Ausgabe 
25.9.1881 Zweites Blatt
 
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Werner Siemens, KreiSgerichtSdt.ector und SyndtcuS der Attesten der Kaufmannschaft von Berlin R. Reifert, Commerzienrath Fritz Kühnemann, Commerzienrath Pflaum- Stuttgart und v. A. haben Gelegenheit genommen, ihr besonders regeS Interesse an ver Sacke tbätsächlich zu bekunden und derselben möglichste Unterstützung zuzusichern. Zm Oktober gedenkt die Anstalt ihre Wirksamkeit zu beginnen. Wünschen wir (und allem Anscheine nach varf man auch auf Erfüllung dieses Wunsches rechnen), daß dieselbe eine der Gemeinnützigkeit deS ganzen Gedankens entsprechende sein und zum Gedeihen unsere« wirthschaftlichen Leben« bei­tragen mögG

Wir erlauben uns noch, auf einen besonders wichtigen § des Statu«, welcher bestimmt, daß allmonatlich ein behördlich bestätigter Auswei« über die thätsächlick erfolgte Anlegung der Gelder betgebracht und veröffentlicht werden muß, aufmerksam zu machen, so geschieht dieS um allcn Zweifeln an ver Solidität deS Unternehmens zu begegnen.

Broschüren über da« ,Wesen und Wirken der Rabatt-Sparanstalt" sowohl, alS auch Anträge zur Aufnahme von HandelSmitgltedern sind bet Herrn Emil Fischbach hier, welcher die Hauptagentur übernommen hat, zu haben, und ist derselbe auch bereit, jedwede wettere Auskunft über die Einrichtung, Zweck und Ziele der Anstalt gerne zu geben.

Bekanntlich steht daS Feuerlöschwesen wohl nirgends in so hoher Blürhe wie im Königreich Bayern. Wie nun aus München gemeldet wird, hat Se. Maj. der König daß Protektorat über die freiwilligen Feuerwehren deS bayerischen LandeSfeuerwehrvrrbandeS über­nommen und hierdurch denselben einen neuen Beweis allerhöchster Anerkennung gezollt.

(Der große Cäsar Staub und Lehm geworden.^ In Bristol rst großes Aufsehen verursacht worden durch die Entdeckung, daß eine Ladung von 300 Tonnen Menschenknochen gegenwärtig für Recknung einiger localer Düngerfabriken gelöscht wird. Die Knochen wurden in Rodosto und Konstantinopel verschifft und sind angeblich die Urbcrreste der tapferen Ver- thetdtger von Plewna.

__ ^Veränderung in der Briefbestellun-.j Es ist im Werke, in den größeren Städten obligatorisch die Bestimmung etnzuführen, daß jeder Hausbewohner unten seinen Briefkasten habe, damit der Briefträger nicht nöthig hat, unausgesetzt Trepp auf und Trepp ab zu laufen und wo möglich noch an den Etaqenthüren längere Zett zu warten. Die Bestellung wird natürlick durck eine solche Einrichtung wett pünktlicher und schneller von Statten gehen, alß die« bisher möglich war; während jetzt der Briefträger auf das Ablaufen seines Revierß viel' leicht zwei Stunden verwendet, kann dieS künftig in der Hälfte der Zett geschehen, also kommt der Vorthetl ebensosehr dem gequälten Briefträger wie dem Publikum zu Statten. In England extstirt eine solche obligatorische Einrichtung schon seit langer Zett.

(lieber eine romantische Entführungs-Geschichte,) die sich in Mainz zugetragen, weiß derNeue Mainzer An;" seinen Lesern Folgendes zu erzählen:In einer hiesigen israelitischen Pension befand sich unter anderen ihres Geschlechts ein 17jähriges schmuckes Mädchen, das man indeß für zwanzig hätte halten können, so üppig war dieselbe ent­wickelt. Gerade diese Formenfülle, verbunden mit einer idealen Schönheit, zog das

Auge manchen Mannes auf sie, wenn sie in Gemeinschatt mit ihren Gefährtinnen be­wacht von den Argusaugen der Instituts-Vorsteherin, spazieren gingen. Unter diesen Bewunderern befand sich auch ein junger Mann, ein wahrer Adonis, der durch das gesuchte öftere Begegnen auch bald das Wohlgefallen der jungen Pensionärin fand. Der junge Mann mietete sich ein Zimmer gegenüber der Pension und fand so Ge­legenheit durch die Zeichensprache dem Gegenstand seiner Verehrung seine heiße Liebe kundzugeben, was auch verstanden und erwidert wurde und es wurde bald ein Weg ausfindig gemacht, auf dem man sich brieflich verständigen konnte. Das dauerte eine Zeit lang, da vermißte man plötzlich im Pensionat die junge Dame nnd in dem Bank­geschäft, in welchem der betreffende junge Mann eine Anstellung hatte, blieb eines schönes Tages der Platz leer. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, bis der aus­wärts wohnende Vater der jungen Dame einen Brief von dem jungen Mann aus London mit der lakonischen Mittheilung erhielt, daß er feine Tochter grenzenlos liebe, und sie, da er keinen anderen Ausweg gewußt, nach England entführt habe, woselbst sie auch getraut worden seien. Er erbitte sich hierzu seinen Segen und auch seine Ver­zeihung. Ob diese erfolgt ist, weiß derM. A." nicht, sie wird jedoch kaum ausbleiben, obgleich der junge Gatte Katholik und die Familie der jugendlichen Gattin streng israelitisch. Wir fügen noch bei, daß die auf so romantische Weise zu einem Mann ge­kommene junge Dame ein mütterliches Erbe von 3o,000 Guloen besitzt, welche Summe nach dem Tode des Vaters sich noch verdoppeln dürfte.

(Eine Zungenübung.) Wir begegnen im LondonerAthenaeum" einer historischen Studie über Polynesien, aus welcher wir folgende markante Satze heraus­greifen wollen, um zu zeigen, mit welchen linguistischen Schwierigkeiten die Vectüre dieses Aufsatzes verbunden ist: . . . Lono hatte mit seinem anderen Weibe Kaikilanimaipano zwei Söhne; der Eine hieß Keawehanauikawalu, der Andere Kaihikapumahana. Der Erste war der Gemahl von Akahikameenoa. der Tochter von Akahiilikapu und Kahakumakalina u. sw... ." Wir empfehlen Allen, die mit dem Uebel des Stotterns behaftet sind oder die sich zu Volksrednern ausbilden wollen, das Studium der polynesischen Nomenclatur.

Schlflfeberleht. Mitgetheilt von dem norddeutschen Llovd in Bremen.

Bremen, 21. September. Der Postdampfer Rbetn, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd m Bremen, welcher am 10. September von Newyork abgegangen war, ist gestern 5 Ubr Nachmittag« wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagtere, Post und Ladung 7 Uhr AbendS die Reisc nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 135 Passagiere und volle Ladung.

Bremen. 21. September. IPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdamvfer Her­mann, Capr. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. September von Bremen abaeganqen war, ist heute Morgen wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Allgemeiner

Anzeiger.

Montag den 26. Septbr., AbendS 7 Uhr, Montag den 3. Moder,

Mittag 2 Uhr, sollen die zur Konkursmasse des vei> storbenen Wirths Konrad Bingel Kasp. Sohn zu Bellnhausen gehörigen Immobilien, als:

Wohnhaus, Scheuer, Stallung und Hosraum, Aecker, Wiesen und Gärten

in der Wohnung des Verstorbenen öffentlich meistbietend verkauft werden.

Fronhausen. den 20. Sept. 1881. Der Konkursverwalter.

6200)_______Wilb. Finger.

Montag den 26. d. Mts.,

Vormittags 10 Uhr anfangend, werden in der F lett'scheu Hofraithe dahier eine Parthie Eisenwaaren, als:

Sägen, Fellen, Hobeleisen, Schrank- schloß, Schubladenschiost, Zapfen­band, Riegel, Bohrer, Bettbeschläge, Sarggriffe, Sargschilder, Sargver­zierungen und Sargschrauben, Messingknöpfe, Schrauben, Schränk­eifen, Hämmer, Nägel, Herdecken, Hobel und sonstige in das E'sen- waarensach einschlagende Artikel, sowie 1 Ladentheke

öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert-

Die Versteigerung findet bestimmt statt.

Gießen, den 22. Sept. 1881.

Bühner, 6201)_________________Gerichtsvollzieher.

Montag den 26. jScptembcr,

Mittags 2 Uhr, werden die der verstorbenen Marie Vogel gehörigen Mobilien, als Kleider, Weißzeug, Bettwerk, Möbel in deren seitheriger Wohnung bei Herrn David Katz, Wall- thorstraße 152, versteigert.

Gießen, den 18. Sept. 1881.

6152) Hoffmann, Ortsgerichtsmann.

Total - Ausverkauf.

5785) Dem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich 6eab* sichtige, mein Geschäft wegen vorgerückten Alters aufzugeben, und verkaufe ich von heute meine sämmtlichen Waaren zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen.

Besonders erlaube mir auf:

Bielefelder-, Creas-, Hausmacher- und Halb-Leinen, Tisch-, Hand- und Taschentücher, Bettzeuge, Barchend, blau und blau gestreift Leinen, Lama, Wolldick, Cattun und Bieber, sowie Buckskin, wollene und halbwollene Hosenzeuge, weiße und mel. Unterjacken (gen. Gesundheits« sackend für Herren und Damen, eine Parthie Tücher, sowie alle in das Wollwaaren-Geschaft einschlagende Artikel, ferner jede Art Winter-, Leder- und Holzschuhe jeder Größe, wollene und baumwollene Strickgarne, eine Partie Band, Litze und Knöpfe, aufmerksam zu macken.

Wilh. Schmall,

Neustavt D. 60.

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Emil Fischbach.

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