Vurcan: Schulfiraße B. 18.
®rf4rint täglich mit Ausnahme bH Montags
Chr. v. Gluck.
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den Neben«! iieser gesclte
L. Spohr.
R. Schumann. j- Gordigiani L Brahms.
j. van BeethoTei
zahlreich unterstützten Antrag etvzubrmqen, wonach unter Aushebung des Prtn- cipS de- Unterstützung-Wohnsitze- die Heimath-berechtsgung wieder zur Grund» läge der Beziehungen zur Gemeinde gemacht wird. ES läßt sich kaum anneh» men, daß Herr von Varnbüler einen solchen Antrag stellen würde, hätte er sich nicht vorher versichert, daß er einen guten Boden finden wird, so sehr der Antrag auch mit den früheren Ansichten der preußischen Reg'erung u. «. contrasttrt. D
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'' MendeluohD. Bartholdy.
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KranKreich.
Van«, 22. März. In der Thierarzneischule von Lyon halten die Zöglinge beiselben sich fdion seit längerer Zeit über den klerikalen Druck, den einer ihrer Professoren, Namens Pouget, auf sie auSübt, beklagt. Vorgestern kündigten sie den Gehorsam aus und durchzogen den Garten, indem sie au«, riesen: „Nieder mit Dtrector Ehanveau I Nieder mit Pouget!" Sie zogen sick hierauf in ihre Zimmer zurück, wo sie sich verbarricadirten und dann schließlich die Fensterscheiben einschlugen uov das Mobiliar ihrer Schlasstuben in den Hof warfen, bis zuletzt der Director die Polizei und Militär herbei, rief, welche die Schlafzimmer besetzten und die Zöglinge verhafteten. Der Präfekt, welcher sich ebenfalls etngrsunden, berichieie sofort an den Unterrichts. Minister, und man erwartet die Befehle desielbeu, um weiter, Maßregeln zu ergreifen.
Nußland.
, Vrfertbutfl, 22. März. Der „Golos" publicirt einen Brief des Prosestor Marten«, welcher die moderne Ciotlisation und den »önlgsmord 6c banbelt. Der Bries kommt zu dem Scklufie, daß e- nothwendtg sei, da- un» beich'ünkte Aiylrecht auszubeben und aegen einen bestehenden Zustand Verwah. rung ein,ulegen, der die Schweiz, Frankreich und England zum Heerde der Operationen gegen das Leben der Monarchen und gegen die Regierungen fremder Länder mache. Die Etnltsation und das Wohl der Staaten erheische die Aufhebung diese- Zustan'es der Dinge; Rußland rechne auf die anerkannte SolldariiLt der Inie'tfsen aller Lä> der.
Der Kronprinz von Dänemark Und der russische Botschafter in Berlin v. ^»aburoff, sind beute Abend hier etnaetroffen.
«rlegraphische Ptpescheru
Wolfes ttlenr. (ksrrespvLseuz-Boreau.
Berlin, 23. März. Ter Reichstag erledigte in unerheblicher Debatte die dritte Lesung einer ganzen Reche von Spec'aletat-. t5c\ den Einnahmen aus den Zöllen andren Derbrauchsfteuern begründet Adg o. Benda seinen Antrag, daß nämlich bie jur Durchführung des Zollanschlusses von Altona erforderlichen Kosten, soweit sie nicht Staaten zu decken sind, der Genehmigung des Reichstags bedürfen, staats,ccntar Lchol; bekämpft diesen Antrag und rechtfertigt autz der Tradition des Zollvereins, welcher durch die Reichsverfasiung nicht alterirt fei, sowie aus der Reichs- °^ung selbst die Auftastung der Regierung, daß die Kosten des Zollanschlustes led-gltch vom BundeSratde zu bewilligen seien Delbrück hält nach Erlaß der ReichS- vernaf'ung die Zrabihon des Zollvereins nicht mehr für maßgebend und befürwortet auf Grund der von «hm gegebenen historischen und juristischen Ausführungen die An- veNagt bC8 ^"da'chcn Antrages Die Debatte wurde hierauf auf Donnerstag ^1,^."(.dudget Commission nahm den Antrag der Abgg. Rickert und v. Benda m't gegen 9 LNmmen an; ders lde verlangt, in den Etat einzufügen: Die AuS- aaben für die Emverleibung Altonas in das Zollgebiet unterliegen, soweit sie nicht von »<n Wftaoun ju Wen finb bcr 8(w.alflunB M Refchtztages. FürbcuAntraa ftimmun bie Kat-onaUtbaalfn bet jonilritt, bie Secession,,en unb bas Sentrum gegen denselben b«e beiden konservativen Gruppen *
— T,e SZationaljettung- tt fährt, brr Reichskanzler habe dem Abo v. Sarbotff gegenüber m bcr,s,age bes Ludgeirechis bes Re chstags in btr Zollanschluß-Anseleaen- be,t ernart baS tXedjt ber Sunbesregierungen gegen jeden Beschluß bes jetzigen Reichs tags unb iebes,kun,t,gen Re,ch-iags aufrecht etbalten zu wollen, auch wenn miebtrfcolu Austösungen notbrg werden sollten.
. . ~ D e .Prooinz'al-Eorrespondenz' sagt, indem sie das Rundschreiben, welches
der.Letter der auswarfgen Angelegenheiten in Petersburg, d. Giers, an die BeNrNer Ruslands :m Auslande unter dem 16. dS. erließ, reproducirt, dastelbe habe durch Inhalt und Ion überall einen sehr günstigen Eindruck hervorgerufen.
. " 7 ®ie -D-oo nzial-Correspondenz" reproducirt ferner die Kundgebungen der izreude der Revolutionäre all.rpänder über das Gelingen des Mordversuchs in Petersburg als bezeichnend für das Wesen und Treiben dieser Parteien.
London, 23. März. Nach einer Meldung des „Reuter'fchen Burea.s' aus Newcastle von gestern würde die kön gl che Commission sich in Heidelberg verfammeln; General Wood beg ebt sich morgen dahin, der Präsident des Oranje-Freistaats, Brand, befindet sich noch im Lager der Boers. General Wood und die Vertreter der Boers würden morgen eine letzte Zusammenkunft haben, um sich über gewisse Fragen zu verständigen, eine friedliche Lösung werde aber nicht mehr bezweifelt.
Die Sache selbst ist wichtig genug, um die Motive de» Herrn von Varn- büler, dem selbst feint Gegner zugestehen, daß er auf dem Gebiete deS Hei- mathwesen« und der Armenpflege zu Hause ist, zu hören und zu würdigen. Der Antragsteller hot die Ueberzeugung, daß Verwirrung, Unbehagen und Un. zufriedenheit auf diesem Gebiete bestehen und zieht daher die Gesetzgebung vor welche früher in einem großen The,le Deutschland« galt und in Bayern noch "ad> bet Jeder sein Heimath. (Armen.) Recht so lange bebält, als er es ni$t durch Aufnahme in ein andere« verliert. Durch die Heimathtbcrechtigung, meint Herr von Varnbüler, werde die Frage, wem die Armenunterstützung obliege, einfach und klar; es vermindern sich die Fälle des Streite« und der provisorischen Unterstützungen, ehe nach erbittertem Stre t der Tefinitiv-Ver. pflichtete ermittelt wird. Die Freizügigkeit bleibe gewahrt, der Wandernde begegne nicht den Schwierigk.iten, die ihm gemacht weiden, damit sein !än. geret Aufenthalt keine Unteistützung«.Ansprüche begründe. Der „Arme" finde m ter H imath die Unterstützung und menschliche Theilnahme, da er dort bekaunt und verwandt sei; gleichzeitig kämpfe «r so lange als möglich gegen die Verarmung, deren er sich daheim schäme. Ferner Hot der Armencerband der Heimath das Jntereste, die veimözenSlose Jugend in gute Bahnen zu leilen, sie erwerbsfähig zu machen und demgemäß ihre Erziehung zu beein» nUstsn. In Süddeutschla d findet man daher behördliche Unterstützung bei der Wahl de« Beruf«, Auswahl bcr L'hrherren, Unterstützungen bei Bezahlung ^s «ehrgelde« u. f. w. Die« regt die PrwatwohltdLiigkeit an, wie vielfache Stiftung! n beweisen. Im Falle wir.hschafillcher Ikrisen und Maffenvtrarmun. gen kann eine einzelne bedrängte Gegend nicht überlastet werden, sondern e« Mrtbeilt sich die Pflicht zur Unterstützung auf bie Streife, au« denen der Zuzug stattfand, und dadurch Irernt man da« Proletariat, beseitigt die entsittlichende Gemeinschaft der Roth mit ihren Gefahren und leitet sie in ruhige Bahnen m denen eine Wiedererstarkung der Individuen und Hebung der Familien möglich ist. 0
Dies führt Herr von Varnbüler zu Gunsten de« Heimathrechts statt des avf den Aufenthalt begründeten Armenrechi« an. Im Grunde stehen sich aber Heimath und Aufenthalt nicht so schroff gegenüber. Zwei Jahre Aufenthalt begrui-den eben eine neue Heimath; der Unlerstützungewohnsitz ,st ein neues Heimathsrecht. Aber eine erneute Berathung der Frage, welche sich um die Dauer dreht, in welcher btr UnterstützungSaohnsitz erworben wird, ist nicht uvzeiigemäß, und darin stimmen alle M,nschenfreunde überein: Das Hei- matbtrecht muß klar sein — es muffen auch für die strittigen Fälle einfache ^orm.'N und tdiueUe EiUscbeibunaen gisch ffen werben.
Unterstützungswohnsitz oder Heimathsrecht I i'tzt mehr noch ali die Schwei, als Sammelplatz aller unruhignt, überspannten Freiherr von Varnbüler, so meldet man, beabsichtigt im Reiche,gge einen zu betrachten; namentlich feit Begnadigung der Lommnnard« ist Pan« ick. unterllüpten «nt.™ a ...... -..-u.t ... ein Sammelplatz der aufrühttschen Geister. Die repubiikanficheR.gi.ruwg ist
zu schwach, um gegen den jetzt doppelt übermüthtg gewoidenen Unsug bet Um. sturrpaNeien einzuschretten unb in Pari- wird mit btr Preßfreiheit ber gröbste Mißbrauch aetrieben; bie Stimme ber Pariser Blätter aber reicht weiter al- bie Heinen Bläiter der Schweiz. ES ist also nicht aufrichtig, wenn man bie Schweiz als S'p be- UebelS bezeichnet.
« m Hoffen, 22 März. ES wird für manche Eltern, bie Sühne auf Gvmnafien oder Realschulen bab,n. von Interesse sein, zu hören, baß neuerbingS baS SriegSministerium im Ar.schluß an eine frühere Ltrfügung be- EultuSministiriumS denjentgen Unter«Secunbonern, die im Januar 20 Jahre alt werden, ohne das Zeugniß zum E njährig-Freiwilligen erlangt zu haben, no* die Mögl chkeit eröffnet, diese- Ziel zu erreichen. ES find nämlich die Lehrercollegien ermächtigt, solchen Schülern, die höchst wahrscheinlich bi- Ostern fich dieses Zeugniß erwerben werden, schon vor dem 1. Februar die Berechtigung zu ertheilen.
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Berlin, 22. März. Mit ung.tbdlttr Btfrltbigung wirb man es aUtnlbalbtn, wo D.uischr roobnen, brgtüßl habtn, wie unftre jungt Flott« ntuttdlngs an «inet fernen «üste gezeigt hat, baß ungestraft deutfche« E^gen. !hun> nirgtnbe in der Welt imhr angetastet werden darf. Die Zetten find vorüber, wo die deutsche Flotte für eine Piraien.Flott« erklärt wurde und Deutschland selbst so wenig sorge zeigte, seine Unterthanen in der Fremde zu schützen, daß es stine Flotte, wenigstens die besch'itenen Anfänge dazu an den Meistbietenden öffentlich versteigern ließ. Wie osficiell bekannt gegeben wurde hat Sr. Majestät Schiff .Victoria" daS I berische Seeräuber.iest, dessen Be^ vohner das an der westafrikanischen Süste gebrandete deutsche Schiff kkarlos" ,«plündert hatten, zerstört, neun Gußeln an Bord genommen und die'liberische »egirrung, mit welcher der deutsch« Eapitän DttoiS da« Sinvkrnehmen auf. «cht »hielt, veranlaßt, in drei Monaten 2000, in «wem halben ^abrt MOO Dollars zu bezahlen.
— Die Unthat in Petersburg unb bei steche Jubel, womit ber Meuchel, vord von ber Partei des Umsturzes in allen Ländern aufgenommen wurde, tat Deranloffung gegeben, den G'dark'n an gtmetnschastliche Maßregeln der liegierungen gegen di« intkrnotionalen Rchilisten wiedrr aufzun«hm«n. Rament. Iich die russisch« Preffe spricht fich in d.esem Sinne aus. Die „Reue Zett" verlangt Anwendung von Represfivmaßregeln gegen die Schwitz, well diese die Uhilisten beherbergt, Abbruch diplomatischer Verbindung, Ausweisung der Schweizer, Doppilzoll der Schweizer Waaren u. s. w. Tie Schweiz" wird dcri jeher in Anspruch genommen, wenn die rerolutionären Parteien fich regen denn man verdenkt chr das Asyl, welches sie den politischen Flüchtlingen aller r srt" ^e6t bic ^chEktz in dieser Hinsicht nicht anders
da als England, und der Unterschieb ist nur der, daß fich kein Staat so leicht wird, an bas mächtige England das Ansinnen zu stellen, die p,li. I tt chen Flüchtlinge auszuweisen oder auszuliefern. Die Erfahrnng hat ael.brt daß solche Anforderungen vergeblich find; aber auch Fr^kr^ P namentlich
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Frkitaq den 25. März i ssi
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NMt- llil- Amtsblatt für hen Kreis Gichn.


