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Deutschland.
Berlin, 23. Februar. Graf Eulenburg ist entschlossen zu gehen, und zwar nicht, um eine andere Stellung im Staatsdienste einzunehmen, sondern tun fick zunächst in'- Privatleben zurückzuziehen; eine Absicht, welcher die Lhatsache zur Sette steht, daß Gros Eule, bürg durch die überaus großen Anstrengungen, welche die unter seiner perfünl'.chm M't rirkunq erfolgte Aus« steUung der Entwürfe bezüglich der Dirwaltung-Organisation erfordert hat, sich angegriffen ffiblt. An die Frage, wer ihn ersetzen soll, ist man, so lange a an an die Möglichkeit srines VerbleibnS glaubte, noch nicht herangetreten. Außer den bisher erwähnten Persönlichkeiten wird jetzt auck der Oberpräfident orn Schleswig-Holstein, Herr v. Stetnmann, genannt. Für eine irgendwie gedeihliche Fortführung der Verwaltungsreform entsteht durch den Rücktritt des Graten Eulenburg — dieS wird von allen Parteien gleichmäßig anerkannt — ein bedauernswerther und schwer zu ersetzender Verlust.
— Die „Voss. Ztg." meldet: „Der Abg. Dernburg, Chef Redacteur der „National-Zettung", ist der national-liberalen Fraction des Reichstages licht wieder beigetreten, er ist unter die „Wilden" gegangen."
— Eine neue Folge von Berichten über die Geschäftslage im letzten Quartal des vergangenen Jahres, welche die sorb<n ausgegebene Nummer 7 t«s „Deutschen HandelS-ArckivS" mtttheilt, widerlegt die Behauptung, daß d«S Jahr 1880 uns unter dem segensreichen Emfluß des neuen Zolltarifs einen allgemeinen Aufschwung der Gewerbthät gkett gebracht habe, aus jeder Seite. Die Vierteljahr- Uebersichten auS DreSven. Ehemnitz, Frankfurt a. O-, Görlitz, Stettin, Bromberg, König-berg, Magdeburg, Erfurt und München, welche meistens auch einen Rückblick auf den GeichäftSgang deS ganzen Jahres werfen, jucken zwar vielfach bte Resultate der neuen WirthfckaftSpolitik nach Möglichkeit herauszustre ch,n, aber weit überwiegen doch die Klagen über Dar- mederliegen des Geschäftes, über mangelnde Rentabilität, über Geringfügigkeit des i-ländischen Eonsum«. über Wirkungslosigkeit oder gar Schädlichkeit der neuen Zölle. Als ein Musterbcricht dieser Art kann z. B derjenige über einen der wichtigsten Zweige der Textil-Industrie, über die Kammgarn-Industrie, -elten. Der auS Dresden herrührcnde Bericht beginnt nämlich folgendermaßen: „Die Kammgarn-Industrie trat in da- vergangene Jahr mit den besten Hoffnungen ein. DaS Vertrauen auf eine Besserung der Verhältntffe wurde durck die mit Beginn des Jahre- eintretenden hühtren Einfuhrzölle ge- stärkt, welche erheblich genug erscheinen, der überlästigen und gut geschützten französischen Eoncurrenz erfolgreich zu begegnen, ferner, weil für alle Kamm- garvart'kel, begünstigt durch die Mode, ein großer Bedarf bestand. DaS Geschäft nahm auch in der Thrt einen ungeahnten Aufschwung, sowohl in Bezug auf die Anzahl der eingehenden Aufträge, als auck auf den bei der Ausführr ng verbleibenden Nutzen." Man könnte nun mit Recht eine nähere Ausführung darrrber erwarten, inwiefern diese Befferung ihre Ursache gerade h den neuen Zöllen gehabt habe. Statt deffen fährt der Bericht aber fort: „Hauptabnehmer waren die Vereinigten Staaten Ämeiikas, und dorthin arbeitende Export-Häuser sandten OrdrcS in einem bisher unbekannten Umfange. Mit dieser Bewegung ging natürlich e-ne Verteuerung des Rohmaterial- Hand in Hand und erreichte im Monat Mai eine Werthb-fferung von 25 pEt. Wenn auch die Grrnpretsc bis zur Steigerung von 20 pCt- gefolgt waren, so trat doch von diesem Moment eine schwierige Situation für die Spinner e n, und da- zu Tage tretende Mißverhältniß der Preise läha te die Unternehmungslust. Amerika blieb zuerst als Konsument auS, und in Frankreich brachen in den Fabrikdistrictm der Nord-Departement- große Strlkrs aus und führten zii allgemeiner Erlahmung der geschäftlichen Tdätigkeit. Tie Preise für den Rohstoff wichen bald um 10 pCt., ohne dem Spinner dadurch einen Nutzen zu erzielen, da die Käufer ausblirben. Die französischen Spinner suchten trotz des höheren Einfuhrzolls wiederum den deutschen Ma'kt auf und bildeten eine erdrückende Concurrenz. Dieser entmuthigende Zustand des Geschäfts dauert auch jetzt noch an und haben die Gainpreise die gewonnenen 20 pEt. vollständig wieder verloren." Der in dieser Darstellung geschilderte Perlauf des Geschäft- ist in der That für unsere industnellen Verhältniffe bezeichnend. Anfangs hochgeschnellte Hoffnungen auf die Segnungen der neuen Zölle, dann ein lebhafter Aufschwung in Folge einer fast b-ispullosen Nack- frage Amerika-; bald darauf allgemeiner Rückgang, veranlaß: durch die Ab- nähme deS amerikanischen Bedarfs, »um Schluß Sinken der Preise auf den früheren niedrigen Stand und laute Klagen über die erdrückende Concurrenz des Auslandes, genau mit denselben Worten wie vor zwei Jahren.
— Unter der Ueberschrist: „Hülfe! der Nothstand bricht herein'." bringt der in Ratibor erscheinende „Oberschl. Anz." einen Artikel, bkffen An- aii6cn. wenn fie zutreffend und nicht übertrieben find, bte- nächste Zukunft der BrotbstandSdistricte in sehr trübem L chte erscheinen lasten. Es heißt in dem Artikel: Kein Vertuschen und Besckömgen ist mehr im Stande die traurige Lhatsache aus der Welt zu schaffen, daß ein großer Tbeil des Kr-ises Ratibor, wird sicherlich auch der anstoßenden Kreise, sich bereits mitten im Notbstande b»efindet. Ein und eine halbe Million, so wurde durch die amt'ichcn Ermitte- !»ngen festgestellt, gingen durch die letzte Ueb-rschiremmung nur allein tn den Eemeindebezirken unseres Kreises verloren und eine weitere halbe Million in t*m Guts bezirken. Diese zwei Millionen haben ein so tiefes Loch in den
nothwendtgpen LebenSbedars der betroffenen Bevölkerung geristen, daß sie zu Grunde gehen muß, wenn nicht baldige und gründliche Hülfe kommt. Siebzehn Ortschaften deS Jnundattoi sgeb'eks der Oder und O<sa sind nach unfein Ermittelungen in d'esem Augenblicke schon dem Nothstande mehr oder weniger verfallen, und die Witterung verbietet ihren Bewohnern Arbeit und Derdi'nft! Der schon In früheren Nothstandsperioden auf'S Aeußerste angespannte Lredit versagt ihnen jetzt selbst die kleinste Hülse Mit einem ekel rregenden, klebrigen Gebäck, ohne Salz, wie eS aus verdorbenem Getreide hergestellt robb, stillen die Aermsten ihren Hunger. Wie Blei liegt es in ihren durch Entbrh- rungen aller Ärt geschwächten Ltiberii und läßt das Schreckensgespenst deS Tvphus wieder auferstehen, der schon beginnt, seinen unheimlichen Weg durch die niederen Hütten zu suchen. Mehr als 30 Typhussälle sind jetzt bereits constatiit, und wir sind doch erst am Anfänge der Noth! Herzbrechend sind die Schilderungen, bte unS von unseren Correspondenten auS den am ärgsten betroffenen Ortickaften zugehen.
Neu-Stettin, 22. Febr. Die „Nordd. Preste" veröffentlicht eine Bekannimackilng des Staatsanwalts, in welcher derselbe das Publikum um weitere Mitch ilungen über den Brand der Synagoge ersucht. Hinzugesügt ist die Bemerkung, daß zu der vielfach verbreiteten Annahme, der Brand sei von einer der streitenden Parteien vorsätzlich veranlaßt worden, bisher und hoffentlich übrrhaupl keinerlei thatsächllcher Anhalt vorltege.
AranLreich.
Paris, 23. Februar. General Ney, Herzog von Elchingen, welcher die Sacke Ciffey Kaulla zum AuSbruch brack e, ist seit zwei Tagen verschwunden; die Nackfvr'chungen der Poliz-i blieben bi- jetzt ohne Erfolg, (siche Teleg.)
Paris, 22. Februar Deputirtenkammer Bei der Berathung des Gesetzes über die Armeeverwaltung wurde der Art- 9, welcher die Verwaltung der -lrmcecorpH o n (5olps-Command'>nt«n und nicht dem Knegsmimster. wie etz Letzterer wollte, unterstellt, mit 277 gegen 191 Stimmen angenommen dengle (Bonapartin- verlangte eine Ilm x- suchung der Angelegenheit betreffs der 30,000 Oiewehre, welche l^kiech.nland oerfpiocb n ivoiben jcien Langle beantragte die Tringl'chk-- t für seinen Antiag Der Minisl.r- präsident Ferrv spiach sich für die Dringlichkeit au-? und beantragte sofoitige Berathung Antrages ^-ngle's. La Rochefoucauld-Bisoccia unterstützt den Antrag auf Dringlichkeit der Beratbung und erklärte, es leien mit Patronen angefüllte Waggons n ch Havre gesandt worden, er frage an, ob die Regierung dies gewußt habe. Der Antrag auf Dringlichkeit wurde einstimmig angenommen Lengle begrü"dcte feinen Antrag auf Vornahme einer Untersuchung, indem er die Rotliwendlgkeit betonte, die öffentliche Meinung über diese Angelegenhe t vollständig aufxuklären; die Republik dürfe — wie die Frau Cäsars — keiner Verdächtigung ausgesetzt werden. Der Antrag auf Voi- nahme einer Untersuchung wurde schließlich mit 303 gegen 139 Stimmen abgiletmt. — Zn parlamenta ischen Kreisen verlaxttet, der Herzog v Broglie werde am Donnerstag im Senate die Regierung wegen der 30,(00 Gewehre und der Sendung von Waggons mO Patronen nach Havre interpelliren. — Der „Temps" reproducirt bie gestrigen Worte ^amoctta'S. „Ich werde diese Zurückhaltung beobachten bis zu dem Lage, da es meinem Lande gefallen w:rd. mir eine andere Rolle zuzuweifen", und betrachtet diese Worte als eine Erklärung Gambetta's, daß er sich nicht weigern werde, die Leitung des Eabinets zu übernehmen, sobald das Vertrauen des Parlaments und deS Präsidenten Grevn's ihn dazu berufen würde.
Italien.
Nom, 22. Februar. Dte katholischen Journale veröffentlichen bi Rebe des Papstes, welche berselbe am 20. bS. anläßl ch beS Jahrestage? ber Papßwahl an bte Sarbrnäle rfcht-te. Ter Papst fpr'cht darin feinen Dank für bte ihm barqebrackten Glückwünsche auS, lobt die Ergebenheit des heUigen EollegiumS und qiebt dem Bedauern über bte erneuten Beleidigungen unb Argnffe auf d e Kirche in fast allen Theilen der Welt Ausdruck. „Hiernach werden aber trotzdem unf-re Hoffnungen nicht erschüttert. Wir werden fort- fahren, der Siecke alle Krätte zu weihen, in der Überzeugung, daß wir immerdar unsere Hoffnungen auf bte besondere Hülfe Gottes richten müffen. Wir besckloffen in diesem Jahre, sür bie Christenheit ein außerordentliche- Jubiläum zu eröffnen, um Gott zu bitttn, daß er der Kircke beffere Zeiten schenke."
Telegraphische Depeschen.
Woltf's telear (rorresponhenz-Bvreau
Berlin, 24. Februar. Deutscher Reichstag. Bei der ersten Etatsberathung wittt Sckatzsecretär Swolz einen Rückbl ck auf das Finanzjahr 1879 Sj, welches einen Ueber- schuß von 23 M'll'oncn ergibt. Ter Etat 1881/82 weise einige formelle Aenderungen auf, die Mehrernnabmen aus den Zöllen und der Tabaksteuer seien auf 26 Millionen, die Matriculardeiträge um 24', Millionen höher veranschlagt, bie fortdauernden Ausgaben erhöhen sich gegen das Vorjahr um 22 Millionen, woran die Armee mit 17 Millionen partie vnt, die einmaligen Ausgaben sind um 6 Millionen rebucirt, wobei 23 Millionen für einmalige Heeresneuiormalion nicht eingerechnet sind. Tie dauernden Einnahmen erhöben sich um 8 Millionen. Lchatzsecretär Sckol; empsiehlt bu unoerändene Annahme bes Etats. Dem Abg. Richter gegenüber der es als e n Mißverhältniß bere'chnet, baß All.s in Preußen unb tm Reiche auf bie zwei Augen des Reichskanzlers gestellt fei, daß das Schwanken im persönl.chen Regiment eine Verwirrung im Parlamente unb bei den Parteien erzeuge, erklärt Fürst Bismarck, bet feinen 66 Lebensjahren und feinen 20 Amtsjahren sei an ihm nicht viel mehr zu besser:., man müsse ihn verbrauchen, wie er sei oder ihn beseitigm. Kein Land könne n: t gleicher Rübe unb Sicherheit wie Teutschlanb in die Zukunft sehen. Die Reichs- vcrfaffung kenne nur den Reichskanzler als vcrantwortl.chen Minister, ber aber nicht dl»s dem Reichstag, sondern vor Allem dem Kaiser verantwortlich sei. Ein schüchtern'-r zaghafter Reichskanzler, ber auf jeden W nk des Reichstags lausche unb keine eigene Meinung habe, sondern sich dieselbe von den Parteien einhole, würde überflüssig fein. Dazu sei er nicht gemacht. Mit den Reffortchefs lebe er stets im llinverständniß; wefe dies gestört, so habe er stets gesagt: Wir Beide zusammen können nicht mehr ' n Amte bleiben. Ten Vorwurf, als habe er oft seine Ansichten geändert, müsse er zurück


