Nr 73
Zweites glatt.
Sonntag den 27. Mtirz
1881
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Anikigr- u«i> Amtsblatt für hcn fircis liefen.
Turcan : Echulstr-ße B. 1R. Lrschnnl täglt» mit Äuinabme brt Montag». P»e" eirrtdÜHrli* r «ar! 20 Vf. mit Bnngcrlobn.
__________________ Durch die Poft bezogen vlerteijLhriich 2 Mark LO Pj.
Amtlicher Hheil.
_ Gießen, den 22. Februar 1881.
Bekanntmachung.
Dir diesjährigen FrühjahrS-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen, wie folgt, abgehalten werden:
!• Im Bezirke der 1« Compaguie (Gießen).
. „ 1* 3« Gießen am 2. April 1881, Vormittags, im Oswald'schen Gartrn
und »war um 7 „ Uhr für sämmlliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppenth.ile und der Sisaß.Bthörden entlassenen Mann, schäften aller Waffen, um bJ/, Uhr für sämmtliche Wehileuie der Infanterie, um 10 Uyr für sämmiliche Reservisten und Wehrleuie der übriaen Waffen.
Hierzu gehören die Orte: n "
Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, «lein-Llnden, Oppenrod.
. „2‘ 3» Lollar am 4. April 1881, Nachmittags, neben dem neuen Bahnhofsgebäude
und zwar um 12'/, Uhr für sämmiliche Reservisten sowie zur Dtsposilton der Truppenthcile und der Srsaß.Behörden entraffeniii Mannschalten aller Waff.n um 1'/, Ubr für sämmtliche Wehrleuie aller Waffen.
Hierzu gehören die Orte:
«llendorf a. d. Lumda, Alten - Buseck, Bersrod, Beuern, Glimbach, Daubringen mit Hof Heibertshausen, Großen - Buseck, Lollar, Mainzlar Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck.
K ... .. „ . 3* 3u (Srünbrrfl am 5. April 1881, Vormittags, am Bahnhose
und zwar um 8'/, Uhr für sämmiliche Reserviftei-, sowie zur D'spostiion der Truppentheile und der Ersatz. Behörden entlaffenen Mannschaften aller Waffen, um 9'/, Uhr |ut sämmtliche Wehrleute cller Waffen.
Hierzu gehören die Orte:
Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn. Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, VeitSbera und Wirbera Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Winnerod.
11. Im Bezirke der 11. Compagnie (Lieh).
.. „ 1« 3u Hungen am 12. April 1881, Nachmittags 12'/» Uhr, am Friedhöfe.
für ummtliche Reservisten und Wehrleute, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz Behörden entlassenen Mannschasien aller Waffen.
Hierzu gehören die Orte:
Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelsbausen, Rodheim mit Hof Graß. Röthges, Stemheim, Trais-Horloff, Utphe, Villtngen.
2. Zu Lict» am 13. April 1881, Vormittags, am Bahnhofe
und jrrar um 9 Uhr für sämmtl chk Reserosten, sowie zur Disposition otr Truppenthelle und dcr Ersatz. Btyörten enllaffenm Mannschaften aller Waffen, um 10 Uhr für säam.tl chc Wehrleute aller Waffen.
Hierzu gehören die Orte:
Albach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leibgestern, Lich mir Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Hof-Gill, Rieder-Bessingen, Ober-Bessin- gen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.
Es haben aus den gena nten Otten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wobnenden Officiere und Mannschaften des Beurlaubien- stanbek aller Waffen dis De. tsch n Re chs zu erscheinen, welche zur Reserve und Landwehr gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassen find.
Die E'tatz-Reservisten haben nicht zu erschein«!-..
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden.
Die ohne Enischuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen.
Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen, m bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem Beginn der Coutrol-Versammlung Schirme. Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen find. J ran (f,
_______________________ Oberstlieutenant z. D- und Bezirks - Eommandeur.
Die vorläufigen Resultate der deutschen Volkszählung.
Bei der letzten Volkszählung wurden n ch den vorläufigen Zusammenstellungen im ganzen Deutschen Reiche 45,194,172 E nuohner gezählt, wäh- rend die BolkSrählurg dcS JahreS 1875 nur 42,727,372 Einwohner ergeben hatte; mühin ist die Bevölkerung in dem zwischen dm beiden Zählungen I-e- genden Jahrfünft um 2 466 800 Köpfe gewachsen. Die durchschnittliche jähr- liche Be ölkerungszunahme b.trug m der Periode 1875/80 1,12 pEt. der Bevölkerung, währ nd Luft Zunahme in der Per.ode 1871/75 nur 1 pC. ettragen hatte. Zn Preußen wurden am 1. Decea b<r 1880 gezädlt 27,251,067 topfe, während die Bevölkerung am 1. D cember 1875 25,742.404 Köpfe betrug; die Be ö:k-.rung ist m den dazvisch n liegenden 5 Jahren mithin um 1,508,663 Köpfe gewachsen. Der jährliche B völkerunzszuwachs betrug in der Periode 1875/bO 1,14 pSr., in der Periode 1871/75 1,04 pEt.; es war daher in beiden Jahifünften die Bevölkerunzszun ihme in Preußen durchschnittlich etwas größer als im Deutschen Reiche.
Die größte jährliche Bcvölkerung^zunabme in der Periode 1875 — 80 hatte der Staat Hamburg, näm'.ich 3,11 pEt.; an diesen schließt sich der Staat Lübeck mit 2.21 pCr.; dann kommt Bremen mit 1,80 pßr.; Reuß jünger^ Linie mit 1,72 rCt.; R<uß ältere Line m t 1 56 pEt.; das König reich Sachsm mit 1,46 pSt.; L'ppr mit 1,33 pEk.; Braunschweig mit 1,30 pEt.; Schaumburg-L ppe mit 1 28 pC'.; Sachsen Meiningen und Sachse?^- Eoburg-Gotha mit 1,26 pCt.; Sacksen-Altenburg mit 1,23 ptzt.; Hessen m t 1,16 pCr. Die Bevölkerung aller übrigen deuischen Staaten hat sich weniger vermehrt alS das Deutsche Reich durchschnittlich. Ärn wenigst-n nahm die Bevölkerung in Elsaß-Lothr ngen zu, nur um 0,52 pCt. (in der Periode 1871—75 hatte die Bevölkerung der Reichslande wegen der Maffenauswande-
ru'. g nach Frankreich um 29 pEt abgenommen); nicht viel mehr hat Waldeck zugenommen, nämlich nur um 0,65 pEt. jährlich.
In Preußen hat natürlich der Bezirk Berlin am meisten an Bevölkerung gewonnen. Ferner zeichnen sich durch rasches Anwachsen der Bevölkerung die Regierungsbezirke Düsselcorf, Arnsberg. W'-eSbaden, Hannover, Merseburg, Köln. Magdeburg, Bromberg und Münster aus. Die städtische Bevölkerung vermehne sich vorzüglich in B-rlm, Wiesbaden, Stade, Hannover, Arnsberg, Düfftldorf, Köelin. Köln. Merseburg, Münster und BreSlau, die ländliche vorzüglich in ten Bezirken ArnSberg, $okn, Düsseldorf, Trier, Merseburg und Coburg. In den 5 Jahren 1875—80 vermehrte sich die Bevölkerung 'N den preußisch'n Städten um 9 90 pCt., in dm ländlichen Orten um 3,76 pEt. Dies beweist natürlich n cht größere Fruchtbarkeit in den Städten, sondern vielmehr bedeutenden Zuzug aus dem Lande nach be: Stadt.
An Städten wurde bei der letzten Volkszählung in Preußen 1285 gezählt, von denen die grüßte Z;hl (148) aus die Provinz mit der größten Einwohnerzahl, auf Schlestm, kommt. Die nächste größte Zahl von Städten (144) hat di; Provinz Sachsm, obgleich die Provmz in der Einwohnerzahl e st die rierte S'elle einnimmt. An Landgemeinden wurden in Preußen 37,575, an Gtt-benrken 16,256 gezählt; beide wiegen an Zahl in den Provinzen Schlesien, Ostpreußen und Hannover besonders vor.
Die Z^hl der Wohnhäuser bettua am 1. December in Preußen 3,111,053. Die größte Zihl hiervon, nämlich 564,952, entfällt aus das Rheinland, während auf Schlesien nur 436,173 Wohnhäuser kommen. Da Schlesien 905,772 Hauchiltu^gen beherbergt, daS Rheinland aber nur 828,902, so geht hieraus hervor, daß die Wohnungsoerhältnisse in der Rheinprovinz bedeutend günstiger find als in Schlesien, indem in jener Provinz jedes Haus eine geringere Zahl


