Ausgabe 
22.11.1881
 
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Frankfurt, 16. November. [Belohnung einer guten Lhat.1 In einem benachbarten Dorfe lebte eine sehr bejahrte Jungfrau in anscheinend höchst ärmlichen Lerbältmssen. Die einzige vlntSverwantte. die sie besah, »rar ihre tm selben Orte lebende Schwester, die sich aber gar nicht um sic kümmerte. Sine- Lage- fiel die arme Person au« dem Bette und der legte sich dadurch recht schwer Weder ihre Schwester noch sonst irgend Jemand aus dem Hause kam, sie zu pflegen, btl fich endlich ein Mann, der von dem Vorfall gehört, sich ihrer onnahm und das, was die Schwester unterlassen, freiwillig besorgte. Am Abend des fünften Lages nach dem Unfall, als sich ihre Schwester immer noch nicht einfhütc, liefe sie den Bürger meister kommen. erklärte da» »on ihr vor einiger Zeit auf dem Amte -u H. hinterlegte Testa ment für kraftlos und schenkte zu Lebzeiten Demjenigen, bet sie liebevoll gepflegt hatte, ihr «an,es vermögen. Dasselbe bestand in ca. 50,000 X- Hm Abend des folgenden Tages starb sie.

lGrausame Behandlung von Schulkindern/! In London stand,n vor Kurzem \»ei »naben wegen Inbrandsetzung der St. Paul's Industrie'chule In Mile End vor Gericht, aber sie wurden freigesprochen, da es sich herausstellte, dafe die Angeklagten sebr schlecht behandelt und fast zur venweiflung getrieben worden waren. Die Sache erregte ein solche« Aufsehen, dafe von dem Londoner Schulamt eine Untersuchung angeftellt wurde. Rach der Anklage war der Vorstand der Schule schon seit Jahren nicht mehr zusammengetreten, die den Ämtern ver­abreichte Kost war schleckt und ungenügend; für da« geringste vergehen wurden die Kinder aufs Härteste bestraft, mitunter sogar an Händen und Füfeen gefesselt ; selbst kranke Kinder wurden zu den schwersten Arbeiten angehalten, die sie oft bei der strengsten Kalte im Freien verrichten mufeten Die Kinder mufeten borfufe und tn Lumpen gehen, erhielten keinerlei Unter­richt sondern mufeten entweder Säcke nähen oder Holz zerhacken; obschon die Ämter bäusig toegltefen, so wurden der Regierung und dem Schulamt dennoch die vollen Unterhaltungskosten für die Entflohenen angerechnet; di, Kinder wurden oft in die Welt geschickt, ohne irgend Etwa« gelernt zu haben; obschon Lst. 3 für die Ausstattung eine« jeden entlassen Kinde« aus­gesetzt wurden, so wurden dieselben nur mit alten Kleidern versehen. Die Kinder waren oft so hungrig dafe sie den Hunden ibr Futter Wegnahmen, oder die Kehrichthaufen durchsuchten, um mit Abfällen ihren Hunger zu stillen u. f. w. Die Untersuchung ist im Gange. Mittler

weile hat aber der Minister des Innern der Schule das Certtfieat entzogen, und die Kinder werden so rasch als möglich in anderen Schulen untergebracht werden.

Handel und DerFehr.

Grünberg, 20. November. (Fruchtpresse vom 19. November.) Weizen X 24,14 Korn X 20.38, Gerste X 16 26, Hafer 16.10, Erbsen X 20.58, Lein X 27.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 3.00. Durchschnittspreis pro 100 Kilogramm.

Frankfurt, 19. Rovbr. (Marktbericht). Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. X 4 006 50 Stroh X 4.004.40,

Butter 50 Kilo X 9000, im Detail 1. Qualität bat Pfund X 1.2000, 2. Qualität da« Pf. X 1.10-0», Eier das Hundert X 5.006.00. Ochsenflei,ch per Pfund 60 70 Kuh, Rind und Farrenfleisch 4055 H, Kalbfleisch 4055 H, HammelfleOck 3565 Schweinefleisch 70-80 ein Hahn X 1.802.20, ein Huhn X 1.602.0t» e.ne Ente X 2.50 3.00, eine Taube 5060 H, Gans X 4.00 8 00, Has er da« Stück X 2.503.50, Poularden X 22.60, Rebbock das Pfd. 70 -80 H, Kapaunen .* 2.50 -3, Wälscher Hahn X 9 -12, Kartoffeln 100 Ko. X 3.505.00, Äoblfraut 20 Blumenkohl 1 St. 30 60 H, Wirsing 12 15 H, Gelberüben 1 Bund 000 Ä, Zwieb r 1 Bund 0 H Sellerie da« Stück 3000 ÜReerrettig 1 Stück 1015 Spargel das Pfund 30 H, Romain-Salat 0000 Endivien 10 - 0 , Rothkraut 1520 H, Weifekravt

1012 3), Hrttschoken 00 00 J), Erbsen da« Pfd. 00 Bohnen 100 Pfund 000 X, Kartoffeln bas Gescheit) 0 - 00 da« Malter X 0.000.00, Kopf-Galat 00 Spinat 3050 Schnittlauch da« Gebund 0 Kohlrabi per Stück 35 H

Frankfurt a. AK., den 21.Novbr., Nachmittags 2 Uhr 10 Miw-Lelegr. CourSber'chi. MtlgctheiU durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Eredil actien 313^/r, StaalSd.- lctien 279'/,, Galizier 266>/i, Oeft. Silberrente 67, 4% Unga. Goldrente 77'/,, 4°/0 1880er Russen 74/ie, 2. Orient-Anleihe 60*/8, 5% Rumänisch» Rente S91 /4, Lombarden 1292/«. Tendenz schwächer.

Allgemeiner Anzeiger.

iSeffenttiche JulltUung.

Der RechtSanwalt Kraft zu Gießen klagt gegen den Ludwig Fritz, früher wohnhaft in Langd, jetzt un­bekannt wo abwesend, auS anwaltlicher

The Singer Manufacturing Co IVew-Tork.

(7657

Heute treffen

Großb Gerichtsvollzieher.

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SelterSweg.

Müller.

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Müller.

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TOorfffttn«/.

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äuSbura

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vicnltag Öen 29. Novcmbrr,

Vormittags 11 Uhr,

soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofratthe des Georg Boos:

Flur 1/202 , 81 Mtr Hofratthe in der Löwengasse

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 7. November 1881 Grobherzogliches Ortsgericht.

7408) Eine Drehbank nebst eupport billifl zu verkaufen.

in _ _________

7627) Täglich frisch abgekochren Schinken empfiehlt

Karl Burkhardt,

Neustadt.

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J. A. Busch Söhne.

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Federweißer bei Ä. Steuernagelt 7656)Brandgaffe.

The Singer Manufacturing Co., welche auf dem Gebote der Nähmaschinen-Jndustrie von jeher das Hervorragendste leistete und deren System für Familien- und für Handwerker-Nähmaschinen vom Publikum als das beste anerkannt und deshalb von fast allen Fabrikanten als daS mustergültigste adoptirt und nachgemacht worden ist, bat wiederum ein

vollständig neues dtahmaschinen-Tystem

erfunden, das sich durch feine Vorzüge von allen bis jetzt bekannten Systemen gänzlich unterscheidet.

Die in Amerika, Deutschland (D. R.-P. 3895, 11392, 13705), England, Frankreich, sowie in allen übrigen Ländern Europas paientivte e e

Ringschiffchen-Nähmaschine

mit osc llirendem Schiffchen, arbeitet ohne Kammräd.r; das Schiffchen, von gänzlich neuer Construction, wird nie herausgenommen und ist keiner Abnutzung unterworfen, ebensowenig wie die übrigen Hauptthetlc und Wellen, die sämmtlich am nachstellbaren Stahlsp'tzen laufen und deßhalb der Maschine Nicht nur eine unbegrenzte Dauer, sondern auch einen so leichten und geräuschlosen Gang verleihen, wie solcher bisher bei Nähmaschinen nicht erreicht ist. . .

Die Sch ftchenspule nimmt doppelt so viel Faden auf. wie die gewöhnlichen spulen, und der Faden­hebel arbeitet ohne Feder, wodurch der Anzug des Fadens in der denkbar gleichmäßigsten Weise erfolgt und in Wäsche wie in Tuch ober L.der ohne Wechselung der Spannung ein so schöner und elastischer Stich erzielt w rd, wie ihn feine andere Maschine heroorbnngen kann.

Dieses neue Nähmaschinen-Sysiem ist etr. Meisterwerk ber Erfindung wie der Mechanik und giebt aufs Neue den Beweis, wie die Singer Co- stets bestrebt ist, nur das Voizüglichtte ah leisten, unbekümmert um die Anseindungen Anderer, die nie e:ne eigene Maschine erfunden u d nur unbedeutende und nebensächliche Veränderungen als Verbesserungen hinstellen, tn der Hauptsache aber fremde Erfindungen aus nutz en und trotzdem dieselben herabzusehen suchen, wo fie können (jZöö

G. Neicllinger, Gießen, Vahnhosllraße 226.

Vertretung mit dem Antrag aus Ver- urtheilung des Vertagten zur Zahlung von 77 JL nebst Zinsen und vorläufige VollstreckbarkeitSerkläruug und labet den Beklagten zur mündlichen Ver­handlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Gießen auf Mittwoch den 11. Jan. 1882, Vormittag- 9 Uhr.

Zum Zweck der öffentlichen Zu­stellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Gießen, den 17. November 1881. 7645) Neidhart, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Mittwoch den 23. Nommbrr, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett' scheu Hosraithe (Wirthschaft «Zum Schwanen-)

1) 2 Faß Branntwein (Nordhäuser), 2) 1 Faß Most, 3) 1 Faß Bier.

4) 1 Nähmaschine meistbietend gegen Baarzahlung versteigert- Gießen, den 21. November 1881.

Bauer,

Schleier

in jeder Art empfiehlt (7655 Julius Schulze. Siels frische Hasen, per Stück M 2.SO bet

Wilvhänvlcr J. Hermann,

Wcinfaal", empfiehlt allen Weinkennern einen vorzüg­lichen Rheinwein

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Dieser Wein hat bei vielen Weinkennern allgemeinen Beifall gefunden und kann solcher allen Freunden von einem guten Schoppen nicht genug empfohlen werden-

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Dicnliag den 20. Sormber,

Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hoftaithe ber Ludwig Lang Ehefrau:

Flur 1/430 12 Mtr. Hofraum, Mtttftätte in der Judengasse, 1/434 44 Mtr. Hofraum daselbst, 1/143 125 Mtr. Hofraitbe auf der

Mäusburg meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 7. November 1881.

Großh. Ortsgericht.

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Ahorn-Laubsägeholz

in großer Auswahl empfiehlt (7412

Wilhelm Seibert,

Montag Örn 5. Dczrmbrr,

Vormittags 10'/, Uhr, sollen aus hiesigem Ortsgericht die Im­mobilien deS Johannes Schneider II. dahier

Flur 3977Vio 1076 Mtr. Grabgarten rechts des Wiesecker WegS,

39 77/to 393 Mtr. Hofratthe daselbst meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 22. Oktober 1881.

Großherzogliches Ortsgericht.

7026)___ Müller.__

Montag dkn 5. 9cumber,

Vormittags 10 Uhr, sollen auf diesigem Ottsgerickt die Grund­stücke der Christian Horeyseck Ehefrau Flur 19 165 506 Mtt. Acker am Mittelweg,

166, 167, 168, 1937 Mtt. daselbst, 24/116 3819 Mtr. Acker am halben

Zehnten,

29/79 2875 Mtt. Wiese am Erdkauter-Weg, meistbietend versteigert werde-.

Gießen, den 22. Oktober 1881.

Großh. Ortsgericht.

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