Ausgabe 
22.9.1881
 
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rinressin-Braut von Sr. Majestät dem Kaiser und Sr. Majestät dem König von Schweden geleitet, der Kronprinz von Schweden von Ihrer Majestät der Königin und von der Herzogin von Coburg; dann folgten Ihre Kgl. Hoheiten der Grogherzog und die Großherzogin, der Kronprinz von Dänemark mit I. K K- Hoheit der Kron- vitnzessin Se K. K. Hoheit der Kronprinz m t der GroßsürMn Michael, der Groß- fürst Michael mit der Prinzessin Wilhelm und der Großherzog von Hessen mit der Erbaroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin. Ihnen schlossen sich die übrigen Fürst- lickkeiten an. Beim Eintritt des Zuges, dem die Hofchargen vorantchntten, in die Kirche ertönten die Klänge der Orgel, während die Herrschaften zur Rechten und zur Linken tm Schiff der Kirche ihre P ätze einnahmen. Dem Altar gegenüber nahm das Brautpaar Aufstellung. Prälat Doll vollzog die Trauung. Als Text für die Traurede war 1 Buch Moses Capitel 12, Vers 2 gewählt, welcher auch bei der Trauung des Groß- berroas zu Grunde gelegen hatte. Beim Wechseln der Ringe wurden 36 Kanonen­schüsse gelöst. Rach Beendigung der Trauung erfolgte die Emsegung I. König!. Roheiten des Großherzogs und der Großherzogin, der Großherzog trug einen Silber- ?weia und die Großherzogin einen Silberkranz. I. Maj. die Kaiserin wohnte der feier­lichen Handlung in einer von Blumen verdeckten Loge bei, an welche Se. Majestät der Kaffer mit I. Maj. der Königin von Schweden nach Beendigung der Trauung berantrat. Der Kaiser hatte der Trauung stehend beigewohnt. Der Zug verließ so­dann in der erstgedachten Reihenfolge wieder die Kirche und begab sich nach dem rolheu 3mrner wo die Cour des diplomatischen Corps ftattfand, und dann nach dem Marmor­saale zur Desilircour. Nach der Cour fand im Schlosse Familiendiner und Marschalls­tafel statt. Die Stadt ist glänzend erleuchtet.

Paris, 20. September. Nach hier etngegangener Meldung hat gestern Abend aus dem Bahnhöfe zu Dole ein Zusammenstoß von zwei Personenzügen stattgefunden, wobei 29 Personen verletzt wurden.

Washington, 20. Septbr. Der Viceprästdent Arthur hat gestern Abend in seiner Wohnung vor zwei Richtern des obersten Gerichtshofes des Staates New»Dork den E'd geleistet und den General-Staaisanwalt Macve igh telegraphisch ersucht, der Wittwe Garfield's sein tiefstes Beileid auszudrücken.

Long'Branch, 20. Septbr. Ucber das Hinscheiden des Präsidenten wird Folgendes bekannt gemacht: Kurz vor 10 Uhr besuchte Dr. Bich den Präsidenten und fand eine Pulsbewegung von 106 und den Gesamu tzustand so, daß er eine ruhige Nacht verhieß. Garfield erklärte aus Befragen, daß er sich ganz erträglich befinde und sank kurz darauf in einen etwa 15 Minuten dauernden Schlaf, aus welchem er wegen großer Schmerzen am Herzen er­wachte. Dr. Bliß wurde herbeigerusen, fand Garfield nahezu pulslos, den Herzschlag fast nicht erkennbar und erklärte, daß der Präsioent im Sterben liege. Die Gemahlin des Präsidenten und die übrigen Aerzte wurden herzu- gerufen. Um 10 Uhr 50 Mm. erklärten die Aerzte, daß der Tod eingetreten sei.

Um 11 Va Ufor Nachts sand ein Cablnetsrath statt, nach welchem die Eabinetsmitglieder Windom, Hunt, James, Macveagh und Ktrkwond an den Viceprädent Arthur telegraphirten, daß es ihre schmerzliche Pflicht sei, ihn von dem Tode des Präsidenten zu benachrichtigeu und daß sie ihm glaubten em­pfehlen zu sollen, daß er unverzüglich den Eid leiste und mit dem ersten Zuge in Long-Branch eintreffe. Nach den vorliegenden Nachrichten hat der Tod Garfield's in ganz Amerika die tiefste Trauer hervorgerusen, von vielen Kirchen in den Unior sstaaten ertönte noch gestern Abend das Trauergeläute. Die Jour- nale in den Südstaaten veröffentlichen bereits heute Trau^rartikel.

Long-Branch, 20. September. Dr. Bliß glaubt, daß der Tod des Präsidenten in Folge ei' er Herzneuralgie, hervorgerufen durch verdicktes Blut, welches den Blut­umlauf verhinderte, emgctreten sei. Die Autopsie der Leiche wird heute Nachmittag stattsinden. Die Geschäfte sind in den gesummten Unionsstaaten suspendirt. Der Gouverneur von Washington ordnete einen dreißigtägigen Trauerschmuck des Capitols an. Der Gouverneur von Alabama hat eine Proklamation veröffentlicht, in welcher er die Bevölkerung aufforderte, den Gefühlen des Schmerzes anläßlich des Todes des Präsidenten öffentlichen Ausdruck zu verleihen._________________________

Lokale-

Gießen, 21. September. Schwurgerichts i itzung am 20. l. M.: gegen Heinrich Dietz von Asienheim wegen Meineids.

Die Geschworenen erkannten denselben für schuldig und wurde er demgemäß in eine Zucht­hausstrafe von einem Jahre und sechs Monaten verurtbeilt.

Gießen, 21. September. Der auf den 26. und 27. und 28. September l. Js. vor Großb. Schwurgericht der Provinz Oberhesien anberaumte Hauptverhandlungstermin in der Strafsache gegen Jacob Wagner II., Holzbändler von Gießen, und Consorten wegen Brandstiftung, Meineids, betrüg. BankeruttS rc. ist auf den 3. Oktober lfd. Js., Vormittags 9 Uhr, verlegt worden.

In einem circa 130 Fuß tiefen Brunnen einer Cigarrenfabrik bei Rodheim a. d. B. sollte heute Morgen eine Reparatur vorgenommen werden. Ein Zimmermann aus Rodheim

stieg zu diesem Behufe in den Brunnen, um Raum für den hinabzulassenden Eimer zu schaffm. Plötzlich merkten die Obenstehenden, daß der Z'mmermann mit dem Arbeiten aufhörte und ent- 1 oeckten zu tbrem größten Schrecken, baß derselbe von jedenfalls giftigen Gasen betäubt in das ca. 10 Fuß tiefe Wasser gefallen und bereits tobt sei. Sofort angewandte Versuche, mittelst Haken den Körper aus dem Wasser zu entfernen, scheiterten btS zu dem Zeitpunkte, wo unS Mittheilung von dem Unfälle gemacht worben.

- sSterblichkeit in Gießens In der Woche vom 11. b,s 17. September betrug die Zahl der Todesfälle in Gießen 7. Don drei erwachsenen Personen starb eine an Blattern, eine an Lungenschwindsucht, eine an Nierenentzündung. Von 2 Kindern im ersten Lebensjahre starb rins an Krämpfen, bei dem andern konnte eine bestimmte Todesursache nicht angegeben werden. Bel 2 älteren Kindern wurde einmal Lungenschwindsucht, einmal Lungenentzündung als Todesursache bezeichnet. G.

Vermischtes.

Darmstadt, 19. September. Se. Großh. Hob. Prinz Heinrich, welcher nunmehr wieder so weit genesen ist, daß er voraussichtlich in Bälde das Kommando über die Division wieder übernehmen kann, war den am Samstag aus den Manövern zurückkehrenden Tuppn, bis Langen entgegengeritten. Die Soldaten sind allgemein voll des Lobes über dir freundliche Aufnahme Seitens der Bevölkerung in Oberhessen und bewährte sich deren Enegegenkommen namentlich als die bivouakirenden Truppen wegen schlechten Wetters Rotdquatiere beziehen I mußten. Nachträglich hört man noch von einigen Unfällen, we'che beim Manöver vorgekommen I sind. So stürzte General v. Radecke, welcher im Commando der Division den Prinzen Hem rtch verttat, in der Nähe von Ober^Bessingen mit seinem Pferde, erlitt jedoch glücklicherweise nur geringere Verletzungen, während das Pferd hierher verbracht werden mußte. Ein Unfall mit schlimmeren Ausgange ereignete sich am letzten Manövertage bei Rodheim, wo der (Senr ralstabsoffizier der Division, Hauptmann von der Marwitz, stürzte und dabei so unglücklich unter das Pferd zu liegen kam, daß er bedeutende Verletzungen davontrug. Derselbe wurde auf einem Wagen nach Nieder-Wöllstadt und von da per Bahn die,her verbracht. Wie wir hören, | befindet sich dcr genannte Offizür jetzt auf dem Wege der ReconvaleScenz.

Bergsturz am Thunersee. Wenn man mit den stolzen Dampfern auf dein Thunersee von Thun nach Därligen, dem Landungsplätze von Interlaken, fahrt, prasentin sich am rechten Ufer des oberen Sees das idyllisch gelegene Dorf Leisslngen. Hier hat sich am 5. und 6. September eine Catastrophe zugetragen, welche diejenige von Reichenbach weit hinter sich zurückläßt. Richt ein gewöhnlicher großer Erdrutsch war es, welcher sich an den verhängnlßvollen Tagen gegen das freundliche Dorf zuwälzte, sondern ein halber Berg setzte sich in Folge von Untersickerung der letzten Regentage in Bewegung. Am 5. September morgens kam der erste Stoß, ein ganzer Abhang war mit Bäumen, Gebüschen und Weidegrund in das Bächlein hinabgerutscht, das sonst so friedlich aus der Schlucht oberhalb des Dorfes herunter und durch dasselbe dem See zufließt. Unter furchtbarem Gepolter und alles mit sich reißend, donnerte der Schlammstrom dein Dorfe zu. Bald war die gewaltige Masse bei den ersten Häusern angelangt, Schrecken und Verderben drohend und bringend. Schon beim oberen Brunnen verkeilten die mitgcroUten Felsblbclc den Durchgang vollständig und nun ergoß sich die wildbrüllende Schlammfluth theils über die Wiesen und hinter die Häuser, bas Haus unmittelbar am Bach in der Rähe des Brückleins tief eindeckend, durch die schmale Dorfgasse hinunter dem See zu. Nachmittag» kam ein zweiter Stoß, in Folge dessen die Beivohner der am meisten bedrohten Häuser flüchteten. Die 'Jiadjt vom 5. bis 6. September, loroie der Morgen des 6. September gingen ruhig vorüber. Da plötzlich ertönte neuer Schreckcnsruf. Durch die Dorfstraßen wälzten sich Schlaniin, Felsblöcke, Steingeröll, Baumstämme und Wurzelstöcke in gewaltigen Masseii unter sinnverwirrendem Gepolter und ©etöfe. Eine Anzahl Häuser ivurden mehrere Fuß hoch eingedeckt; der .Uirchhof ist ganz eingedeckt. Eine Menge Häuser sind derart mitgenommen, daß sie einen erneuerten Anprall nicht mehr auszuhalten vermögen und noch befürchtet man weitere Rutschungen und steht das Schlimmste zu befürchten. Herr Regierungsrath Ritschard mit dem Cantons Ingenieur, dem Oberförster und verschiedenen Civil-Ingenteuren sind an Ort und Stelle angelangt, um die nötigen Schutzmaßregeln anzuordnen. Roch drei große Erdrutsche habe bei Seif fingen stattgefunden. Die Häuser des Oberdorfes stehen fast alle in Schutt und Schlamm. Es wird Tag und Nacht fleißig gearbeitet, um die großen Stein und FelSblöcke in der Schtittmaffe zu sprengen, damit sich dieselben nicht verkeilen und dem verheerenden Schiittstrome noch eine andere als die bisherige Richtung geben und das bisher noch verschonte Gebiete nicht auch noch gerftörrn Die Straße von Interlaken nach Thun ist gesperrt. Es sieht alles bedenklich beschädigt aus und noch ist kein Ende des Elends abzusehen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., den 21. Sept., Nachmittags 2 Uhr 20 Min. (Telegr. Coursbertchl. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) Credit- actien 304V«, Staatsb.-Actten 307, Galizier 282^4, Oest. Silberrente 66"/>e, 4% Ungar Goldrente 7713/i6,4% 1880er Russen 753/i6, 2. Orient-Anleihe 61V,, 5% Rumänische Rente 905/6. Tendenz fest.

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Die Aepfel

von den Bäumen auf den städtischen Anlagen, am alten Steinbacher und Anneröder Weg, sowie auf dem Lutherbcrg sollen

Freitag den 23. September,

Nachmittags 2 Uhr, versteigert werden.

Anfang auf der neuen Anlage.

Gießen, 20. Sept. 1881.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

6150) A. Bramm.

Montag den 26. Srptkmbkr,

Mittags 2 Uhr,

werden bte der verstorbenen Marie Vo.itl gehörigen Mobilien, als Kleider, Weißzeug, Bettwerk, Möbel in deren seitheriger Wohnung bG Herrn David Katz, Wall- thorsiraße 152, versteigert.

Gießen, den 18. Sept. 1881.

6152) Hoffmann, Ortsgerichtsmann.

Dienstag den 27. September,

Nachmittags 2 Uhr,

sollen circa 15 Ctr. ausgeschtedene Akten aus daS Meistgebot gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.

Fronhausen, den 17. Sept. 1881.

Luley, 6158) Gerichtsschreiber.

Allgemeiner Anzeiger.

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A. Docter.

Alben Beliremt mm. liescliw. Meier, beehrt fich die Verlegung seines

put;-, JHnrte it MisjmanmMscWK vom Teltersweg nach der Neustadt, im Hause dss Herrn 'M 0 N t a N U s , anzu^cigen und ist dasselbe nunmehr mit dem Herren-Artikel-Geshäft vereinigt. (6167

Donnerstag den 22. Septbr^

Nachmittags 2 Uhr,

werden im Saal des Gasthauses zum Einhorn dahier die zur Concursmasse bt$ I Baermann gehörigen Waarenresic, sowie ein Glasschrank, 2 Spiegel, eine Waage und eine Copirpresse öffentlich versteigert.

Unmittelbar nach dieser Verfteigeruvg kommen 4 neue Damenmäntel, eine Pawe getragene Herren- und Frauenkleider zum Ausgrbot

Gießen, den 21. Sept. 1881.

6161) M. Pilger.

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