Ausgabe 
22.9.1881
 
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Kandidatur seines Landsmannes, des Finanzministers Sherman. Als weder Grant noch ein anderer Kandidat trotz zahlreicher Wahlgänge bic Majorität erlangen konnte, ward im 35. Gange Garfield als dasdark horte* zur Wahl gestellt und, da ihm alle bi-her gegen Grant abgegebenen (stimmen im 36. Wahlgang zufielen, am 8. Juni einstimmig als der republikanische Kandidat für die bevorstehende Prasidentenwabl proklamirt. er wurde denn auch, da die republikanische Partei in dem Wahlkampfe die Oberhand erhalten hatte, zum Präsidenten gewählt und zog am 4. März d. I. als Nachfolger von B. Rüther sord Hayes in das weiße Haus zu Washington ein. Am 2. Juli traf ihn bic Kugel Guiteau S, ber er nun auch, nach langen Leiben, erlegen ist. (Tie Rachncht vom Tobe bes Präsidenten traf außerorbeMlich rasch in Europa ein. Rach unserer Jcit starb ber Verblichene gegen 5 Uhr Morgens. Dir waren bereits um 8 Uhr im Le sitze ber Depesche unb konnten unser Ertrablait bereits V« Stunbe später anschlagen unb in ber Stabt austraqen lasten. Reb. b.

Tklkgraphische Depeschen.

Wolff'- telegr (sorrespondenz-Bureau.

Berlin, 20. Septbr. Der Gesandte v. Schlözer ist heute Mittag aus Rom hier etagetioffen.

DaS ^Mtlitärwochinblatf veröffentlicht die Ernennung des Prinzen Wilhelm zum M^jor, welcher ä la suite des ersten Gardereziments gestellt utij von Snfanz October an aus em Jahr zur Dienstleistur.g beim Gar^t» Husarenregiment commanbnt ist.

Frankfurt, 20. Septbr. Der bisherige Reichstagsabgeordnete Sonne­mann hat die ihm für den hiesigen Wahlkreis angetragene Candidatur ange­nommen. Die hiesigen National-Liberalen haben den Assessor Jung in Köln als Eandidoten für den Reichstag ausgestellt.

Breslau, 20. Septbr. DieSchles. Dolksrtz." stellt die Nachricht von einer unmittelbar bevorstehenden Rückberufung der Bischöfe vpn Breslau, Limburg unb Münster in Abrede, ist dagegen in der Lage mritzuthetlen, daß in Paderborn, Osnabrück und Fulda demnächst statt der Bisthumsoerweser Bischöfe ernannt werden.

Karlsruhe, 20. September. Die Cioilttauung der Prinzesim Vittona m,t dem Kronprinzen von Schweden fand heute 9?adimtttag V,x Uhr^in dem Munttaale des Schlosses durch den Bürgermerster Dr. Güntber, welcher aIt anb ? 5 b e a m t e r rungirte, statt- Lei diesem Akte, welcher durch den Ltaatsmi^ister zurban em geleit et wurde, waren anwesend: Ihre Majestäten der König und die Königin oon^Schweden, Ihre K. K. Hohctten der Kronprinz und die Kronprinzessin, die Prinzen Star, Earl und Eugen von Schweden, der Erbgroßherzog, iow:e die Prinzen Ludwig und Wilhelm und die Prinzessin Wilhelm von Laden. Zu der kirchlichen jner, welche um cP 2 Uhr m der Lchloßkirche stattfand, waren auch die Mmister, dre Generalität, die Lp'tzen der Eivil- und Milstärbehörden, d^e Srandesherrn, die Ercellenzen, der Oberbürgermeister, die Rärhe erster und zwe ter Clasie, die höheren Richter unbJ3ertreter der Cfficiers Corps geladen. Bei dem Festzuge vom Marmoriaal zur Lchloßkirche wurde die

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Aisk'igk- unb Amtsblatt für bcn Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Au-nahme des Montags

I Schulstraße B. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.

Amtlicher Hheit.

Betreffend: Den im October 1881 vorzunehmenden Wiesengang. Gießen, den 19. September 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die (^roßherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Nach Arttkel 7 der Wiesenpolizei - Ordnung ist im Monat October der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldfchützen und Liesenwärter vorzunehmen.

Wir beauftragen Sie deßhalb, dieselben hierzu baldigst aufzusordern und die über den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis längstens zum tobt k. M. anher vorzulegen.

In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen:

1) ob die Anordnungen, welche Sie bei dcm im März I I. vorgenommtnen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind und welche nicht;

2) welche Anordnungen von den Wtesenvorständen zur Beseitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Mängel von Ihnen getroffen worden find oder vorgeschlagen werden; hierbei wird den Wiesenvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos rc.; aus die Entfernung der Herbstzeitlosen, des ErdauSwurfs auS den Be- und Entwässerung-- gräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und EntwäfferungSgräben zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren.

3) VerbefferungSvorfchläge in Bezug auf größere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung das Wiesenculturgesetz vom 7. October 1830, RegierungS'Blatt Seite 365, Anwendung findet.

Zu Nr. 2 erläutern wir, daß Sie in der Regel, insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer speciell eröffnen rollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstand zu bestimmenden Frist so gewiß zu beseitigen wären, als sonst die nöthigen Herstellungen aus Kosten der Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist wollen Sie nach Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. Jedenfalls find die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzusendenden Protokollen einstweilen zu erwähnen.

Da- Protokoll über den Rundgang ist von allen Thrilnehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied deS Wiesenvorstandes verhindert, am Rundgange tytil zu nehmen, so ist dieS am Schluffe des Protokolls zu bemerken.

Sollte der Wiesenvorstand, der außer dem Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindestens noch aus zwei OrtSeinwohnern, welche Viesen besitzen, oder solche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Sie den Gemeinderath wegen Ergänzung des Wiesenvorstande- vernehmen und un- die Anträge des Gemeinderathes in besonver^r Verhandlung vorlegen.

_________________________ Dr. Boekmann.____

Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im Großherzogthum Heffen. Gießen, am 19. September 1881.

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Nr. 51 tM- jeile Don.^ er Herrens mit Kromuul

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it. -.4 Hilt ä' ZS r^c.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die OrtssckulVorstande des Kreises.

Sie wollen, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald die in obigem Betreff zu erstattenden Berichte einsenden.

Dr. 03 o r f in a n n.

peutMand.

Darmstadt, 18. September. Se. König!. Hoheit der Großherzog xben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15. d. MtS. in Gemäßheit der Irt. 3 und 6 des Gesetze- vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäfts- rrdnung betreffend, den Mtristerialrath v. Werner zum landesherrlichen sommiffär für die erste Kammer, sowie den Geh. Staatsrath Knorr und den Kmsterialrath Weber zu Mitgliedern der landesherrlichen Einweisungs« iommission für die zweite Kammer allergnädigst zu ernennen geruht.

Ee. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht:

Am 13. Septbr. der am 25. v. MtS. durch die Stadtverordneten zu tffenbach erfolgten Wahl des Mitgliedes der Stadtverordneten-Dersammlut g . Dr. med. Hrinrich Lemser daselbst zum Bürgermeisterei'Beigeordneteu der Kreisstadt Offenbach die Bestätigung zu ertheilen.

Amerika.

Washington, lieber den am Montag Abend verstorbenen Präsidenten Garfield »röffenllicht die ,Franks. 3-* nachstehende Biographie:

James Abraham Garfield wurde am 19. November 1831 in dem kleinem Torfe Crange m der Grafschaft Cuyahoga im Staate Lhio geboren. Der Bater Garfields, dr früh starb, hinterließ seine Frau in den dün'tigsten Lerhältnifsen, in Folge defien auch Nr Erziehung und Bildung des Sohnes wenig Aufmerksamkeit gewidmet werden konnte, bnige Zeit mußte Garfield seinen Unterhalt sich mühsam als Taglöhner verdienen, später Mb er Kutscher und hierauf Bootsniann auf dem Pennsylvania und Lhio Kanal. ^2er tzoße Diffensdrang, der ihn beseelte, ließ ihn aber unablässig an feiner geistigen Fort- Nlbung arbeiten und es gelang ihm endlich »m Jahre 1849 in eine ofientiiche Lehranstalt Mziltreten. Trotzdem er gezwungen war, sich fernen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit st erwerben, studirte er mit solchem Eifer und Erfolg, daß er IBoU als Lehrer an einer bezaksschule wirken konnte. Von 185456 besuchte er das Williams College und erwarb ich dort solche umfasienden Kenntnifie in den klassischen Sprachen, daß er im Jahre 1>57

Ss Lehrer dersnden an das Jnstimt zu Hiram (Shio) berufen wurde, an welchem er

später die Stelle des Präsidenten bekleidete. Gleichzeitig ließ er sich auch als Adoo-

Nt nieder und wurde zum Mitgliede des Senats von Lhw erwählt. Ein begeisterter

latänger der Union warb er beim Beginne des Bürgerkrieges im Jahre 1861 das 12. Ijy.ment an, das aus Freiwilligen des Staates Lhio bestand. An der Spitze desselben kntofte er mit Glück in Ostkentucky. Am Tage des Sieges von Preftonburgh am 11. Jinuar 1862 ward er zum Brigadegeneral unb nach der Schlackt bei Shlloh (16. April), v. welcher er die 20. Brigade befehligt hatte, zum Stabschef des General Aofccrons knirbert. Degen seiner hervorragenden Leismngen in der Schlacht bei Chickamauga |1>. September 1863) erhielt er den Titel und Rang cities Generalmajors. Im Oktober 1S62 wurde er im 19. Bezirke Ohios zum Mitgliede des Kongrefies erwählt. Hür gehörte l: den angesehendsten Mitgliedern der republckani'chen Partei und wurde im Jahre 1877 einer Führer derselben. Während der Wahlkampagne im Jahre 1880 stand er an der Spitze . Kl Delegation von C^io unb oertrat auf der Konvention in Chicago (Juni 1880j die