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Jägerkapelle Mrrectors Herra

St» 171. Mittwoch den 27. Juli 1881.

Kießener Anzeiger

AMige- 6ih Amtsblatt für bk» Kreis Gießen.

ewwil «chvlftr.hr K 18.

Erscheint ILglich mit Aufnahme des Montags.

Preis vtertdlflh-n4 2 Warf 20 Pk mit vrmßerlshe.

Durch die Post bezogen vierteljLhrlich 2 Mari 50 Ps.

mn, Bach.

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Brahms, loli,

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Amtlicher Hheil.

Nr. 18 des Reichs - Gesetzblatt-, au-gegeben den 19. l. M., enthalt:

lRr. 1437Q Handrl-conventlon zwischen Deutschland und Rumänien. Vorn 14 November 1877.

(Nr. 1438.) Bekanntmachung, betreffend die Veränderung der UeberganqSabgabenfätze für Bier, Branntwein und Malz in Württemberg. Vom 7. Juli 1881.

Nr. 19 des Reichs-Gesetzblatt-, au-gegeben den 22. l. M., enthält:

(Nr. 1439.) Gesetz, betreffend btc Abänderung der Gewerbe Ordnung. Vom 18. Juli 1881.

(Nr. 1440) Bekanntmachung, betreffend die Abänderung der Vorschriften über die Verwendung der Wechselstempelmorken. Vom 16. Juli 1881.

Gießen, am 26. Juli 1881. Großherzogliches Ätcifcamt Gießen.

_______Dr. Boekmann.

Das Großherzogliche Steuer-Commiffariat Gießen

an die Grotzberzoglichen OrtSgericbte -Annerod, Daubriugen, (tzrotz-Linden, Hausen, Heuchelheim, KleinrLinden, Lang-

(9öne, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Staufenberg, Steinbach, Watzenborn und Wieseck.

Wir erinnern Sle an die al-balvige Einsendung der Bau- und Cultur-Veränderungs-Verzeichniffe.

Gießen, den 25. Juli 1881. Süffelt»

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tunesischen Autstäi dtschen unterstützt und endlich hat sich durch den?

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waren in's Gebirge geflüchtet.

London, 21. Juli.

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aufgeknüpft zu werden.

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Frankreich zwei Armeekorps zur Eroberung und Okkupation d Hierzu tritt, daß der Nachbarstaat Tripolis, von der Türket

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Nur drei Mörder find verhaftet worden.

England.

Aus Konstantinopel wird derDaily NewS" auf Selbstmord sann, indem er es versuchte,

Algier die Lage der Franzosen verschlimmert. Dte außerordentliche Hitze diese- JahreS macht größere Bewegungen der franzüfischen Armee bis zum Eintritt der Regenzeit im Herbste unmöglich, während die arabischen Stämme, an das Klima und an Entbehrungen gewöhnt, fortwährend erfolgreiche Streifzüge unternehmen.

Dte franzüfischen Mißerfolge in Afr.ka sind evident. Part-, welches nicht begreifen kann, daß seine ausgezeichnet organifirten Truppen nicht innerhalb adtt Tagen Tunis eroberten und Algier pacifictrten, zieht die natürlichen Gründe der geringen Erfolge seiner Armee nicht in Betracht; es begreift nicht, daß eine tropische Hitze jede Action lähmt; es sieht auch nicht ein, daß der Krieg in Afrika sich auS einem unbedeutendem Conflict mit Tunis zu einem Glaubenskrieg, zu einem französijch-orieutalischen Kriege entwickelt. Die grüne Fahne des Propheten ist entrollt; nickt allein Tripolis, sondern auch jez und Marocco, sowie die Beduinen und die große Zahl der Stämme, welche dem Sultan tributär sind oder doch seinem Rufe folgen, wem der Echeik-ul-J-lam den Glauben für bedroht erklärt, stehen Frankreich gegenüber.

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Ztußland.

Petersburg, 24. Juli. DaSJournal de St. Petersbourg" be­spricht den Londoner revolutionären Eongreß und bemerkt, der englische Staats­

mächten zu rechnen. Italien, das noch immer Absichten auf Tripolis hat, dürste energisch gegen Frankreich auftreten, England hat bereits die französische Regierung daraus aufmerksam gemacht, daß Tripoli-ctroag Anderes" sei als TuniS; endlich dürsten auch Deutschland und Oesterreich, welche im Oriente als führende Mächte anerkannt sind, schwerlich einer Politik Frankreichs gleich- giltig zusehen, welche in einen neuen Orientkrieg hineinsteuert. Sind also schon die Trauben in Algier und Tunis für Frankreich sauer, so dürsten die Feigen von Tripolis für die Tapferen von Frankreich zu hoch hängen. Das alte Lied:Partant pour la Syrie wird zwar noch heute gern von Franzosen gesungen, aber Grevy dürfte kaum geneigt fein, ein Seitenstück der abenteuer­lichen griechischen Politik Gambetta's im afrikanischen Orient zu infcemttn.

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Frankreich und die Türkei.

Die Lorbeerblätter, weiche Frankreich mit leichter Hand durch die Ex­pedition nach TuulS zu pflücken gedachte, sind verwelkt. Zwar ist Tunis besetzt und bir Dey zu einem Vertrage gezwungen worden, welcher ihm daS Pro- irk.orat der französischen Republik ausdrang, aber die nächst n Städte erkannten die französische Botmäßigkeit nicht an, und der Versuch, dte aufständische Stadt Sfax oder SsakoS zu unterwerfen, gelang nicht im Fluge. Die Stadt mußte vielmehr brmbardirt werden, dte Landung der französischen Truppen geschah unter großen Schwierigkeiten und die Einnahme der Stadt selbst erforderte große Opfer. Verlheidigt sich jede andere Stadt so wie Sfox, so braucht

zu erklären und zunächst einfach Tripoli- zu besetzen.

Ein Krieg Frankreichs mit der Türkei verändert aber die politische Kon­stellation in Europa nicht unbedenklick, und Frankreich hat daher nicht allein mit dem kranken Mann zu Stambul, sondern auch mit den europäischen Groß-

peul/chland.

Berlin, 23. Juli. Der Fernsprecher ist nun auch mit gutem Erfolg in den Dienst der Binnenschifffahrt, und zwar von der Canalinspertion in Bromberg in einer Länge von 10,6 Km. gestellt worden. In den Stationen sind «lectrische Läutewerke eingeschaltet, welche den etwa gerade abwesenden,

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gemeldet, daß Midhat Pascha

sich mit einer Scheere die Adern zu öffnen, um der Welt zu beweisen, daß der Selbstmord auf diese Art wohl möglich fei. Er wurde indeß daran sofort verhindert und bann vor den Sultan gebracht, der sein Bedauern über Midhats Vorsatz ausgedrückt haben soll. Midhat entgegnete chm darauf, daß sein Leben werthlos geworden; er wünsche nur eine Gnade, nämlich erschoffen patt

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PanS und Paris ist Frankreich suckt inzwischen den Lünoen- bock. Da war zunächst Italien am W derstand in Tunis Schuld, dann hieß eS, Albert Grevy habe Algier durch schlechte Verwaltung korrumpirt, endlich, die alten Generäle taugten nichts, man möge sie erschießen, wie man einst auch Bazaine hätte erschießen sollen u. s. w. Schließlich hat man die Türket al- Ruhestörerin erkannt, und diese ist kein unschuldiger Sündendock, sondern diesmal haben die Franzosen das Richtige getroffen. Dte Actionslust der Republik ist groß, sie scheint nickt übel Lust zu haben, der Türkei den Krieg

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aber in der Nähe befindlichen Beamten herbeirufen. Die Leitung wird aller Wabrscheinlickkeit nach auf den Dromberger Canal und dte Netze ausgedehnt we den; dte Kosten der vorgenannten Leitung betragen 100 Jt pro Kilometer. Frankfurt. Das Urtheil, durch welches der oberste Gerichtshof in Chile die Auslieferung der ürüder Albert und Wilhelm Sachs auS Franksuit a M. verfügt bat ift von völkerrechtlichem Interesse, wie folgende ErwägungSgründe, die wir einem Bericht derNordd. Ällg. Ztg." entnehmen, erkennen lassen: ,In Anbetracht, daß aus den von'dem Herrn Consul des deutschen Reichs in dieser Ar.gclegenh it vorgelegten A^rn als erwiesen devorgeht, daß die Gebrüder Sachs, infolge von in ihrem Bank- geschäst begangenen Betrügereien, tu Frankfurt wegen betrügerischen BankerottS pro- cessirt worden sind und mit Fortnahme von Werthgegenständen von bedeutendem Be­trage, die hauptsächlich aus Creditpapieren bestanden, welche zu verschiedenen Geschäften, die sie zum Bortheil der Deponenten machen sollten, in ihre Hände niedergelegt waren, sich flüchteten. In Anbetracht, daß aus der angeführten Ursach' von den Behörden in Frankfurt gegen die Gebrüder Sachs Verhaftsbesehl ausgestellt worden ist, wie bkS aus den schon erwähnten Acten hervorgeht, welche genügenden Grund abaeben, um den angezogenen Brüdern Sachs wegen des Vergehens, dessen sie beschuldigt sind, den Pro- «ß zu machen. In Anbetracht, daß die Nicht-Existenz eines ausdrücklichen Aus­lieferungsvertrags kein Hinderniß bietet, um die Extradition dennoch zu verfügen, zumal wenn der Staat, welcher darum nachsucht, Gegenseitigkeit anbietet, wie bieS bic beutsche Regierung in* vorliegenben Falle thut, ba es ja im Interefie bcr Conventen- unb der Moralität ber Staaten liegt sich gegenseitig zum Schutz unb zur Achtung der gemein n Gerichtsbarkeit Folge zu leisten: unb weil bie Specialtraktate über biese Materie weiter nichts thut, als die gegenseitigen Verpflichtungen unb Rechte zu präcisiren unb schrift­lich nieberzulegen, welche schon kraft ber freundschaftlichen Beziehungen und des eigenen Bedürfnisscs zwischen den contrahirenden Staaten entstanden waren. In Anbetracht, baß ber betrügerische Bankerott eines derjenigen Vergehen ist, welche wegen ihrer Schwere, der durch sie erzeugten liebel und ber von ihnen im Handel veranlaßten Unruhen unb bes Mißtrauens gewöhnlich unter btejenigen gerechnet werben, bereu Urheber bas Asyl nicht oerbienen, welches man einer anberen Classe von Delinquenten gewährt, ein in Chile aboptirtes Princip, ba dieses Land anerkannt hat, indem eS dieses Vergehen in ber namentlichen Liste berjenigen aufzühlt, welche bei allen m t fremben Nationen abgeschlossenen Specialverträgen zur Auslieferung berechtigen. In Gemäßheit ber vorgetragenen Grünbe wirb erklärt, daß die im Namen ber beutschen Regierung beantragte Auslieferung ber Brüber Albert unb Wilhelm Sach» ober des Paul Morris unb bes Jacques Hellmann, wie diese sich selbst nennen, siatthat, für jetzt aber nur in Rücksicht auf den Erstgenannten ausgesührt werden kann, weil der Zweite aus dem Hospital, wohin er zu seiner Heilung von einer schweren Krankhe t, bie ihn mit Heftigkeit angegriffen hatte, überfuhrt worden war, sich geflüchtet hat." Albert Sachs bat gegen diesen Richterspruch Appellation eingerelcht.

Arankreich.

Paris, 23. Juli. Auf Lorfica hat am 17. dS. bei der Stadt Lorte ein wildcS Gemetzel stattg^funden. Eine Zigeunerbande von 40 Personen (Männer, Weiber und Kinder) hatte sich 3 Km. von der Stadt niedergelaffen, um ihr Keffelflickergewerbe zu betreiben. Da entstand plötzlich daS falsche Gerücht, zwei Einwohner der Stadt seien draußen ermordet worden. Sofort zog ein Haufe mit Gewehren bewaffneter Corsm hinau-, überfiel da- Zigeuner­lager, mordete drei Männer und eine Frau, mißhandelte auf- Gröblichste drei­zehn Männer, Frauen und Kinder und plünderte das Laaer auS. Als Polizei und Militär auf dem Platze erschienen, war da- Lager leer. Die Zigeuner

gejuxt