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Hamburg, 20. August. Die in der Maschinenfabrik auf der hiesigen Rethnstteg-SchlffSwerst neu erbaute Corrette ist heute Mittag 12% Uhr glück­lich vom Stapel gelassen wo.den und erhielt bet der rom Bürgermeist«r Dr. Ktrchenpauer vorgenommenen Taufe nach der Großherzogin von Mecklen- burg-Schwertn den NamenMarie." Die nach vielen Taufenden zählende Zuschauermmge begrüßte daS stolze Schiff mit Hurrahrufen.

AranLreich.

Paris, 19. August. In einem an die Wähler des 20. Arrondissements gerichteten Wahlmantfepe erklärt Gambetta, er wolle lediglich von ihnen ein legislatives Mandat erhalten, um die Politik des Fortschritts und der Wieder- aufrichtung verfolgen zu können. Das Manifest schlicht mit den Worten: Immer vorwärts ohne Erschütterung und ohne Gewaltsamkeit, niemals rück­wärts das ist Euer Wahlspruch und auch der meinige. Beharren wir dabei für die Republik und das Vaterland l

AtaNerr.

Rom, 20. August. DieGazetta ufficiale" schreibt: Da die Partei- agitatton vermittelst der Meetings gegen das Garantiegesetz fortdauert, hält die Regierung eine offene Kundgebung ihrer Ansichten für angebracht, um Illu­sionen und Ungewißheiten zu zerstreuen. Die Regierung achtet das Versamm- lungs- und daS PetsttonSrecht; sie verhindert und löst öffentliche Versammlungen nicht aus, die den alleinigen Zweck haben, den Einfluß eines Gesetzes auf die allgemeinen Internen des Landes oder die Frage zu dtscuttren, ob es gerathen sei, bet dem Parlamente die Abänderung oder Aufhebung dieses G.setzeS zu beantragen. Die Regierung hält sich aber für berechtigt und verpflichtet, gegen Versammlungen einzuschretten, welche zu ungesetzlichen oder die öffentliche Ord­nung und die internationalen Beziehungen bedrohenden Thatsachcn ausarten. Fest entschlossen, die Sicherheit deS Papstes, seine Unabhängigkeit und geistige Souveränität ganz und wirksam zu schützen, wie die Angriffe auf die nationale Einheit und Souveränität zu unterdrücken, mißbilligt und beklagt sie die Mee- ttngs alS gefährlich für die höchsten Interessen des Landes und erklärt sie, daß sie daS Garanttegesetz aufrecht erhalten und sich somit tn Uebereinstimmuttg halten wird mit den im Jahre 1876 tm Namen der zur Gewalt berufenen Linken formulirten Erklärungen, wonach die Garantien, obgleich sie eine Sache der inneren Ordnung, der freiwillige Ausdruck deS nationalen Wtllms sind, dennoch die Natur der organischen Gesetze angenommen haben, deren Wirksam- kett von ihrer Stabilität, nicht von der Annahme oder der Zustimmung eines Andern abhängt.

Kußland.

Petersburg, 20. August. Der Minister des Innern hat dem am 13. ds. begründeten an Stelle des suspmdtitenGoloö" erscheinende» Blatte Rowaja Gazeta" die erste Verwarnung ertheilt und ihm den Einzeloerkauf entzogen. Motivirt wird diese Maßregel durch gesetzwidrige Aeußerungen über die Preßfreiheit, sowie durch di« Solidarität derRowasa Gazeta" mit demGolos."

Türket.

Konstantinopel, 19. August. In dem von der Türkei an Griechen, land übergebenen Distrtct von Arta verweigern die christlichen Landleute, wei­terhin an die mohamedanischen Eigenthümer der von ersteren bebauten Gründe die bisher zu Recht bestandenen Abgaben zu leisten. Es wiederholt sich da nur dieselbe Erscheinung, wie sie sich In allen der türkischen Herrschaft ent­ledigten Gebieten gezeigt hat. Die Christen glauben den Spieß umkehren, sich selbst zu Herren aufwerfen und die Türken zu ihren Sclaoen machen, Haupt, sächlich aber ihren Besitz sich onetgnen zu sollen. Wie überall das energische Einschreiten der Autoritäten hingeretcht hat, die Türken tn ihrem Rechte zu schützen, so wird cs auch in den nunmehr an Griechenland übergehenden Terri- torte» der Fall sein. Man darf also nach wie vor auf die unbeirrt friedliche Durchführung der türkisch - griechischen Grenzregulirung umsomehr rechnen, als die griechische Regierung bereit« entsprechend« Maßnahmen tm Distrtct Arta getroffen hat.

Amerika.

Washington, 19. August. Da- heute Abend 6 Uhr 30 Mtn. ver. öffentlichtc Bullettn meldet: Der Präsident Garfield hat den Nachmittag gut verbracht, das Allgemeinbefinden ist günstig. Die Drüsenentzündung, welche noch nicht gehoben ist, verursacht keine Schmerzen. Puls 106, Temperatur 100, Respiration 18.

Ncw-Bork, 18. August. Der .Heralv" veröffentlicht ein Schreiben Hartmann's, m welchem derselbe erklärt, er sei nach New Pork zurückgekehrt, um eventuell daS Asylrecht vor den Tribunalen auf bie Probe zu stellen. Hartmann beklagt sich ferner, daß er beständig polizeilich überwacht werde. Heute gab derselbe in dem Bureau des höchsten Gerichtshofes die Erklärung ab, daß er beabsichtige, amerikanischer Bürger zu werden.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'« telegr. Korrespondenz > Bureau.

Paris, 21. August. Die Wahlen zur Dcpntirtenkammer sind hier in ?°nr^tn|1<r Dlb',u,i9 v" sich gegangen. In Bellevtlle war btt Anbrang der Wähler «in maffenhaster, eS herrschte aber bk vollständigste Ruhe.

.. wl^arest, 21. August. DerRomanul" sagt: Seit einiger Zeit greifen österreichisch-ungarische Blätter mit wetteifernder Heftigkeit die rumä. nische Regierung, die Ration und den König an, indem sie sich auf salsche Gerüchte stützen, deren Unwahrheit ihnen bekannt sein dürste. Da« acnannte Blatt behält sich vor, diese Angriffe zu geeigneter Zett zu beantworten.

Petersburg, 21. August. DieRowaja Gazetta" macht tn ihrer heutigen achten Rümmer bekannt, daß sie zu erscheinen aufhört.

Paris, 22. August, Vorm. Bis jetzt ist das Resultat von 250 der gestrigen Wahlen bekannt. (In Frankreich wird, wie ja wohl bekannt sein dürste, nur an Sonntagen gewählt). Von diesen 250 Wahlen entfielen auf die Republikaner 201 und die gegneri­sche Parteien 20, bei 29 Stichwahlen gewannen die Republikaner 28; die Bonapartistcn verloren 4 Sitze. Wiedergewahlt wurden der Minister Constans, Bischof Freppcl, Fcrry, Cochcry, Choiscul,

Marcöre, Rouvier, nicht wiedergewahlt Leon Renault (der frühere Polizeipräfekt von Paris), sowie der Minister Bardour. In beiden Belleviller Wahlbezirken wurde Gambelta gewählt. Im ersten Belleviller Bezirk erhielt Gambetta 4519 von 8904 Stimmen. Sein Gegenkandidat Lacroir erhielt 3536; im zweiten Belleviller Wahlbezirk erhielt Gambetta 4895 von 10,046 Stimmen. Sein Gegenkandidat Rcvillon erhielt 4116. Gambetta siegte hier mit nur einer Stimme über die absolute Majorität.

Lokales.

Gießen, 22. August. Heber die Feier des 50jährigen Dienstjubiläums des Herrn Lehrers Römer brachte zwar derWegener Anzeiger" schon eine kurze N^iz, iS kj aber über den Verlauf desselben noch Einiges hier mitgetheilt:

Am Morgen des 13. August begaben sich Deputationen des Stadtvorstandetz, sowie des Kirchen- und Schulvorstandes, der Lehrer und früheren Schüler in bic Wohnung des Jubilars, um ihm zu gratuliren. Hierbei wurde demselben durch Herrn Bürgermeister Br amm im Namen der Stadt ein prachtvoller Pokal überreicht, ebenso von früheren Schülern Geschenke und von Seiten der Collegen em Sessel. Das Großh. Oberconsistorium, sowie das D.kanat übersandten Beglückwünschungsschretben, in welchen die Leistungen des Jubilars heroorgehoben wurden Mittags 1 Uhr versammelten sich die Mitglieder des Stadt- und Schulvorstandes, Lehrer, Freunde und Angehörige des Jubilars tm EafL Ebel, wo nach einer passenden Ansprache Herr Kieisschultn,peetor Büchner demselben als Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste den Verdienst­orden Philipp des Gcoßmüthigen überreichte. Bei dem folgenden Fenmahl, das durch Toaste aus S- K. H. den Großherzog, den Jubilar und dessen Familie, die Kreiüfchul- Commission, sowie den Stadt und.Schulvorstand rc. belebt war, kamen auch poetische Grüße und Glückwünsche durch Telegramme, sogar aus Paris von einem früheren Schüler, zur Mittheilung. Der Verlauf de- ganzen Festes war ein recht gemüthlicher.

Gießen, 22. Aug. Aach einer gedruckten Zusammenstellung des Vorsitzenden des Landes-Ausschusses der Hess. Feuerwehren, Herrn Earl Justus in Darmstadt, bestehen im Grojcherzügthmp Hessen gegenwärtig 99 freiwillige Feuerwehren, von welchen 315 Spritzen nebst Gerüchen bebirnt werden, und zwar:

In der Provinz Starkenburg: 51 Feuerwehren mit 3003 freiwilligen und 3179 Pflichtfeuerwehrmännern, mit 27 Saug-, 31 2rüdr, 70 4rädr., 21 kleinen, zusammen 149 Spritzen;

In der Provinz Oberhessen: 23 Feuerwehren, mit 1994 freiwilligen und 2293 Vflichtfeuerwehrmännern mit 17 Saug-, 8 2rädr., 33 4rädr., 8 kleinen, zusammen b6 Spritzen;

In Rheinhessen: 25 Feuerwehren mit 1279 freiwilligen, 1631 Pflichtfeuerwehrmännern mit 30 Saug, 20 2räbr., 26 4rftbr., 24 kleinen, zusammen 100 Spritzen.

Es sind demnach im Großherzogthurn vorhanden: 99 Feuerwehren mit 6276 frei­willigen, und 7103 Pflichtfeuerwehrmännern mit 74 Saug,- 59 2rädr., 129 4räbr., 53 kleinen, zusammen 315 Spritzen, wobei bemerkt wird, daß die freiwilligen Feuerwehren zu Bingen, Laubenheim und Finthen im Verzeichnis; noch nicht aufgeführt sind. Rach der Statistik von 1879 bestanden im Ganzen 65 Feuerwehren mit 4400 freiwilligen und 4928 Pflichtfeuerwehrmännern mit 55 Saug-, 61 2rädr., 71 4rädr., 45 kleinen, zusammen 232 Spritzen, die Zunahme betrügt demnach seit 1879: 34 Feuerwehren mit 1876 freiwilligen und 2175 Pflichtfeuerwehrmännern, mit 19 Saug, 2 2rädr., 58 4rädr., 8 kleinen, zu- fammen 83 Spritzen.

Münchener Biere. Nachdem in neuerer Zeit die ächten Münchener Biere sich in allen größeren Städten immer mehr Bahn brechen, dürfte es vielen Verehren, dieses so wohlschmeckenden und der Gesundheit so zuträglichen BicreS interessant fein, über dessen großartige Production, wie auch den enormen Consum in München selbst etwas Näheres zu erfahren.

Die jährliche Production in München beträgt 1,290,000 Hectoltter, wovon natürlich ein großer Theil exportirt wird, aber immerhin kommt aus den Kopf der Münchener Bevölkerung ein jährlicher Durchschnittsconsum von 566 Liier, gewiß ein Zeichen starken Durstes.

Unter den Münchener Bieren erzielte besonders das Löweubräubicr tm letzten Jahre auf der Brüsseler Ausstellung einen großen Erfolg und colossalen Absatz, aucb am Rheine und in Norddeutschland hat sich solches sehr gut eingebürgert.

Wie wir vernehmen, wird dieser Tage im Cafe Ebel dahier Münchener Löwenbräubier zum Ausschanke kommen, und steht zu erwarten, daß dieser vo>züg- liche Stoff auch den Beifall der hiesigen Bierkenner finden werde. (5498

Gegen 1 Uhr heute Mittag erschoß sich in seiner Wohnung tn den Neuen: bäuen ein Einjähriger des hiesigen Regiments. Jedenfalls war sein Gewehr mit Wasser geladen, denn der Kopf ist fast zertrümmert und Theile desselben hingen an Decke und Wand. Was den Unglücklichen zu diesem schrecklichen Entschluß getrieben, ist noch nicht festgestellt.

B e r w i f ctz r e S.

Wetzlar, 20. August. Ein höchst beklagenswetthes Unglück hat sich aus einer nahe bei Garbenheim gelegenen Grube zugetragen. Als sich die Entzündung einer von den Bergleuten angelegten Dynamitladung etwas verzöaerte, näherten sich zwei der­selben unvorsichtiger Weise der Zündschnur, um die Ursache des Ausbleibens dcS Schusses zu erforschen. In diesem Augenblick ging die Ladung los und zerschmetterte dem einen der beiden Männer die Hände, während dem andern ein Steinsplitter in das Auge flog. Wenn auch die Verwundungen der armen Leute, welch.- in die Klinik nach Gießen übergefübrt wurden, nicht gerade lebensgefährlich zu nennen sind, so dürften die erhaltenen Beschädigungen doch ihre Erwerbsfähigkeit ganz wesentlich beeinträchtigen , (Wetzl. Anz.)

Frankfurt, 21. August. Der gestrige Festabend im AuSstellungSgarten, der vom schönsten Wetter begünstigt wurde, war tn jeder Beziehung gelungen und brillant. Von 3 Uhr Nachmittags an wurde in beiden Mustktempeln abwechselnd von Bilse und Watzmann concerttrt und bald nach 6 Uhr füllte sich der Garten mit einer außerordentlich großen Menschen­menge, die gegen 9 Uhr, wo die bengalische Beleuchtung begann, annähernd wohl auf 2830,000 Personen geschätzt werden konnte. Die Vorträge der verschiedenen Männergesangvereine in den BterpavillonS und übrigen Localitäten, die so von Gästen angesüllt waren, wie eS btS jetzt noch niemals der Fall gewesen, gefielen allgemein, die Herren Sänger dürfen auf den sympalhischm Empfang und Applaus der ihnen überall zu Theil wurde, mit Recht stolz sein. Wenn wir bür Namen nennen wollten, müßten wir sie gleich olle nennen, wir wollen dafür Neber dm Wunsch auSsprechen, den gewiß viel« Tausend Besucher mit unS theilen, daß man unS recht bald ein ähnliches Fest bereiten möge. Die bengalische Beleuchtung machte sich prächtig und vorzüglich schön sah die Fa^ade deS Hauptgebäudes auS; einzeln« Etablissements u. a. daS üafä Milant und Bütschly, hatten mit Papierlaternen illumtnirt, der Berggarten war sogar mit elektrischem Licht beleuchtet und noch lange nach Mitternacht fuhren die Züge der kleinen Eisen­bahn ununterbrochen bin und her. Dabet herrschte überall die musterhafteste Ordnung und trotz des großen Gedränges wurde die Circulation ntrgendS gestört. Auch ist weder ein Un­glücksfall noch derartiges zu unserer Kenntniß gekommen. Der bekannte Anstand und Takt, den die Frankfurter immer bei folchen Gelegenheiten zeigen, hat sich auch hier wieder auf daß Veste bewährt. AlS wir nach 1 Uhr MorgenS den Festplatz verließen, waren noch alle Bin- hallen glänzend erleuchtet, die Gesänge der Männerchöre ertönten noch von allen Seiten, ffiit gesagt, wir hoffen, auf eine reche baldige Wiederholung diese« so schönen Abend«.

(K i n g e s a n d t.

(Für all« unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel ist die Redaction dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich).

Noch ist kaum ein Stück Trottoir auf der Mäusburg hergestellt und schon zeigt sich Jedem, wie außerordentlich angenehm und praktisch diese Anlage für jeden Fuß­gänger ist: zu bedauern ist allerdings, daß die Fahrbahn hierdurch noch enger wird, wie sie seither es war, doch können ja immer noch 2 Wagen bei vorsichtigem Fahren bequem aneinander vorbeikommen. Daß es aber von großem Werthe wäre, wenn man daS Begegnen der Fuhrwerke auf das möglichst geringste Maß zurückführen könnte, ist einleuchtend; dies aber ließe sich sehr leicht einrichten, denn wenn man bedenkt, welch großen Antheil an dem Fuhroerkehr die Droschken, Gasthofwagen und Frachtfuhrwerke, welche den Verkehr mit der Bahn vermitteln, haben, so dürste man nur die Bestimmung treffen, daß alle diese und sonstige Fuhrwerke, welche vom Marktplatz und-jenseits

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