von Haushaltungen beherbergt. In ganz Preußen wurden bei der letzten Volkszählung 5,721,143 Haushaltungen gezählt, sooaß auf 3 Wohnhäuser zwischen 5 und 6 Haushaltungen kommen. Die Gesammtzahl der Haushal- rungen beträgt in den Städten 2 133,964, auf dem Lande 3,587 179.
Die Zahl der Männer betrug am 1. December 1880 13 408,249, die Zahl der Frauen 13,842,880; es leben daher in Preußen etwa 438,000 mehr Frauen als Männer. Immerhin giebt es vier preußische Provinzen, in denen die Zahl der Frauen etwas geringer als diejenige der Männer ist. Dies sind Hannover, wo der Ueberschuß der Männer über die Frauen circa 3000, Schleswig-Holstein, wo dieser Ueberschuß circa 4000, Rheinland, wo dieser Ueberschuß circa 1500 und Westfalen, wo dieser Ueberschuß sogar 30,000 beträgt. Angesichts der großen Zahl der unverheirathet bleibenden Frauen und der Schwierigkeiten, welche sich der Erwerbsfähigkeit derselben noch immer entgegenstellen, muffen diejenigen Landestheile, tn denen die Zahl der um die Frauen werbenden Männer eine verhältnißmäßig große ist, als besonders begünstigt betrachtet werden. Es sind dies tn Hannover die Landdrosteien Osnabrück, Stade und Lüneburg, im Rheinlande sämmtliche Regierungsbezirke mir Ausnahme von Köln und in Westfalen die Regierungsbezirke Münster und Arnsberg.
Lokale-.
Gießen, 26. März. (Sitzung der Stadtverordneten vom 24. ds. Mts.) Anwesend: Herr Bürgermeister B ramm, Hcrrm Beigeordneten Keller und Heß; von Seiten der Stadt- verordnetm die Herren: Batst. Gatt, Grüneberg, Hoch, Hornberger, Kauf, Lü.dektng, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. — Herr Bürgermeister Stamm giebt nach Eröffnung der Versammlung Kennt- niß von einem an den Stadtvorstand gerichteten Dankschreiben des Vereins zur Förderung der SonntagSfeier für das demselben gütigst übertaffene Local im alten Rathhause zur Errtch tung eines Feierabends für Lehrlinge. — Gleichzeitig wird ein Schreiben oes Turnlehrers Rübsamen verlesen, nach welchem Letzterer sein Amt als Verwalter der Turnhalle niederzulegen beabstchttgt. — In einem ferneren Schreiben der Dtrection der Oberhessischen Eisenbahnen zieht dieselbe daS seiner Zett gestellte und auch genehmigte Gesuch um Erlaubniß zur Anlage von Barrieren auf städtischem Eigenthum zurück, indem sie erklärt, daß sie die Bedingungen, unter denen die Anlage qu. Barrieren gestattet worden, nicht etnzugehen gewillt sei. Die Aufstellung von Barrieren wurde nämlich unter dem Vorbehalt des Widerrufs, und im Falle eine etwaige Verlängerung der Universitätsstraße deren Entfernung erheische, genehmigt. Da es im Interesse des Verkehrs liegt, an gen. Stelle größtmöglichste Sicherheitsvorrichtungen anzubrtngen, beschließt die Versammlung, die Angelegenheit an die Baudeputatton zurückzuverweisen. — Eingegangen sind 2 Briefe, in welchen die Vertreter der Stadt Gießen um Unterstützung der Petition an den Reichstag in Betreff des Verfahrens der Straßburger Tabaksmanufactur ersucht werden. Die Versammlung tritt diesem Ersuchen bei und beschließt, auch bet dem Statthalter von Elsaß-Lothrtngen mit der Bitte um Abstellung der durch das Verfahren der Manufactur unterer Stadt drohenden Gefahren vorstellig zu werden, resp. eine diesbezügliche Petition zu unter stützen. — In Betreff des Umbaues tn der Stadtkirche, Errichtung mehrererjSitzreihen auf den Emporen ic., hat die Baudeputation nach geschehener Einsichtnahme erklärt, daß sich die ent stehenden Kosten von 7800 auf 601)0 erniedrigen lasten Dieser Betrag soll in das nächstjährige Budget cingeslelll werden. — Das Stadtbudget wird vom Herrn Bürgermeister der Versammlung vorgelegt und an die Finanz-Deputation verwiesen. — In Folge des Beschluffes, wonach Agenten auswärtiger Spiritus- und Spritfabriken bei der Einfuhr gen. Artikel eine Verwaltungsgebühr von 23 H pro Hektoliter, gleich den übrigen Branntweingroßhändlern, entrichten sollen, haben sich 2 Jnterestenten mit dem Ersuchen an die Versammlung gewandt, diesen Beschluß wieder aufzuheben resp. die gezahlte Gebühr bei der Ausfuhr zurückzuvergüten. Es wird jedoch beschlosten, auf dem früher gefaßten Beschluste zu beharren. — Die Klagen gegen die Ortsarmenvcrbande Grüuiugen (verweigert die Uebernahme einer verarmten Familie), Probbach und Mendorf, Kr. Oberlahn ^wcgen Zahlungsverweigerung von Curkosten) werden genehmigt. — Der Militärverwaltung werden auf diesfallsiges Ersuchen Kgl. Preuß. Kriegs- ministeriums zur Erweiterung der Schtcßstände wettere 16 Aar Gelände überlasten. — Für Trottoirpflasterung in der Bahnhofstraße werden die erforderlichen Kosten im Betrage von 2352 Jü genehmigt. — Dem Ersuchen des Eichamts Girßen um Ueberweisung eines anderen Etchlocals, da das seitherige sich in Folge der steigenden Frequenz als nicht mehr zureichend erweist, wird entsprochen und soll das frühere Pfandlocal als Eichlocal in Verwendung kommen. — Das Gesuch des Weißbinders Karl Euler II. um Belastung eines Treppenbaues auf städtischem Eigenthum wird nicht genehmigt; ein Umtausch von Gelände zwischen der Stadt und Ehriflian Euler II., welcher am Hamm einen Neubau aufführen will, dagegen genehmigt. Dem in Betreff dcs Bauerlaubnißgcsuches des Gärtners Johannes Schaum von der Baudeputation gefaßten Beschluste, daS Gesuch per major» zu befürworten, tritt die Versammlung nicht bet. — Das Gesuch des Schneidermeisters Martin Weiner um Erlaubniß zur Aufführung emeL 3. Stockes mit Mansarden wird nicht befürwortet, da sich fragl. Bauveränderung als Umbau quaiißcirt. — Die übrigen Gesuche von Friedrich Greiner (Neubau an ddr Frankfurter Straße), Metzgermeister Karl Burkhardt (Ladenveränderung). Louis König Wittwe (Erbauung eines Nebengebäudes), Turnlehrer Christoph RÜbfamcn (Anlage einer Veranda), werken befürwortet. — Die Lieferung und Aufstellung der Geräthe für die Turnballe der Mädchenschule wird dem Schreiner Dickhardt in Darmstadt übertragen. — Anläßlich der Überschwemmung
in der Stefansmark wird zum Zwlckr der Ableitung des Masters die Anlegung eines Grabens daselbst genehmigt. In Betreff der Bestellung eineS Curcuoiiums für die Realschule wurden schon feit 1875 Verhandlungen gepflogen, mit einem Beschluß hierüber jedoch getoaiut, uc> die Realschule als solche 1. Ordnung aneikannc sei. Da dies nun geschehen, hat Gr. Bürari- meisterei tn den Städten des Großherzogthums, welche Realschulen ' 1. Ordnung beiden angefragt, ob dort Curatonen bestellt seien. Da dies nur in Offenbach der Fall nt wird beschlosten, von der Bestellung eines Curatortums für die Realschule abzusehen. — J’ut ®r- nehmigung verschiedener Kostendecreturen wird die öffentl. Sitzung geschloffen.
Bervrischrc-.
. ,, Stralsund, 21. März. Em seit 38 Jahren als Privatkasernc benutztes Gebäude in
der schmalen LandeSberrnstraße war mit 50 Soldaten belegt. Gestern Morgen war das
*nL t,c geführt, als unter fürchterlichem Krachen die südliche Hälfte des Gebäudes in sich zusammenstüiztr. Durch die schmale Straße war em Canal gelegt und dabet bafc (gi&nici) »ermaßen gelockert worden, daß die Grundmauer des Hauses ausweichen mußte. So ist eS wohl gekommen, daß das Gewölbe deS mitten durch die Kaserne führenden Thor- weges barst und mit dem ganzen Bauwerk zusammenbrach.
, , “ [e'cllLc zehnjährige Majestät.) Die chinesischen Journale werden viel zu wenig ge-
lesrn. Ein gewlstenhafter Journalist, d-r sich die Mübc nahm, daß Leibjournal des Kaisers aufmerkiam burchzustudiren, stellt folgend» kuriose Berechnungen auf: Der gegenwärtige Regent fuhrt den Namen Quang-su. Er ist im Jahre 1*71 geboren, die Zahl seiner Unterlhanen betragt 3d0 Millionen, also beinahe das Doppelte sämmtlicher Bewobntr Europas. Nun folgt eine mathematische Berechnung: Der Kaiser von China besitzt 9,800,900 Pf-rde 67 020 Kam ec le, 1,200,000 Ochsen, 248,000 Schafe rc. Käme eines Tages dem Kaiser die Idee'all' seine Pferde der Reihe nach zu besingen, würde ihn ferner grok-n Jugend ungeachtet der'Tod ereilen, bevor er das letzte erreicht hätte, da ihre Zahl weit größer ist alS die der gelammten Eavallenepferde Deutschlands und Frankreichs. Unternimmt der Kaiser eine Reise so kann sein Gepäck, wäre es auch noch so bedeutend, nicht hinreichen, all' die Kameele iu beladen Wurde man doch daran gehen, dieselben der Reibe nach aufzustellen, so betrüge der Raum den sie brauchten, die Strecke, die Marseille von Paris trennt. Bezüglich der Ochsen und Rinder hat der kaiserliche Besitzer auch nicht die geringste Hoffnung, sie zu verzehren, und da ihm sein hoher Rang verbietet, selbe zu verkaufen, so dürfte weitaus der größte Theil davon sankt an Altersschwäche dahingehen.
Moskau, 20. März. Vor dem hiesigen Polizeigerichte erschienen vor einigen Tagen ^er kräftige Arbeiter unter der Anklage, einen ihrer Collegen durch 25 Peitschenhiebe miß bandelt zu Haden. Nachdem der Geprügelte, der als Ankläger auftrat, die Art und Weise der Züchtigung ausführlich geschildert, wurden die Angeklagten gefragt, ob sie etwas zu ihrer Recht, fertigung anführen könnten. Dieselben legten darauf dem Richter einen schriftlichen Vertrag üor, den sie vor Kurzem mit ihrem Collegen geschloffen; der Vertrag enthielt die Bestimmung daß, falls sich einer von ihnen betrinken und infolge viffrn die Arbeit versäumen sollte, er von den übrigen mit 25 Peitschenhieben zu bestrafen fei. Kraft dieser Vereinbarung war die Züchtigung vollstreckt worden- Der Richter gab darauf fern Urtheil dahin ab, daß die Bn; geklagten nicht Strafe, sondern Anerkennung verdienten.__________
lieber Blutreinigung und Stoffwechsel.
Die Bedeutung des Blutes für den Bestand deS menschlichen Körper« und die Fortdauer des Lebens ist eine für Jedermann bekannte. Es braucht daher dem Leser kaum erst versichert zu werden, daß alle, auch noch so geringe Veränderungen deS Blutes irgendwie aus die Gesundheit Einfluß haben und sie mehr oder weniger erschüttern. Die Grundstoffe zu diesem Erganzungsmaterial sind natürlich den festen und flüssigen Nahrungsmitteln entnommen, welche der Mensch genießt, die aber zu ihrer Verwendbarkeit besondere Beimischung von Körper- saften erfordern. Den sauren Säften welche der Magen behufs der Verdauung absondert, fällt namentlich die Aufgabe zu, die Fleischspeisen aufzulösen, dagegen dient die Galle zur Vor' bercitung jener Stoffe, welche zur Blut- und Leibeserneuerung dienen; ferner gehören hierzu d" Drüsen des Dünndarmes und Dickoarmes. Die für die Bluterneuerung nöthtgen Stoffe werden aufgesogen, daS andere ausgeschieden, der ganze Proceß ist die Verdauung. Es wird Jedem, wenn er das soeben Gesagte bedenkt, einleuchten, welche Rolle die Verdauung und mit ihr die richtige Zusammensetzung des Blutes für die Gesundheit des Körpers bilden, wie aber auch von einer mangelhaften Verdauung und in Folge dessen auch schlechten Blutdildunq eine sehr große Anzahl von meist sehr langwierigen, die Gesundheit untergrabenden, schließlich zum Siechthum führenden Leiden bervvrgeiufen werden können; Gicht und RbeumatismuS offene Wunden, Pimpeln im Gesicht, Bleichsucht, Trägheit, entstellende und ekelhafte Hautaussrdläae Müdigkeit Der Glieder Unlust, Appetitlosigkeit, Hypochondrie, Hysterie. Hämorrhoiden, Schmerzrn im Magen und den Gedärmen, Verstopfung, Blädungen, Schwindel, Krampf rc. sind alles Erscheinungen, welche von ein und demselben Uiübcl erzeugt werden können und mit dessen Beseitigung auch wieder verschwinden. Nicht genug kann jtdoch gewarnt werden, bei diesen Leiden zu solchen Mitteln zu greifen, deren Wirkung zu scharf und für die Organe schwächend ist,, sondern man wähle ausschließlich solche Arzneimittel, welche den Derdauungsapparat zu größerer Thätigkeit milde anreizen, überflüssige Galle und Schleimabsonderung successioe entfernen, ohne für den Körper schädliche Folgen zu Haden, wie dies z. B. bei den rühmlichst bekannten Apotbcker R. Brandt'« Schweizcipillen in hervorragender Weise der Fall ist. Man findet die von Avvlheker R. Brandt in Schaffbausen (Schweiz) dargestelltcn Schweizervillen in Blechdosen mit 50 Pillen a 1 unb ä 15 Pillen zu 35 H und sind daselbst auch eine Reihe ärztlicher Gutachten über die vortreffliche Wirkung der Pillen zu Jedermanns Einsicht gratis zu erhalten, in Gießen m den Apotheken, Nauheim bei Avothrker Kranz, Friedberg in der Apotheke, Nidda bet Apotheker Braun, Gedern bei Apotheker Moog. Jede ächte Schachtel ist mit einer rothen (Stiquette, worin das Schwe-zerkrcuz und der Namenszug de« Fabrikanten steht, versehen u
Allgemeiner Anzeiger.
Jjl An die verehrten Hansfrnnen!
•sb-Q 1855) Unterzeichnete Firma empfiehlt außer ihren sonstigen gängt- j gen Fabrikaten, welche sämmtlich unter fortlaufender Controle der ver- L--eidigten Chemiker Dr. R. Frühling und Dr. Julius Schulz zu Braunschweig stehen, ganz besonders den
|fi Verbesserten Deutschen Natron-Kaffee
mit französischem Patent.
Die eigenthum! che Präparirung dieses Kaffeeersatzmittels mit 9t<ttron gewährt eine große Ersparntß an Kaffee, da das erstere, dem zugemischt, eine ganz vortreffliche Auslaugung desselben bewirkt, ^5^ abgesehen von den sonstigen wohlschmeckenden und nährenden Eigenschaften ^LL^es ^Durogates. Nicht allein kleineren Haushaltungen, sondern auch Etablissements (Hütel's, Cafä's rc.) kann gedachter Natron- Kaffee auf's B?ste empfohlen werden.
g e ° Derselbe ist in den Spezeretgeschäften zu haben.
Braunschweig.
H. Bartels «fe Söhne Nachf.
*:§ Herzog!. Hoffabrik.
c!ttr«r®e €^<idt emire
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