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*Är. 8«. Mittwoch den 27. April 1881.
Amigk- uni) Amtsblatt für brn Lrris Kirben.
Bureau: E chulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringet l* Durch die Post bezogen viertclzahrlich 2 Marl 50 Pi.
Amtlicher D h e i 1. Bekanntmachung.
Wir bringen nochmal- zur allgemeinen Kenntniß, daß, abgesehen von sehr dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen, die Richter nur MtfftoocM zu sprechen find, Anträge bei den GerichtSschreibereten aber gestellt werden können, jeden Mittwoch und Samstag, Morgen- zwischen 10 und 12 Uhr, an den anderen Wochentagen Nachmittag- zwischen 3 urb 5 Uhr.
Gießen, den 21. April 1881. Großherzogliche- Amtsgericht Gießen.
LangSdorff.
Die tunesische Affaire.
Der Spaziergang nach Tunt- wird dieser Tage in Scene gesetzt werden, wenn nicht ganz außerordentliche Zwischenfälle etntreten. Nach menschlicher Berechnu: g liegen solche außir dem Bereiche ter Möglichkeit. Die stereoiy- ven Schüsse, welche bet solchen Kriegen den Grund zum LoSschlagen abgeben müfieu und von welchen regelmäßig Niemand wtfien w.ll, wer sie abgeseuert hat, find auch schon gefallen. Der Streit, „wer angefangen hat-, wird nun entbrennen, dürfte aber eine ziemlich müßige Sache fein. Von der Insel oder Halbinsel Tabarka wurden auf ein französisch«-Kanonenboot, baß in den tune. Aschen Gewässern umherfuhr, Flinteuschüffe abgefeuert. Man behauptete, eS wär.r. tuinsiiche Soldaten gewesen. Sie dürften, wenn fie wirklich die Schützin waren, mit ihren rostigen Flinten den gepanzerten Wänden des Sanvnenbcot- nchi allzu wehe getpan haben, allein der kostbare casus belli war nun da und die Franzosen werden tho so bald nicht mehr loSlafien. Es wurde eine Expedition ausgerüstet gegen die auf Tabarka liegenden tunesischen Verschanzungei, deren Besetzung so bosbafr ist, mit Flinten auf Kanonenboote zu schießen. Nach den neuesten Mttthetlungen ist Tabarka bombardtrt und von den Franzosen genommen, sowie die algietische Grenze von den franzöfi. schen Truppen überschritten worden. Aber wenn auch diese- AlleS nicht wäre, so würd'N doch die ominösen Schüfie und wa- drum und dran hängt, beweisen, daß der Kampf unvermeidlich ist. In dem berühmten Gesecht von Bronnzell im Jahre 1850 zwischen Bayern und Preußen wurde nur ein Schimmel todtgejchofien und die- Opser verhinderte einen blutigen Kau.pf; daS vor Tabarka beschoffene Kanonenboot wird leit er richt dieselbe friedliche Bedeutung daben, wie der Sckimmel vor Bronnzell.
Müßte man nicht befürchten, daß die tunesische Affaire noch Nachwir. rangen haben und europäische Verwickelungen herbeisühren könne, so wäre es nur zu wünschen, daß die Ursachen der Fäulniß in den tunefi'chen Zuständen durch den Sturz deS Bey beseitigt würden. Es sind schon viele Versuche gemacht worden, Tunis unter europäische und speciell christliche Oberherrschaft zu bringen. Aber selbst der KrtegSzua Karl- V. 1535, bei welchen. Tunis erobert und eine Menge gefangener Christen befreit wurden, konnte TnniS nicht vor dem mohamedanilchen Joch bewahren; schon 1574 fiel es au die Oberhoheit der Pforte. Von da ab wurde jeder Fortschritt, jede Wendmg zum Befiern in Tunis absolut ui möglich. Roch heute ist der fruchibare nördliche Tbeil de- Lande-, einst das Africa propria der Römer fast gänzlich unangebaut ; der Einwohner mit seinen geringen Bedürfnissen sucht sich nur das Allernö'.higste zu beschaffen und im Uebrigen kümmert man sich um Nichts. Da- Volk lebt in ziemlich allgemeiner Stumpfheit dahin und hat daher auch kein Bedürfnlß gefühlt, die liberale Verfaffuug wieder zu verlangen, die der Vorgänger des jetzigen Bey, m löblicher Au-nahme von den übrigen rnoSlerni» rischen Selbstherrschern, im Jahre 1857 einführte. Der gegenwärtige Bey benutzte die erste Gelegenheit, um diese Veriaffung, die u. A. auch Religion-- frecheit enthielt, wieder umzustoßen. ES läßt sich denken, daß der Bry an seinen Umerthanen auch keine besondere Stütze hat; diese Bevölkerung k.nn nur dann in Flammen gesetzt werden, wenn fie für ihren Glauben fanatifin wird. Die Einwohnerschaft von TuniS besteht auS etwa 2 Mill. Menschen, worunter sehr viele Juden und etwa 25 bi- 30,000 Europäer. Die reguläre Armee besteht auS 20,000 Mann und man sagt, eS könnten im Kriege etwa 30.000 Mann irreguläre Reiterei aukefcoien werden. Die Flotte ist elend und besteht au- zwei oder drei KrieaSdampfern mit einem halben Dutzend Geschützen. Selbstverständlich ist a'.-ch die Arrn.rung und Mont'.rung der tunest» Ichen Truppen eine sehr zweifelhafte, und so werden in der Thal die F-an» jofen, wenn sie, wie belchlcffen, die tunesische Stadt Kes zum Mittelpunkt ihrer Operationen machen und von da in drei Heersäulen in da- Land einbringen, baib not Tunis stehen und der Bev wild seine vielgeliebte Residenz den Bardo mit dem «Knaben-Harem, im Stiche laffen müffen. Weniger leicht dürsten die Franzosen mit den wilden Stämmen der Khrum.rs oder beffer Khamirs, die den Anlaß zu diesem Feldzuge gegeben haben, fertig werden. Zwar würden fie den eigentlichen Zweck ihrer Expedition mit der Einnahme von Tunis und der Besetzung her Staaten des Bey erreicht haben, allein die militärische Ebre würde ihnen wahrscheinlich n'.cht gestatten, die Waffen niederzulegen, bis auch die LH'Uwirs besiegt wären. Und das ist nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht. Die -hrumirs ähneln in mancher Beziehuna den Kabylen, die man Anfang- auch unterschätzte und die den Franzosen nachher so viel zu schaffen machten. I» einer Feldschlacht werden sich die Khrumirs nicht entfernt mit den Franzosen messen können, allein fie werden dies auch nicht thun und haben es nach bet
Lage ihre- Lande- auch gar nicht nöthig. DaS Land, da- diese zahlreichen und krieaerischen Stämme bewohnen, ist mit ten hohen und unzugänglichen Gebirgszügen des AtlaS bedeckt, welche unzählige Schlupfwinkel und leicht zu vertheidigende Engpäffe darbieten, (In Terrain sonach, da- für einen hartnäckigen Guerillakrieg wie geschaffen ist. Die KhrumirS haben keine Städte; folglich kann man fie nicht In solcher, belagern und auS dem Niederbrennen ihrer Dörfer, falls eS wirklich dahin kommen tollte, werden sie fich nicht viel machen. Dann wird, wenn die Franzosen in diese Gegenden eindringen, von Denen auch die Geographen nicht viel mehr als die Namen wiffen, sich ein Kampf von FelS zu Fels, von Pfad zu Pfao, so» Paß zu Paß enlspinnen, bei dem schwerlich viel Ruhm, sicherlich aber sehr große Menschenverluste zu holen sind. Die Versorgu g ter Truppen mit Proviant wird eine sehr schwierige sein und man ui b sich erst Wege und Straßen bauen müffen, um nur in daS Innere des Lbrumir-GebieteS zu gelangen. Und was wird der schließ» liche Erfolg (ein ? Eine formelle Oberherrschaft über Stämme, die fich schwer controliren und schwerlich ganz unterwerfe laffen.
Aber die Franzosen hoffen, auS solch einem Kriege eine geschulte Armee zu erhalten und von deren Kriegsersahrung einst in Europa Gebrauch machen zu können. Nun, in Europa dürfte fich denn doch wenig Gelegenheit bieten, die in e nern Sbrumtr-Kriege gemachten Erfahrungen auSzunutzen, denn die europäische Kriegführung hat ganz andere Grundbedingu >gen. Solch ein Gewinn wäre beim koch gar geringfügig, wenn man bedenkt, welche Opfer eti. Krieg mit den Khrumits verschlingen wird. Und ohnehin hat fich die algerisch Schule nicht gerade besonder- bewährt. Man braucht doch nur die Namen Würtb, Sedan und Metz zu nennen, um den Credit der beiden hervorragendsten Repräientanten der afr ktnischen Armee der Herren Mac Mahon und Bazatne sofort bedeutend finken zu laffen. — Unter solchen Umständen ihun die ftanzösischen Generale recht gut daran, wenn fie die Sache mit Besonnen» hett anfafien, ohne fich von dem stets lärmender werdenden Geschrei der Pariser Preffe irre machen zu lasten. Man muß auch bedenken, daß bei diesem Feldzüge noch etwas Anderes auf dew'Spiele steht, als die bloße militärische Ehre, nämlich die Sicherheit und da- Leben der in Tunis ansässigen Europäer. Man weiß, daß in Momenten der Aufregung der fanatische muselmännische Pöbel sich leicht zu blutigen Exceffen hinre ßen läßt. Wer soll dann die Verantwortung tragen? Uno wao nützt eine Verantaortung überhaupt nachträglich ? Ter französische Gesandte kann wohl den Bey für Alle- verantwortlich machen, waS geschirrt aber damit ist dem Be» noch nicht die Macht verliehen, etwaige Greuelthaten abzuwe den, selbst werrn die- sein aufrichtiger Wille wäre, was wohl schwerlich der Fall ist.
Die Dortheile, welche dieser Krieg der französischen Republik bringen kann, nfirben bei unbesonnener Handlungsweise mehr alS doppelt ausgewogen durch die Schäden, die fich ergeben müßten. Einstweilen find noch die Diplomaten an der Arbeit; ober di- Kanonen find auf dem Punkte angekommen, die Diplomaten abzulösen. Möge ein pütueg Geschick diesen Krieg und seine Wirkungen auf Aftika beschränken; die Völker Europas find wahrlich nicht in der Lage, kriegerische Verwickelungen wünschen zu sollen.
telegraphische Depeschen.
Wolff'- ttlegt. EOrrrsponvenz-Vnrrau
Pari-, 25 April. Aus Tunis wird gemeldet, die Regierung des Bey treffe ernste Maßregeln zur Vermeidung jeden Eonfl cieS, die Stadt werde Nachts von stärkeren Patrouillen durchzogen, jeder Araber, der fich nach 9 Uhr Abends r.od> auf der Straße befinde, werde verhaftet, auch sei denselben verboten worden, bewaffnet auszugehen. In den au8 Algier vorliegenden Nach, richten wird e- für nicht unmöglich gehalten, daß vereinzelte Akte des Fang» tismus vorkommen könnten, irgendwelche größere unruhige Bewegung in Algier aber sei nickt zu befürchten.
Madrid, 25. April. Nach einer amtlichen Depesche aus Manilla von gestern hat der Sohn und Nachfolger des verstorbenen Sultans des Sulu- Arch'.pUS die Oberhoheit Spaniens und die bestehenden Verträge anerkannt und fich verpflichtet, jede gegen Spanien gerichtete aufständische Bewegu-g zu ahnden.
Rom, 25. April. Der Papst empfing gestern etwa 5000 Mitglieder der Kathollkenvereine Roms und hob in seiner Ansprache an dieselben hervor, ks sei Pflicht der Katholiken Italiens in den Municipal- und Provinzialräthen den revolutionären Angriffen auf die Religion, die Familie urb die Gesellschaft


