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•aulein Anna rtige Künstler
Nr. 72.
Samstag den 26. März
1681.
Meßmer Anzeiger
Ameigr- und Amtsblatt für iru Kreis Gießen.
^endolwohn. lartholdy.
Ihirrau: bchnlsiraße B. 18. eeee——-
tttfdicint täglich mit Ausnahme beo Montag!.
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf mit Bringcrlo^n, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Utarf 50 Pf.
Betreffend:
Amtlicher Hheil.
Anlage von Feldwegen re. in der Gemarkung Grüningen.
r. t. Gluck.
Spohr.
Schumann. Gordigiam Brahms.
van Beethoven
Pianoforlelsgr:
ker’schen Buch- sehen Musiki litr.-
en Nebensii eser geschlo^i
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Bekanntmachung.
Nachdem von bethetligren Grundbesitzern der Antrag gestellt worden ist, daS in der nachstehend abgedruckten „Summarischen Darlegung" näher angegebene Unternehmen zur Au-führung zu bringen, und nachdem diese- Unternehmen von dem Großherzogltchen Lande-cultur-Inspektor für durchaus zweck- nähig und empsehlenswerth erklärt worden ist, legen wir da- Original dieser summarischen Darlegung, sowie die Liste der Stimmberechtigten vier Wochen lang, nämlich vom 7. 8vnl bi- 5. Mat l. I. auf dem Großherzoglichen Bürgermeisterei - Bureau zu Grüningen zur Einsicht der Betheiltgtrn unter dem An- Ilgen offen, daß die Abstimmung über diesen Antrag
Freitag den 6. Mai l. I., Dormittag» von 9—12 Uhr, auf dem Rathhause tu Grüningen pattstnden wird. Hierbei habm nur diejenigen Grundbesitzer, welche im Grundbuche bezüglich der in Betracht kommenden Parcellen al- Eigentbümer dngi trogen sind, oder deren Erben, Stimmrecht. Es kann jedoch bet zeitigem Anträge da- Ab- und Zuschreiben noch während des Laus- der oben bemerkten jrist er wirkt und durch Großherzog'icheS Steuer Qomnnfjarut Gießen noch gewahrt werden.
Diejenigen, welche im genannten Termine weder bi Selbstperton. noch durch g hörig legittmirte Bevollmächtigte abstimm'N, werden al- für die Ku-führuna stimmend angesehen. @6 müssen daher nur Diejenigen im Termine erscheinen, welche gegen den Antrag ganz, oder tdeilweise, stimmen, oder sonst etwa» zur Lache Vordringen wollen.
Schließlich fordern wir noch alle jetzt, oder künftig, au-wärt- von Grüningen wohnenden Bethetltgten auf, sich Bevollmächtigte in Grüningen zu bestellen, da alle in vorliegender Angelegenheit weiter nöthig werdenden Handlungen außer im Gießener Anzeiger nur noch in Grüningen auf ort-übliche Weise,
aber nicht mehr jedem Einzelnen besonder-, bekannt gemach: werden. Gießen, am 23. März 1881. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
S u in in a r i f d> e
In der Gemarkung Grüningen mit Ausnahme der Grundstücke, welche gesetzlich nicht zugezogen werden sollen (im Einzelnen siehe da- offengelegte Original hr summarischen Darlegung) soll aus Grund de- Gesetzes vom 18. August 1871, betr die Zusammenlegung der Grundstücke, Thrrlbarkeit der Parzellen rnd Feldwege-Ai laaen. sowie der dazu erlaffenen I' st uction am 7 November 1876, eine zweckmäßigere Anlage von Feldwegen und eine bessere Gestaltung der Parzellen in der Art sta'tstnden, daß j.de- Krui dstück von einem Wege, wo möglich aber von zwei W'gen aus zugäng- lich wird, womit je nach Beschluß der au-führenden Commission eine Zu» scmimenlegung der G undstücke und die Ausführung sonst noch möglicher Ler. 1 sserungen (f. Art. 8 de- Gesetze-) verbunden werden hnn.
Im Einzelnen wird dazu noch Folgende- bestimmt:
1. Die Giößenangaben de- Grundbuch- sollen al- VerhLltnißzahlen zu Grund gelegt werden, wenn und insoweit sich solche al- richtig ergeben. Andernfalls hat eine Vermeffung der Grundstücke nach den vorhandenen Grerzzeichen, oder in deren Ermangelung nach dem Besitzstände stattzufinden (s. Art. 10 de- Gesetzes).
2. Die in Art. 4 de- Gesetzes bezeichneten Grw dflücke sollen nur
Darlegung.
insoweit zugezogen werden, al- zur Geradlegung der Grenzen oder Anlage von W'gen erforderlich ist.
3. Die Kosten, insoweit sie nach dem Gesetze die Grundbesitzer zu tragen haben und nicht durch den Verkauf von Maffegrundstücken gedeckt werden, find nach Maßgabe der bithetligten Flächen auS« Zuschlägen. ES wird dazu bemerkt, daß die Kosten in anderen Gemeinden durchschnittlich fünfzehn Mark für den Normalmorgen (V< H ctar) betragen haben.
Die Kosten etwaiger größerer Meliorationen werden durch besonderen Ausschlag aus die Betheiligten gedeckt.
Zur Bestreitung der Kosten soll ein Eapital bei der Großh. LanbeScultur-Rentenkaffe nach dem ® setze vom 20. März 1880 ausgenommen werden (s. Reg.-Bl. v. 1880 S. 33).
4. Zur Bildung der Wege soll vorerst ii/2 pLt. al- Maffegelände vorgesehen werden.
Ein fich ergebender Ueberschuß an Grund und Boden ist zu Gu> sten der Maffe zu verwerthen. Der ErlüS geht zunächst an den Kosten ab.
Gießen, am 23. März 1881.
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Betreffend: Die Bildung der für da- Jahr 1881 nöthigen Weinsteuer.Einschätzung-.Eommisfionen. <
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großberzoglicben Bürgermeistereien des KreifeS, mit AuSnahmc der Stadt Gießen.
Mit Berng auf dir Irr. 4, 6 und 7 de« GeleßrS und 4 der Verordnung vom 9. Decembcr 1876 (Regierungeblatt Nr. 53) über die Besteuerung h« Wein» beauftragen wir Sie, alsbald durch den Grm.indrraih drei Miiglreder und ,wei L-iell-ertreker derselben für die nach Art. 4 de» bemerkten tzesetze« ju bildende -etliche Sommifnon w-blen zu lassen und da« Lrgebniß der Wahl binnen 8 Tagen mitjuiheilen.
Dr. Boekmann.
HeSerreich.
P-Sd, 23. März. Függetlens^g, deffen Verbindungen mir den fremd' lär.dischen Umsturzparteien fich stet- bewährt haben, ber'chtet auS bester Quelle, bte Sprergstoffe zu den Unternehmungen der Nihilisten durch Ungarn uch Rußland befördert worden seien. Dre letzte Sendung, welche durch Ungarn ii-geführt wurde, erfolgte vor 4 oder 5 Wochen; die hiesige Polizeibehörde rar davon unterrichtet und erstattete Meldung darüber nach Wien, von wo laS die Sache der Petersburger Polizei sofort mitgetheilt wurde. Au- Peterk- faig wurde dann telegrapbirt, man möae die Dynamitsendung nur weiter tesördern, man werde dieselbe in Petersburg übernehmen. Die Tynamitsen. ding (2 bl- 3 Etr ) wurde dann in einem feuerfesten Bihälter weiter les ürdert. Auf einer kleinen Eisenbahn. Station vor Petersburg erschienen russische Polizisten, übernahmen im hohen Auftrage die Sendung und besör. denen dieselbe weiter. Erst einige Tage darauf stellte es fich heraus, daß die -ogeblichen Polizisten verkleidete Nihilisten waren.
Kußland.
Petersburg, 23. März. Es ist eine Thats^che, daß Graf Loris' Neltkoff vorgestern feÄ^Entlaffung einreichte und der Kaiser sie nicht geneh« vigte. Den Anlaß dazu batte die von der Polizei und den B^hörd'N bene- |tn« Nachlässigkeit bei der Legung d.r Mme in der Sadowajastraße gegeben. Surf bester authentischer Quelle kann ich Ihnen jetzt Folgendes über bie rv»renggeschoffe, durch welche der Kaiser ermordet worden ist, wittheilen. Es
waren Evlmder auS Weißblech, 4>/, Zoll im Durchmeffer haltend und 9 Zoll Höhe, die mit Tvnamit und mit Sprengöl (Nitroglycerin), mit Kohle vermengt , gefüllt waren. In den Eylindern befanden sich zwei Gla-röhreo, eine senkrecht, eine wagerecht angebracht, die aus jeden Fall brechen mußten, wie auch immer da- Gefchoß geworfen wurde und fiel. Die Glasröhren wäre» mu chlorsaurem Kali gefüllt, umgeben von concentrirter Schwefelsäure, im Cvlinderboden beiand sich ein mit Knallqueckfilber gefüllte- Piston. Wurde das Geichcß geworfen, so mußte wenigsten- eine Röhre zerbrechen, wodurch der chlorfaure Kali in Verbindung mit der Schwefelsäure trat. Der Sauerstoff wurde frei, und in diesem Moment ging folglich die Verbrennung der E;rlofionsstoffe, welche schon durch da- explodt ende Knallqaeckfilber entzündet waren, mit großer Heft qkeit vor sich; die Erlösten-stoffe befaßen 120fache Pulverkraft. Gestern besuchte die Abordnung der deutschen Officiere die Un« glücksßelle am Katharinen-Kanal und da- Haus in der Kernen Sadowajastraße, aus dem miitlerweile saft alle E nwohner auSgezogen find.
— In dem gestrigen Tagesbefehl de- neuen Stadthauptmann- Baranow find folgende Sätze bemerkenswerth: „Obgleich ich nicht alle Herren Polizeibeamten persönlich kerne, so bitte ich doch jeden einzelnen derselben, fich al- me nen Gedülfen zu betrachten, ebenso wie ich mich als ihren Gehülfen betrachte. Ich bitte serner, den Beruf nicht nur vom Pflichtstandpunkte aufzu- füffen, sondern rrit ganzer Seele der allgemeinen Sache zu dienen. Fall- die Meldungen nicht mündlich abgkfaßt werden, so ist aus die formelle Ab« faffuna, sowie auf das Papier keine Rücksicht zu nehmen. Nur^durch solches eindeitlichee Wirken können wir hoffen, aus dem Kample als Sieger hervor- zugehen." Baranow hat bis gestern bereits 36 Drohbriefe erhalten.


