Ausgabe 
26.6.1881 Zweites Blatt
 
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in 10 Jahren: in IS Jahren:

wir denn

So wollen

2.

3-

4.

M- 28.92

58.16

116.58

292.76

M- 48.18

97.-

194.43

488-24

zu 48 Wocheneinlagen gerechnet: in S Jahren:

Fischbach, Seltersweq Nr. 183.

Kurz, Neustadt Nr. 191.

H. Schreiber & E- Sack, in Firma: Carl Hensel, Wallthorstraße Nr. 228-

M- 13.06

26.24

52.61

132.08

bis 1. April, Erwachsene sowohl als Äüiöcr Ersparnisse von 5 Pfennigen an einlegen können.

Wie sich die Sparpfennige vermehren, ergibt folgende summarische Berechnung. Wöchentliche Einlagen betragen mit den erwachsenden Zinsen, das Jahr nur

in 20 Jahren: M. 71.68, 144.20, 289.16, 726.08.

von 3 Pfennigen:

io

20

30

_________ hoffen, daß unsere Mitbürger von diesen neuen Einrich­tungen recht eifrigen Gebrauch machen. Wir sind überzeugt, daß die Pfennig-Spar­kassen den Zweck erfüllen, wozu sie errichtet werden: recht Vielen die Bahn zum Vor- wärtskommen im Leben, zu Wohlhabenheit und Zufriedenbeit zu eröffnen, recht Viele durch kleinen Anfang zu Menschen zu machen, welche sich selbst beherrschen können und dadurch wahrhaft selbstständig, ftei und glücklich werden.

Die Psennigspsrkasten in Gieße».

Alter Spruch:

Wer den Pfennig nicht will achten, Wird umsonst nach Thalern trachten.

Verständige Arbeit wird uns vorwärts bringen zu Wohlstand und Zufriedenheit, wenn zum Fleiß, welcher erwirbt, sich die Sparsamkeit gesellt,, welche erhalt.

Di- Sparsamkeit bewahrt uns in schlimmen Tagen vor Hunger und Elend, vor der Noth, welche unseren Besitz in di- Hände der Pfandl-iher und Wucherer li-scrt, welche zum Betteln und »st zum Verbrechen stzhrt; d,e SparMmkett macht uns sahig, in der Noth uns selbst zu Helsen, und damit macht st- uns zu wayrhast unabhängigen Mensch«,^ g (am£ejt roitb auch überaus reich belohnt, nicht nur durch das wachsende Kapital, sondern auch durch das wachsend- Ansehen des Sparsamen, durch das öffentliche Vertrauen, welches sich ihm zuwendet. Die beffercn Stellen, der hoh-r- V-rdienst fallen ihm zuerst zu, weil man .hm vertraut, weil d>- Ersahrung lehrt, daß d-r Sparsam-Gewalt über sich selbst hat, da« er mäßig und ehrlich ,st daß er nichts thun wird, was seinen guten Namen, seine Zukunft schädigen konnte. Der Sparsame wird sür diese besser- Zukunft auch von Tag zu Tag befähigter; denn er kann z. B-, wo es Noth thut, besseres Werkzeug anschaffcn, eine kleine Caution stellen oder sich besser Hetbcn.^ bem sparsamen meistens d-r wohlstehende, angesehene Mann, in dessen Familie Ordnungsliebe, Ehrenhaftigkeit und alle Tugenden erblich werden, zum Segen der Gemeinde und des Landes, welche solche Burger besitzen.

8 Aber diese uns im Leben schützend- und beglückend- Tugend der Sparsamkeit ist nicht leicht; d-r erste Ents-bluß, sich -m- Ausgabe zu versagen um zu sparen, ist unendlich schwer, besonders wo die Einnahmen gering und die Bedursmsse oder die Verlockung zum Vergnügen groß sind. _ . , _

Namentlich den jungen Mannern muß deßhalb der erste Entschluß zum Sparen erleichtert werden durch möglichst bequeme Gelegenheit, von dem erhaltenen Arbeits­lohn- sogleich etwas der sicheren Sparkasse anzuvertrauen.

<Vn die hiesige Spar- und L-ihkass- kann als kleinst- Einlage Eine Mark und 70 Ps eingelegt werden; bei geringen Einnahmen kann aber das Sparen meistens nicht mit Mark, es muß mit Pfennigen angefangen werden

Der erst- Entschluß zum Sparen mutz also weiter erleichtert werden durch Ein­richtung von Sparkassen sür kleinst- Beträge. .

Wir wollen deßhalb au verschiedenen Punkten der Stadt Pfennig-Sparkassen errichten, in welche an jedem Samstag Abend, und zwar von 6 bis 8 Uhr in der Zeit vom 1. April bis 1. October, und von b bis 7 Uhr ,n der Zeit vom 1. October

Wir sehen hieraus, wie rasch mit den Zinsen die Ersparnisse wachsen, und wie leicht es ist, für die eigene Zukunft, für Nolhfälle und für Konfirmation, Lehrzeit und Ausstattung der Kinder durch kleine wöchentliche Ersparnisse vorzuforgen.

Die Pfennig-Sparkassen nchmen Einlagen in beliebigen, von 5 zu 5 Pfennigen aufsteigenden Beträgen bis zu 95 Pfennigen an, ertheilen darüber unentgeltlich Quit­tungsbüchlein und fchreiben die Einlagen in ein Tagebuch.

Die Gesammteinnahme jedes Zahltages w,rd im Tagebuch addirt, von dem Beamten der Pfennig-Sparkasse unterschrieben, der Betrag an die hiesige Spar- und Leihkasfe als Einlage der betr. Sparstation emgczahlt und dort quittirr. Baare Rück­zahlungen können die Pfennigsparstationen von der Spar- und Leihkasse nicht ver­langen.

Sobald die Einlage eines Pfennigsparbüchleins 1 Mark und 70 Pf. erreicht, wird sie in der Spar- und Leihkasse auf den Namen des Einlegers eingetragen und verzinst. Ein Schuldschein der Spar- und Leihkasse wird durch Vermittlung der be­treffenden Pfennigsparstation dem Einleger behändigt, welcher also in den Stand gesetzt wird, seine Einlagen stets selbst zu überwachen.

Die Pfennig-Sparkassen leisten keine Rückzahlungen, wohl aber die Spar- und Leihkasse; soll also eine Pfennigemlage zurückgenommen werden, so hat der Einleger oder dessen Erben die Einlage bis zu 1 Mark und 70 Pf. zu vervollständigen, dann wird sie in die Spar- und Leihkasse eingelegt und kann von dort zurückgenommen werden.

Ein Kuratorium von fünf Personen, deren eine Mitglied des Vorstandes der Spar» und Leihkasse sein soll, wird mit der Oberleitung der Pfennigsparkassen betraut.

Alle Stellen der Beamten der Pfennigsparkassen sind Ehrenämter, und wir dürfen es für einen wichtigen Fortschritt, für einen werthvollen Gewinn der Menschen­liebe halten, daß eine stets wachsende Zahl der besten Einwohner unserer Siadt ver­anlaßt wird, sich mit persönlicher Arbeit um die Verbesserung der Lage ihrer Mit­bürger zu bemühen-

Der Geschäftsbetrieb der Pfennigsparkaffen wird am

Vogt, Stadtverordneter.

Fresenius, Polizei-Kommissär.

Lyncker, Rentamtmann.

Schlosser, Pfarrer.

Schmidt, Unioersitätsrentamtnrann.

.-sagt fei, d-r Jablikherr müsse Vorkehrungen treffen, daß ihm nichts entgeh-, so v-r- ,-- das gegen die toatsächllche Möglichkeit. Das Reichsgericht beschließt Au,Hebung des freisprechenden Erkenntnisses und Zurückverweisung der Sache an die vorige In­stand Der Senat nimmt an, daß ein Arbeitgeber, ein Fabrikbesitzer wegen der U-bertretung der hier in Frage stehenden Vorschriften der Gewerbeordnung nur dann rur Strafe gezogen werden könne, wenn ihm eine strafrechtliche Verschuldung zur Last falle- allein das Gericht nimmt ferner an, daß das Landgericht, indem es den Ange­klagten aus Grund der Feststellungen sreisprach und ihm nicht einmal eine Fohrlafffg- keit zur Last legte, von einem zu beschränkten Begriff der Fahrla,sigk-it ausgegangen ist. Es wurde sestgestellt, daß der Angeklagte Anordnungen in der Richtung der Be­folgung dieser polizeilichen Vorschristen an seine Bediensteten erlassen habe, sogar v-r- charst durch Androhung von Strusen; allein hiermit erschöpft sich die pflichtgemäße Sorge sür einen Fabrikherrn nicht, er hat auch das ©einige ju thun damit solche ge- troffen« Anordnungen wirklich vollzogen werden. Es kann ihm eine Culpa (Fahrl-nsig- teiH in der Beaussi chtigung, es kann ihm eine Culpa in der Auswahl feiner Bediensteten zur Last sollen. In dieser Richtung hin haben sich nun die landgericht- lichen Erwägungen nicht bewegt und ist deßhalb dos Urthetl au,gehoben worden.

Samstag den 2. Juli l. I. eröffnet und find vorläufig bei den nachstehenden Herren Pfennigsparstationen errichtet:

Station 1. Herr Kaufmann Sch 0 pbach, Neue- Bäue Nr. 80.

Allg

em e i n er

Anzeiger.

Qeffentliche Impfung.

Die diesjährige öffentliche Impfung wird Mittwoch den 29. d. M., Nachmittags 3 Uhr, tm alten Rathhaus abgehalten werden, und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen muffen, 8 Tage später.

Jmpfpflichtig tm laufenden Jahre sind die tm Jahre 1880 geborenen Ktnder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, die erst in 1881 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft.

Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieses Termins ein, mit dem Bemerken, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeldlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eigene Kosten die Impfung vornehmen laffen.

Kinder, deren Zurückstellung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können In dem Termin gleichfalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden.

Gießen, den 15. Juni 1881.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

4179) A. Bramm.

flrüeitoergeöuiifl.

Die zu verschiedenen Herstellungen in der evang. Stadtkirche in Gießen erforderliche H

Maurerarbeit, veranschl. zu 208 55

Zimmerarbeit, 666 80

Schreinerarbeit, 2702 30

Schlofferarbett, 194

Weißbinderarbeit, 728 60

sollen im öffentlichen Submissions- Verfahren vergeben werden. Die dies­bezüglichen Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen bei Kirchendiener Herrn Knoll dahier von Montag den 27. bis Donnerstag den 3 0. Juni d. I., Vormittags von 10 bis 12 Uhr und Nachmittags von 1 bis 3 Uhr zur Einsicht offen. Die Offerten sind bis zum 30. Juni d. I., längstens Abends 6 Uhr, versiegelt mit der AufschriftSubmission auf die innere Herstellung der evang. Stadtkirche Gießen" franco eben dahin abzuzeben.

Gießen, am 24. Juni 1881.

Der evangelische Kirchenvorstand: 4296) Dr. Naumann, Pfarrer.

Dienstag den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden tm Oswald'scheu Garten 60 Stück gute Bodenbalken, 7 Mir. lang, verschiedenes Bauholz, Thüren, Fenster :c. gegen gleich baire Zahlung versteigert.

4271) I. Wacker.

Feilgebotenes.

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