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Nr 170. Dienstag den 26. Juli 1881
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Aiskigk- nah Amtsblatt fnr bkn Kreis Gieße«.
........ . _ . _ . - __ . e Drei! viertel jährlich 2 Warf 20 Pf. mit Vrmgerlohn. »wwl: Schulstraß« K 18. Erscheint täglich mit Ausnahme bei •Rontagb. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Warf öü Pf.
Des Teufels Lockspeise.
Der berühmte amerikanische Novellist Bret Harte schildert in einem stirer hübschen calisorntschen Märchen wie der Teufel, nach Menschtn angelnd, einen dicken Börsenmann fing, wie dieser um den Piris seiner Freilassung versprach, de» besten Köder zu schaffen und wie der Tcufel selbst aus den neuen Köder anbtß und sich so von deffen Vorzüglichkeit überzeugte. Dieser Köder aber war ein Gründungsprospekt. — Daß der Teufel, seitdem er im Besitze dieses Köder- ist, ®rü mehr arme Seelen säugt, denn früher, braucht nicht erst deS Breiteren auS-inander gesetzt zu werden. — In der That liegt in diesen Gründung-Prospekten etwas Dämonische-; eS ist der Glanz des GoldeS, der au- den fetten Ziffern aus dem Papier sunkelt. Und doch hat man es hier nur mit einer PhantaSmagorie zu thun, auf welche häufig eine sehr Ut.ange» nehme Enttäuschung und Ernüchterung erfolgt. Wann wird endlich sich das Publikum daran gewöhnen, fiktive Werthe nicht mit wirklichen zu verwechseln und Stücke Papier, mögen sie auch roch so schön und roch so bunt bemalt sein, sür dos anzusehen, was sie sind, rämlich für übertriebene Darstellungen fiktiver Wtrthe. Dabet haben wir natürlich nur eine gewisse Kategorie von Unternehmungen im Sinn; wir gehören nicht zu jenen Fanatikern, welche alle Äcttenunternehmungen sür schädlich erklären. Im Gegentheil giebt es eine Menge Aktiengesellschaften, deren Verdienste um Bildung, um Verkehr, Handel und Wandel sehr groß sind und denen man eS von Herzen gönnen darf, wenn sich ihre Tbätigkert auch in klingender Münze lohnt. — Was aber jeder Freund deS VolkswohlS entschieden bekämpfen muß, da- ist jene Spekulation, wrlche überall da emporichteßt, wo die GeschäftSconjuncturen sich einigermaßen zu beffern scheinen, jene Spekulation, welche nicht nur größere Kapitalien in ihren tollen Wirbel reißt, sondern auch den Handwerker, den Arbeiter, den Dienstboten veranlaßt, seine Ersparniffe in den großen Schlauch zu werfen, der so viel schon verschlungen hat. Da ist es deS Teufels Lock« speise, der Gründung-Prospekt, auf welche sie anbetßen in der Hoffnung, daß ihre Eparpfenn'ge ans Silber goldene Heckpfennige werden. Und so ost schon der Verlust, die Reue, die Wuth und die Thränen hinterher gekommen, e- finden fich immer wieder Opfer, welche aus den alten Kü^er beißen, denn — eine gewisse Kategorie von bcdauernSwerthen Menschenkindern wird eben nicht alle.
Die Spekulation an und sür sich ist weder gesährlich noch verderblich, so lange sie den Boden der reellen Werthe nicht verläßt, sie wird erst gefährlich, wenn sie zu ihrer Bast- nur fiktive Werthe hat. Wenn deshalb in unseren Tagen, in diesem Moment die Spekulation einen großen Umfang an« nimmt, so muß sie ungesund sein. Das Kapital hat fich vor der Unsicherheit der wirthschastlichen Verhältnisse zurückgezogen, um eS anzulocken, wiid mit fiktiven Werthen operirt. — Man sprach in diesen Tagen auch viel von einem wirthschastlichen Aufschwung, der tm Gange fein soll und den die Herrin Schutzzöllner natürlich der chinefischen Mauer an Schutzzöllen, die da- deutsche Re'ch einzäunt, zuschreiben. Es mag in einigen Geschäftszweigen ein ephemerer Anfiug von Bcfferung vorhanden sein, im Ganzen aber haben sich nur die Preise der nothwendigsten Lebensrnittel „aufgeschwungen", ein Auf« schwung. den die officösen Blätter vergebens zu leugnen versuchen. Wo aber irgend eine geringere Besserung Platz greifen wollte, da hat sich sofort die Spekulation eingestellt. Die Situation ist gerade, wie wenn nach einer Mißernte das Feld voll junger Saat steht und sich ein Heuschreckenschwarm auf dieselbe stürzt und sie binnen kurzer Frist vernichtet. Da bleibt denn auch gar nichts übrig und die allgemeine Lage ist trauriger, denn zuvor; die Einzigen, welche dabn etwas profitirt haben, sind die Heuschrecken. Der erhabene Beruf, Heuschrecken zu ernähren, wird aber dem Bauer nicht zusagen und ebensowenig sollte es dem Handwerker, dem Arbeiter, dem Bauer und dem Dienstboten zusagen, ihre kleinen Kapitalien für Spekulationen hinrugeben, von denen Niemand weiß, ob und wie sie enden werden. — Im April, Mai und Juni d. I sind über ein Viertel Hundert großer Gesellschaften und Actienunternehmungen gegründet worden, die mit nahezu 100 Millionen Aktienkapital auf dem Markte erscheinen. Wir wollen run gar nicht bestreiten, daß ganz reelle und vertrauenswürdige Unternehmungen darunter find ; allein im Ganzen beweist diese Erscheinung doch, daß wieder daS Gründungsficber grasfirt und daß die Spekulation sich rüstet, den Rahm deS kärglichen Aufschwung- abzuschöpfen, der fich vorübergehend in einigen Branchen deS Geschäft- gezeigt hat.
So wird für den eigentlichen Handwerker-, Arbeiter- oder Bauernstand, für die kleine Geschäftswelt, die eines Aufschwünge- so dringend bedarf, Nichtübrig bleiben, sondern die Spekulation wird Alles aussaugen und da- Handwerk, die Arbeit, die Landwirthschaft werden leer au-geheu; wenn auch ein gut Theil der reu gegründeten Gesellschaften wirklich reusfirt, trenn dadurch dem Ganzen Dienste geleistet werden, so ist doch nicht zu verkennen, daß die Verhältniffe sehr ungünstige find und daß nur ein sehr kleiner Theil dieser neuen Unternehmungen das erreichen wird, was im Prospekt versprochen ist. — Statt rüstiger, tüchtiger Arbeit, um vorwärts zu kommen und seste Bahnen für die Neuentwicklung unsere- wirthschastlichen Lebens berzustellen, scheint es un- beschieden zu sein, bei der geringsten Regung zur Bcfferung immer wieder der Spekulation zur Beute zu fallen. Das ist eine traurige Thatsache und verschließt noch auf längere Zeit den Weg zur wirk.ichen Besserung der Wirth« schastlichen Lage. Die Spekulation — und in diesem Falle ist sie Ueberspecu-
lat on — kann niemals die Wunden de- wirthschastlichen Lebet s h'ilen; sie kann dieselben nur weiter aufre ßen. ES muß sich wieder eine gesuntere wirth- schaftliche BasiS bilden, wenn den ungesunden Spekulationen Widerstand geleistet werden soll; im anderen Fall werden wir daS Ue6d so leicht nicht lo- werden. Und man sollte doch meinen, cs sei doch an der Zeit, daß alle fltt- ltchen und ökonomischen Kräfte sich vereinigten, um eine festere und solidere Gcstaltung deS WittlschaftSlebe, S herbeizusühren. So lange aber die Spekulation wie ein Mehlthau auf jeden, wenn auch noch geringen Aufschwung fällt, ist an eine Beffcruna nicht zu denken. (Noff. Volksztg.)
Deutschland.
Darmstadt, 23. Juli. Seine Königliche Hoheit der Grohherzcg, S. K. H. der Erbgroßherzoz unb die Prinzesfinnen-Töchter besuchten mit dem Prinzen Leopold, Herzog von Albaey von Mönchbruch aus daS Bivouac, welches daS Pionter-Bataillon Nr. 11 in dem naheliegenden Wald bezogen hatte; von da aus wurden die verschiedenen Arbeiten besichtigt, welche so guten Eindruck machten, daß von den Allerhöchsten Henschasten vielfache Anerkennung ailSgesprochen wurde. Am Abetd kehrten Allerhöchstdieselben nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück.
Friedberg, 22. Juli. In der am Sonntag den 17. Juli auf dem Selzerdrunnen bei Großkai ben abgehaltenen °Vertrauensmänner-Versammluk g der m unserem Knise n.eugcgrü'detrn deutschen Fortschtittkpartei (Vorsitzender Kaufmann Karl Trapp von Fiiedberg) wurde mit 37 St.mmen, d. i. einstimmig beschlossen, die Reichstags.Eandidatar für den zweiten oberheffifchkN Wahlkreis Herrn Profcffor Dr. Ludwig Büchner in Darmstadt anzutragen und ein betreffende- Telegramm an denselben gelichtet. Leiter hat derselbe mit Rücksicht auf seine persönlichen Vcrhältn'ffe ableht end geantwortet unb an seiner Stelle Dr. med. G. Krauß in Darmstadt in Vorschlag gebracht, tr;xüber die Sonntag ben 31. Juli stattfindende Vertrauensmänner-Versammlurg zu entscheiden haben wird. (Fr- Journ.)
Berlin, 21. Juli. Ein „Arbeitsloser" richtet an die „Volkszeitung" eine Zuschrift. deren Inhalt nicht nur für Berlin, sondern gegenwärtig für alle Gegenden unseres deutschen Vaterlandes zutreffend ist. Es heißt darin: In Nr. 163 erklärt ein Arbeiter (Buchdinder), daß der Lohn zwischen 6 bis 11 JL oariirt und der vierte Theil der hier anwesenden 1600—2000 Gehilfen obenein arbeitslos ist. ES soll nicht Sache der Erörterung sein, aus welchem Grunde der niedrige Lohn, event. die Arbeitslosigkeit resultirt (davon später), cs soll hier nur die Frage gestellt werden: „Was fängt der arbeitslose Buchbinder an?" An Arbeit in anderen Fächern, selbst als Taa- löhncr bei der Eanaltsation, ist absolut nicht zu denken, denn mit ihm sind Tausende aller Branchen arbeitslos und jede durch Krankheit ober Unglück eintretende Vaca, z sofort mit fachgcwandtcn Bewerbern besetzt, es bleibt ihm also nichts anderes Übrig — falls er unverheirathet — als auf die Wanderschaft zu gehen.
,Wcm Gott will seine Wunder weisen,
Den schicket er hinaus auf Reisen" *
und wahrhaftig Wunder genug kann man erleben! So lange der Arbeiter auch nur noch ein Stück versetzen oder verkaufen kann, hält er sich in Berlin auf und hofft auf Arbeit; er ft wenn er partout nichts mehr hat, greift er zum Wanderstab--denn
draußen sind die A. Ssichten noch womöglich trostloser als hier! In keiner Hand was, steht der Bursche draußen auf der Landstraße — was thun? Arbeit ist nicht! Stehlen darf er nicht und betteln soll er nicht Was thun? — Hunger thut weh und er wählt von zwei liebeln das kleinste und geht — „fechten". Ehe er noch die 5 H zum Nachtlager ober ein Stück Brod von mitleidigen Seelen erhalten hat, hat ihn indeß bereits das Auge des Gesetzes entdeckt und -- er wird eingesperrt. Nachdem er feine 3—5 Tage „wegen Betteln" abgesefsen und ihm die Polizei dies auch dienstbeflissen m feinen Papieren vermerkt hat, kann er wieder gehen. — Er steht jetzt ebenso rathlos auf der Straße wie vorher und um nicht zu verhungern, muß er nothgedrungen wieder „fechten" gehen. Wer Gluck hat, wird gleich an der ersten Thür wieder abgefaßt und arretirt. „Aha, Bursche, also schon einmal wegen Fechten bestraft? Scheint ja ein sauberer Patton zu sein. Na, wir wollen ihm das Handwerk schon legen." Diesmal gibt'S mindestens 14 Tage bis 3 Wochen .Knast" und dann — steht der Bursche abermals auf demselben Fleck wie am ersten Tage seiner Wanderschaft. Wir fragen bloS um Gotteswillen: „Wozu hat man denn den Menschen eingefperrt ?* Wird er -um dritten Male abgefaßt, so kommt er ohne Gnade 6 Monate in ein CorrectionshauS und hat hier endlich Gelegenheit, in seinem Fach iu arbeiten, denn welches Zuchthaus verträte wobl nicht alle Gewerke? Nach adgebüßter ©träfe (blos weil er nicht freiwillig verhungern wollte ober konnte) ist ihm «unmehr jede A»ssicht auf Arbeit genommen unb — bet Vagabond und schließlich Verbrecher ist fertig! — Wissen vielleicht die Herren, die eben die Arbeiter für ihre Zwecke ködern wollen, hierfür Abhilfe?
Dresden, 24. Juli. Der König hat heute Nachmittag seine Reise nach Sübbeutschlanb angetreten.
Hesterreich.
Gastein, 23. Juli. Se. Majestät der Kaiser, der fich fortgesetzt wohl befindet, machte heute nach dem Bade einen Spaziergang. Gestern wurden Spaziergang und Ausfahrt durch einen Gewitterregen unterbrochen.
KranLreich.
Pari-, 23. Juli. Der französische Admiral in Sfa; unterhandelt gegenwärtig mit den Führern der dortigen Eingeseffer.en, welche sich welsoch weigern, die Stadt wieder zu betr ten, aus Furcht vor dort befindlichen Insurgenten. Solche werden fortgesetzt in Kellern versteckt aufgesunten.
— Die Neuwahlen für die Deputirterkammer werden, wie es heißt, auf den 21. August anberaumt werden. — Die Veredlungen mit der englischen Regierung über den neuen Handelsvertrag sollen, wie verlautet, im Monat September fortgesetzt werden. — Im heutigen Ministerrathe mitgethe'lte Br- | richte bestätigen, der „Agence Havas" zufolge, die Nachrichten von der in


