Ausgabe 
20.8.1881
 
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'Jir. lf>2. Samstag den 20. August 1SS1.

Kicßener HtnMger

Ämeigk- und Imloblfitt fir örn Kreis Eicha.

B rea ' r Schulftraf.k B. 18.

Ettchnnt fäglitfi mit Ausnahme deS Morrtag-.

Peel- vrerteljLhrlich 2 Marl 20 Pt. mit vrrng^rlohn.

Durch b:r Poft bezogen Dir . 1 Marl I

Amtlicher Theil.

Vehrer-o nferen;

des Sonferenz-Bezirks Grünberg: Montag den 29. August, Vormittags 10 Uhr, zu Grünberg.

G t e ß e n2 ben 18. August 1881. ______ B ü ch ner, Krei-fchultnfpector.

B e k a nn t m a ch u u g.

Betreffend: Die Vlehpreisvertheilung deS landwirthschastlichen Verein- von Oberhessen pro 1881.

Die diesjährige Preisverthetlung deS landw. Verein- von Oberheffen soll zu Schotten am Donnerstag den 1. September stattfinden.

ES können Preise erhalten:

1) Fohlen, mit Au-nahme von Saugfohlen; ,

2) Bullen, im Besitz von Privaten oder Gemeinden;

3) Rinder, die sichtbar trächtig sind und junge Zuchtkühe;

4) Zuchtschweine und

5) Zuchtjchaafe.

Vom Au-steller selbstgezüchtete Thiere werden höher prämiirt, al- angekauste. Letztere müsien eine bestimmte Zeit im Besitze de- Bewerber- sein und zwar Fohlen mindesten- ein Jahr; Bullen, Rinder, junge Zuchtkühe, Zuchtschweine und Zuchtschase mindestens ein Halde-.Jahr.

Die zu prämiirenden Thiere sollen ein gewiffeS Alter haben, und zwar müsien Bullen mindesten- 12 Jahre, Zuchtschweine mindesten- i/2 Jahr alt sein. Fohlen, welche bi- zum Alter von 2% Jahren noch nicht eingespannt worden find, erhalten den Vorzug. Bei Schafoieh soll da- Reinvieh vor dem Schmeervieh den Vorzug erhalten.

LS kann nur durchaus fehlerfreie-, gut gepflegte-, wirklich prei-würdige- und den verlangten Leistungen entsprechende- Vieh prämiirt werden. Eigen- thümer von solchem Vieh, welchen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht verwilligt werden konnte, erhalten, wenn fie über zwei Stunden Herkommen, eine Wegentschädigung.

Die Bewerber um Preise haben amtliche (ortszerichtliche) taxfreie Bescheinigungen über die von den Thieren geforderten Voraussetzungen beizubringen.

Tie Prei-bewerbung ist für alle -reise der Provinz frei. 6m Dritttheil der verfügbaren Prämiirung-summe wird ausschließlich für Prämiirung de- VieheS der kleinen Grundbesitzer verwendet. Die Bestimmung, wer in diese Kategorie zu rechnen ist, bleibt den Erperten überlasten. Viehhändler find von der Pretsbewerbung ausgeschlossen, insofern sie nicht zugleich Züchter deS zu prämiirenden VieheS find.

Ein Aussteller kann in ein und derselben Kategorie nur einen PreiS cr^a^rn.

Die Musterung der au-zustellenden Thiere durch die Experten beginnt Vormittag- 8 Uhr, bi- zu welcher Stunde sämmtlicheS Vieh an den bestimmten Plätzen ausgetrieben sein muß.

Es kommen im Ganzen 1100 JL bei dieser PreiSvertheilung zur Verwendung. Zwei Dritttheile dieser Summe sollen zur Prämiirung von Vieh der Vogelsberger Race verwendet werden. Die Größe der einzelnen Preise wird von den Preisrichtern bestimmt.

Da- schönste Rind Vogelsberger Race erhält ein Halsband nebst Glocke.

Frtedelhaufen, am 8. Juli 1881. Der Präsident de- landwirthschastlichen Vereins von Oberhesten.

Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.

Die Stettiner Unruhen.

Während bisher durch antisemitische Agitationen hervorgerufene Unruhen sich nur aus die kleineren Städte eine- Theil- von Pommern und Westpreußen erprrcklen, kann seit Montag auch Stettin, die Hauptstadt der Provinz Pom- mern, einen Judenkrawall verzeichnen. Die ,Äiue Stell. Zlg." berichtet darüber, wie folgt:Schon seil mehreren Tagen cursirten allerhand Gerüchte, daß es am Montag nun auch bei uns, am Sitz der Regierung, in der Haupt, stadt der Provinz, in der leider die bedauernSwerthen, weithin berüchtigten Ausschreitungen der letzten Tage zuerst in die Elscheinung getreten,loSgehen" würde und daß man nur auf das Abrücken der Garnison warte, um einen Tumult zu insceniren. Wir haben auS leicht begreiflichen Gründen keinerlei Rottz von diesen Gerüchten genommen. Es war allgemein bekannt, daß Spott- derse, Earricaturen, aufhetzende Plakate vielfach in letzter Zeit an Wohnungen ur.d Ladrnfenstern angeheftet gesunden worden, daß Drohbriese und dergl. an jüdische Bürger der Stadt gesandt worden waren. Die Paroleam Montag gehr'- lor war Niemand natürlich will wisien, von wem m allen möglichen Formen auSgegeben worden, unb daß lies nicht umsonst geschihen, be­wiesen bie Ereigniste deS Montag- Abenb. Sie bewiesen allerdwgS auch, daß einem energischen Einschreiten gegenüber ein jeder derartiger Putsch vollkommen machtloS unb lhürrcht unb daß man regierungsseitig zu dem Entschluß gelangt sei, dem ganzen Unfug mit allem Nachdruck entgegenzutreten. Gegen 8^ Uhr Abends sammelten sich in der Langenbrückstraße die ersten Trupp-, meist Leute auS dem Arbeiterstande, dazwischen Lehrjungen und schulpflichtige Kinder, die unter Hepp'Hepp'Rufen sich m Bewegung setzten. Die von dem beabsichtigten Scavdal bereit- vorher bestens insormirte Polizei zerstreute in Kurzem diese erste Ansammlung. Bald darauf wälzte sich abermals ein Zug von mehreren Hundert Köpfen unter Rufen, Pfeifen und allerhand Lärm durch die Lönig- ftraße, die Schulzenstraße (in welcher zahlreiche Läden jüdischer Einwohner liegen) und durch die Breitestraße. Die an der Ecke der Schulzen- und Breitestraße stationirte Polizeimannschaft ging nun rationell und praktisch vor, mdem fie rückfichlslos und energisch die zum großen Theil, wie leider meistens bei derartigen Ansammlungen der Fall, auS Neugierigen bestehende Menge die Dreitestraße, Reifschlägerstraße, Schnlzenstraße aufwärts forttrteb, so daß nach wenigen Minuten der Auflauf zum größten Theil zerstreut war. Pfeifen und Hurrahrufen, Hepp-Hepp und Gebrüll begrüßten die Polizei theilweise bei deren unangenehmer, aber erfolgreicher Arbeit. Einzelne Hauptschreier wurden Wgenommen und zur Custodie befördert. Soweit bi-ber bekannt, ist es, Tank ler aufgewandten Energie, zur Zerstörung von Eigenthum nirgendS^gekommen; ainzelne Püffe wurden ausgetheilt, in der Breitenstraße mußte die Schutzmann- ßchast einmal mit blanker Waffe drohen, im Großen unb Ganzen verlief aber

AlleS in verhältnißmäßig glücklicher Weise. Um 9*/3 Uhr war die Schließung sämmtlicher Läden angeordnet worden, eine Maßregel, die sich al- durchaus praktisch erwieS. Militärische Patrouillen, die von der Hauptwache auSgesandt wurden, fanden nirgend- Deranlasiung, einzuschreiten. Eine Ptonier-Eowpagnie war auf alle Fälle confignirt, kam aber glücklicher Weise nicht zur Verwendung. ES war lehrreich zu sehen, wie die entschloffene und sichere Handhabung der vorhandenen Mittel zur Unterdrückung jedeS folgenschweren Unfug- viele thörichte und irregeleitete Leute vor schwerem Unheil bewahrte. Im Ganzen sollen etwa 20 Verhaftungen (das Telegramm spricht von 40. Die Red.) vorgenommen worden fein. Gegen 11 Uhr waren die Straßen sämmtlich ruhig und menschenleer. Freilich fiel verschiedentlich da- Loosungswort, daß heute nur die Generalprobe gewesen und morgen die eigentliche Vorstellung stattfinden werde. Wir glauben, daß der klägliche Ersolg, den da- ganze ihörichte Unternehmen gestern gehabt, hinreichen wird, die Wiederholung des­selben zu verhindern. HauS- unb Familienväter werben sicher nicht verfehlen, namentlich das jugendliche Element, da- sich gestern stark betheiligte, zu Hause zu halten. Wir haben, Dank dem energischen Eingreisen der Behörde, keinerlei schlimmere Ausschreitungen zu verzeichnen daß aber auch nur derarttger Unfug in unserer Stadt, am Sitz der Regierung, hat ßattfinden können, ist ein sichere- Zeichen, wohin die uvhellvolle Bewegung der Antisemiten fühitt und führen muß 1*

Z>euttchland.

Darmstadt, 18. August. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 17. August den Hülf-gerlchtsschreiber bei dem Untersuchungsrichter an dem Landgerichte der Provinz Starkenburg Friedrich Kalt zum Gerichts­schreiber bei dem Amt-gerichte Beerfelden zu ernennen.

Berlin, 17. August. Herr Professor Wagner hat in seiner Wahlrede in Erlangen mit Erlaubniß des Reichskanzlers die Absichten desielben bezüglich deS TabakSmonopolS enthüllt. Fürst BiSmarck hat das Räthsel gelöst, wie man auS dem Monopol eine Rein-Einnahme von 130 Mill zieht, ohne die Preise der TabakSfabrikate zu steigern. Der ganze Gewinn, der jetzt auf dem Wege vom Fabnkar.ten durch den Zwischenhandel bl- zum Consumenten verloren gebt, soll auf den Staat übertragen werden. Nach der Ansicht de- ReickskanzlerS beläuft sich dieser Gewinn auf 160 Mill. \ die Zinsen unb Amortisat onS'Qnoten für bie zu leistenden Entschädigungen aber berechnet er auf 30 Mill. JL Der Zwischenhandel vom Fabrikanten bi- zum Eonsumer.ten erhält also anstatt 160 Mill- nur 30 Mill. JL al-Entschädigung." Den Rest nimmt der Staat. So sagt es Herr Wagner. Wir müsien ganz bedenk-