Ausgabe 
23.8.1881
 
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Dienstag den 23 August

1881

Rr. 191

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Erscheint täglich mit AuSncchme brt Montags.

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Gießen, am 20. August 1881.

Betreffend: Herbstübungen.

Liszt.

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liersbwg.

[>t vom 18. aus

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Preis viert elftihrtich 1 Mari 20 Pt. mit Vrin-erlodn.

Durch bie Post bezogen vrerteljährlich 2 Äarf 50 Ps.

unten und Be- : lieber Bruder,

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Bieid. Bach.

Schubert.

Chopin. Chopin. Schumann. Chopin, Liszt.

Herzog. Chopin, Liszt.

erbliebenen.

20., um 6 Uhr, (5484

Deutschland.

Darmstadt, 20. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Obersten und Low- Mandanten der Residenz, Frhin. Rüder v. Diersburg, den Major D.ssel vom 2. Rhein. Feld.Artillerie Regiment Nr. 23, den Oberamtsrichter Rühl von Wimpfen, den Amtsrichter Zimmermann von Troß Umstadt, den Reallehrer Petth von Groß-Umstadt, btn Geh. CabinetSrath Dr. Becker ; zum Vortrag den Staatsmimfier Fihrn. v. Starck und den Mtnisterial-Präsibenten Schleiermacher.

Ihre König!. Hoheit dir Prinzessin Luise von England, Marquise os Lerne, fi»d gestern Nackmittog zu mehrtägigem Besuch der Grobherzoglichen Familie aus Jagdschloß WolfSgaiten eingetroffen.

Darmstadt, 19. August. In einer gestern Abend im Gartensaale bei Darmstädter HoseS abgehalttnen Versammlung wurde beschlossen, daß das Ledansscfi auch dieses Jahr in der üblichen Weise begangen werden soll. Herr Pros. König stellte hieraus den Antrag, daß dem ausführenden Eomilö für nächstes Jahr wr Pflicht gemacht werde, sich auS allen Kreisen, namentlich Lehre, kreisen, tu.ch Eoopial on entsprechend zu verstärken, um einleitende Schritte sür Abhaltung eintß Jugendsestes im nächsten Jahre am Sedanstage »u berathen, oder rechlzeit'g ihr Mandat in die Hände einer größeren Der- Dersan mlurg zurückzugebin. Es entspar.<» sich hieraus eine ziemlich lebhaste Debatte, avs welcher dervorging, daß die Abhaltung eineS derartigen Festes recht gut möglich sei, und wurde dem entsprechend der Antrag deS Herrn Prof. tg denn auch eti stimmig angenommen. Wir knüpsen hieran die Hoffnung, daß nun endlich einmal dieses Fest em Freudertag für unsere Ju- gind werde und damit eine lebendige Enr.nerung an denselben im nationalen Sinne in die Herren unserer Kleinen g«pflanzt werde. (D. T. A.).

Darmstadt, 19. August. Nr. 24 deS Au.tSblatts Großherzoglichen Mit tster'ume des Jm ern u. d der Justiz enthält AuSschreiben vom 1. August, betr. die Gerichts kosten, hier Kopenvorschuß in bürgerlichen Reckt Sstreitigkeiteo.

Nr. 25 enthält AuSschreiben vom 2 August, betr. die Einziehung und Derrtchnung ter sür die Geschäfte des ReickSgerichts in Ansatz kommende». Kosten.

Nr. 26 ei thält AuSschreiben vom 3. August, bett, die Auszahlung der Zeugen- u. Gebühren m Eicllsachen.

Nr. 27 enthält Ausschreiben vom 10. August, betr. die Amtsführung der Großherzogltchen Notare.

Berlin, 20. August. Ein Fabrikherr, ohne deffen Willen und Wissen von den unter ferner Oberleitung stehenden Fabrikmeiftern jugendliche Arbeiter in gesetzwidriger Weise beschäftigt werden, ist nach einem Unheil des Reichs­gerichts vom 18. Juni d. Js. dadurch nicht entschuldigt, daß er seinen Fabrik- meistern strengstens unter Androhung von Strafe und Dienstentlassung einge­schärft hatte, die gcj-tzlchen Vorschriften über die Arbe tszeit der jugendlichen Arbeiter str kt zu beobachten und bie Fabr k eister dagegen gehandelt haben, vielmehr ist der Fabrikherr nur bann für die Uebertretung der gesetzlichen Vor­schriften üb<r bie Be«chäsrigung jugenblichrr Arbkiter Seitens ber Fabnkmelster straftechtlich nich' verantwortlich zu machen, wenn trotz seiner möglichst persön­lichen Urberwachnng d e Ueberttetung oorzekommen ist.

Berlin, 21. August. DieNorddeutsche Allgem. Ztg.^ bestätigt, daß Fürst Bismarck das Tabak Monopol einführen und aus dessen Revenuen die Arbeiter- u b Invalidenversicherung schaffen will, unb bemerkt, es (et in keinem Lande und in t<r keiner Regierung bisher eine solche ftiedliche Lösung der socialen Frage auch nur versucht worden.

Karlsruhe, 20. August. DieKarlsr. Ztg." veröffentlicht eine Er- klärung der Rez erunz, welche die Gerüchte von einer Erhebung Badens zum Königre che dementi t. Solche Absichten seien weder geschäftlich noch persönlich zur Sprache gebracht und den Wünschen unb Ueberz-ugungen des Landesherrn, sowie der Regier ng durchaus zuwider. Die Anschauungen, welche Karl yried- r:ch bei Ablehnung der KöngSttone einst leiteten, würden heute vom Groß- Herzog Friedrich als weiseS Dermächtniß bewahrt.

Mainau, 20. August. Der Kronprinz von Schweden ist heute nach Berlin abgeretst.

*us Berlin 11881,

Das Großherzogliche bdreisamt Gießen an die Großberzo^kicdcn Bürgermeistereien des Greises.

Unter Bezugrahme auf unsere Bekanntmachung vom 11. b. MtS. (Gießener Anzeiger Nr. 187) bringen wir zur Kenntniß ber behelligten Gemeinben, haß die zur Anfuhr von Biwaksbebürsniffen am 2., 3. unb 5. September tu stellenden Fuhrwerke

in Gießen auf dem Lindenplatze, in Grünberg am Güterschuppen der Eisenbahnstation präcis 5 Uhr Morgen- auszufahren haben.

We ter benachrichtigen wir Sie, daß nach Anordnung ber Großberzoglichen Division die Quittungen der Truppen über geleisteten Vorspann mcht sofort den Grspannsührern, sondern spätestens am Tage nach der Fubrleistung den mit ber Ueberlieferung ber Fuhren beauftragten Personen etngehändtgt werben sollen, woraus sie burch unS den betreffenden Gemeinden zugehen werden.

Dr. Boekmann.

Politische Ucbersicht.

Man nimmt allgemein an, daß die Anwesenheit des Reichskanzlei- Fürsten BtSmarck in Berlin, (eine Em ferenz mit dem Kaiser und die Mini- ßerberathungen kirchei politischen Angelegenheiten gegolten haben. Wie ver­lautet, sei dem Bischof Felix von Trier (Dr. Komm) ber Bifchosseid erlassen woiden; bie staatliche Annkennung unb Bestätigung werben lern neuen Bischof schriftlich zugehen. Ein Ausschluß über die Abmachungen in Kis singen ist roch nicht osflciöS beliebt woiden, (»doch glarbt man, deß wich­tige Lvicessionen Seitens d,S Papstes Leo XIII. vcrliegen, welche nnch dem eri tuten Entgegenkommen ber preußischen Regieru» g einen gesicherten modus vivendi für bie Zukunft garantiren; die Atzeigepfltcht bürste nohl generell zugeftanden worden sein.

Die Judenversolgungen in Pommern scheinen mit dem Tumult in Stettin ihren Abschluß gesunden zu haben; da- energische Eingreifen ber Sicherheitsbehörden tfiif'.e in der ganzen Pi ovii z den Wahn jtTfiören , als fei bie Jude» Hetze tin Gott unb einer eu flußreichen Partei wohlgefälliges Treiben." Die inleDedueUe Urheberschaft, welche men eirzelr.en Berliner Aqita» toren zuschiebt, bürste schwer nachweisbar sein, und geht die Forderung, diesen Herren den Preceß zu wachen, zu weit. Immerhin ist es, gerade so wie eirst bei den Excissen der ulttav ontanen Bauern, zu bedauern, daß bie armen Urwisserben und Verführten allem vor den Geiickte». bie Störung der öffent­lichen Rude unb den Landfrnben-bruch austaden muffen.

Gambetta'S moralische Niederlage irr Bellev'lle ist umso auffälliger, alS er durch seine verschämte, neu aufgerr ärmte Revanche - Po.itik den Radikalen, welche in dem Wahne leben, nicht mit ihrerkdoltn Republik^ auch Deutsch- land erlösen ober spalten zu können, geschmeichelt hat unb es nickt urbekcnrt »ar, daß er in ber Rede, b«e man ihn nickt halten ließ, die Absicht batte, die Arbeit zu verherrlichen ur.b den socialen Fortsckr tt zu feiern. Daß übri- gen- einige hundert Schreier zehntausend Bürger zu vergewalt gen verstanden, dürfte die Berliner Störenftiede zu neuenHeldenthaten" in den Wahlver­sammlungen anspornen.

Diel Lärm um Nicht- ! hieß e- dieser Tage in England. Tie iriscke Landbill ist endlich aueb vom Haise der LordS atgenommen wor- den, obwohl das Unterbau- in allen wesentlichen Punkten e ne Abänderung verweigerte. Die Lords haben zwar dem Unterhause alle Verantwortlichkeit zugcschcbrrr, aber dies ist nur eine Phrase; der Widerstand im Oberhause aber dürste sich wiederholen, wenn bie englischen mb schottischen Pächter gleichfalls die Rechtswohlthaten beanspruchen, welche man den Iren nicht lät g'.r vorent- halten konnte.

In Rußland geht esbrünier unb brüber", obwohl bie Nihilisten sich völlig abwartenb verhalten. Reffortveränderungen in höchsten und hohen Kreisen, Aenderung alter, wichtiger Institutionen, Berusung vonneuen Men- schen-, dabei Unterdrückungen der an und sür sich zahmen Presse, das AlleS läßt keinen einheitlichen Reformgedanken erkennen, zumal man kaum sieht, daß bessere Elemente berufen werden. Selbst bie Armee wird purificirt. General Jgnatieff gewinnt dadurch wahrlich nicht au Sympathien.

Russische Agitationen sollen sich in Ungarn bemerkbar gemacht und Tisza einen Erlaß gegen diese Aufwiegelung der slavIschen Bevölke- rung an die Obergespane gerichtet haben.

In Oesterreich herrscht Verstimmung gegen Rumänien, well dor­tige Blätter gegen Oesterreich und die Occupation Hetzen.

Die Eisenbahnftage Zwischen Oesterreich und der Türkei ist noch nicht geregelt, die Pforte stimmt dem Derttage zwar im Principe za, mäkelt aber an den Detail- desselben.

Frankreich scheint die Verluste der Italiener in Tunis und Sfsx nickt ersetzen zu wollen; ebenso scheint die Republik die Marseiller Lffaire einschlasen lassen zu wollen In Folge deffen dauert die Spannung zwischen den beidenFreunden" fort.

Garfield scheint auch die neue KrifiS zu überwinden; sein Dtfin'en beffett sich zur Freude der Amerikaner und der Freude der Union.

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AMlgk- unb Amtsblatt fir icn Sitte Gitßkü.

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