durch Fechten redlich ernährte und sogar, wie fU nach seinem Tode herausgestellt hat, einen Sparpfennig von 4018 JL zurücklegen konnte Da» letztere Sümmchen wurde von lachenden Erben, die sich um den Fechtbruder niemals vorher bekümmert haben, ,n Empfang genommen.
Flonheim, 20. April. Der Sandgräbrr Krämer von hier bat vorgestern das vollständige Gerippe eineS Mammuths aufgefunden. Dasselbe meßt nahezu 5 Meter. Bevor es nach Darmstadt, für dessen Museum das Gerippe bestimmt ist, abgesenvet wird, ist es dahrer zu Jedermanns Ansicht ausgestellt.
Hanau, 20. April. DaS Amtsgericht verurtheilte heute drei junge Leute, welche am Samstag einen Storch geschossen, zu je 30 Jl Strafe und in die Kosten.
Frankfurt, 26. April. In der gestrigen Borstandssitznng ist die Eröffnung Dec Patent und Musterschutz Ausstellung auf den 14. Mai festgesetzt woro.n.
— In Würzburg hat das Schwurgericht itn scharfes Unheil gegen Wucherer gefällt. Löb Nußbaum wurde zu 7 Jahren Zuchthaus und 1000 Geldstrafe, Joseph Nußbaum zu 2 Jahren Zuchthaus, die Ehefrau des Ersteren zu 1 Jahr Zuchthaus verurtheilt. Die Stt- urtheilten sollen den Wucher in der abscheulichsten Weise betrieben haben.
Berlin. EnisetzlickeS Unglück ist durch einen Kettenhund angerichtet worden, welcher am Dienstag vom neuen städtischen Viehhof entlaufen war. DaS Thier war dem dortigen Tbierarzt Dr. Vogler wuthverdächtia erschienen uud daher ungesäumt sämmtlichen Polizeirevieren auf telegraphischem Wege signalisirt worden. Am Abend in der siebenten Stunde wurde der verdächtige Hund von Schutzleuten m der Dresdener Straße bemerkt und die amten versuckten es, ihn zu stellen. Leider lockte dieser Vorgang eine große Menschenmen-e herbei, welche nicht nur die Schutzleute in der Aetion behinderte, sondern auch den Huno so sehr tn Wuth setzt», daß derselbe mehrere Personen biß, ehe eS den Beamten gelang, ihn zu erschlagen. Einem Knaben dem Sohne eines Bildhauers, '.at er sogar einen Finger abgebisffn. Die heute Vormittag von den KreiSthierärzten Dr. Hartwig und KlauS vorgenommene Section des Kadavers hat leider ergeben, daß das Thier in der That von der Tollwuth befallen geroern ist. Festgcstellt ist außerdem, daß dasselbe beim Verlassen des Btehhofs den Hund deS dortigen Portiers gebissen hat, ob es während seines Umherstrrifens noch anderweit Unheil angertchter hat, konnte viSher nicht fesgrstellt werden
Nützliche Mittheiluvg: Wir möchten h.erntit unsere oerehnen Hausfrauen wiederholt zu einem praktischen Versuch mit dem nun in bald zehnjähriger Anwendung bewährten garantirt chlorfreien Yachten 0r. Ltnck'fchea Fettlaugenmehl^ veranlassen, weil dieses für jeden Haushalt so bequeme Produkt van Staatsanftalten, Fabriken. Hotelbesitzern und Privaten deS In- und Auslandes als das anerkannt bilhgfi , kräftigste und unschädlichste Wasch- und Reinigungsmitrel aufs Wärmste cnwfobku wird. Dasselbe dient nach der Gebrauchsanweisung für feinste wie für grobe Wäsche, Wollen-, Baumwollen- und Seidenstoffe, für Gläfer, Porzellan, Steingut, Fußböden, Lamperien ?c. und wird überall angewandt, wo es sich um leichte Entfernung yan- näckiger zumal fettiger Unreinigkeiten aus Stoffen und Materialien aller erdenklichen Art handelt. Da "Nachahmungen existiren, wird man wohl thuu, um achtes Dr Ltnck sch.K Fabrikat zu erhalten, nur geschlossene Packete zu kausen und genau darauf zu achten, daß diese mit der den Namen des Fabrikanten Julius Beffey in Stuttgart tragenden Dr. Linck'fchen Schutzmarke versehen sind.
Handel und Verkehr.
— Wie ras Reichspostamt 'bekannt macht, können vom 1 M^i ab die mittelst des Hektograpls, Papyrographs, Corochoqraphs oder mittelst eines ähnlichen Um^ruckoerfaurens auf mechanischem Wege bergestellten Srriftsiücke, sowohl im Innern Verkehr Deutschlands, a s auch im Verkehr mit Ocsterreick Ungarn und mit den übrigen dem We tpoftverein nngetörig.n Ländern, gegen die Tazie für Drucksacken befördert werden, sobald gleichzeitig mindest.ns 2*> vollkommen gleichlautende Exemplare am Briefannabmesckalter eingeliefert werden — Fern.w tritt vom 1. Mai d. I ab im Verkehr zwischen Deutschland und Franfreick ein etnbeirlichw Portotarif für Postpakete ohne Werthangabe bis zum Gewicht von 3 Kilogramm in Wirksamkeit. Danach kostet ein Paket bis zum Gewickt von 3 Kilogramm 80 Pfennig oder 1 Fran Das Porto ist vom Absend-r im Voraus zu entrichten. Die Postpakete dü.fen tn keiner Ausdehnung 60 Centlmeker üden'chrelten; ibr Volumen ist auf 20 Eudtkoeeimeter begrenzt, lieber die sonstigen De'sendungsbedingungen Gewährleistung u. s. w. ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft
— Betreffs des Placirens der Reisenden ist neuerdings höheren Orts für die Etaals- babnen ein gleichmäßiges Verfahren ai geordnet, welches vielfach günstigere Bestimmung-n enthält. Können Reisende in den Wagenklassen, für welche sie BilletS haben, wegen Raummangels nicht mehr untergebracht werden, dann find dieselben in der näckll höheren Klasse zu placiren, wobei jedoch Settens der betreffenden Beamten darauf zu rücksicktiqen »st, daß bet einer größeren Anzahl Passagiere nur solche P«r>onen nach der höheren Staye zu verweisen sind, welcke bei den Insassin dieser Klasse durch ihr Aeußeres feinen Anstoß erregen und nur kurze Strecken zurückzulegen haben. Das Umst-igen der wegen Raummangets ih einer höheren als ihnen zust henden Klasse placirten Reisenden in die ihren BilletS entsprechende niedere Klasse nach Freiwerden von Plätz'n tn der letzteren ist in der Regee zu vermeiden, vielmehr sollen solche Passagiere bis zum Bestimmungsort, bezw. der nächsten Umsteigestatton in der l oberen Klasse belassen werden. Das Umsteigen ist nur dann zu veranlassen, wenn die Plätze der höheren Wagenklassen zum Unterbringen von Reisenden dieser Klasse frei gemacht werd-n müssen wenn die in einer höhe-en Klasse untergebracktrn Passagiere bei den Mitreisenden d»r höheren Klasse durch ihr Aeußeres Anstoß erregen, oder wenn die Reisenden der höheren Klaste (ßranfe :c.) besondere Berücksichtigung verdienen.


