Ludwig.
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Mörder vom Zufluchtsrechte gestellt wurde und die öffentliche Meinung vi Amerika den Beschluß des Congresies daher um jo lebhafter begrüßen wird. Hartmann hat sich nun zu be:n Staatsmeldeamte in New Dork begeben und unter Ableugnung irgendwelcher Beziehungen zu dem Czarenmorde die Erklärung abgegeben, amerikanischer Bürger werden zu woll-n. Den Bürgerbrief würde er nach amerikanischem Rechte nach 5 Jahren erhalten; man darf aber gespannt darauf sein, ob die Regierung seine „Intention" annehmen wird.
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Straßenbahnen in Offenbach, Sachsenhausen und Frankfurt a. M. herzustellen und zusammen mit der bestehenden Localbahn zu betreiben, und nachdem von demselben mit der Königlich Preußischen Regierung ein Vertrag über die Verpachtung der Localbahn von Offenbach nach Frankfurt a. M. vereinbart und Unserer Regierung mitgetheilt worden ist, ertheilen Wir hierdurch dem Pächter zum Betrieb dieser Eisenbahn aus diesieittgem Gebiet die landesherrliche Eon- cession unter den nachstehenden Bedingungen:
1) Der Pächter der Frankfurt Offenbacher Localbahn ist den bestehenden und den künftig ergehenden Reichs- und Landesgesetzen, sowie den Bestimmungen des zwischen Heffrn und Preußen geschloffenen Staatsvertrags vom 12. Juni 1868 (Regierungsblatt Nr. 50 von 1868) unterworfen.
2) Zur Verlängerung des auf die Dauer von Zwanzig Jahren abgeschloffenen Pachtvertrags bedarf eS der Zustimmung Unserer Regierung.
Diese Zustimmung ist auch dann erforderlich, wenn der Pächter die ihm aus dem Pachtvertrag erwachsenden Rechte und Pflichten auf Dritte zu übertragen beabsichtigt.
3) Die näheren Bedingungen, unter welchen die Anlage und der Betrieb einer Straßenbahn in Offenbach, im Anschluß an die bestehende Localbahn von Offenbach bis Frankfurt a. M. zu erfolgen haben, werden durch Unsere Regierung festgesetzt.
Der Pächter der Offenbach-Frankfurter Localbahn hat vor Uebernahme deS Betriebs derselben Bankier-Bürgschaft oder eventuell auch Baarcaution für die Ausführung der Straßenbahn tn Offenbach zu stellen, und zwar in einem den Anlagekosten dieser Straßenbahn entsprechenden Betrage.
Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und betgedrückten Großherzoglichen Siegels.
Darmstadt, den 20. Juli 1881.
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Schleiermacher.
Berlin, 22. August. Zu den Kaisermanöoern tn Schleswig-Holstein und Hannover ist der Besuch mehrerer deutscher Fürsten am dieffeittgen Hofe bereits angemeldet. Es werden die Großherzöge von Sachsen-Weimar, Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin denselben beiwohnen. Auch sind weitere Für- stenbesuche noch zu erwarten. Nach den Manöoern begibt sich der Kaiser zu Ihrer Majestät der Kaiserin, die alsdann wohl schon in Ba>en sein wird. Die zunehmende Befferung der hohen Frau giebt der Hoffnung Raum, daß die Ueberstedelung in Kurzem wird erfolgen können. Die Kaiserin wird aber auf den dringenden Rath ihrer Aerzte der Vermählung ihrer Enkelin, der Prinzessin Victoria von Baden, mit dem Kronprinzen von Schweden fern Bieiben — Das Phantasiegebilde einiger Blätter von einer Annectirung bezw. Umg stal- tung der Stadt Hamburg zu einer Retchshauptstadt hat hier nur erheitert. Bezüglich des Reichstagsgebäudes können wir aber doch ernsthaft melden, daß Kaiser und Kronprinz sich von Anfang an mit Entschiedenheit dafür ausgesprochen haben, daß das Reichstagsgebäude auf dem Raczinskischen Grunostück und zwar bald errichtet werde. (Köln. Ztg.)
— Das halbvergeffene oder doch mindestens veraltete Institut der „Schützengtlden" kommt jetzt wieder zur Geltung. Seit dem neulich erwähnten Erlaß des Landraths v. Meyer zu Arnswalde haben die Schützengilden in zahlreichen Ortschaften der Mark Brandenburg Versammlungen abgehalteu und beschloffen, sich den Polizeibehörden für den Fall von Ruhestörungen jeder Art zur Verfügung zu stellen. Die Angebote sind mit Dank angenommen worden und so ist denn die selige „Bürgerwehr" plötzlich wieder auferstanden. Das Zurückgretfen aus Schützengilden und Kriegervereine zur Aufrechthaltung der Ordnung soll höhern Orts, wie versichert wird, einen sehr günstigen Eindruck gemacht haben.
— In den Tagen vom 9. bis 12. September d. Js. wird von den märkischen und baltischen Central-Vereinen für Bienenzucht bekanntlich im Schützenhause zu Potsdam eine Bienenzucht-Ausstellung veranstaltet. Die An- regung dazu ist recht eigentlich von der Frau Kronprinzessin ausgegangen, welche der für alle gemeinnützigen Bestrebungen rastlos thätige Kammerherc v. Behr-Schmoldow aufgefaßt und mit großer Sorgfalt in's Werk gesetzt hat. Die Ausstellung wird zahlreich beschickt und verspricht sehr intereffant zu werden.
Berlin, 22. August. Seine Majestät der Kaiser hat sich nach dem Diner beim Regiment der Garde-du-Corps am 19. d. M. eine Erkältung zu- gezogen, die ihn an das Zimmer seffelt. Trotzdem empfing Allerhöchstderselbe auf Schloß Babelsberg S. K. H. den Kronprinzen von Schweden, welcher darauf, einer Einladung I. K. H. des Prinzen und der Prinzessin Wilhelm zum Diner folgend, sich nach dem Marmorpalais begab.
— Generalfeldmarschall Graf Moltke ist im besten Wohlsein von seiner nordischen Reise gestern hier wieder zurückgekehrt.
— Profeffor Dr. Schliemann ist nach beendeter Cur in C^rlsbad hier wieder eingetroffen und vollendet im Kunst-Gewerbc-Museum die Aufstellung seiner trojanischen Funde. Bevor der berühmte Forscher die Rückreise nach Athen antritt, wird Seine Majestät der Kaiser sich von ihm durch die Ausstellung führen laffen.
— Aus der hiesigen Militär-Schießschule findet in der Zett vom 5. bis 15. October ein Jnformations-Cursus statt, zu welchem von jedem der deutschen Armeecorps mit Ausnahme Bayerns drei Regtmentscommandeure der Infanterie außerdem einer von der Großh. Heff. (25) Division commandirt sind.
- Der Magistrat der Stadt Altona ist Seitens der Regierung die vertrauliche Mitthellung gemacht worden, daß sie auf einen größeren Grund- stückScomplex, der zur Anlage deS Bahnhofs für die neue Lmte Salzwedel. Altona dienen sollte, fernerhin nicht mehr reflectire. Damit ist jenes Projekt das so viel Staub ausgewirbelt, wohl als definitiv aufgegeben zu betrachten' und die Altonaer werden sich wohl oder übel in die Rolle finden müllen al« Mittel zum Zwecke gedient zu haben. n ' al°
Amerika.
New-York, 21. August. Der Nihilist Hartmann hat sich vom ersten Schrecken erholt und ist nach New-Dork zurückgekehrt, wo seine plötzliche Flucht nach Canada nicht wenig Heiterkeit erregt hatte. Er hat auch wohl, solange Rußland seine Auslieferung nicht verlangt, kaum zu befürchten, daß er vec- hastet werde. Der Beschluß des in Köln jüngst stattgehabten Congreffes zur Reform und Codificatton des internationalen Rechtes, in welchem Amerika durch so hervorrgende Männer vertreten war. dürfte seiner Sache um so gefährlicher
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Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau.
Kiel, 23. August. Die „Vieler Ztg." erfährt aus sicherer Quelle, d ß der Minister des Innern eine sachverstäi.dtge Untersuchung durch den Regie- rungs-Commiffar Lorenzen darüber angeordnet habe, ob die Schiffe „SokrateS" i und „Diogenes" sich zur Aufstellung von Geschützen ohne vorherigen Umbau > eignen. Heber dieselbe Frage sei auch die Marinestatton, bezw. die Oberwerfl- ! Direction zu gutachtlichem Bericht ausgefordert worden.
London, 23. August. Se. K K Hoheit der deutsche Kronprinz ha"' ; heute die Rückreise nach Deutschland angetreten.
Washington, 23. August. Der Staatssecretär des Auswärtigen, Blaine, har heute über das Befinden des Präsidenten Garfield folgendes Tete- gnmm versandt: Der Präsident war im Stande, zu schlucken und bis zwanzig Unzen flüssige Nahrung bei sich §u behalten. Der Zustand des MagenS ist heute etwas bester, doch ist das Allgemeinbefinden ernst, wenn nicht kritisch. Der Präsident ist matt, erschöpft und abgemagert, er wiegt nicht über 125 bis 130 Pfund während das Gewicht bei der Verwundung 205 b.ö 210 Pfd. betrug. Dies Ausbleiben der Kcäftezunahme ist das einzige Symptom, welches zu Unruhen und Besorgniflen Anlaß gibt.
New-York, 23. August. In einer von den Mitgliedern der extremen revolutionären irischen Partei erlaffenen Proklamation heißt es: Der „Dynamit Council" erklärt, die Irländer seien im Stande, in einer einzigen Nacht alle Schiffe, welche die englische Flagge führen, in New-Fork, Halifax, Quebec, Melbourne, Syvney, Capetown und San Francisco zu zerstören. Zugleich wird Jedermann gewarnt, sich vom 1. Septembtr ab solcher Schiffe zu b-'biemn, welche die englische Flagge führen. — Ein Meeting ist auf den 29. August ct. nach New-Dork berufen, um diese Proklamation gutzuhetßen.
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Lokales.
Gießen 24. August [s>terbltd)(ett in Gießen). Im Verlaufe der Wocke vom 14. bis 20. August ereigneten sich hier im Ganzen 5 Tovesfäll-, wovon 2 bei erwachsenen Per Ionen, 3 bei Kindern voifamcn. Von den letzteren starb eins, nur 14 Tage alt, an allgemeiner Abzebrung, ferner ein 3jähriges Mäechen an DiphtheritiS und bet einem 8jährigen Kinde wurde der Tod durch eine bösartige Drüsengeschwulst veranlaßt. Von den Erwachsenen starb eine Person an Altersschwäche, eine an Lungenblutschlag. 0.
Gießen, 24. August. Nachdem in letzter Z-it wiederholt Klage über daS Drolchken- fulirwesen in unserer Stadt geführt worden, vetsäumen wir nicht, auf das bestehende Droschken TCfllement aufmerksam zu machen. So wurde z. B. vor einigen Tagen einem f emdcn Herrn von einem Kutscher für eine einfache Fahrt nach dem Schiff,nberg 8 Jt abverlangt und auch bezah t. (Ob der betr. Fuhrwerke b e s i tz e r diese Taxe erhalten, möge dabin gestellt bleiben.) Nach dem Tarif hätte der Herr nur JL 3.50 zu bezahlcn brauchen. Würde im eben erwähnten Falle eine nicht nummerlrle Droschke Den Herrn nach dem Schtffenberg ewfach nur bin gefahren haben, so wären 8 JL immerhin vitl zu viel gewesen. Ferner hat es schon öfters zu Differenzen hinsichtlich der Tages- und Nachtzeiten geführt. Das Reglement bestimmt, daß im Sommer d. h. vom 1. Mai bis 30. September die Tageszeit von ^7 Uhr Moraens bis 8 Uhr AbendS und im Winter vor. 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends festgesetzl ist. Abends nach 10 Uhr ist die Hälfte der Taxe mehr zu entrichten. Es dürfte ratbsam sein bei bestehenden Differenzen zwischen Fahrgast und Kutscher einfach auf § 20 des Droschken-Reglements zu verweisen. Dieser § lautet:
§ 20. Entsteht zwischen den Droschkenführern und dem Fahrenden wegen cer Bestellung der Fahrzeit, der Zahlung re. eine nickt sofort auszugleichende Meinungsverschtedenheit, io ist Erstercr verpflichtet, auf Verlangen des Fahrgastes tiejen unverzüglich vor die Großherzogliche Polizeiverwaltung zu fahren und Die Sache zum Austraq bringen zu laffen Ergibt sich, daß der Fahrgast ein gegen diese Verordnung verstoßendes Verlangen gestellt hat, so muß er die Zeiiversäumntß nach Tarif I. vergüten.
Ist aber der Droschkenfü.'rer >m Unrecht, so trifft ihn die verwirkte Strafe und er kann für die durch die Erledigung des Streitfalles verursachte Fahrt, rcsp. Zcitversäumniß, keine Vergütung beanspruchen Der Fabrgast ist tn diesem Falle nur verdunven, die tarifmäßige Gebühr für die von ihm bestellte und von dem Droschkenführer ausgeführte Fahrt, welche zu dem Streitfälle Leranlaffung gegeben hat, zu entrichten. —
Auf alle Fälle dürfte es sich aber empfehlen, bei jeder Fahrt den im Wagen hängenden Tarif zu Rathe zu ziehen.
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Vermischtes
— ^Feuerversicherung.) Ein Studio war in den Besitz von 2000 Stück Cigarren ge- I kommen, — eckte Havannas. Er versicherte dieselben bet einer Feuerkaffe und verrauchte sie I redlich. Als auch die letzte zu Asche geworden, beantragte er bei der DersicherungSkaffe dm | entsprechenden Schadenersatz. Man lachte ihn aus, aber er blieb dabei, worauf die Kaffe sich I zur Zahlung bereit erklärte, aber mit dem Hinzufügen, daß sie dm Henn Studio wegen Btand- | stiftung verklagen werde.
— jHöflichkeit.j Ein biederer Sachse aus einer Provinzialstadt kommt nach Berlin. Dom vielen Seben müde, will er sich durch etwas Besonderes stärken und bestellt sich in einem feinen Restaurant „Hasenbraten". Derselbe wird ihm gebracht, doch strömt das Häschtn einen so starken Haut gotit aus, daß unser Kleinstädter bedenklich daran berumschnüffeit Der auf- wartende Kellner eilt, als er die Vcrlegenhejt des Gastes bemerkt, sofort zurück und fragt mit unschuldiger Miene: „Ist der Hase wohl nicht gut, mein Herr?" — „Ach, Hern Se. sehn Se." erwiderte schüchtern der Gast, „Tut und weech is er — aber nähm' Se's nich tbel — das Dhicrichen muß se in etwas getreten sein."
— ^Verbesserte Locomotive.j Vor einiger Zeit ging durch viele Blätter der Bericht einer neuen amerikanischen Lokomotive, welche im Stande sei, nicht blos auSnabmswe:se wir ihre europäischen Schwestern 96 Kilometer die Stunde zurückzulegen. Diese Locomotive fäbn nun mit dieser Geschwindigkeit, ohne daß bis jetzt rin Unfall sich ereignet hätte, zwischen New Jork und Philadelphia. Neuerdings bestellte nun der bekannte Torpedo-Ecfindcr Oberst Roberts bei den Baldwin Locomotive Works in Philadelphia eine Maschine, die 128 Kilometer — etwa so weit wie von Frankfurt nach Stuttgart — in sechzig Minuten durchrasen ssll. Wir wünschen dem Obersten zu seiner Erfindung alles Glück, bezweifeln tndeffen daß selbst der Jankee, der gewiß das bekannte Sprüchwort time is money zu beherzigen weiß, fein geliebtes „Ich" der Gcfabr, auf diese Weise durch die Wc' zu kommen, aussetzen wird. — Noch vor einer anderen Erfindung wird berichtet, die ihrer Originalität wegen Erwähnung verdient. Es ist dies eine kleine Maschine, welche auf den Schienen dahinrollt und dabei Eis und Schnee wegschmilzt. Die Räder drehen sich nämlich in einem mit Kohlen stark geheizten Ofen un? werden nach einigen Minuten glübend. Es ist dies ein wirklich praktischer Gedanke, der volle ; Beacktung verdient und ebenso praktisch wie der ebenfalls amerikantiche G.-danke, Reisekoffer mit Rollen zu versehen, eine Erfindung, die bis jetzt noch wenig Eingang bei uns sich ver j schafft hat.
Für Schafzüchter. Ueber Erkranken 6er Schafe nach Lupinenfütterung liegen , : wiederholte Erfahrungen vor. Man hat — nach Löb's „Fortschritt" — unter Anderem die Erfahrung gemacht, daß die Krankheit lediglich die Folge der Verabreichung von in 1 ! Schweiß befindlichem Lupinen-Heu gewesen, ein neuer Beweis, daß man Lupinen nicht ein I ■ scheuern dürfe, sondern in kleinen Mieten im Freien stehen lassen muffe. — Was die I i Lupinenkörner anlangt, so wies Schütz darauf hin, daß man sich meist nicht klar mache, | welch ein außerordentlich nahrhaftes Futter die Lupine sei, und wenn man sie ungedroschen,!
7ie Ibiere ech
damit füttere, verabreicht wer!
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