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Nr. »4.

Dienstag den 26. April

1881.

al-Mustrit

Erscheint täglich mit LuSnahme be* Montags.

«Bureau: ediulftrnfe B. 18.

Preis viertel iLhrlich 2 Mart 20 Pf mit vringerlok

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pu

Gießener Wmiger

Anicizk- unb XnitsMatt fit b?n Kreis Gießen.

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Aesterreich.

Wien, 22. Lpii'. Fürst Al'^rder von Bulgarien wurde heute Mittag vcn ttm Ka-ser in Privataud evz empfangen; später erw-.ederte der Kaiser den Besuch des Fürsten.

Wien, 23. Aprl. DerPol.t. Scmfp.* zufolge bat rt das russische C rcular, be i. die Maßregeln gegen politische Mordansch!äge vom 12. d. M. Dasselbe knüpft an zahlreiche Sunbaeburgen anläßlich deS l tzten Ä rentals an, wclLe \u der U berz ugung von der Nothwendizkeit der Bekämpfung der soc ahn Gefahr führten, von welcher Rußland nicht allein bedroht sei. Indem Rußland eine Confer nz in Anregung bringe, wünsche es, gemeinsam mit b<n Mäcd'-n Mtt'el zu finden, welche jenem Nebel abbelfen könnten. ohne das souveräne Gesetzaebu' gsiecht der Sir Maaten zu beeinlrLchtig'N. Emen Bvr- schlag betreffs Ze.t und Ort der Eonsererz enthalt das Circular nicht.

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Deutschland.

Darmstadt, 23. April. Seine Königliche Hoheit der Großberzog besuchten im Kaule deS gestrigen Tages bte im Surfürstl-chen Schlöffe zu Mainz veranstaltete AuLst llung von Plänen zur Erbauung emer stehenden Brücke über den R.tin bei Mainz. Der Großh. Oberbauralh Schäffer hatte die Sbre, Sr. König!. Hoben bei der Besicht gung als Führer zu dienen und Allerhöchstcemselben die Preisrichter vorzustellen.

Darmstadt, 23 April. Prinz Al xander von Heffen begiebt sich morgen nach Braunschweia. um dem Herzog zu besinn Regierungs-Jubiläum die Glücka ünsche des Gioßherzog« zu übeibrmgen.

Mainz Der mttcb bemfdx Fadrikanlcnvere n hat an den Reichstag eine VeMion. betr<ft<nb da» Arbeiter Unfabvcrsichcruna-gcsetz, gerichtet, welche uls em den Mieten bio ('Aeiehcntivuifd durchaus evohlwoliendeS und aus fncbocrflänbiwltcn Jtieilen nammenbe« ll.tbctl soraiam. Beachtung d i bient. In der Petition dctßt ctz: .Ter Bet ein hält den ooilieflcnben ükk&er.tmuif, reffen Inhalt feinen ktt einer längten Aeib von Iadren ausaeipiochenen Ansichtcn nn .'Mgemeinen durchaus lontoim .U, lüi emen bedeutsamen Ioilschiitt auf dein Wege geswider loc.alcr Reform. Da« auf unr.chligei jm Mischer ^lundlage auigedaute Haftpflichigeiep, welche« bcm iliibeiter nur für den klonen Zbcil der Haftpflicht gen jaUc «me ^'^<has>gung gebracht hat scheint Uli» < ner .'ldändki M g dringend beküisl g und eine >LicherstrUung der Arbeiter für alle UniäUe b i b.r gew'rVSmäß gen Arbeit nöldig zu fein Indem wir zu dem Eniwuife .m Stoßen und Warnen untere unbebinate 3u|timniun0 oueiprcdjer, ydthn mir an bie oaieilänb iche Dolksveriietung das dringendc lrrsuchen oorbebalthd) gebotener Jknteiunaeu ini ffmtdnen, tu von der RcichSicgicrung beabsichtigten wobllhätigen Refoiui de oc>fassungsinüßige Zuitimmung .richt zu versagen. Wahrhe tsaemäß con- Saturn w;i jie.. et, daß in unterer 6egend und m unteren Äielfen Lendenz und 1t,sich: des o' len niwur's. den Arbeiter und seine Angehörig n gegen d.e Folgen von ÜnfflUcn bi d i A.deft durch obl yatoufdK Bersicherung ft et er tu stellen, aUoemeine Zustimmung hüben und tnr Zwing zur Versicherung, der e-ne Lohltbat zur Folge, ebenso wie d e W ü"du g einer BeisicherungSanstalt durch bu« Reich für zweckmäßig, rejp notdwenb g eracht.t wo:d<n Iic deutjchi Haftpfl chtgesitzg bung hat 'hrcn ^weck auf HerneUung :<ii re. Beziehungen p,lieben «intern un* Ärbettflebern emzinvukenn k incr B jicdung erreicht und erichemt die trinsühiung e^ner obligaior.scheu ÜMau i'?fiA<ua «I» a .llcÄ' »er ,.m 8e. j.b njall. »er bette w d furjette Weg jur AdhüUe d r Mängel dieser Haiipstichtg.s pgctung, testen ^/^^"Slc'chz-"^ durch die^Sicheiung 'ür alle Unfälle di.s Poos d -3 veiimglücktiN «ibeiter» wesentlich besser und güi si'gcr gestaltet, wenn auch für den veihairn birayig febr fl nen X^rrl ber dasivsichuaeii Fälle eine R.duction bei Vrzüg- ein tuten wud.' Im «'nxlnen macht oann ba mrttclrbc.nische Fabiikanteuoeiein um R.ibe von Abändeiungsvor,chläg n, von den n Wil al*> d'e w cht gsten hervorbebrn: E« soll n auch de we dl ch.n Arbeiter m! ^"-«-ets.tde.ung beringe»-«.» wetben (H tollen »war oll. üibe.ter unb Unterb.üunen bir tu einem l>m(ou m n von 2UIMJ JL -.tttch.ru»,«»>» cht g, bte Uber äxt Ta lobnien iebodt nut m.t biei.m tiu.r.mm.n »ut Betsicheturg ber-n,Ujt«hen fJJi .M>, bei @:nd>lui.» einer Unj«ll°erstch<rungbk-Iie burch ba« mtJn

ieber «'liebun, eu.o.rflüt.ben. tmr bollen biete Gr tut tun« io« .r tur notbmenb., Xie elbe etteb.n t uu« alb eine logisch.- S°l«r » 4 ..»Iteotbiut.n «eistcherun«S!t-ongiS »o ber Ltöot welcher »rringt. oud> eine absolut fidjeie Gelegenheit ,ur iseiolgung brr ootbulibenen Zw.» ««--ttchrisl «eben n u, »l» eine lotete absolut tttSete Äa|(e kann nur diejenige angisebci' wcid.n welche un! r Peiwaltung, Am sicht uiid Äarani.e der AUmmernbeit siebt Richtvdcnoweniger lngt kein V)'unb vor, diese Reichsansia.t zu monopol.sirtn und diePrisaUbätigke.t aus diesem C^bicte n.dn ferner I« »«, briiD m t einem dersn ch .u defert gen. Wir d.ankragen drßhalb, von der L'er- -Nichimt. mm yimut tut UnioU=«eifid>erun««raiie out Untio« bei Urtern.btnet«

Zft . »Ä«er"oriu»B nn -imt- b.« Mtfij" «Äi«l* Höbe in anderer W ie «.-n-äbrlnftet wild, vorüber, ob »lese »ewihrInstnng -a Ite,t, kN» bei »AunbiSraib ui befinbai. ,\ciner w rd eine Ausdehnung d s Gesetz s ^uL auf d:e li-.idwirtd chattlichen Arbeiter bei maschinellem betrieb, auf den Bmnen'ch ks- iadn^detiied nut Ta pf und die nicht in sichrndin We.knallen defchanigten Eisen ch! -. dediensieten, fow e alle bei der AuS,übiu, g von^Hauken dc,chatt, t.n ^beiter drsui- wortet. Hinsichtlich der wichtigsten von alhn in ^etiacht komm^bcn ^.agen heißt tS. ißir vermögen eS in ke ner Lene zu d Urgen, daß das Reich, der Part kularttaat, d e Piornni. der Landarmeuveidand oder die Eommune mttzablcnd heranzuz eben se,. 4,i< Notlage würde sich von dem Boden gesunder socialer R.korm, am welchem dieselde unserer Ansicht nach sonst unbedingt tt<hi, ntiemen und in das »«edut ungc echt- »eit gier locialist scher Maßnadmen üdergreisen, wenn eine Her^nz,..ung offeutt'chir VerbändeOund namentlich de4 Staat-, re p. Reichs> rollte deichlou u -ue eine Heran,.ebung solcher Berdände würden d.n Arde i-tn gew.nermaben Almos n ge- werben wc.« erfchieden ve mred n werden muß. Sie m acht komm.r.d n vaften bat die Industne als ivlchc auizubnngen, dag.gen und wir der Ansicht, day unter allen Umständen und aet allen Vobnnuten eine nn nz.elle Herunz-,dung des R^detteiü aerecktsert'gt und g.loten ersche.nt. und halten i« für zwccker.tipiechend. den Arbettgeber^mtt zwer Dritteln und den Arbeiter nut e.nem Drittel der P.am e zu belafK®erlin 23. Lpr-.l. Der Abgeordnete Schulze-Delitzsch hat bckam.tlich eiren Antraa auf Revision des GenoffensLaftS Gesetzis in mehreren wtLt -en Pur klen vorbereitet; dieser Antrag wird jedoch trß im Plenum des «etchs- tags cinaebracht werden, falls der vom Abg. v. M^ch und feinen conw vaUven Freunden in Aussicht aestellte auf Abän.ernng deS

schaf.s' Gesetzrs, der namet.tltch eine Etnschrä km g der ^oltdarhast der GenoffenschaftLmitglieder bezweckt, auf dem Bureau des Hsus^s mederzrlezt sein 23. April. Ter ,fiö(n. Ztg " wird von b er geiLricben:

Daß Kaiser Al-xarder UL von Rußland die Mörder se nes Vater'- bezr.adt- aen würde, wird kein Verständiger erwartet haben. E-ne solche Begt adiqung würde ja mit der Aufhebung der Todesstrafe gleickbed utend gewrse.i und nach den Drohungen der Nihilisten b<m Kaiser als Schwäche ausae!ezt worden -in Die widerwärtigen Scenen bei der Hinrichtung sind gewiß iebr zu be. Dauern und waren leicht z> verhindern. Als die Rädelsfübrer des Aufstandes, der 1825 bei der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus auebrach, im Lommer des folgenden Jahres hingerichtet wurden, r-.ß ebenfalls der Strick, mit dem

einer der Derurtheilten gehängt werden sollte, ,und dieser rief, als er vom Boden wieder aufsprang:Diese Halunken verstehen nicht einmal zu hängen!' Eine W ederho.ung dies's w derlichen Unfalles hätte giwiß vermieden werden sollen. Alexander III. weiß sehr wohl, daß die Nihilisten nach dieser Hin- rtchiu g ihre Mordveisuche mit «tneuerter Äuth wiederholen werden. Daß er nach einem Lustschloffe, nach Oatschina, sich beg'ben hat, ist eine durch die Umstände sehr gerechtfertigte Vorsicht. In Gaischina werden vUt möglich.« StcherheitSmaßieg'ln gl troffen, und mau erzählt, um zum Wohnzimmer des Ezaren zu gelang««, müffe men durch vier Zimmer gehen, d e aste mit Scl. dann belegt seien. In ter Nackt sühre rin General den Oberbefehl über die Sicheibeit-wache. Es ist freilich traur g, daß der Beher,scher des größten Reiche- der Erde in bestä dtger Leben-gefahr schwebt und in seinem eigenen Palaste wie in einem Gefängnisse bewacht werden muß. Er wird hier allge­mein b>dauert, denn nach Allem, wo- man hört, ist der reue Kaiser von de» besten Absichte- beseelt. Er hat bisoicherS Fiiedm und Sparsamkeit im Auge, ui.d nie er s.lbst ein streng lechklicher Mann ist, so wünscht er vor Allem Unredlickk-tt und Bestich'.ichkett im Beamtenstande auSzumerzen. DaS sicherste und des une'.tbebrlichste M.tte! dazu wäre ungehinderte Oeffentlichkeit, also eine frde Presse; diese aber st uiideium mit eiter despotischen Regierung-- form nicht vereinbar. Und bis sitzt verlautet nicht- GewiffeS über den Ent- jchluß, den Kaser Alexander III. in Bezug auf die Regierung-weise in Ruß. lar.b aefaßt hak. Nach dm neuesten Nachr chten soll er sich zu dem System der streben Unterdrückung neigen, so sehr sich daffelbe auch bisher clS unzulänzl'ch bewies.n hat. Man kann ja vielerlei anführen dafür, daß das russische Volk lür e ne Derscffung nicht reif sei. Aber hiesige Staatsmänner, w 1 Rußland snt lange aus eigener Anschauung kennen, sind der Meinurg, daß dir Amokiatic auch dort unhaltbar geiroiden sei. Der Versuch, sie auch ferner aufrecht zu erhalten, treibt alle gebildeten Klaffen in die Opposition und in den Kampf gegen die Rcgierung, während irgend eine Art von Ver- fafluna und Volksvertretung tie Folge haben würde, daß dle Parteien, statt g,g,n die Regierm g at zukämpfm, sich untereinander stritten und der Czar als Schiedsrichter über den Parteien stände.

Wie koloffal die Auswanderung auS Deutschland in diesem Jahre zugevOmwen bat, erbellt daia-s, daß in Hamburg von Anfang Januar bis Ende März 1881 24,635 Personen über das Weltmeer befördert wurden, währet d von 1871 bis 1880 in dem ersten Vierteljahre böchstenS 9000 AuS- wanderer befördert wurden, gewöh-lich wett weniger. Auch durch Berlin find vi.le Auswandererzüge gekommen.

Der Kaiser hat heute Nachmittag seine regelmäßigen Spazierfahrten wieder ausgenommen-

Dresden, 23. April. Bei dem zur heutigen GeburiStagsfeier Sr. Majestät des Könige stattg habt,n Festdiner brachte der Mi. ifter des AuS- wäN'gen den Toast auf den König aus und betonte in dems.Iben, daß lern Fr.e'en D utschlandS von Außen kunerler Gefahr drohe; eS sei zu hoffen, daß es geling n weide, die Lchandtbat.n b.r Fanatiker und Bösewichte durch ein gemetnsaueS Dorg-Hen der monarchischen Staaten zu bekämpfen, in de. en bür-erliLe Freiheit und Liebe zum Herrscher wohl vereinbar seien.

Karlsruhe, 22. Apnl. Der General-Adjutant des GroßherzogS, F'br. v. Neub'onn, ist heute NaLmütaz nach Braunschweig abgereist, um ein Glückwunichtchittben deS Großherzogs an den Herzog zu deffen Regierung-. I.biläum zu überbringen-

Braunschweig, 23. April- Zur g.ier des 50;ährizen Regierungs- Jubiläum- res Herzog« werden folgende Fürstlickkeiten hier erwartet: Der König und Pnnz Georg von Sachsen, de Prinzen Friedrich Karl, Friedrich L opo.d und Albrelt von Preuß-n, Prinz August von Württemberg, Pr--z Asira- der ton H ffen, Prinzen Moritz von Lachsen.Altenburg, Pnnz Ernst von Lachsen Mewingen, Herzog Karl Theodor von B perr, Fürst Adolf urb E bp me Georg äu Schaumbmg.L'pve, sowie ber Herzog von Cambridge. Fetner werden auS B'rlin bsij^nigen Botschafter und Gefärbten, welche zu- gleich n Braunschweig b-glaubigt find, u d mebrere außerordentliche Botschafter >eusicher Höfe vier etr treffen. Dcr L nbtag hat in seiner gestrigen vertrau- lichen L tzu^g die - on dem Landtags.Präsidenten an den Herzog zu richtende Lnspr'che festgestellt.

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7ofl, Flügelsgasse.

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