Dienstag den 20. September
Nr. 218
1881
Erscheint täglich mit Äulnobme brt Montags.
Bvrea» t Schulstraße B. 18.
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Gießen, den 18. September 1881.
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Der gesicherte Friede.
Die Danziger Kaiser»Gntrevue ist nunmehr auch „offlciös", durch die halbamtliche preußische Provinzial-Corresondenz, die bekanntlich auch zuweilen ,im Namen Deutschland-^ da- Wort ergreift, al- eine neue Frieden-bürg- fchast gefeiert worden. Wenn Indessen gesagt wird, daß da- Zusammenhalten der drei Kaiserreiche, Rußland, Deutschland, Oesterreich, seit zehn Jahren den Frieden erhalten habe, so ist da- an sich nicht unrichtig, und ntcht zu kfheittn, da in dem verflossenen Decem.tum der Friede thalsächlich ntcht gestört worden ist, indessen waren doch zuweilen ziemlich deutliche Anzeichen von Verstimmungen vorhanden, welche den Frieden bedrohten, und da mag denn doch Uh Interesse der historischen Wahrheit betont werden, daß ernstliche Verstimmung, sowohl Deutschland al- O'sterreich gegenüber, nur von russischer kette h-rvorgerufen wurde, wenn man labet auch nicht die Czaren, sondern die russische Milttärpartei im Bunde mit den Ponslavtsten verantwortlich wachen kann, deren Einfluß in der russischen Regierung nicht zu ver- kennen war. Alexander II in Alexandrowo und Alexander 111. in Danzig haben unleugbare Verdienste um die Erhaltung des Weltfrieden- sich erworben, aber man kann dasselbe nicht vom Lande, weder von Gortschakoff, der eine franko- russische Allianz erstrebte, weder von Miljutin, der als KrtegSmintster für großrussische, vanslavistische Ideen schwärmte, weder von der Regierung, rod) vom Do'.ke Rußland- sagen, welche die Deutschenhetze in der russischen Presse schmackhaft sanden. Suum cuiquc — Ehre den friedfertigen Czaren! — aber richtig bleibt immer, daß die Erhaltung deS Friedens mehr zwei Kaiser- teichen, nämlich dem evgverbündeten Deutschland und Oesterreich, alS dreien, |u danken ist. Die Danziger Zusammenkunft ist jedoch, nicht „trotzdem", sondern gerade auS diesem Grunde hochbedeutend und die FrirdenShoffnungert bestärkend. Der Friede ist zwar kein „ewiger", aber die Aussichten für die Ochsten Jahre sind „gute", und das ist schon viel wertb. Im Allgemeinen bleibt leider die Nothwendigkett bestehen, unsere „schwere Rüstung", wie Moltke sagt, noch zu tragen, und bekanntlich hat der berühmte Stratege „etwa W Jahre" als den Zeitraum bezeichnet, in welchem an eine Abrüstung nicht p denken sein würde.
Ein Bl ck nach dem Westen giebt hierfür einen neuen Beleg. Der tourt» tnvbergische Abgeordnete v. Dühler-Oehringen, Deutschland- Elihu Burrit, war bekanntlich vom Fürsten BiSmarck mit seiner allgemeinen Abrüstungs-Jdee an tevtschlands Nachbarn verwiesen worden. Herr v. Bühler hat sich zunächst :n die Friedensgesellschasten von Pari- und Genf, endlich aber auch an Gaw- betta gewendet. Die französischen Friedensapostel erklären in ihren Antworten, Frankreich könne nicht mit Abrüstung anfangen, eS sei denn, baß vorher Elsaß- Lothringen befreit sei. Gan betta aber hat cs vorgezozen, den Bühler'schen kries gar nicht zu beantworten. Die offene Frage, wie Gambetta zur Frie- lmSfrage stebe, ist unbequem, die Zumuthung an den chauvinistischen Kammer- Nüfidentrn, in Frankreich für eine Abrüstung einzutreten, scheint einfach in den kapierkorb gewandert zu sein, denn seit dem 15. Juni wartet Herr v. Bühler v-f Antwort. Nun, in diesem Falle ist Schweigen auch eine Antwort; sie hütet: In Frankreich wird „fortgerüster!*
Großherzogliches KrciS-GesundhettSamt Gießen. Dr. Glasor.
Betreff: Die Einsendung der Sterbfall-zählkarten.
An bic Großherzoglichcn Standesämter des Kreises Gießen.
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einsendung der SterbfallSzLblkarten im Rückstände find, werden an sofortige Erledigung dieser Angelegen-
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Deutschland.
Darmstadt, 17. Srptbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog rchmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Generalmajor L la suite Mootz, den Obersten Rüti, den Obersten o. Tre-kow, den Äajor v. d. Osten, den Zeughauptmenn i. P. Schmitt, den Generalconsul culzer von Leipzig, den Hoftheaier-Tirector Wünzer, den HofconccNmeister L P. Büchler; zum Vortrag den Minsterial-Präsidenten Schletermacher und den Kimstenalrath v. Werner.
— Edict, die Einberufung des 24. Landtags betreffend.
Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Heffen und bet Hein rc. rc.
Nachdem Wir beschloffen haben, Unsere getreuen Stände kraft dieses auf Äontag den 17. October L Js. einzuberufen, so verkünden Wir solche- hier- hird) öffentlich und gefinnen an Unsere getreuen Stände, daß Sie fich an dem Mannten Tage in Unserer Haupt- und Residenzstadt Darmstadt zur Ausübung Hier verfassungsmäßigen Rechte vereinigen und der Propositionen gewärtig Ina werden, welche Wir Ihnen werden vorlegen lassen.
Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Hroßherzoglichen Siegels.
Darmstadt, den 15. September 1881.
(L- S.) unterz.: Ludwig.
contraf.: v. Starck.
Berlin, 16. Septbr. In Moabit fand heute unter Th.ilnahme des Prästdenten dcS Kammergerichts, beider Landgerichte, der Staatsanwaltschaft, zahlreichee Richter und Rechtsanrälte, deS Beamtenpersonals, des Polizeipräsidenten, deS Oberposttirettor- Sachsse die Eröffnung deS neuen StrafgerichtS- gebäudes durch den Justizministcr Dr. Friedberg statt, welcher von dem Unter- staalSsecretär Rindfleisch und dem Geh. Ober-Regier.-Rath Starke begleitet, mit drer kurzen Rede im kleinen SchwurgerichtS-Saal daS Gebäude seiner neuen Bestimmung übergab, hierauf einen Umgang durch das Gebäude hielt und dabei zugleich einer Strafkammer- und SchöffengerichtS-Sitzung beiwohnte. — Der Justizminister schloß seine Rede mit dem Wunsche, daß in dem neuen Gebäude allezeit eine rechtschaffene, Gott und den Menschen wohlgefällige Justiz geübt werde. KammergerichtS-Präsident Meyer antwortete Namens der betheiligten Gerichtsbehörden mit dem Ausdruck der Zuversicht, daß in dem neuen Gebäude der Geist der Gerechtigkeit und Treue walte und brachte ein begeistert aufgenommenes dreifaches Hoch auf den Kaiser alS den gerechtesten und treuesten seines Volkes auS.
— Gegenüber den Aeußerungen fortschrittlicher Blätter, daß Keudell durch seinen Austritt aus dem Eobden-Elub dem Staatsdienst erhalten bleibe, sagt die „Rordd. Allg. Ztg-", weder im amtlichen noch im vertraulichen Verkehr deS ausaärtigen Amtes sei die Ehrenmitgliedschrft Keudeü's beim Cobd<n- Elub jemals zur Erwägung gekommen oder Anlaß zu einer Rückfrage oder zu einem Meinungsaustausch gewesen; die Behauptung, daß jener Umstand, wenn auch nur entfernt, die Stellung Keudell's berühre, sei eine Erfindung. Wenn Keudell auf seine Ehrenmitgliedschaft verzichtet habe, würden ihn die neuerlichen Ausklärungen über den Cobden-Club dazu veranlaßt haben. Für seine Beziehungen zum kaiserl chen Dienst und zum Fürsten BiSmarck sei eS gleich- giltig, ob er diesen rein privaten Sckntt qetban ober nicht.
Stiel, 17. September. DaS von der Provinz Schleswig-Holstein zu tfbren der Anwesenheit Sr. Majestät deS Kaisers gestern Abend aus Bellevue veranstaltete Fest nahm einen äußerst glänzenden Verlaus ES waren gegen 1000 (Haste zu demselben geladen. Etwa« vor 9 Udr erschienen Se. Majestät der Kaiser mit Ihrer K ft Hoheit der Kronprinzessin, Se. R. 3t Hoheit der Kronprinz mit der Frau Landgröstn von Hessen, I. K. K. Hoheiten die Punzen Wilhelm und Heinrich, die Großherzöge von Mecklenburg und Oldenburg und die übrigen Fürstlichkeiten Beim Souper orachte der LandtagSmarschall, Graf Ranzau, daS Hoch aus Se. Majestät au5; dcr Kaiser dankte für den ihm bereiteten freundlichen Empfang und trank auf das Wohl Schleswig-Holsteins. Um 11 Uhr per liefe Se. Mazestät das Fest; in diesem Augenblicke erfolgte die Beleuchtung der Schiffe deS Uebungsgeschwaders, sowie der Ufer, wahrend vor Bellevue ein Feuerwerk obgebrannt wurde.
— Le. Majestät der Kaiser und die anderen fürstlichen Herrtchasten begaben sich heute früh 8* * Uhr von dem Schlöffe noch dem Schuhmacherthor und bestiegen dort die kaiserliche Aacht „Hohenzollern", welche sofort von bei Brücke abfritfe und nach Friedrichs ort -udampfte. Beim Passiren der ^acht gaben die Kriegsschiffe „Arcona". „9hobe* und „Rvmphe" den KönigSsalut. Der Fremdenzustufe ist vom frühen Morgen an noch stark gewachsen, zahllose Dampfer mit Zuschauern sind nach dem Schauplatz deS Flottenmanövers gefahren. Der Himmel ist bedeckt, die See leicht bewegt.
— Den bei dem gestrigen Souper in Bellevue vom Landtagsmarschall Grafen Ranzau ausgebrachten Toast beantwort.te S Maj. der Kaiser mit etwa folgenden Worten: Er sei tief gerührt und erfreut durch die warmen Wone, welche ihm Namens der Vertreter der Provinz ausgefprochen worden seien, einer Provinz, in der er jedes Mal mit immer größerem Entgegenkommen aufgenommen fei. Die herzliche Weise, in welcher der LandtagSmarschall der jungen Gatttn des Prinzen Wilhelm gedacht, habe ihm wohlgetdan, fein Sohn und fern Enkrl würden mit Freuden der Prinzessin davon Mittdeilung machen. Se. Majestät schloß mit der Vci sichetung seiner besten Wünsche für die Provinz und deren Wohl für jetzt und immerdar
— Se. Moiestät der Kaiser, Ihre je. K Hoheiten der Kronpnnz und die Frau Kronprinzessin, Ihre K Hoheiten Pr nz Wilhelm und Pkinz Albrecht sind heute Abend präcis 6 Uhr abgereift. Eine dichtgedrängte Volksmenge hatte sich wieder in der Via triumphxlifl versammelt, welche dcn Ka ser, der mit dem Felomarschall Grasen Moltke fuhr, enthusiastisch begrüßte. Aus dem Bahnhose hatten sich die Lviyen der Behörden, das OfffciercorpS und die Studentenschan eingefunden. Unter tausendfachem Hurrah schied Se. Majestät, nachdem er von dem Prinzen Heinrich und dem Großherzog von Oldenburg Abschied genommen.
FriedrichSort, 17. Septbr. Heute früh SP/i Uhr passiite die Jacht „Hohenzollern- unter dem Donner der Salutbatterie die Festung Friedrichsort und begab fich zu dem Urbungsgeschwader in See. (Sine ganze Flotte von VergnügurgS-Darrpfern liegt bei Laboe. Hier find die Dämme und die Ufer ringsum mit Zuschauermassen bedeckt. Der Himmel ist bewölkt.
— Se. Maj. der Kaiser kehrte um 12 Uhr nach Beendigung des Flottenmanövers hierher zurück, wo die D-.cht „Hohenzollern" Anker warf. Se. Majestät besichtigte alsdann daS Legen einer Minensperre unv entzündete von der Dacht aus, zu welcher ein Kabel gelegt war, allrrhöchstdafelbst eine Mwr. Die Detonation war eine gewaltige. DaS Kanonenboot, welches alS Ziel biente, wurde in die Luft gesprengt und vollständig zertrümmert. Auch die Schießübungen m t Fisch-Torpedos wurden auf daS Ecfolgreichste zu Ende ge- führt. Ein von der Eorvette „Blücher" lancirter geladener
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