jhtungsvoll
rnbause,
8 der Stadttirohe,
Der Indisferentismus im Gewerböleben.
In einer y<u, wie die Gegenwart sie ist, La die freie (Somurren^ alle Privilegien einzelner Personen oder ganzer Berufsklaffen, durch welche legieren bte Herstellung ui b der gewinnbrurgenLe Vertrieb irgend eines gewerblichen Erzeugmffe- au-sLließtich gesickert wurden, rücksichtslos Lei Eene geschoben hat , ist der Einzelne mehr als je in tem großen Kampfe um'S Dafem auf eigene Füße gestellt. Während s üher die Schranken der Zunft den in ihr Stehenden zugleich beengten und doch auch stützten, ist jetzt Jeder nur allein auf die eigene Kraft angewiesen und anstatt Zunftzwang ist .Selbsthilfe- die Parole deS Gewerbtnibenden geworden. Der Verständige wird den Eintritt eines derartigen Zustandes nicht als ein Uebd schmähen, das nur eine krank» hafte Neunui gSsucht, ein revolutionärer Zeitgeist geschaffen habe und dem gegenüber man streben müffe, es sobald alS möglich wieder lo-zuwerden, um wieder in die altgewohnten Bahnen der Däier, in denen der Verdienst zwar beschränkt, die freie Bewegung einzelner aufstrebender Köpfe gehemmt, aber daS Auskommen angeblich in jedem Falle gesichert war, einzulenken. Vielmehr muß der Einsichtsvolle daS «ufhüren jener, die freie Handels» und Gewerbethätig» feit hemmenden Gesetze alS einen bedeutsamen Fortschritt in der Gesammtent» Wickelung unseres Volke- begrüßen, das dadurch der gesetzgeberischen Bevor» Mündung entwachsen und in feiner Reife um em Bedeutendes fortgeschritten erscheint. Freilich ist auch nicht zu leugnen, daß in der unbesckränklen grd» heil da- Fortkommen deS Einzelnen viel mehr in Frage gestellt ist. Aber dafür ist ihm auch die Möglichkeit geboten, ohne Werteres die nicht lohnende Arbeit zu rei lasten und sich einem anderen Arbnt-ftlde zuzuwenden. Leider ^st diese Fähigkeit der leichten Bewegung, der scharfe Blick für die Bedürfnisse der Zeit, die ja in dem fchneülebenden Geschlechte der Gegenwart in rascher Folge kommen und verschwinden, der industrielle Spürsinn Dielen nicht eigen. Man beschränkt sich sehr häusig auf unfruchtbare Erörterungen und nutzlose Klagen über die Uebelstände, mit welchen der Gewerbestand heutzutage zu kämpfen hat. Es ist ja keineswegs zu leugnen, daß der Gewerbtreibende mit vielerlei Widerwärtigkeiten zu kämpfen hat, die sich in gewissen Gewerbe» betrieben ganz besonders alS drückende geltend machen. Dor allen Dingen bereitet der in vielen, ja den meisten Industriezweigen überhand genommene Fabrikbetrieb dem Kleingewerbe schwere Eoncurrenz. Bei der Mastevproduction der Fabriken können die Waaren. weil man sich in ausgedehnterer Weise deS Maschinenbetriebs bedienen kann, sauberer, gleichmäßiger hergestellt werden. Da ein großer Fabrikbetrieb auch eine viel ausgiebigere Ausnutzung der AibeitS» kräfte und Maschinen zuläßt, so kann der Fabrikant auch einen Preis stellen, lei welchem der Meister des Kleingewerbe- nicht bestehen könnte. Letzterer wird daher in vielen Fällen der Abnehmer der Fabrikanten und muß zusehen, Die dieser bei dem Geschäft das Fett abschöpst. Diese und ähnliche Bettach» Angen haben manchen Gewerbsmann unvermeikt in einen Pessimismus hinein» zettieben, der ihn überhaupt an einem fröhlichen Emporkommen verzweifeln :56t und der ihn nach und nach gegen den eigenen Beruf und die nothwendige Weiterbildung in bem^ten Pumps macht. Er plagt sich wohl von ftuh bis ün die späte Nacht, a&e, der Schwung des Geiste-, der auch dem Handwerker
so nöthig ist, sehlt ihm. Er lebt in einem JndtfferentiSrnuS, einer Gleichglltig» feit dabin, die ihn nicht nur niederdrückl und ihm auf Augenblicke die Leere feine- G'isteS und Gemüths in unerträglicher Weise sühlen läßt, sondern von der er mit der Zeit auch erkennen muß, daß sie ihn in seinem Geschäft rück» wärt- bringt, ihn also auch materiell schädigt. Da muß er sehen, wie irgend eine Novität aus seinem Fache einem feiner Eollegm einen ganz erklccklichen Gewinn zuführt, weil dtefer verstanden hat, im rechten Augenblick die Auf» merksamke.t deS Publikum- darauf zu lenken, weil er im Stande war, denfel» den eigenhändig zu fabriciren und sich dadurch auch den Gewinn der Production zu sichern. Da schüttelt wohl der Elfte den Kopf und spricht von Schwindel oder belächelt einen derartigen Versuch. Aber da- Publikum braucht nur erst einmal an den Gedanken gewöhnt zu sein, daß ihm jener Gewerbtreibende öfter- etwas Neues bietet, so wird eS ihm doch seine Gunst zuwendm, weil eS heißt: .Tas ist ein strebsamer Mann, der versteht fern Geschäft.- Ja, woher nimmt tr aber immer die neuen Ideen, welche bei dem Publikum so willkommene Ausnahme finden? Wie hat er sich überhaupt den Ruf eine« verständigen Mannes erworben, der ihm nun auch für fein Gewerbe so außer» ordentlich förderlich ist? Gr war unabläffig bemüht, fich alle möglichen tech» ni'chen Von heile siineS Geschäftsbetriebes anzueignen und au- Fachzeitungen die neuen Muster und Proben kennen zu lernen, um mit dem unaufhaltsam fortschreitenden Zeitgeiste gleichen Schritt zu halten. So ist ihm nicht« fremd gebliebei', was der veränderte Geschmack, die Mode der Zeit verlangt. Aber auch für andere Zweige menschlichen Strebens wußte er durch Lectüre anre» g,nd«r Zeitschriften, an denen es unserer Zeit nicht fehlt, fein Interesse rege au erhalten und fich so vor dem Jndifferenti-mus zu bewahren, welcher der Tod alles geistigen Streben- ist. Da- Göthe'sche Wort: .Habt nur Geist!" gilt eben auch für den Handwerker. Ohne Geist finkt er zur bloßen Maschine herab.( z-
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Bekanntmachung.
Der Füsilier Philipp Bierau vom 1. Nassauischen Infanterie» Regiment Nr. 87, am 26. Juli 1850 zu Lollar, Shei« ©iefjfn, Nnburtb aufSelt fich wieder bei fehlet Trupp? und spätestens in dem auf den 7. ©eamber 1881, Morgens 10 Uhr, in 8^mm« «8 M M«« «MüMkrePbaufe« a'i beraumten Termin eineuftuben; im Falle feine« Ausbleiben« wird die Untersuchung geschloffen, er für einen Deserteur erklärt und geg ibn auf eine Geldstrafe von 150 bi« 3000 Mark erkannt werden.
Main,, den 25. August 1881.«önigliche« Gouvernement«. Gericht.
ur, Wein ,sser
• und halte ich mich ierung reeUster und um in stets facher
Deutschland.
Berlin, 24. August Mit ganz besonderer Spannung sieht man den Kavallerie-M^növern bei Eomtz entgegen. Bekanntlich macht sich in neuerer Zett in der KriegSwiffenschaft eine ziemlich starke Strömung gegen die ttaoallerie geltend. E'.n Theil unserer Generalstabs Officiere hält bafür, daß diese für den großen Shieg eigentlich die Bedeutung nicht wehr habe, die ihr ftüher zuerkannt wurde. Man plaiditt von dieser Seite für eine Verringerung der Zahl der Kavallerie und für eine dem entsprechende Vergrößerung des Bestan» des der Infanterie» urd Artillerie-Regimenter. Es heißt inun, datzi vie diesjährigen Kavallerie-Manöver mit den Zweck haben foÜcF, Werth und Bedeutung der Waffe einmal von dem angegebenen Gesichtspunkte au« $TU en’ ^ie Dettreter des, wenn der Ausdruck erlaubt ist, kavallenstifchen Elements, an ihrer Spitze der Prinz Friedrich Karl, g-ben fich hierbei natürlich dvr Hoffnung hin, daß es ihnen gelingen werde die Derklemerer ihrer s, eblingstruppe C0b bei Grundlosigkeit der erhobenen Soroürfe zu überzeugen.
Berlin, 24. August. Nachdem das große Werk des Generalstabe« über den Feldzug von 1870-71 fertig gestellt ist, wird jetzt in der kriegsge.
H- * “■ «ß. 100.
! "billig'
Samstag dcn 27. August
18S1
N». 198.
Erscheint täglich mit «u-NLhme de« Montag».
Betreffend: Lonsolidation der Grundstücke in Flur I, XI und XII der Gemarkung Lollar.
tyum HM für die tu Alde, als Landes tutsche Zilvaliden. chner, RechlSaMalt. Schristsührn.
GroßherzoglicheS SheiSamt Gießen. Dr. Boekmann.
Prei» vierteljLhrNch 1 »ort tO VI. mit «ringer!^ Durch di« Poft bezöge« vier1eti«hriich 2 Äarf W pi-
richt zulälsig ist.
Gießen, am 26. August 1881.
IIS ..t,r
'Ät unfttet qicgtn
h't Snoalttrn unb M 1870/71. gj. IW obtt bei fonßiflen nitn unb dmh l(Min Meffert twbt üsiklifchen Pfarp > »on Srußhnznziichnu Jienfien be« 2. September
?« möglichst für Bet. Shee zu Bitten, ü*
:Uen.
Sammlungen zu über» ng an unseren Schatz- ter, einzusenden.
Wir bringen zur Senntniß bet Bethe^liglen, baß folgende Arbeiten vorn 1. bis 15. September auf dem Großberzvglichen Bürgermeisterei.Bureau m Lollar zur Einflcht offen liegen:
1) DaS topographische Güteroerzeichmß. w f Ä c, a
2) Die bezüglich deS Besitzstandes eines Jeden und der rechtlichen Derhältnifle der Grundstücke ausgestellten Gütergeschoffe.
3) DaS Protokoll der Lommisfion über bie Slasseneinthetlung deS Felde- und den Werth einer jeden Klaffe^ .
4) Die Uebersichtskarte, in welcher die auf Grund des vorgenannten Protokolle- vorgenommene ^Bonitirung deS Felde- eingezeichnet ist.
5) Die zum Zwecke der Abschätzung der Grundstücke und der Klaffenvertheilung angefertipten Guterschoffe eine- jeden Betheiligten.
6) Da« Protokoll der Cornnnfston und deS Gerneinderathes über fämrntliche vorgenannte Arbeiten.
Abzüge aus dem topographtfchen Güterverzeichrnffe und den Gefchoff.n sind gegen eine Gebühr von 10 H für die erste unb von 6 für lebe weitere Panelle von bet Grvßhitzvglichen Bütgetrneistetei Lollat zu beziehen. . ,. ....
Silomat oi-en gegen die vorgenannten Arbeiten, in«befonb,re die Richtigkeit unb PollstLnbigkeit berselben, ksnnen binnen bet oben angegebenen Frist bei bet Großhetzoglichen Bürgermeisterei Lollar, mfiffen aber fpiteflin« im Termine
Donnctfiaa den IS. September l. I., DormtttagS 9 bt» 12 Uhr, bei Meibung späterer Nichtberücksichtigung und der Annahme der Richtigkeit unb Vollständigkeit der Verzeichniffe und de« Einverständniffe« mit den B.fchluffen bet flommifsion vorgebracht werben, inbem insbefonbete auch eine Wiebeteinfetzung tn ben vorigen Stand wegen Vetfäumniß der angegebenen »risten gesetzlich
(s')iclicncr Muciger
Aijkige- Illi» Xmlfblutt fit heu Kreis Gießen.


