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Nr. 9

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Nr. 22fl. Dienstag den 27. September 1S81

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Avitize- uui Amtsblatt für hen Kreis Gießen.

Bureau i Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme de Montags.

Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Ps. mit vringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.

Amtlicher H h e i l.

Betret send: Hundswuth In Gießen.

Bekanntmachung.

Da weitere Fälle von HundSwutb nicht beobachtet worden sind, wird nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit, die für (ließen, Heuchelheim, Zllein-Linden und Wieseck angeordnete Hundesperre (f. Anzeiger Nr. 53, 135 und 148) vom 27. L MtS. an wieder aufgehoben. Die betreffenden Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen die- noch mit der Schelle bekannt machen laffen und den Vollzug anzeigen.

Gießen, am 24. September 1881. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen.

_____ Dr. Boekmann._____ ____

Betreffend: Die Ouartterleistung für die bewaffne^ Macht im Frieden. Gießen, am 24. September 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die (8roßber;oglicben Bürgermeistereien des LtreifeS.

Unter Bezugnahme auf unsere Verfügung vom 15. er. Anzeiger Nr. 215 beauftragen wir Sie, die Liquidationen über im lausenden Monat gelieferte Fouraze an Truppen zwar auszustellen, jedoch ohne Berechnung der Vergütung, da die Durchschnittspreise noch nicht Mannt sind.

Die Liquidationen werden demnächst von uns vervollständigt werden.

__________________ Dr. Boekmann.___________ ________

Bekan n t m ach u n g.

GroßherzoglicheS Ministerium de- Innern und der Justiz hat dem Haupt-Eomit6 der Badischen Kunst- und Gewerbeausstellung zu Karlsruhe die Erlaubniß ertbeilt, die Loose einer mit dieser Ausstellung zu verbindenden Lotterie, bei welcher aus 100,000 Loose ü 1 JL 1000 Gewinne im Gesammtwerth von 70,000 JL entfallen, im Großherzogthum Hessen abzusetzen.

Gießen, am 24. September 1881. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen.

Dr. Boekm an n.____________________________

Betreffend: Ausstellung der Voranschläge. Lang-GönS, am 21. September 1881.

Das Großbermgliche evangelische Dekanat (Hießen

an die Kirchenvorstande zu (Qirpcti, Groß«Linden, Nödgen, Wieseck, Kirchberg, TreiS a. d. Lda.

GroßherzoglicheS Kreisamt hat die Ausstellung der Kuchenooranzchläqe tn ernstliche Erinnerung gebracht.. Ich muß Sic darum auffordern, solche baldigst an mich einzusenden. Strack.

Deutschland.

Darmstadt, 24. September. Se. Königs. Hoheit der Großherzog nebst den Prinzessinnen Victoria ur.d Elisabeth, Gr. Gr. H.H., sind gestern Nachmittag hier etngelrcffen und nach Wolssgarten weitergereist. Se. König!. Hoheit der Prinz Wilhelm von Preußen reisten mit den Höchsten Herrschaften dis Egelsbach und setzten dann über Frankfurt die Reise nach Potsdam fort.

Se. Königs. Hoheit der Großberzog werden heute Vormittag von Wolfs­garten herüberkommen und im Großherzoglichen Schlöffe Audienzen ertheilen, sowie Meldungen und Vorträge entgegen nehmen.

Darmstadt, 24. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen ur.d empfingen den Obersten Frhrn. v. RotSmann, persönlichen Adjutanten Sr. Großh. Hohtit des Prinzen Alexander, den Oberstlieutenant v. Rostitz. den Hofmusiktirector Mangold; tn besonderer Audienz S. D. den Prinzen Lothar zu Nienburg-Büdingen; zum Vortrag den Ministerialrath v. Werner und den Geheimen CabinetSrath Dr. Becker.

Das heute auSgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 23 enthält die Rechnungsablage über die Verwendung der sür das Jahr 1878 tn dem Groß- herzogthum ausgeschriebenen Brandentschärigungs Beiträge.

Berlin, 23. Septbr. TieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Unfet vor kurzem angestellter Versuch, daS Maß der bei Einführung des TabakmonopolS zu zahlenden Entschädigungen einer näheren Prüfung zu unterziehen, bat in der liberal.freihändlerischen Presse große Erregung herrorgerusen. Die bisher ohne weitere Untersuchung immer wieder ausgeführte Ziffer von 700 M'll. Mark Gesammtentschädigung scheint durch ihre Größe blendend und verwirrend auf die Gemütber einiger Personen gewirkt zu haben, so daß fie die Be­willigung dieser Summe bereits alS feststehend ansahen und jetzt sehr empört darüber thun, wenn fie darauf aufmerksam gemacht werden, daß eS möglich wäre, von einer weit niedrigeren Ziffer alS Bafis der Verhandlungen über die zu zahlenden Entschädigungen auszugehen. Jetzt, nachdem die Oppofition gegen die von unS vertretene Nothwendigkeit, in der Entschädigungsfrage nicht über daS stritt nothwendige Maß hinauszugehen, Zeit gefunden hat, sich zu äußern, kommen wir auf diese Frage zurück. ES nämlich freilich wohl möglich, daß schließlich bki Einführung deS TabakmonopolS man auS Rücksichten der ver­schiedensten Art dahin gelangen könnte, Entschädigungen zu bewilligen, die über die von uns bezeichnete Minimalgrenze von etwa 109 Mill. Mark hinausgehen und sich jener hohen Summe von 700 Mill. Maik näherten. Nur ist dabei ein Punkt zu bedenken: stände daS Tabaksmonopol als eine gewöhnliche Steuer bei unS in Aussicht, so wären 700 Millionen Mark zwar immer noch eine unbillig hohe Entschädigungssumme, aber dieselbe wäre schließlich in ihrem übermäßigen Theile ein bloßes Nationalgeschenk, das die Gesammtheit der übrigen Steuerzahler in die Taschen der Fabrikanten, Händler u. s. w. fließen Ließe. So steht die Sache in Wirklichkeit aber nicht; die Erträge deS Tobak-

monopols sind bekanntlich als Patrimonium der Armen, zur Bildung einer Altersunterstützung für die erwerbsunfähig gewordenen Arbeiter bestimmt, und jeder Groschen, der über daS allernothwendigste, vom strengsten Rechte ge- forderte Maß von Entschädigungen hinaus bewilligt wird, wird daher den Armen und Hülflosen zu Gunsten der Händler und Fabrikanten entzogen. Wir wollen für dieSmal nur kurz aus diesen Punct hingewiesen haben, um die oppositionelle sortschrittltch-liberale Preffe daraus aufmerksam zu machen, daß, wenn dieselbe mit so viel Eifer die maßlosen EntschädigungSanfprüche der Tabaksabrikanten und Händler vertritt, sie damit unwiderlegl'ch eine Schädigung der großen Maffe deS Volkes fordert." ES wird darauf ankommen, waS man als einebillige" Entschädigung betrachtet.

Berlin, 24. Septbr. DerReichS-Anz." schreibt: Die Generalver- sammlung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft hat das Angebot der Regierung abgelehnt und eine Rente von 5 pCt. verlangt; die Regierung hatte aber zuvor schon mit einer bestimmten Erklärung diese Forderung abgelehnt. Es w.rd deshalb bei dieser Ablehnung sein Bewenden behalten.

Baden-Baden, 24. Sepibr. Der Kronprinz und die Kronprinzesstn von Schweden find heute Nachmittag h:er eingettoffen und wurden feierlich von sämmtlichen Behörden, dem Frauenverein, den Mädchenschulen und Gesang- vereinen unter den Klängen der schwedischen Nattonalhvmne empfangen. Tie Mädchen streuten Blumen, die Schüler bildeten Spalier. Die Anrede deS Oberbürgermeisters wurde huldvollst erwidert. Die Kronprinzessin sprach ihre Freude auS, daß fie Baden, welches fie liebe, nochmals sehe. Bei der Absahrt vom Bahnhofe brach die zahlreich versammelte Menge in jubelnde HochS auS. Tie hohen NeuvermLblten machten hierauf Abschiedsbesuche bei Ihren Maje­stäten dem Kaiser uvd der Kaiserin, bei dem Fürsten von Fürstenberg und der Herzogin von Hamilton, dann eine Spazierfahrt durch die festlich geschmückte Stadt urb nach dem Schlöffe. Um 4 Uhr erfolgte die Rückfahrt nach^Larls- ruhe nrch einem bewegten Abschiede von der fürstlich Fürstenberg'schen Familie und den Spitzen der Behörden am Bahnhöfe. Den letzteren sprach das kron- prinzliche Paar seinen huldvollen Dank auS für alle ihm bewiesenen Auf­merksamkeiten.

Hesterreich.

Wien, 24. Sept. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: M r dem vom Sultan unmütelbar nach der jüngsten egyptischm Militärrevolte empfangenen Halim Pascha sei die Eventualität einer Entsetzung Tewfik Paschas erörtert und Halim Pascha befragt worden, ob er zur Annahme der egyptischen Herrschaft für vorläufig fünfjährige Dauer geneigt sei. Halim hätte seine völlige Bereitwilligkeit kundgegeber.

' Nagusa, 24. Sept. Muselmänner von Alesfio beschimpften die Kirche des heiligen Antonius. In Folge deffen begaben sich etwa 800 katholische Bergbewohner bewaffnet nach Alesfio und zwangen die Behörden, die Schul­digen auszuliefern, welche fie mit sich in die Berge nahmen.