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Nr 168. Samstag den 23. Juli 1881.
Kichener Anzeiger
Anikl-e- nnö Amisblstt fit hm Kreis Gießen.
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Darmstadt, 21. Juli. Seine Ä6ntgL Hoheit der Großherzog haben Lllergnädtgst geruht:
Am 20. Juli den Hofgericht-secretär i. P. Theodor Zimmermann zum HülfSgertcht-fchreiber bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg für den Dienst bet der Kammer für Handelssachen in Darmstadt zu ernennen.
Aus de» Grostherzogthum Hessen, 19. Juli. Während bisher die deutfchen Justizbehörden Die nach Oesterretch-Ungarn zu beivlrkenden Zustellungen hi gerichtlichen Angelegenheiten allarm ein durch die dort refibiren- den Lonfuln zu bewirken pflegten, bat neuerdings die österreichisch-ungarische Regierung das deutsche Auswärtige Amt darauf aufmerkiam gemacht, daß es den Lonsuln nicht gestattet sei, solche Zustellungen an österreichische ober ungarische Staatsangehörige zu bewirken. Dem entsprechend hat das Auswärtige Amt des deutsche« Reich- die deutschen Lansulate angewiesen, sich fernerhin solcher Zustellungen zu enthalten, wovon das ReichS-Justizamt die einzelnen Bundesstaaten und in Heften die Regierung die Justtzbebörden verständigt hat. ES muß sitzt der zeitraubendere Umweg der Vermittlung des Auswärtigen Amt- in Anspruch genommen werden. — Anfang- Februar d. Is. hatte sich die Handelskammer in Offenbach an das Reichkpostaml mit der Bitte gewandt, die Gewichtsgrenze für einfache Briefe von 15 auf 20g zu erhöhen und die Einführung eines PortosatzeS von 5 für Drucksachensendungen im Gewicht von 50 bi- 100g zu verfügen. Aus diesen Antrag ist der Handelskammer unferm 13. d. Mts. mitgethelt worden, daß eS nach dem Ergebniß der bei dem Reichspostamt vorgenommenen eingeh-nden Prüfung unthunlich sei, demsel- den zu entsprechen. Bekanntlich hat die Handelskammer in Düffeldorf ganz vor Kurzem sich in gleicher Angelegenheit an daS Reichspostamt gewandt.
Berlin, 19. Juli. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat vor 12 Tagen eine gewiß allseitig beifällig au,genommene Verfügung des Jnbalts erlaffen, daß erneute Beschneiden über unzure chende Einstellung von Nicht- räucher Loup^- tn die Eisenbahn.Personenzüge ihm Veranlaftung gegeben, den StaatSelienbohn-Directionen ^wiederholt besonder- zur Pflicht zu machen, daß dem Bedürsntffe des reisenden Publikums nach derartigen Eoupss stet- mit thuulichstem Entgegenkommen Rechnung getragen werde." Namentlich ist dafür zu sorgen, daß auf den zur Reise nach und von Bade und Kurorten benutzten Wagen Richtraucher-Eoup6- reichlich zur Verfügung stehen.
— Die Studenten der Unlverfität Berlin haben am Sonnabend mit stürmischer Acclamatton folgenden Beschluß gefaßt: „Än die deutschen Lvmmi- IHonen in Prag l Soweit da- deutsche Wort vernommen wird, antwortet deutscher Zorn dem Uebermuthe der Ezechen; vor Allem die Studentenschaft zu Berlin fühlt sich beleidigt durch die gemeinen Frevel der czechischen Stu- deuten und des mit ihnen verbündeten Stadtpöbels gegen die deutschen Männer und Frauen und besonder- gegen die deutschen Eommilitonen. War ja doch der ganze blutige Lärm nur ein Schlag gegen da- deutsche Studenten- thum, al- den Träger der gemeinsamen idealen Güter aller deutschen Stämme, der Zweck nur der, der Hochschule zu Prag, der ältesten Pflanzstätte deutscher Wtftenschast und deutscher Bildung, dem geistigen Waffenplatz de- heutigen deutschen Böhmen- die Leben-quellen zu verschütten. Die beute im Saale der Tonhalle tagende Bersamm'.ung der Studirenden der Königlichen Friedrich- Wilhelm-- Universität zu Berlin spricht den deutschen Eommilitonen ihre aufrichtige Anerkennung au- für die tapfere Gegenwehr gegen die Uebergriffe eines VolkSstammeS, der seinen Platz in der Geschichte und in der Achtung der Welt aus diesem Wege sich zu erringen bemüht scheint. Eurem ruhmvollen Bestreben, der Prager Hochschule den deutschen Geist zu erhalten, steht fie mit dauernder Thetlnahme zur Seite und wird, wo und wie fie es vermag, auch mit der That sür Eure gerechte Sache etntreten. Endlich erklärt die Studentenschaft zu Berlin, daß diejenigen czechischen Studirenden, welche an ihren deutschen Eommilitonen mit Pöbelhülse sich vergriffen, die Ehre des studentischen Namen- geschändet haben und nicht ferner al- Eommilitonen betrachtet »erben können. Mit deutschem Gruß und dem innigsten Wunsche sür da- Erblühen de- deutschen Bruderstamme- in Oesterreich: Für die Studentenschaft der Au-schuß der Königlichen Friedrich - Wilhelm--Universität. (Unterschriften" >
— Der Eisenbahnbau- und Betriebsinspector August Richter, gegenwärtig im Betrteb-amt Nordhausen thätig, folgt einem durch Vermittlung de- deutschen Au-wärligen Amte- an ihn ergangenen Rufe der serbischen Regierung nach Belgrad, um daselbst eine Stellung als Director der Eisenbahn.Lbthei- lung im serbischen Ministerium und Generaldirector der serbischen Eisenbahnen zu übernehmen. Demselben wird die Beaufsichtigung und Ueberwachung des an einen Generalunternehmer vergebenen Baues und Betriebe- der serbischen Eisenbahnen obliegen. Der betr. Vertrag zwischen der serbischen Regierung und Herrn Richter ist vor einigen Tagen abgeschloffen. Danach tritt der Letztere sein Amt bereit- mit dem 1. August d. IS. an. Andere Berufungen deutscher Techniker Seiten- auswärtiger Regierungen find, wie daS Central- Blatt der Dauverwaltunq mittbeilt, noch im Stande bet Dorverbanblungen.
Berlin, 20. Juli. Wie in der Reichshauptstadt Wahlagitation getrieben wird, illustrirt nachstehender Bericht, welchen wir der „ftranff. Ztg." entnehmen. Es wäre traurig, sehr traurig, wenn dieses wüste Treiben der antUtberalcn Parteien in ben Provinzen Nachahmung fände: Im großen Saale der BerUner Bockbrauerei (am Tempelboferberg) fand gestern Abend eine von etwa 1800 Personen besuchte öffentliche
Versammlung des .Socialen Reich-vereini- statt, iu der argen ein Eintrittsgeld von 10 -alle Freisinnigen deutscher Abstammung- Zutritt hatten. Man bemerkte in dieser Versammlung, in der in Folge des Umstande«, daß auf polizeilichen befehl alle Fenster geschloffen werden mußte, die Temperatur eine enorm hohe war, von bekannten konservativen Persönlichkeiten nur den Prediger Hapke. Liebermann, o. Sonnenberg, Dr. Bernhard Förster :c waten nicht anwesend- — Dr. Ernst Henrici, bei seinem Erscheinen mit stürmischem Beifall und Hochrufen begrüßt, eröffnet die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Alsdann äußerte.sich Dr- Henrici: Die vom „Deutschen Tageblatt- veröffentlichte Eandidatenlffte fff fetnetzwegtz die einzige Ursache der Scenen in der bekannten Mittwoch-Versammlung gewesen. ES war die« blos der äußere Anlaß. Schon lange vor der Veröffentlichung der Cand'datenlstte laa auf der Berliner Bevölkerung eine dumpfe «schwüle. Nur der Patriotismus bewog uns, bi- jetzt zu schweigen. Wir tharen dies mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen. Allein nach dem Vorgänge in der bekannten Mittwochsoersammlung, in der man selbst einen ehrendasten Manu eine" Lump genannt, hielten wir es mit unserer Würde nicht mehr für vereinbar, uns noch länger von einer Clique terrorffiren zu lassen. (Stürmischer Beifall.) Die konservative Partei, die sowohl da« Schlechte alS auch das Gute am Liberalismus bekämpft, die niemals zu einer Reform einen Anlaß gegeben hat (Beifall und Widerspruch), die hn Volke überhaupt keinen Boden hat, ist emüht, unsere nationale antisemitische Bewegung auszubeuten. (Beisall und Ausrufe der Entrüstung.) Fast fühle ich mich veranlaßt, ein derartiges Vorgehen einen jüdischen £u0 zu nennen. (Stürmischer Beifall und Lärm.) Ich wiederhole cS, es ist eine jüdische Handlungsweije, wenn man die Arbeitskraft und den Schweiß anderer Leute ausbeuten will. (Beifall und Lärm.) Gegen eine solche Handlungsweise werde ich stets mit aller Energie Front machen. (Beifall.) M. H. Wer war eS, der am 17. December v. I den jüdischen Anmaßungen enigegenttat? E« war die- ein Mann, der auS den Reihen der Liberalen hervorgegangen. (Rufe: Wer war das?) Henrici: Das war ich. (Rufe: Ruppel bat zuerst gesprochen/) M. H Ich frage Sie, ist die antisemitische Bewegung in Berlin eine co> servattve? (Rufe: Ja! Nein! Wir wollen blos die Juden auS Berlin rauShaden!) Unsere Bewegung ist keine konservative. Wir sind eine treibende und feine zurückhaltende Partei Wir wollen auf die Gesetzgebung wirken, daß die Judenstage gesetzlich gerege t werde. Ehe die- nicht geschehen, ist an Besserwerden unserer socialen Zustände nicht zu denken. (Stürmischer Beifall.) Nachdem Frhr. v. Minnigerode abgelehnt, habe ich, Herrn Prof. Dr. Wagner ausgenommen, persönlich gegen die aufgestellten Eandidaten nichts einzuwenden. Zch persönlich lehne jede Candidatur ab; ich halte es augenblicklich noch für nützlicher, auf der Tribüne der Volksversammlung als im Parlamente zu sprechen Herr Professor Wagner, der vor einigen Tagen in Erlanaen erklärte, er würde einer gesetzlichen Regelung der Judenfrage niemals seine Zustimmung geben, mag vielleicht der Meinung sein, durch sociale Reformen den Einstuß des Judenthums bnchen zu können; ich bin jedoch der Meinung, daß dies nicht ausführbar ist, denn wir können die jüdischen Richter doch nicht todtschlagen. (Ruse: Warum denn nicht?) Wir bedürfen in unserer Gesetzgebung Manner, die für die Reaelung der Judenfrage die Initiative ergreifen. Ich hoffe, wenn dieS geschehen, wird die konservative Part i die Zipfelmütze schon von den Ohren gezogen haben und für das Gesetz stimmen Wir wollen unS von keiner Pattet in's Schlepptau nehmen lassen, denn ein konservattver Lump ist r icht bester als ein fortschrittlicher Lump. (Beifall und Lärm ) Ist es nicht schon ein Mißstand, daß das Central'Wahlcomite für Berlin sich konservativ und die Wahlcomite's in den einzelnen Wahlkreisen sich antifortschrittlich nennen? Wenn jeder Konservattver Antisemit ist, wie behauptet worden, so ist dies noch nicht umgekehrt der Fall. DaS gefammte Parteiwesen hat dem deutschen Volke überhaupt großen Schaden gethan. Alle- Partet- wesen, ob konservattv, fortschrittlich, nationalltberal oder foctaldemokrattsch, hat zur Cliquewirthschast geführt. Wir können in unserem Parlamente nicht Leute gebrauchen, die von einer Part iclique ausgestellt sind. (Beifall und Lärm.) AlS wir dies dem sogenannten konseroatiren Central Wahlcomtte zuriefen, stoben die Herren mit langen Gesichtern auseinander. Die ^kons.-rvative Sache-, die man zu oertheidigen vorgibt, ist eine Phrase, mit der man feinen Hund aus dem Ofen lockt- (Stürmischer Beifall und Lärm.) Die Abgeordneten müssen in der breiten Maste des BolkeS stehen; das Volk und nicht eine abgesonderte Clique muß die Abgeordneten Vorschlägen Diese Cliquewittbschaft hat uns genötigt, die Ferien aufzuheben; wir wollen jetzt Versammlung auf Versammlung abhalten Mag uns das ^Deutsche Tageblatt- „anulfen", wir werden den Beweis liefern, daß daS deutsche Volk und vornamlich die Berliner Bevölkerung bereits mündig ist- (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) — Redacteur Eduard Krämer pflichtete den Ausführungen deS Herrn Dr. Henrici vollständig bei und schlug die Annahme folgender Resolutton vor: „Die Versammlung erklärt: „Es ist der Berliner Wählerschaft unwürdia. sich von irgend einer politischen Pattei ttßran- nisiren und sich Candidaten, gleichviel von welcher Seite, aufdrängen zu lassen. Die Versammlung hält eS für geboten, den Fürsten v. Bismarck für die in der Rede vom 2. April d. I gethane Aeußerung beim Wott iu nehmen und nur solche Männer in den Reichstag zu entsenden, die fähig und entschlossen sind, unentwegt nach recht- und links, für die Wünsche und Bedürsniste des deuffchen Volkes einzutteten.- — Faktor Weber mahnte zur Versöhnung. Die vom EDeutschen Tageblatt- veröffentttchke Cart- didatenliste sei noch feine feststehende. ES gebe auch sehr anständige Konservattoe; sehr viele von diesen haben die Petttton gegen die Juden unterzeichnet. Er beantrage: „Im Interesse der guten Sache sofort eine Deputation an da- konservative Centralcomite zu entsenden, die beauftragt wird, eine Versöhnung herbeizuführen.- (Beifall und Lärm.) — Dr. Henttci: Ich muß Herrn Weber ganz enffchieden widersprechen. Die veröffentlichte Candidatenliste ist durchaus authentisch. $4 habe mit dem fonservattven Centralcomite in Güte verbandeln wollen, dasselbe forderte mich jedoch aus, zu widerrufen, daß ich nicht fonservattv fei. (Rufe: hört, hott, pfui.) Ich wiederhole hier, es tft mir gleichgültig, ob der Lump ein Fottschttttler oder Konservattver ist. (Stürmffcher Bestall und furchtbarer Lärm. In einer Ecke des Saale- werden einige Leute unter Schlägen und Püffen und den Rufen: Raus! raus! mit den Jtzig's! aus dem Saale geworfen.) Henrici (fortfahrend): Die Lumpen und die Juden gehören in Einen Topf. Wir haben nicht nöthig, zu Kreuze zu kriechen; wenn die Conservattven etwas wollen, dann können fie zu uns kommen (Stürmischer Beifall.) Für die Versöhnung mit dem fonservattven Central-Wahlcomste sprachen noch Maurerpolier Körner und wiederholt Faktor Weber, gegen dieselbe, Kaufmann Wilhelm Pickenbach, der Redatteur de- „Apollo-, Louis Cunow, Buchdruckereibesitzer Ruppel und der früher zur Socialdemokratie gehörende Schuhmacher Schröder — Redatteur Cunow, der unter unendlich vielen anderen Verstößen gegen die Grammatik wörtlich sagte: „Das Deustchthum ist mir am Herz gewachsen-, bemerkte: „Der Krämer, der hier aufgetreten, ist doch ein anderer als der schwarze Cremer. (Ruf- Der schwarze Cremer ist ein echter Jesuit.') Cunow: Der schwarze (SremT hat immer zum Centrum gestanden — Die vorerwähnte, von Eduard' Krämer proponitte Resolutton gelangte schließlich gegen etwa 10 Stimmen (ein großer Theil der Anwesenden enthielt sich der Abstimmung) zur Annahme. — AlSdann erhielt noch Arbeiter Sendig das Wott: Ich bin bis auf einen Punkt, mit dem Dr. Henttci vollständig einverstanden; würde ich jedoch dieselbe Rede


