Ausgabe 
25.6.1881
 
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-r*. 1MM. Samstag den 25 Juni 1881

Kichener 12(ir>eigcr

Aüirigc- unb Amtsblatt fnr btn Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Bureau t Schulstraße B. 18.

ftreil vrerl6jLbrlich 2 Warf 20 Pf. mit vrmgerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung.

Die am 16. L MtS. von uns angeordnete Sperre der DahnhosSstraße wird hiermit wieder ausgehoben.

Gießen, den 24. Juni 1881. Großherzogltche Polizetvenvaltung Gießen.

p Fresenius._____________________

Nkarr-Conferenz: Montag den 27?d. M. Zusammenkunft auf dem'Schiffen berg.

Lang-GönS, bin 23. 3unil88L

Arankreich.

Paris, 22. Juni. Nachrichten ani Marseille zufolge «st die Stadt wieder vollkommen ruhig. Mehrer, italienische Familien seien im Begriff nach Italien zurück,ukehren. Dem .Tempi" wird aus Tunis elkgraxhir . daß der Intendant des Bin sich mit Werthsach.n .n da« englisch. Consulat g^ flüchtrl habe. Der Bev verl:nze von ihm die Rückerstattung einer ihm en», wendeten Summe von einer Million und R.chnunzsablegung für mehrere Jahr..

England.

London, 21. Juni, et Mnifll. Hoheit d.r Großherzog von H.ffni find nach sehr günstiger Uebersahrt von Ostmde nach Dover heut. Abend hier angekommen und in Marlborough-House bei Sr. «onizl. Hoheit dem Prinzen von Wales abgestiegen; Donnerstag werden «* »inifll. Hoheit sich »um B-- ,u»e ra-b W ndsor Castle begeben, wo Ihre Majestät die Königin mit den Prinzessfinnen Victoria und Elisabeth am nächsten Mittwoch von Balmoral ein treffen.

Nußland.

Petersburg, 22. Juni. Das .Journal de St. Petersbourz" wendN sich gegen die _D°üv N.wS" und sagt, dieses Blatt habe sich früher durch eine gewisse Mäßgung, durch Takt und politisches Verständn.ß ausgezeichnet, scheine aber alle diese Eigenschaften verloren zu haben, statt die Leidenschaften »u besänstiani und den Frieden zu fordern, suche das Blatt nur Lomplicatio- nen berbe,zuführen und bring« mit verstellter Leichtgläubigkeit allarm,rende Nachrichten über die russische Politik bezüglich Centralafiens aus Wien und Berlin trotz der Dementis seines hiesigen Correspondenten. Der Leitartikel der D-'lY News" vom 17. Juni über die bulgarischen Angelegenheiten ver- d>nie" die strengsten Dorwürfe. Das ssi Aufreizung zur Revolte, zum Bur. «kriege, »ur Aufwieg-lung des Orients. Das Journal utirt weiter eine Depesche der Daily News" vom 16. Juni aus Berlin, welche behauptet, daß man in Berliner osficiellen Kreisen fest überzeugt sei, Rußland wolle sich um jeden Preis des Fürsten Alexander entledigen. Das Journal bemerkt dazu, das sei mehr als eine geschmacklos« Erfindung. Die russische Regierung habe loyal durch ihre kategorisch-, ofsicielle Note ,mRezrer.-Anz. dm bulgar,. schen Volke den von ihm einzuschlagenden Weg vorgezeichn-t nämlich d-n Weg des Zusammengehens mit seinem Fürsten. Man thue, als ob man dieEiisten- d'.eser kategorischen Manifestation vergefien habe und bemüh« sch' Sl<wben zu machen, der Fürst Alexander sei verlassen und seinen anarchischen Widersacher«

Wege, insbesondere di. Herst.llung weinähnilchrr Getränk, uni» Verwendung von Säuren ober säurehaltigen Stoffen, namentlich Weinstein, Weinsäure oder Tamarinden, Glycerin oder ätherischen Substanzen, sowie die Umwandlung von Weißwein durch Verwendung von Farbstoffen in Roihwetn in s Auge

Main», 22. Juni. Rach dem Vertrag vom 20. Mai 1880, welcher von Setten der Stadt Maicz mit der Militärbehärve abgeschloffen wurde, beir. die Reguiirung de- Rhetnstromes vom kurfürstlichem Schlöffe bis unter- bald der Jnmlheimer Aue. geht das «real der drei auf der Ingelheimer Aue liegenden Schanzen in dem Zustand, in welchem sie sich zur Zeit befinden, als freies, miliiänsiberseits nur durch das Rayongefetz beschränktes Eigenthua, in den Besitz der Stadt über. Doch hat für diese« Gelände die Stadt Mainz einen Natural-Srsotz na» örtlicher Wahl des F-stungs-Gouveinemenls zu leisten, und zwar der Art, daß dieser Ersatz, im Falle derselbe auf der Jngel. Heimer Aue beansprucht wird, durch den Austausch von Flächen gleicher Größe bewirkt wird. Da nunmehr diese drei Schanzen in den faktischen Besitz der Stadt Mainz übergegangen find, die Stadt Mainz aber den ihr obliegen­den Naturol-Eisatz für das Schanzen-Areal noch nicht geleistet hat, so erhält v,e ununaTDrvv.vt. T Kt^Slladtoerordnettn-Dersammluna,

ttn ausgefallenen Pachterlös für die Schanzen ~

ttT Terratnaustausch sactsch vollzogen ist. In der geheimen Sitzung der Stadtverordneten Versammlung wurde der Beschluß gesaßt, der Bürgermeisterei »um Zweck« der wirksamen Handhabung des Reichsgesetze» vom 14. Mai 1879

d" Untersuchung der Nahrung«- und Genußmillel für °°r,unehmend. "/mische Analysen einen Er.dit von 600 zur Verfügung zu stellen. Gleich- >,itig wurde beschloffen, di« schon ftüher angeregte Frage drr Erich ung einer »<m,scken Untersuchungs-Siation einer ernnierten Prüfung zu unterziehen, und sollen demnächst darüber Vorlagen gemacht werden.

Vevtschland.

22. Juni. Durch Muiisterialveifügung fmb die Local.

,. des Großberlcgthums angewiesen worden, unter Benutzung der

L", Herstellung ^und den Verkauf verfälschter Weine, welche unter Tau chung des Publikums in den Handel gebracht werden, auch wenn b« in einer nicht gesundheitsschädlichen Weise vorgenommen ist. In letzterer Be cutt eg (n der Verfügung, werde eS fich empfehlen, daß die Polizei' b/hörden zunächst die Weinvermehrung und Weinfabrikation auf sog. kal em

Zur Lage in Rußland.

ES ist wieder still geworden, seitdem LoriS'Melikoff dem russischen Reche den Rücken gekehrt; man vernimmt nichts mehr von Neuerungen und Resorm- xlänen. 2S wird im alten Styl weiter regiert. Der Biwets dürfte nunmehr erbracht sein, daß die Partei des Szaren In keir.r Weise säbig ist, die G-sur.. düng des so schwer erkrankten Staats- und Gesellschaftskörpers auch nur an- »ubahnen. Die Männer, welche den Czaren umgeben, find einesthetis nicht gesonnen, fich den «nsorderungen der Zeit anzub.qukmen, und zum Anderen find sie nicht fähig, reformatorisch aufzutreten. Alexander III. selbst, dem offenbar die «rast zur Initiative fehlt, schwankt unsicher hin und her. Das autokratisch. System verlangt aber ein. PnsL>Iiä-k-il, b" Staa swann und Militär, Herrscher und Regent zugleich ist, und die einfache milnänsche Cr ziehung, die «l.xander III. g.noffeu hat, dürfte acht d»alfl"n paatsn ännischen Talente zur Geltung zu bringen. Oder sollte der Lear .in schärferer Denker fein, al« All- glauben? Sollt, er bt* russischen Zustände so genau kennen, daß er die Ueberzeugung besitzt, aus seiner ..ach-

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man in Verwirrung gerathen, weil man nt* mlt einat Wort, rath- wa« links, wer «och und Selln.r 'P - bofiffen, menigstens los! Sonst hätte "°" b°ch siter sch " wle^clwa die atministrative einige der verhaßtesten dispottsch-n ° nfceI n. ist die beiüch-

Verschickung nach Sibirien, abzuschaffen. worden und mancher

Ugte' .dritte Ab.he.lung" wenigste.orm.ll o 8 W an b,n b

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walt über die Resultate b.r.cht.p bt* «n« m ergeben

ihm vorgerommene Untersuchung d ®« Btnd)lel, wie Anwendung der hat. Es werden da hawrstiLubende a. 8 mehrfach die Meinung

Folter, Ermordung der G.sang.nen ms. »- 8ntf v.r-

geäußert, der Brt:s fe* a?®^D|?n'b *p schließlich muß es doch unschwer zu öffentlich» hat, ist un'«ruckwo.nud'chl..tzl,ch ^eilLusig

corstatiren sem, ob b« Brief « 8 anderen Orten schon

.nthält der Bries auch mchts afnn wahr sein sollte,

gemelbet troibeTi .ft- befitlbrn aßaesetzt woiben ist, so wiib bet

daß der b-.r. e'-^altt:<%na?*t6^Än8 zu vermehren und bt* Brief nur bazub'itragm, . a ng ber fo vielfach angegriffenen Miß- Ueberzeugung b man kem. Abst^^ g dringen. Wahrlich

bräuche zu «warten h . , mit tem Feuer zu spielen und es

tn Rußland hat m ^tz^k b(t Unzufriedenheit mit tem herr-

snn,m ,mmer größer würde. Die regierenden Panslav.sten, Jznatiew

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